Ziethen Hof Nr. I

Vollhufenstelle, um 1925 ca. 61 ha


Dies war von Anfang an eine Vollhufenstelle. Sie ist seit 1682 im Besitz der Familie Hauschild. 1942 brannte das alte, 1833 erbaute niedersächsische Bauernhaus ab. Nur die 1840 erbaute Scheune blieb verschont.


Ein Vergleich der amtlichen Steuerlisten erlaubt den Schluss, dass dies die Stelle war, auf der 1539 Harm VALCKE saß. 1543/1552 ist dann Jochim MOLLER auf „Falcken stete“. Dann wirtschaftet 1562/1571 GROTEKOP, ehe Ende des 16. Jahrhunderts die GRIMM, wohl aus der Grimm-Stelle Mechow III, folgen. Paul Grim ist 1598/1626 hier, dann Stoffer, den die Listen 1650/1656 nennen. 1650 gab er 22 Mk Viehschatz für 4 Personen, 7 Pferde, 8 Ochsen, 4 Kühe, 2 Schafe und 1 Schwein. Das Inventar der Ratzeburger Kapitelsgüter verzeichnet ihn mit 1 Hufe. Dann folgt zwischen 1664 und 1672 Thieß SCHRÖDER, der vmtl. aus der Schröder-Stelle Mechow Hof I stammte und wahrscheinlich in die Grimmsche Stelle eingeheiratet hatte.Er gab 1664/1665 die Kontribution von 4 Gulden 10ß für 2 Personen, 4 Pferde, 8 Ochsen und 3 Schweine . Seine Tochter Catharina heiratete vor 1684 Hans Jürgen HAUSCHILD (*um 1655 28.08.1704) und brachte ihm die Stelle zu. Mit Hans Jürgen Hauschild kommt eine Familie nach Ziethen, die dort und in der Umgebung schnell Fuß fasst. Hinrich Hauschild (29.12.1732), 1 ½ Hufner in Ziethen und Claus Hauschild (*um 1660/1665 †vor 1718), Hauswirt in Kittlitz Hof V waren vmtl. Hans Jürgens Brüder. Woher die Familie Hauschild stammte, hat sich bislang nicht klären lassen. Die Familie weist einen bemerkenswert hohen Kinderreichtum auf. Hans Jürgen Hauschild wird erstmals 1682 in den Rechnungen der Ziethener Kirche im Zusammenhang mit der Umlage für die neue Kirchenglocke genannt. Zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen im Jahre 1685 sollte er 3 Rtlr 38ß geben, zahlen konnte er nur 2 Rtlr . Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 wird seine Hufe mit 80 Rtlrn bewertet. Auf der Stelle waren er, seine Frau, sechs Söhne von 16, 14, 12, 10, 8 und 2 Jahren und zwei Töchter von 10 und 3 Jahren. Nach dem Hebungsregister von 1702 gab er 1 Rtlr 15ß 6d Pacht auf Michaelis, 2 Rtlr. Monatsgeld jährlich und 1 Rauch- und Pachthuhn. Zum Hofe Mechow diente er wöchentlich zwei Tage mit dem Spann und einen Tag mit der Hand. Als Hans Jürgen Hauschild 1704 stirbt, folgt sein ältester Sohn Clas (*1684 18.06.1741). Von seinen Brüdern ist Hans Christoffer (27.07.1718,  17.10.1713) „hamburgischer auf Trittau reitender Postilion“, Franz Thieß (†11.03.1749) 1740 Vogt auf dem Hofe Schlagsdorf und Hans Bartholomäus (†10.03.1745) 1730 „Post-Reuter“ auf Hamburg. Clas Hauschild heiratete am 06.04.1708 in erster Ehe Margaretha Elisabeth Land (23.10.1711), und am 20.10.1712 in zweiter Ehe Anna Elisabeth Böttcher (†23.10.1745), Tochter des Hauswirts Detleff Böttcher in Ziethen. Aus den beiden Ehen stammen sechs Söhne und vier Töchter. Hoferbe wird der älteste Sohn Nicolaus Adolf (28.05.1709 †26.11.1770). Er heiratete 1730 eine Susanna Margareth (*1719 †05.03.1777). Das Paar hatte neun Kinder (vier Söhne und 5 Töchter). Außerdem hatte Clas noch zwei nichteheliche Kinder: Sein Nachfolger wurde der dritte Sohn Johann Christoph (19.04.1748 20.02.1800), der am 26.11.1772 in erster Ehe Ann Elsche Reimer (*02.02.1747 †06.03.1774) aus Schlagsdorf und am 08.11.1776 in zweiter Ehe Len Hedwig Dencker (*27.11.1745 †03.04.1809), Tochter des Hauswirts und Kirchenjuraten Peter Friedrich Denker in Salem Hof IV, heiratete. Aus den beiden Ehen stammen zwei Töchter und der Anerbe Franz Hinrich (*13.12.1778 †14.02.1803), der am 31.10.1800 Anna Elisabeth Arends (*29.12.1778 †19.01.1865) aus Wietingsbek heiratete. Als er bereits drei Jahre später starb, heiratete die Witwe am 25.11.1803 den Hauswirts- und Fischersohn Johann Hinrich KNABJOHANN (*1771 †15.12.1816) aus Buchholz, der die Stelle bis zu seinem Tode als Jahrenwohner annahm. Er ist zugleich auch Schulze/Bauernvogt. Als auch er früh starb und der Erbe noch minderjährig war, wurde am 28.09.1817 Hans Christian Asmus JENKEL (*08.05.1789 †11.11.1865), Sohn des Hauswirts Heinrich Christian Jenkel (Hof IV) als dritter Ehemann der Witwe Jahrenwohner bis 1831. Der Anerbe Johann Hinrich Joachim Hauschild (*01.08.1803 †25.04.1858) trat 1831 sein Erbe an und wirtschaftete bis zu seinem Tode. Am 14.10.1831 heiratete er Katharina Margrethe Canz (*06.11.1811), Tochter des verstorbenen Hauswirts in Campow (Hof IV), Hans Canz. Der Sohn Johann Christoph Heinrich (*08.12.1832 †05.05.1911) folgt von 1858 bis 1911. Er heiratet am 27.05.1859 Marie Karoline Dorotheee Hagen (*24.10.1839 †04.11.1923), Tochter des Schäfers auf Hof Mechow, Johann Friedrich Hagen. Sein Sohn und Nachfolger Rudolf Adolf Johann Christian, der 1911 sein Erbe antrat, starb bereits 1918. Seine Witwe heiratete 1918 Wilhelm OLLROGGE (*05.11.1886) aus Schlagbrügge II, der die Stelle als Jahrenwohner annahm. Als seine Frau bereits 1923 stirbt, heiratet Ollrogge ein zweites Mal und wird Pächter der Stelle. Er ist noch auf der Stelle, als bei dem durch Fliegerbomben verursachten großen Brand in der Nacht vom 2. auf den 4. April 1942 sechs reetgedeckte Gebäude in Zitehen dem Feuer zum Opfer fielen: die alte Ziethener Schule, Wohn- und Stallgebäude der Familie Ollrogge, Scheune und das Viehhaus der Familie Gülzow und Georg Wietfelds Scheune. „Bei Ollrogge ist sehr viel Vieh verbrannt. Ich kann mich noch entsinnen, dass noch Wochen später die Kühe alle tot an den Ketten lagen. Es dauerte noch Wochen, bis sie entsorgt wurden, es begann wärmer zu werden und entsprechend entfaltete sich der Geruch im ganzen Dorf. Auch hatte Ollrogge lange ein Pferd, das blind war, es war ins Feuer gelaufen und hatte dadurch sein Augenlicht verloren“, erinnert sich die Augenzeugin Waltraud Dittmann geb. Stiehr. Anerbe Rudolf Johannes Fritz Heinrich Hauschild (*18.05.1918), der sich am 20.08.1946 mit Erika Nicolai aus Kamke/Kreis Posen (Provinz Posen) verheiratet. Aus der Ehe stammen die Söhne Claus (*12.09.1945), Hubertus (*03.01.1948) und Dietrich (*31.01.1949). Letzterer lebt 2011 in der Dorfstraße 26 in Ziethen.




Ziethen Hof Nr. II

Vollhufenstelle, um 1925 ca. 59 ha


Vom 16. Jahrhundert bis zur Regulierung war dies eine 1 ½ Hufenstelle. Danach war sie Vollhufe. Das im niedersächsischen Stil erbaute Bauernhaus mit Strohdach von 1860 war Mitte der 1950er Jahre das am besten erhaltene in Ziethen.


Die Besitzfolge lässt sich seit dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts geben. Als erster lässt sich Peter PARPERS namhaft machen, der zwischen 1534 und 1571 wirtschaftete . 1598 ist dann ein Hans HAGEN auf der Stelle. Dann folgen ab 1605 die MURJAHN oder MORIAN, wie sie sich anfangs schrieben. Der Name begegnet zuerst 1566 mit dem Schneider Tonnies Morian in Schlagbrügge. In Ziethen werden als erste im Türkensteuerregister von 1598 Simon Morian als Hufner (bis 1626) und Henrich Morian als Kätner (bis 1626) genannt. 1605 bis 1626 folgt mit Luloff Morian ein weiterer Angehöriger auf einer 1 ½ Hufenstelle. Diesen vorgenannten Personen sind als Kinder vmtl. der Schulze und Hauswirt Heinrich Morian auf der Stelle Schlagbrügge II (1624/1651) und Telsche Morian zuzurechnen, die als Hexe angeklagt, 1667 zuerst erwürgt und dann verbrannt wurde.


Wer der Vater von Pasche Morian d. Ä. gewesen ist, der zwischen 1650 und um 1675 wirtschaftete, lässt sich nicht sagen.1650 steuerte er für 4 Pferde, 2 Ochsen und 2 Kühe . Das „Inventar der Ratzeburger Kapitelsgüter“ führt ihn 1656 als Kätner. „hat Acker zu Scheffel sath Acker“. Darüber hinaus ist die 8. wüst liegende Hufe „an Pasche Moriannen verheuret“.Aus der Katenstelle und der wüsten Hufenstelle ist dann vermutlich die Hauswirtsstelle geschaffen worden, auf der die Familie Murjahn bis heute wirtschaftet. 1664/1665 gibt er für 2 Personen, 6 Pferde, 13 Ochsen und 2 Schweine 6 Gulden 2ß Kontribution . Pasches Sohn Pasche d. J. (*1618/1619 20.04.1707) heiratete vor 1680 eine Frau mit Namen Dorothea (*1639 09.02.1719). 1685 sollte Pasche d. J. zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 8 Rtlr 8ß beisteuern, blieb davon aber 1 Rtlr 40ß schuldig. 1700 bewirtschaftet er 1 ½ Hufen, die mit 120 Rtlrn bewertet werden. Weiter heißt es „kan darbey säen 1 Drömbt 6 Scheffel Rocken, 1 Drömbt 4 Scheffel Gersten, 2Scheffel Erbsen, 1 Drömbt 8 Scheffel Habern“. Auf der Stelle sind er, seine Frau, der 2ojährige Sohn, 1 Junge und 1 Dienstdirn. 1702 gab er 1 Rtlr 7ß 3d Pacht auf Michaelis, 2 Rtlr 24ß Monatsgeld jährlich sowie 1 Rauch- und Pachthuhn. Zum Hof Mechow diente er wöchentlich zwei Tage mit dem Spann und einen Tag mit der Hand . Pasches Nachfolger ist sein Sohn Martin (*1680 †05.12.1752), der vor 1703 Catharina Grape (Gräper) (†24.02.1751), Tochter des Hinrich Grape aus Breitenfelde geheiratet hatte. Seine Schwester hatte den Wandtmacher und Bürger Hinrich Kahl in Gadebusch geheiratet. Martin Murjahn war 1751 auch Kirchenjurat. Er hatte neun Kinder. Erbe wurde sein jüngster und einzig überlebender Sohn Franz Jochim (24.05.1721 07.12.1799), der sich am 28.10.1751 mit Ann Ilsabe Haffmann (*1734 †19.02.1801) vermählte. Aus der Ehe stammen drei Söhne und sechs Töchter. Erbe wurde der zweite Sohn Jürgen Andreas (*21.01.1769 †27.04.1808). Er heiratete am 18.10.1793 in Sterley Anne Marie Dorothea Groot (*30.08.1771), Tochter des Hufners Hans Hinrich Groot in Salem II (Kogelscher Untertan). Sie heiratete am 21.05.1808 in zweiter Ehe Johann Joachim Christoph ?KLODT, der die Stelle als Jahrenwohner annahm. Johann Heinrich (27.07.1794 †24.10.1840) folgte und heiratete am 26.04.1823 Katharina Sophie Johanne Schlatow (*02.01.1800 †27.02.1836), Tochter des Schulzen Heinrich Schlatow in Mechow Hof I. Der Witwer vermählte sich am 28.10.1836 in zweiter Ehe mit Anna Marie Luise Witt (*09.03.1806 †18.06.?1885), Tochter des Schustermeisters Peter Martin Witt in Sterley. Sie hatte bis zu ihrer Hochzeit auf dem Hof Groß Zecher gedient und verheiratete sich nach dem Tode ihres Mannes am 18.01.1842 mit Johann Christoph Heinrich LANGHANS (*26.04.1807 †Harmsdorf 27.05.1885), Sohn des Hauswirts Hans Jochen Langhans in Hollenbek Hof II wieder, der die Murjahnsche Stelle zum Besten der Erben als Jahrenwohner annahm. Der Anerbe Johann Heinrich Christian Murjahn (*10.01.1826 †19.09.1891) heiratete zweimal: zuerst am 10.03.1854 in St. Georgsberg mit Christiane Maria Margareth Vokuhl (*01.10.1829 †28.08.1865) aus Lankau und danach - ebenfalls in St. Georgsberg – am 16.11.1866 mit Katharina Dorothea Elisabeth Vokuhl (*12.03.1842 †12.09.1931), Tochter des Hans Hinrich Vohkuhl in Lankau. 1893 kaufte sie die Stelle Ziethen VII, um das für ihre Kinder dort eingetragene Geld nicht zu verlieren. Sie übertrug diese Stelle ihrem Sohn Karl. Auf Stelle II folgte der Sohn Johann Heinrich Christian (*06.05.1863 †06.11.1931), der sich am 20.06.1895 mit Anna Marie Elisabeth Harten (*27.10.1875) aus Mechow verheiratete. Es folgt Hans Hinrich Karl (*11.0.11901). Dessen Frau wurde am 18.05.1923 Katharina Elisabeth Götzen (*04.09.1898) Die beiden Söhne Hans Hermann und Heinz Wilhelm fielen 1944 an der Ostfront. Die Tochter Käthe Marie Elisabeth (*26.06.1924) verheiratete sich am 25.10.1946 mit dem Müllermeister Bernhard Friedrich August JABS *18.02.1913). Aus der Ehe stammt der Sohn Hans (*21.07.1947).




Ziethen Hof Nr. III

Vollhufenstelle, um 1925 ca. 58 ha


Diese Stelle wurde zuerst als Halbhufe gerechnet. Als solche ist sie schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts bezeugt. Später ist sie dann eine der drei Vollhufenstelle in Ziethen.


Als Besitzer wird zuerst 1525/(1534( Hinrich SCHICHTE genannt, 1539 seine Witwe, die „Schichtesche“. Danach hat Tymmeke LAURENZ zwischen 1553 und 1552 die Stelle. Ihm folgt 1562/1571 Hans PULS. Dann kommen 1598/16111 Henning und 1616/1626 Pasche BASEDOW. Dann tritt nach dem Dreißigjährigen Krieg Kontinuität in den Besitzverhältnissen ein, als die BLÜCHER auf die Stelle kommen. Als erster wirtschaftet Vieth (David) Blücher. Das Viehschatzregister von 1650 nennt ihn erstmals mit der Abgabe von 23 Mk 3ß für 4 Personen, 5 Pferde, 6 Ochsen, 7 Kühe, 4 Schafe, 1 Schwein und 2 Bienenstöcken. Im Inventar der Ratzeburger Kapitelsgüter von 1656 steht er mit einer ¾ Hufenstelle verzeichnet. Zuletzt genannt ist Vieth im Kontributionsregister von 1672. Sein Sohn Hanß (03.04.1716), der vor 1686 eine Catharina Elisabeth (29.09.1725) geheiratet hatte, soll 1685 zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 4 Rtlr 24 Kontribution geben. Zahlen kann er nur 3 Rtlr. Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 umfasst seine Stelle eine halbe Hufe. „Kan darbey säen 1 Drömbt Rocken, 8 Scheffel Gersten, 1 Drömbt Habern“, heißt es. Auf der Stelle sind er, seine Frau, eine Sohn von 12 Jahren, vier Töchter von 14, 7, 4 und 1 Jahr sowie ein Knecht. 1702 gibt der Schulze Hans Blücher für seine halbe Hufe 1 Rtlr 4ß Geldpacht auf Michaelis, 1 Rtlr Monatsgeld jährlich und 1 Rauch- und Pachthuhn. Zum Hof Mechow dient er wöchentlich 1 Tag mit dem Spann und 2 Tage mit der Hand Mit dem Kleinkossaten Johann Burmeister hat er sich die wüste Hufenstelle des Wessel Falckenberg geteilt. Der Anerbe Hans (*1688 15.09.1741) heiratet in erster Ehe eine Gertrud (16.03.1729). Den Namen seiner zweiten Frau kennen wir nicht. 1741 folgt Hans Hinrich Blücher (29.06.1703 †28.04.1749). Er war zunächst Weber in Hollenbek im Kirchspiel Sterley gewesen und hatte Anna Catharina Buck (02.05.1760) geheiratet. Als er bereits 1749 stirbt, heiratet die Witwe am 09.04.1750 Hartwig Gust SCHAPER (14.05.1722 08.04.1795), Sohn des Jürgen Schaper (Büdnerei Nr. 1). Schaper vermählt sich noch zwei weitere Male: am 11.04.1761 mit Thrien Lise Eggert (†10.05.1778) und am 15.10.1779 mit Anna Elsabe Jenkel (01.08.1735 20.05.1797), der Witwe des Hartwig Planthafer. Der Anerbe Jochim Friedrich Blücher (*Hollenbek 05.03.1739 26.01.1804) heiratet am 30.10.1772 Trien Liese Wietfeld (24.08.1747 †17.05.1809 aus Stelle VI. Die Anerbin Anna Dorothea Blücher (07.07.1782 als Dorothea †03.05.1841) heiratet am 09.11.1804 Franz Jürgen LANGE (16.12.1771 †19.09.1842), Sohn des Hauswirts Johann Heinrich Lange und der Trien Marie Blücher in Mechow. Von seinen Söhnen kam Johann Heinrich Christian auf die Stelle Ziethen VII, während der älteste Sohn Johann Heinrich Joachim (*30.06.1815 †10.11.1865) dem Vater als Vollhufner nachfolgte. Er hatte in erster Ehe am 06.05.1839 in Sterley Marie Dorothe Luise (Sophia) Groth (*15.04.1818 †27.08.1847), Tochter des Hufners Johann Jacob Grote in Salem II (Kogelscher Untertan), geheiratet und nach ihrem Tod in zweiter Ehe am 12.03.1848 Anna Maria Dorothea Rehbein (*25.01.1829 †11.11.1891), Tochter des Hufners und Kapellenjuraten Franz Rehbein in Schmilau. Nachfolger wird der älteste Sohn Johann Joachim Heinrich (*23.06.1842 †Schönberg 04.03.1918), der am 27.05.1859 in St. Georgsberg Christina Maria Katharina Wenk (*29.01.1844 †23.01.1911), Tochter des Hans Heinrich Christof Wenk aus Groß Disnack, heiratet. Sein Bruder, der Bauunternehmer Johann Joachim Heinrich Lange (*17.03.1844), heiratete am 09.10.1877 Anna Maria Sophia Witt (*21.03.1857), Tochter des Kätners Johann Joachim Christian Witt. Der Vollhüfner Lange verkaufte seine Stelle 1898 an Johann Heinrich Karl JENKEL (*05.11.1868), Sohn des Großkätners Heinrich Christian Ludwig Jenkel (Hof IV). Jenkel hatte in erster Ehe eine namentlich nicht bekannte Frau geheiratet. Seine zweite Frau wurde am 29.05.1906 Ida Ella Lucie Voß (*01.10.1882) aus Klein Thurow. 1901 brannte das alte, strohgedeckte Bauernhaus durch Blitzschlag ab. Im Kirchenrechnungsbuch gibt darüber der Pastor Rußwurm folgende Darstellung : „1901, am Morgen des Trinitatisfestes, den 2. Juni, 4 Uhr, wurde bei ungewöhnlich strengem Gewitter das Haus des Vollhüfners Heinrich Jenkel vom Blitz entzündet und brannte nieder. Die kranke Frau wurde aus dem Haus getragen. Vier schöne Pferde, ein Bulle und vier Kälber verbrannten, auch die Hühner. Unsere neue Spritze wurde sogleich ausprobiert. Doch war kaum etwas weiter zu tun, als ein wenig den Kathen und den Schweinestall zu schützen und dann die Flammen der trümmer zu löschen. Durch Gottes Gnade wurde größeres Unheil verhütet. Durch unmittelbar vorhergehenden starken Regen waren die Strohdächer des Kathens und der Pfarrscheune so durchnässt, dass das Flugfeuer keinen Schaden anrichten konnte, sonst wären unfehlbar die Wirtschaftsgebäude der Pfarre, wohl auch Wietfelds Kathen und Haus, Küsterei und Hauschilds Kathen in Flammen aufgegangen. Der Pfarrhof und Garten waren schwarz überall übersät mit Aschenresten von Reth und Stroh. Im Anfang hatte ich große Sorge wegen meiner Gebäude“. Die Tochter und Anerbin Hermine Marie Helene Jenkel (*22.09.1904) heiratete am 26.10.1928 Franz Ernst Fritz WARNCKE (*01.07.1905) aus Mustin Hof XVI. Der Anerbe Ernst Hans Heinrich (*14.12.1930) vermählte sich am 24.04.1954 mit Ilse Müller (*25.12.1931). Aus dieser Ehe stammen die Töchter Gudrun (*10.04.1953), Margrete (*12.06.1954) und Bärbel (*23.05.1957).









Ziethen Hof Nr. IV

Großkatenstelle, um 1925 ca. 49 ha


Dies war von Anfang an eine Großkatenstelle. Sie ist eine der ältesten in Ziethen und lässt sich bis ans Ende des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Wann sie und Stelle V vereinigt wurden, bedarf noch der Klärung.


Ältester Besitzer war der 1598/1605 genannte Kätner WILKEN. Sein Nachfolger ist 1611 Hinrich JENKEL, der Stammvater der Ziethener Familie Jenkel. Das Kirchenrechnungsbuch nennt ihn 1608 bis 1625 und 1641, die Türkensteuerrregister bis 1626. Sein Verhältnis zu dem 1602 bis 1608 in den Kirchenrechnungen genannten Wandtmacher Hans Christopher Jenkel ist unklar. Vielleicht war dieser Hinrichs Vater. Zwischen 1642 und 1677 ist Hinrichs Sohn und Nachfolger Jochim in den Kirchenrechnungen genannt. 1650 gibt er 14 Mk 8ß für 2 Personen, 3 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe, 1 Schwein und 8 Bienenstöcke den dritthöchsten Viehschatz. 1656 ist er aber weiter nur unter den Kätnern aufgeführt. „Muß seinen Acker heuren“, heißt es von ihm. Zusammen mit Stoffer Grimm hat er die wüste 11. Hufenstelle geheuert. 1664/1665 zahlt er für 2 Personen, 6 Pferde, 8 Ochsen, 4 Kühe, 6 Schweine, 4 Schafe 6 Gulden 6 Schillinge Kontribution. Ab 1678 wird Jochims Sohn Hinrich (28.12.1719) genannt. Seine Frau heißt Anna (25.02.1708). Sein Bruder Hans hatte 1679 in Ratzeburg die Schäfertochter Gret Harnack geheiratet. 1685 kann Hinrich von der von ihm geforderten Kontribution von 5 Rtlrn 4ß zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen nur 4 Rtlr zahlen. Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 bewirtschaftet er seien Katenstelle (Achtelhufe) und eine wüste Hufe, deren Wert zusammen mit 90 Mk angegeben werden. Weiter heißt es: „kan darbey säen 1 Drömbt 4 Scheffel Rocken, 1 Drömbt Gersten, 1 Scheffel Erbsen, 1 Drömbt Haber“. Auf der Stelle sind er, seine Frau, sein 26jähriger Sohn und eine Magd. 1702 gibt Hinrich Jenkel von seinem Katen 4ß und „vor die 2. wüste Städte“ 1 Rtlr 7ß Geldpacht auf Michaelis, dazu 1 Rtlr 16ß Monatsgeld jährlich und 7 Pachthühner. Zum Hof Mechow dient er wöchentlich 3 Tage mit der Hand.Hinrich Jenkel stirbt 1719 als „alter frommer Mann“. Sein Nachfolger auf der Großkatenstelle wird sein ältester Sohn Jochim (*1674 20.12.1751), der am 18.10.1700 in Grönau Catharina Elisabeth Clasen (†15.04.1751) heiratet. Jochims Bruder Ties (†19.10.1747) ist Weber und Kleinkätner in Ziethen. 1716 ist Jochim Jenkel Kirchenjurat. Er bekleidet dieses Ehrenamt bis zu seinem Tode. Aus seiner Ehe stammen fünf Söhne. Erbe wird der älteste Sohn Jochim Hinrich (12.03.1703 †16.12.1761), der 1752 zum Kirchenjuraten erwählt wird. Am 21.10.1734 heiratet er in erster Ehe Anna Maria Steffens (†24.12.1751) aus Buchholz. Am 26.07.1752 wird Margarethe Catharine Zander (01.02.1710), Tochter von Franz Evert Zander in Schlagsdorf und Witwe des Postreiters Hans Bartholomäus Hauschild, seine zweite Frau. Auch Jochim Hinrich hat fünf Kinder (zwei Söhne und drei Töchter). Sein Anerbe Christoph Hinrich (06.03.1741 21.03.1805) verheiratet sich ebenfalls zweimal: zuerst am 31.10.1766 mit Thrien (Anna) Marie Hart (*07.03.1748 02.05.1784) und danach am 22.10.1784 mit Marie Elisabeth Hauschild (*25.12.1734 †19.11.1838), Tochter des Hans Bartholomäus Hauschild. Aus beiden Ehen entsprangen 17 (!!) Kinder. Auch Christoph Hinrich ist Kirchenjurat, ebenso sein ältester Sohn Johann Heinrich (*15.03.1770 †07.01.1833), der sich am 31.10.1800 mit Anna Catharine Hauschild (*17.03.1782 †16.09.1845) aus der Hofstelle I verheiratet. Sein ältester Sohn Jürgen Hinrich Jacob Jenkel (13.05.1801 †04.01.1854) folgt und heiratet in Mustin am 06.11.1828 Anna Maria Dorothea Klenow (*09.02.1808 †02.12.1878), Tochter des Kätners Johann Ludwig Christoph Klenow in Mustin Katen Nr. 5. Nachfolger wird der älteste Sohn Heinrich Christian Ludwig (*09.08.1829 †03.02.1898). Auch er ist Kirchenjurat. Er heiratet am 09.06.1859 in Mustin Katharina Maria Elisabeth Pantelmann (*Groß Berkenthin 22.12.1839 †05.11.1914), Tochter des Viertelhufners Johann Hinrich Pantelmann in Mustin (Hof V). Der Sohn Johann Heinrich Karl wird 1898 Vollbauer auf Stelle III. Auf der Großkatenstelle folgt dessen Bruder Johann (Johannes) Heinrich Friedrich Moritz (*01.12.1861). Er wirtschaftet bis 1920 und ist auch Kirchenjurat. Am 14.02.1890 heiratete er in Breitenfelde Katharina Maria Elisabeth Brand (*10.06.1865). Dann folgt Hans Johannes Heinrich (*26.09.1893 †Lübeck 07.03.1975), der sich am 12.03.1920 mit Paula Helene Marie Brackmann (*08.09.1892) verheiratet. Er erwirbt 1930 auch die Katenstelle IX und besitzt damit drei Stellen (IV/V und IX). 1949 brannte durch Blitzschlag der an der Dorfstraße stehende alte Katen, der zur Scheune umgebaut war und 1951 brannte auf demselben Grundstück auch der Viehstall ab. Die Tochter Anneliese (*26.09.1924) heiratete am 20.09.1949 Karl-Heinz LORENZ (*21.11.1925). Das Paar hat zwei Söhne: Uwe (*16.08.1950) und Peter (*22.10.1953). Anneliese Jenkel erhielt als Aussteuer zu ihrer Hochzeit das von ihrem Großvater Johannes auf der Stelle, an der der ehemalige Wittsche Katen stand, erbaute Altenteilerhaus. 1956 verkaufte Johann Heinrich Jenkel seine Stelle an Wolfgang Alfred Alexander SCHUBERT (*19.04.1912) und zog nach Lübeck. Schubert hatte 1947 Hildegard Schulze-Stentrop (*22.10.1922 †05.11.1954) geheiratet. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Heinrich (*27.02.1949) und Ulrich (*09.06.1950).




Ziethen Hof Nr. V

Großkatenstelle





Ziethen Hof Nr. VI

Großkaten-/Halbhufenstelle, um 1925 ca. 21 ha


Dies war zweifellos eine der seit 1598 in Ziethen bezeugten Katenstellen. Die Besitzverhältnisse lassen sich aber erst seit Ende des 17. jahrhunderts geben. 1682/1690 saß hier vmtl. Hinrich HUND. Er ist zuerst 1682 bei der Umlage für die Ziethener Kirchenglocke genannt. 1685 sollte er zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 1 Rtlr 40ß zahlen, blieb aber 28ß schuldig. Dann kamen vmtl. Die WIETFELD (WIDEFELD) in den Besitz. Der erste Namensträger starb offenbar schon bald, denn bei der Spezifikation der Höfe von 1700 hat der Weber Franz REHER (28.12.1732) die Stelle, wohl als Jahrenwohner. Er ist in erster Ehe mit der Witwe Cathrin Widefeld (†1717/1718) verheiratet. In zweiter Ehe heiratet er am 13.10.1718 Gertrud Ilske (Elsche) Steffens (23.09.1685), Tochter des Bauernvogts Carsten Steffens aus Groß Sarau. 1700 kann er auf seiner Achtelhufe 2 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Gerste und 2 Scheffel Hafer säen. 1702 gibt er 4ß Geldpacht auf Michaelis, 16ß Monatsgeld jährlich und 7 Pachthühner. Dem Hof Mechow dient er wöchentlich zwei Tage mit der Hand.

Reyers Stiefsohn Hans Hinrich Wietfeldt (†26.02.1750) heiratet 1708 in Lüneburg in erster Ehe Maria Anna Pagels (Pagelsen, 11.07.1717) aus Dahlenburg. Am 19.10.1719 wird Gret Elsche Riecketitje, Tochter von Hinrich Rieketitje, seine zweite Frau. Wietfeld ist 1708 Weberjunge, 1717 Weber. Sein Sohn Hinrich Matthias (08.06.1720 24.10.1795) ist ebenfalls Weber. Er vermählt sich am 03.11.1746 mit Susanna Greth Timm (*09.02.1721 16.03.1789). Auch der Anerbe Johann Jacob (29.12.1753 22.10.1804) übt das Weberhandwerk aus. Er heiratet zweimal: zuerst am 16.10.1778 Marie Elisabeth Freitag und danach am 16.01.1801 Catharina Sophie Wulf. Sie verheiratet sich als Witwe am 16.02.1805 mit Franz Heinrich STOß aus Behlendorf wieder, der die Stelle als Jahrenwohner annimmt, bis der Anerbe Gottlob Hinrich Christian Wietfeld (*26.06.1803 †Mustin 02.07.1864 bei seinem Schwiegersohn Debus) sie antreten kann. Er heiratet am 07.05.1824 in Mustin Anna Catharina Marie Rath (*14.07.1802 †30.08.1858), Tochter des Tagelöhners Johann Heinrich Rath in Kittlitz. Dann kommt Johann Heinrich Conrad (*28.09.1839 †12.07.1912). Der freit am 09.04.1872 Johanna Maria Elisabeth Karsten (*31.12.1853 †30.07.1900), Tochter des Tagelöhners Johann Jochen Karsten auf der Bäk. Auf Wietfelds Stelle ereignete sich am 06.07.1883 ein schweres Brandunglück, dem Wietfelds Stelle, die Hofstellen VII und VIII sowie der Stall des Schmiedes Siemers und der Katen von Heinrich Lange zum Opfer fielen. Das Kirchenrechnungsbuch berichtet darüber :

Vormittags 11 Uhr ging im Hause des Großkäthners J. Wietfeld Feuer auf, das sehr schnell auch die Gehöfte des Großkäthners H. Lange (Hörn- oder Eck-Lange) und des Kirchenjuraten Hagen ergriff und in Asche legte; auch der Stall des Schmiedes Siemers und der Katen von H. Lange, von dem Arbeitsmann Kähler sen. Und dem Maurer Kähler jun. Bewohnt, brannten mit ab. Hagens Koppel, mit Roggen bestanden, war kurze Zeit ein Feuermeer. Durch baldiges Eingreifen der Ratzeburger und vieler anderer Spritzen wurde unter Gottes gnädigem Beistand dem Weiterumsichgreifen des furchbaren Elements gewehrt. Die Häuser sind aus der Asche erstanden, aber die schönen Strohdächer sind verschwunden, durch Papp- und Schieferdächer ersetzt. Es sind moderne Prachtbauten, aber die alte Behaglichkeit und Gemütlichkeit fehlt ihnen“.


1913/1938 ist Georg Wietfeld (*26.10.1897) auf der Stelle. Er heiratet Berta Katharina Luise Kahns (*13.01.1899), Tochter von Johann Joachim Hermann Kahns aus Kuhlrade Hof II. Aus der Ehe stammen die Söhne Georg (*05.05.1925) und Hans (*12.03.1928).




Ziethen Hof Nr. VII

Großkaten-/Halbhufenstelle, um 1925 ca. 23 ha


Die Besitzfolge kann einstweilen nur bis Mitte des 19. Jahrhunderts gegeben werden. Sie gehörte damals Johann Heinrich Christian LANGE (*31.08.1817 †27.07.1890), Sohn des Vollhufners Franz Jürgen Lange auf Stelle III. Am 29.05.1846 hatte er Marie Catharine Elisabeth Murjahn (*31.08.1827 †17.12.1900), Tochter von Johann Heinrich Murjahn auf Stelle II, geheiratet. Am 06.07.1883 brannte seine Stelle durch das auf der Wietfeldschen Stelle VI entstandene Feuer bis auf die Grundmauern ab. Der Sohn Johann Joachim Heinrich (*10.06.1847 †25.02.1903) heiratete am 03.12.1875 Johanna Maria Elisabeth Krützmann (*12.10.1848 †20.09.1909), Tochter des Johann Heinrich Krützmann von Stelle X. Lange wurde wegen der Lage seines Hofes auch „Hörn- oder Eck-Lange“ genannt. Im Frühjahr 1893 kaufte die Witwe Catharina MURJAHN geb. Vokuhl (Hof II) die Stelle, da sie das für ihre Kinder in die Stelle eingetragene Geld nicht verlieren wollte. Sie übertrug den Hof an ihren Sohn Johann Heinrich Karl (*26.10.1867 †13.01.1955), der sich am 21.03.1899 mit Wilhelmine Marie Lisette Meins (*17.02.1877) aus Hollenbeck/Stecknitz verheiratete. Der Anerbe Karl Johann Heinrich Ernst (*28.01.1908 ††23.08.1944) fiel im Zweiten Weltkrieg in Polen. Er hatte am 26.10.1934 in Schlagsdorf Frieda Clasen (*08.11.1905) aus Lankow geheiratet. Aus dieser Ehe stammen der Sohn Karl Heinz Helmut (*11.10.1941) und die Tochter Irmtraut Minna Margarete Dorothea (*29.03.1937).



Ziethen Hof Nr. VIII

Großkaten-/Halbhufenstelle, um 1925 ca. 24 ha


Die Besitzfolge lässt sich bis Mitte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen. Damals war die Stelle im Besitz der MORIAN (MURJAHN). 1664/1672 hat sie Clauß Morian, danach 1682/1690 Andreas Morian. Er soll 1685 zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 4 Rtlr geben, zahlt aber nur 2 Rtlr 32ß und muss 1 Rtlr 12ß schuldig bleiben. Auch 1689/1690 kann er von der von ihm geforderten Kontribution von 3 Rtlrn 14ß nur 2 Rtlr zahlen. Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 ist Hinrich HAUSCHILD (*um 1665/1670 29.12.1732) im Besitz der Stelle, deren Umfang mit 1 1/8 Hufen angegeben wird. Er kann 10 Scheffel Roggen, 8 Scheffel Gerste und 1 Drömbt 2 Scheffel Hafer säen. Auf der Stelle sind er, seine Frau sowie vier Söhne im Alter von 5, 4, 4 und 1 Jahr. 1702 bewirtschaftet er einen Katenstelle, für die er 4ß Geldpacht auf Michaelis gibt und die „4. wüste Städte“, für die er weitere 37ß 6d Geldpacht zahlt. Weiter gibt er 32ß Monatsgeld jährlich und 7 Pachthühner. Dem Hof Mechow dient er drei Tage wöchentlich mit der Hand. Sein Anerbe Hans Christoph (*1695 †19.01.1781) heiratet am 04.11.1727 Sophia Margaretha Wolter (*1709 †04.07.1767), Tochter des Schafmeisters Joachim Wolter in Wietingsbek. Dann folgt Martin Christopher (18.07.1730 †18.08.1806). Er vermählt sich am 20.10.1758 mit Trien Gret Jürß (* 1737 Sterley †23.11.1813), Tochter des Schäfers Caspar Jürß in Wietingsbek. Der Nachfolger Franz Jürgen Christoph Hauschild (*28.09.1759 †12.06.1836) bleibt ledig. Er verkauft 1835 an Johann Friedrich HAGEN (*24.09.1790 †05.12.1877), Sohn des Schäfers Joachim Heinrich Hagen (*1751 †03.12.1833) in Mechow. Auch Johann Friedrich Hagen war zunächst Schäfer in Mechow, ehe er die Großkatenstelle in Ziethen erwarb. Am 13.06.1834 hatte er Anna Elisabeth Dorothea Krützmann (*17.08.1814 †17.06.1883), Tochter von Johann Heinrich Krützmann auf Stelle X, geheiratet. Der Sohn Johann Jochen Friedrich (*12.04.1836 †14.06.1891) war noch in Mechow geboren. Er war Kirchenjurat und heiratete am 27.05.1859 Katharine Marie Magdalene Henriette Hauschild (*09.09.1834 †19.06.1871), Tochter des Schulzen Johann Heinrich Joachim Hauschild auf Stelle I. Am 06.07.1883 wurde auch Hagens Stelle von dem bei Johann Wietfeld (Hof VI) ausgebrochenen Feuer erfasst und brannte vollständig nieder. Es folgte der Anerbe Johann Wilhelm Friedrich Hagen (*05.02.1869 †21.04.1956), der sich am 20.11.1896 mit Karoline Maria Emma Friederike Schäper (*09.03.1877) verheiratete. Sein Sohn Karl Friedrich Wilhelm (*15.03.1905) heiratete am 11.11.1935 Henni Katharina Voß (*27.08.1909) aus Oldenburg in Holstein. Aus dieser Ehe stammen der Sohn Adolph Friedrich (*06.04.1936) und die Tochter Anke (*29.01.1941).










Ziethen Hof Nr. IX

Großkatenstelle, um 1925 ca. 20 ha



Dies war allem Anschein nach die alte RIECKETIET-Stelle, die bis Ende des 17. Jahrhunderts 1 ½ bzw. 2 Hufen umfasste. Bereits 1477/1490 wird der 1 ½ Hufner Rike Tytke als Nachfolger des 1444/1465 bezeugten Jenderik genannt, der seinem Namen nach ein Abkömmling der alten polabischen Bevölkerung war. Tias (Matthias) Ricketitke ist 1 ½ Hufner zwischen 1525 und 1537. Ihm folgt 1539/1571 ein weiterer Tyeß. Er wird 1539 als „der junge Ricketitcke“ bezeichnet, ein Hinweis, dass er wohl erst kurz auf der Stelle war. Auch 1598/1618 heißt der Stelleninhaber Tieß (†1618). Er ist zugleich Krüger. Als 1598 das Ziethener Kirchspiel gegründet wird, ist er einer der ersten drei Kirchenjuraten, ein Amt, das er bis zu seinem Tode bekleidete. Verheiratet war er vermutlich mit einer Tochter des Doppelhufners Detleff Steffens. Dies lässt sich daraus schließen, dass er seinen zweiten Sohn Blasius nannte, ein seltener Name, den Detleff Steffens Sohn und Nachfolger ebenfalls trug. Blasius Ricketitcke (†01.05.1638) war von 1618 bis 1638 Kirchenjurat: „Erwehlet und beeidiget Die Philippi und Jacobi“. Die Kirchenrechnungen nennen ihn zwischen 1603 und 1624. Ob er Hauswirt war, scheint unwahrscheinlich, da er in keiner der amtlichen Listen genannt ist. Es folgt 1621/1626 ganz offensichtlich wieder ein Ties und nach ihm bis 1665 ein weiterer Ricketiedicke. Er ist zugleich Krüger. 1650 gibt er den Viehschatz in Höhe von 26 Mk 5ß für 5 Personen, 6 Pferde, 7 Ochsen, 7 Kühe, 8 Schafe, 1 Schwein und 3 Bienenstöcke. Das Inventar der Ratzeburger Kapitelsgüter verzeichnet ihn 1656 mit 2 Hufen. Er hat ein „Haus von 7 gebindten, ist etwas verwichen und guten Theils fehlen lohst (?), ein fertiges Backhaus von 4 gebindt. Acker: hat 2 Hufen landes, kann darin gesehet werden 1 ½ Drömbt rocken, 1 Drömbt gersten, 2 Scheffel Erbsen, 10 Scheffel habern, 2 Scheffel Buchweizen. Vieh: 8 Pferde, 6 Ochsen, 3 Kühe, 12 Schweine,10 Schafe. Pacht: 3 fl 17ß und ein rauch Huhn“. Dann scheint ihn das Glück verlassen zu haben, denn das Kontributionsregister von 1664/1665 verzeichnet: „Ties Riketitke wüste“. Vermutlich war seine Stelle abgebrannt, denn 1671/1672 ist er wieder genannt. Die Stelle scheint in der Folge verkleinert als Hufenstelle. Von seinen (?) Söhnen geht Johann Riecketiet (*um 1635 02.10.1689) nach Ratzeburg wo er am 09.11.1663 das Bürgerrecht erwirbt. Er heiratet am 03.11.1663 die Bäckerstochter Margaretha Severin und wird als Brauer und Ratsherr ein vermögender Mann, bis die Zerstörung Ratzeburgs durch die Dänen im Jahre 1693 die Familie ruiniert. Hinrich Riketitje (05.02.1725) ist Hufner in Ziethen ab 1672. Seine Frau heißt Elsabe (12.04.1725). 1685 soll er zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 3 Rtlr 18ß geben, bleibt aber 1 Rtlr 18ß schuldig. Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 beträgt der Wert seiner Hufe 80 Rtlr. Er kann 1 Drömbt 6 Scheffel Roggen, 1 Drömbt 4 Scheffel Gerste, 2 Scheffel Erbsen und 1 Drömbt 8 Scheffel Hafer säen. Auf der Stelle sind er, seine Frau, zwei Söhne im Alter von 7 und 5 Jahren, drei Töchter von 12, 9 und 2 Jahren sowie ein Knecht, 1 Dienstjunge und 1 Magd. 1702 gibt seine Hufenstelle 1 Rtlr 41ß Geldpacht auf Michaelis, 2 Rtlr 16ß Monatsgeld jährlich sowie 1 Rauchhuhn. Zum Hof Mechow dient er wöchentlich 2 Tage mit dem Spann und 1 Tag mit der Hand. Der Nachfolger heißt Franz Hinrich Rieketitje (*1695 †09.02.1755). Er verheiratet sich am 04,11,1723 mit Margarethe Sophia Puls (18.10.1702 †18.01.1773), Tochter des Hufners Hinrich Puls in Kittlitz Hof I. Es folgt Hans Ernst Riecketiet (*27.12.1728 02.07.1795). Er heiratet am 31.10.1754 in erster Ehe Ann Margarethe Wellner (09.02.1730 †26.11.1773), Tochter des Hans Stoffer Wellner in Schlagsdorf Hof II und in zweiter Ehe am 28.10.1774 Trien Elsch Faukuhl aus Schmilau. Anerbe ist Jochim Niclas Retiet (30.10.1775 †20.07.1836), der sich am 20.11.1807 mit Margarethe Elisabeth Thorn (*1765 †17.01.1817) aus Berkenthin vermählt. Durch seine Heirat mit der Anerbin Anne Katharine Elisabeth Retiet (*24.05.1810 †04.04.1879) am 22.05.1828 kommt Joachim LANGE (17.02.1800 †05.12.1860), Sohn des Hauswirts Hans Heinrich Lange in Thandorf (Hof X), auf die Stelle. Er war bis zu seiner Heirat Kutscher auf dem Hof Mechow. Sein Sohn Franz Heinrich Johann (*04.05.1830 16.06.1896) heiratet 1863 in St. Georgsberg Maria Margaretha Elisabeth Rohweder (*10.01.1840), Tochter des ¾ Hufners Johann Heinrich Rohweder in Buchholz. Aufgrund der Lage seiner Stelle wird Lange „Twieten-Lange“ bzw. „Chaussee-Lange“ genannt. Nach Lange folgen die Besitzer in rascher Folge. Auf Karl MURJAHN folgen GÖTZEN, 1920 Gerhard MEYER und 1928 Ferdinand GROBE. 1930 hatt dann Johannes JENKEL (Hof IV/V) den Hof, dessen Sohn Johann Heinrich sie am 28.04.1954 an Walter August Wilhelm HENSEL (*13.08.1911) aus Lestin/Kreis Kolberg (Pommern) verkauft. Hensel hatte am 16.03.1954 Emma Schroeder (*Grieben 26.02.1917) aus Arfrade/Kreis Eutin geheiratet.




Ziethen Hof Nr. X

auf dem Sande“

Katenstelle


Die Stelle lag ursprünglich im Dorf bei der Kirche, bis sie 1928 nach Sande ausgebaut wurde und die alte Hausstelle an den Müllermeister Jabs verkauft wurde.


Die Abfolge der Besitzer lässt sich seit 1685 geben. Damals war Matthias SCHÖN hier. Zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen gab er den vollen von ihm geschuldeten Betrag von 4 Rtlrn. Sein Nachfolger ist Hinrich KRÜTZMANN (*1647 23.02.1717), der am 27.11.1682 in Gudow Anna Sophia Hauschild (*1658 04.03.17171) geheiratet hatte. Krützfeld war 1686 Vogt auf dem Hof Groß Thurow. 1689/1690 verzeichnet ihn das Kontributionsregister als Hinrich „Prüßmann“ mit einer geschuldeten Kontribution in Höhe von 3 Rtlr 34ß, die er vollständig zahlt. Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 heißt er noch immer „Prüßmann“. Erbewirtschaftet 1 ½ Hufen, für die ein Wert nicht angegeben ist. Säen kann er 1 Drömbt Roggen 1 Drömbt Gerste, 1 Scheffel Erbsen und 1 Drömbt 4 Scheffel Hafer. Auf der Stelle sind er, seine Frau, vier Söhne von 12, 9, 5 und 3 Jahren und zwei Töchter von 16 und 6 Jahren. 1702 gab er für seine 1 ½ Hufen 1 Rtlr 7ß 3d Geldpacht auf Michaelis, 2 Rtlr Monatsgeld jährlich und 1 Rauchhuhn. Dem Hof Mechow diente er wöchentlich 2 Tage mit dem Spann und 1 Tag mit der Hand. Sein Sohn Hinrich (*1684 10.02.1736) heiratete am 14.10.1717 Sophia Abel Voss (16.09.1694 28.01.1780), Tochter des ¾ Hufners Lorenz Voss in Kittlitz (Hof IV). Als Hinrich starb, war der Erbe noch minderjährig und die Witwe verheiratete sich am 08.11.1736 mit Jochim LANGHANS (†24.10.1756), Sohn des Jochim Langhans in Kittlitz wieder, der die Stelle bis 1749 als Jahrenwohner annahm. Dann trat Martin Hinrich Krützmann (28.03.1723 22.11.1794) sein Erbe an und heiratete am 30.10.1749 Thrien Liese Riecketiet (09.06.1726 06.11.1794), Tochter des Franz Hinrich Rieketitke von Stelle IX. 1772 hatte er seine Stelle abgewirtschaftet. Sie wurde am 19.02.1773 ausgeschrieben, verblieb aber den Krützmann, denn der Sohn Jochim Hinrich Diedrich Krützmann (*07.02.1750 †15.04.1827) übernahm sie und heiratete am 17.10.1777 in erster Ehe Anna Elsch Bleuß (23.12.1783). In zweiter Ehe freite er am 06.05.1784 Anna Elisabeth Wellner (02.08.1761 †13.08.1802), Tochter des des Kätners Martin Franz Wellner in Ziethen. „Der Volksmeinung zufolge von ihrem Mann ermordet, der seine Maitresse später geheiratet hat. So hat es ein alter Mann mir berichtet“, steht als Zusatz im Sterberegister . Joachim Hinrich Dietrich Krützmann heiratete in der Tat ein drittes Mal, eine Christina (*1743 †17.01.1812). Sie stammte aus Holzendorf bei Crivitz. Johann Heinrich Krützmann (*07.04.1786 †04.01.1847) heiratete am 24.04.1813 Catharina Dorothea Wienck (*30.01.1792 †02.02.1852, Tochter des Hauswirts Franz Wienck in Schmilau. Dann kommt Johann Heinrich Christian (*28.03.1821 †02.11.1854), der sich am 12.01.1844 mit Johanna Wilhelmina Elisabeth Murjahn (*22.06.1821 †24.01.1885), Tochter des Krügers Johann Heinrich Murjahn vom „Weißen Berg“ (Büdnerei Nr. 10) vermählt. Als Krützmann bereits 1854 stirbt, heiratet die Witwe am 23.05.1856 Johann Heinrich Karl WEBER (*Kittlitz 26.06.1827 †20.04.1906), Sohn des Hufenpächters Johann August Heinrich Weber in Thandorf, wieder, der als Jahrenwohner wirtschaftet. Er heiratet nach dem Tod seiner Frau am 20.01.1885 in zweiter Ehe Caroline Sophie Henriette Francke (*28.11.1834), Tochter des Sattlers Christian Gottfried Francke in Ratzeburg. Der Anerbe Johann Heinrich Friedrich Krützmann (*09.06.1853 †07.05.1890) ist seit 1878 mit Christina Marie Friederike Warncke (*17.09.1855), Tochter des ¼ Hufners Johann Jochen Friedrich Warncke in Mustin (Hof XVI) verheiratet. Krützmann verkauft seine Stelle 1882 an seinen Nachbarn Heinrich LANGE, der die Stelle mit seiner Stelle XI vereinigt. Seither haben die Stellen X und XI dieselben Besitzer. Krützmann geht nach Schlagbrügge, wo er am 06.06.1888 die Krugstelle (Schlagbrügge Büdnerei Nr. 1) kauft, die nach seinem Tod von Johann Heinrich Clasen (*16.06.1851 †14.10.1928) als Jahrenwohner bewirtschaftet wird, dem seine Witwe am 04.03.1892 geheiratet hatte. Krützmanns Sohn und Erbe Johann (*09.03.1879) lebte in München und verkaufte die Krugstelle in Schlagbrügge 1930.




Ziethen Hof Nr. XI

Katenstelle, seit 1928 in Sande



Der Kätner Wilhelm LANGE erwirbt 1882 auch die Katenstelle X seines Nachbarn Johann Heinrich Friedrich Krützmann und vereinigt so dauerhaft die Stellen X und XI, die dann Wilhelm BURMEISTER aus Ratzeburg erwirbt, der sie an Johann STÄDING weiterverkauft. Städing baute 1928 nach Sande aus und veräußerte die Hausparzellen X/XI an den Müllermeister Johann Jabs. 1928/1932 ist Werner HOLST auf der Stelle. Er hatte die Anerbin Luise Städing (*16.09.1896) am 21.07.1922 geheiratet. Die beiden vereinigten Katenstellen umfassten 40 ha. Luise Holst verkaufte 1932 die Stelle an Fräulein Hilda FRAEMKE, die auf der Stelle ein Landarbeitersiedlungsheim für ihren verheirateten Wirtschafter baute. In einem Schreiben des Landrates des Kreises Herzogtum Lauenburg an die Militärregierung in Ratzeburg vom 29.11.1945 wurde die Wirtschaftlichkeit des Betriebes in Frage gestellt. Es heißt dort : „Frl. Frähmke besitzt in Sande bei Ziethen einen Betrieb von 160 Morgen. Der Betrieb wird keineswegs ordnungsgemäss verwaltet. Sie ist keine Bäuerin. Die russische Besatzungsbehörde hat ihr einen jungen Verwalter zugewiesen, da sie ihre Wirtschaft sehr vernachlässigt hatte. Das Personal klagt über die Behandlung durch Frl. Frähmke. Sie bekommen nicht zu essen usw. Das Vieh wird vernachlässigt, der Acker ist vernachlässigt. In der Gemeinde ist einmütig die Auffassung, dass der Betrieb an einen anständigen Bauern verpachtet wird. Wenn Frl. Frähmke hierzu nicht bereit ist, müssen notwendig Zwangsmaßnahmen ergriffen werden. Der Lebensunterhalt des Frl. Frähmke ist durch die Pacht durchaus gesichert. Raum für die Unterbringung der Bauernfamilie ist im Hause reichlich vorhanden. Die Räume werden für diesen Zweck freigehalten. Der Vorschlag, den Bauern ISERNHAGEN aus Dechow dort anzusetzen, wird befürwortet“.




Ziethen Hof Nr. XII

Katenstelle, Krug/Gastwirtschaft, um 1925 ca. 20 ha


Bei dieser Stelle war ein Krug. Kurz vor 1700 sitzen hier vmtl. der Fischer Jürgen WENDT und seine Frau Elsabe (04.09.1722). Sie heiratet um 1700 in zweiter Ehe Hanß APPELDORN (27.01.1668 07.09.1741), Sohn des Schmiedes Andreas Appeldorn in Schlagsdorf. Er ist Fischer, Krüger und 1709 auch Schulze. Die Stelle bewirtschaftet er als Jahrenwohner. Die Anerbin Maria Hedwig Wendt (24.09.1744) heiratet am 18.10.1712 den Kesselschläger auf der Mühlenbäk Franz OTTO (19.06.1722) aus Großenberge bei Plön, der ab 1720 Krüger in Ziethen ist. Als er bereits 1722 stirbt, heiratet die Witwe am 25.05.1723 in zweiter Ehe Hartwig KRÜTZMANN (*1691 30.07.1744), Sohn des Hinrich Krützmann auf Stelle X, der die Stelle als Jahrenwohner annimmt. Der Anerbe Johann Peter Otto (*Mühlenbäk 05.02.1719 †29.02.1772) freit am 23.07.1746 Anna Trin (Maria) Steffen (22.11.1716 11.07.1786), Tochter des Jochim Steffen aus Einhaus. Er ist Krüger und Schulze. Seine Anerbin Thrien Lische (*22.04.1747 13.02.1795) heiratet in erster Ehe am 19.06.1772 Johann Christoph GÜLZOW (*28.03.1743 03.12.1777). Als der bereits mit 34 Jahren stibt, wird am 18.09.1778 Johann Hartwig PLANTHAFER (04.01.1754 †15.04.1831), Sohn des Hartwig Planthafer, zweiter Mann der Witwe und Jahrenwohner. Planthafer verheiratet sich zwei weitere Male: am 25.09.1795 in Seedorf mit Anna Dorothea Elisabeth Jenckel (*1770 11.11.1796), Tochter des Ackervogts Hans Christoph Jenckel in Niendorf/Schaalsee und am 29.07.1797 Catharina Margrete Otte (†26.08.1821). 1803 übernimmt der Anerbe Johann Jürgen Gülzow (*15.09.1774 †19.06.1842) und heiratet am 19.10.1803 Marie Elisabeth Stamer (*19.07.1787 †11.07.1820), Tochter des Tagelöhners Hans Hinrich Stamer. Nach ihrem Tod wird am 21.10.1820 Anna Elsabe Ollmann (26.12.1790), Tochter des Hauswirts Hans Hinrich Ollmann in Schlagsdorf Hof IV, seine zweite Frau. Der Anerbe Johann Heinrich Carl Gülzow (*03.12.1823 †14.04.1893) heiratet in erster Ehe am 02.05.1856 in St. Georgsberg Katharina Kahl (†24.12.1878) aus Harmsdorf. Am 19.08.1887 wird Johanna Marie Dorothee Retelsdorf (*19.12.1824 †04.01.1907), Tochter des Bürgers und Fischers Johann Heinrich Jacob Retelsdorf in Ratzeburg, seine zweite Frau. Sie war Witwe und hatte in erster Ehe den Kupferschlägermeister auf der Bäk, August Heinrich Nicolaus Ohst (†29.07.1885), geheiratet. Gülzow verkauft seine Stelle an Detlev SCHMIDT, der hier 1887 genannt wird. Von Schmidt erwirbt sie um 1900 Otto WIETFELD (*22.01.1870 †05.03.1940). Er hat Dorothea Langhans (*05.11.1870 †24.02.1951) zur Frau. Wietfeld baute das jetzige Haus, nachdem das alte 1924 abgebrannt war. Der ehemals auch zur Stelle gehörende Katen mit Strohdach ist 1942 bei dem Brand der Hauschildschen Stelle I mit abgebrannt. Nach Wietfelds Tod übernahm der Sohn Otto die Stelle, der am 02.04.1938 Erna Mecklenburg geheiratet hatte. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Renate (*20.01.1939). In einem Schreiben des Landrates des Kreises Herzogtum Lauenburg an die Militärregierung in Ratzeburg vom 29.11.1945 wird die Wirtschaftlichkeit von Wietfelds Betrieb in Frage gestellt. Es heißt dort: „Wietfeld hat nicht nur seine Gastwirtschaft, sondern auch seinen landwirtschaftlichen Betrieb außerordentlich heruntergewirtschaftet. Er ist bereits vom russischen Kommandanten nachdrücklich verwarnt worden, weil er nur 50% seines Auftragsolls aus seinem Betrieb herausgewirtschaftet hat. Die Äcker sind verqueckt. Abhilfe ist dringend notwendig. Der landwirtschaftliche Betrieb muss von einem anderen Bauern übernommen werden“.



Ziethen Hof Nr. XIII

Katenstelle


Diese Stelle lag ursprünglich im Dorf bei der Kirche, bis sie Joachim Holst nach Sande ausbaute und an der Stelle die Büdnerei Nr. 1 entstand.


Die Anfänge dieser Stelle hinsichtlich der Besitzfolge sind noch zu klären. Als der Kätner Johann Joachim HOLST starb, war der Erbe noch minderjährig und seine Witwe Katharina Maria Wehling (*02.04.1775 †05.04.1856), Tochter des Hufners Hans Jochen Wehling in Dechow, heiratete am 25.02.1817 in zweiter Ehe Johann Christian Karl HINTHAL (*1792 †15.04.1824) aus Ratzeburg, der die Stelle als Jahrenwohner bewirtschaftete. Der Anerbe Joachim Caspar Heinrich Holst (*Dargow 02.06.1802 †16.04.1855) heiratete in Mustin am 10.10.1834 Anna Catharina Dorothea Grube (*13.05.1812 †02.07.1878), Tochter des Hauswirts Hans Hinrich Grube in Lankow II. Es folgt Johann Joachim Christoph Holst (*30.07.1835 †24.06.1899), der sich am 25.06.1875 mit Anna Katharine Sophie Kock (*19.12.1848 †21.05.1904), Tochter des Hans Hinrich Kock in Lankow verheiratete. Der Sohn Joachim (*06.01.1878) verlegte die Stelle dann nach Sande und verkaufte seinen Ziethener Hofplatz an Schäper, der hier seine Büdnerei (Nr. 1) einrichtete. Sein Bruder Johann Jochen Christian Holst (*25.01.1837) wurde durch seine Heirat Jahrenwohner auf der Stelle Lankow III.


Die Katenstelle auf dem Sande verkaufte Holst am 12.12.1907 an Wilhelm
RIECKHOFF (*20.07.1879 ††1916) aus Groß Rünz I, der im Ersten Weltkrieg fiel. Seine Witwe Anna Holst (*05.02.1881), ebenfalls aus Groß Rünz, heiratete am 02.06.1922 in zweiter Ehe den Landwirt Otto SCHUMACHER, der die Stelle von 1922 bis 1937 als Jahrenwohner bewirtschaftete. Dann übernahm der Anerbe Hans (*28.12.1907) sein Erbe und heiratete am 09.10.1937 Martha Clasen (*22.07.1907) aus Lankow. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Anke (*02.12.1940).




Ziethen Hof Nr. XIV

Katenstelle


Die Besitzfolge auf dieser Stelle lässt sich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen, als Hans Christoffer HAUSCHILD (*1686 †27.07.1718) aus Stelle I hier wirtschaftete. Wem er hier gefolgt war, bleibt noch zu klären. Hauschild heiratete am 27.07.1713 Margarethe Busekist, deren zweiter Ehemann am 17.10.1719 Martin RIKETITJE (*1685 †21.04.1741), Sohn des Hinrich Riketije auf Stelle IX, wurde. Dessen Sohn Hinrich Jacob Rieketiet (22.07.1723 04.04.1788) heiratete in erster Ehe am 26.10.1747 Anna Margarethe Steffens (†26.11.1773) aus Buchholz. Den Namen seiner zweiten Ehefrau (*1720 31.10.1795) kennen wir nicht. Anerbin ist die Tochter Anna Gret Sophie Retiet (*11.01.1750 14.09.1791). Sie heiratet am 14.01.1774 Hans Hinrich NIEMEIER (*1724 12.07.1806) und bringt ihm den Katen zu. Der Sohn Hans Hinrich (01.03.1774 †24.07.1814) vermählt sich am 26.10.1798 in St. Georgsberg in erster Ehe mit Catharina Elisabeth Mahnke (*02.10.1770 24.12.1803) aus Einhaus und am 18.10.1804 in zweiter Ehe mit Anna Maria Elisabeth Koop (~ 01.01.1779 †28.09.1819) in Pogeez. Sie heiratete nach dem Tode ihres Mannes in zweiter Ehe am 09.10.1815 ihren Schwager Joachim Dietrich Niemeyer (*07.02.1783). Dessen zweite Frau wurde am 01.02.1820 Thrin Dorothee Ollmann (23.01.1789 †18.03.1850), Tochter des Hauswirts Hans Heinrich Ollmann in Schlagsdorf Hof IV. Dann war Jochen Heinrich Ludwig EGGERT (*26.08.1794 †08.07.1857), Sohn des Viertelhufners Hans Peter Eggert in Mustin Hof XIV, hier, der am 05.09.1823 in Mustin die Anerbin Margaretha Christina Niemeyer (*07.05.1801 †02.03.1870) ehelichte. Der Sohn Johann Peter Dietrich (*22.12.1823 Mustin †24.10.1884) heiratete am 30.10.1868 Sofia Dorothea Krützmann (* 15.02.1844 04.12.1906), Tochter des Johann Heinrich Christian Krützmann von Stelle X. Eggert baute seine Katenstelle nach Sande aus und verkaufte seine Hausparzelle im Dorf an Johann Gülzow (> siehe Büdnerei Nr. 8).


Nach Eggerts Tod war zunächst Fritz MEIßNER auf der Katenstelle auf dem Sande. Er ging nach Mustin. Dann ist Hermann GÖTZEN Besitzer, bis 1927 die Domänenverwaltung die Stelle kaufte und darin die Försterei mit 11 ha Land einrichtete. Oberförster Erich ROEHRING (†1945) ist als erster hier, danach sein Sohn, Revierförster Kurt Roehring. In einem Schreiben des Landrates des Kreises Herogtum Lauenburg an die Militärregierung in Ratzeburg vom 29.11.1945 wird der wirtschaftliche Nutzen des landwirtschaftlichen Betriebes für den Förster in Frage gestellt. Es heißt: „Die Oberförsterei Roering, Sande, hat einen landwirtschaftlichen Betrieb von 80 Morgen. Da Roering Beamter ist, bedarf er keines derartig großen Nebenbetriebes. Seine Existenz ist durch sein Gehalt gesichert. Auch hier ist der Ansatz eines Bauern durchaus möglich“.




Ziethen Büdnerei Nr. 1


Diese Büdnerei geht allem Anschein nach auf die alte, schon 1534 vorhandene 1 ½ Hufenstelle zurück, zuletzt im Besitz der Familie Jacobs war. Wann sie zur Büdnerstelle wurde, bleibt noch zu klären. Als Büdnerei lag sie später bei der Kirche, dort, wo ursprünglich die Katenstelle XIII bis zu deren Ausbau nach Sande gelegen hat.

1534/1543 war Marquardt WILKENS als 1 ½ Hufner hier. Dann heißt es 1544/1552 „Marquardt Wylckens Stede“, die Stelle war also wüst geworden. Vielleicht war sie abgebrannt. Sie wird dann von 1562 bis 1571 von Brandanius BURMESTER bewirtschaftet. 1598/1605 ist Chim JACOBS hier. Danach 1611/1626 sein ?Sohn Jasper und danach 1650/1672 Jochim Jacobs. Der gibt 1656 den Viehschatz in Höhe von 14 Mk 8ß für 2 Personen, 3 Pferde, 4 Ochsen, 3 Kühe, 1 Schwein und 8 Bienenstöcke.Der Sohn Jochim (*um 1650/1655) folgt zwischen 1682 und 1702. Seine Frau (?Margrete) wird am 06.03.1741 im Alter von 82 Jahren begraben.1685 soll er zum Unterhalt der kurbrandenburgischen truppen 3 Rtlr 32ß geben, zahlen kann er nur 2 Rtlr. Bei der Kontribution von 1689/1690 muss er 2 Rtlr 24ß zahlen, bleibt aber 1 Rtlr 24ß schuldig. Wie schon 1664/1665 ist auch hier keine Angabe zum vorhandenen Vieh gemacht. Die Spezifikation der Höfe von 1700 verzeichnet Jochim mit 1 ½ Hufen, deren Wert mit 120 Mk beziffert wird. Er kann 1 Drömbt 4 Scheffel Roggen, 10 Scheffel Gerste, 2 Scheffel Erbsen und 1 Drömbt 4 Scheffel Hafer säen. Auf der Stelle sind Jochim, seine Frau, drei Söhne im Alter von 22, 19 und 4 Jahren und drei Töchter von 14,7 und 5 Jahren. 1702 gibt die Stelle 1 Rtlr 3ß Geldpacht auf Michaelis, 1 Rtlr Monatsgeld jährlich und 1 Rauchhuhn. Zum Hof Mechow dient er zwei Tage mit dem Spann und einen Tag mit der Hand. Der Sohn Jochim (*1678 †vor 1719) heiratet am 25.10.1703 Elsche Isernhagen (31.05.1681 02.01.1720), Tochter des Schulzen Hans Isernhagen in Mustin Hof II. Als Jochim Jacobs bereits vor 1719 stirbt, erhält am 20.02.1719 Jürgen SCHEPER (SCHÄPER, 25.11.1685 17.01.1736), Sohn des Jochim Schäper in Hornsdorf, als zweiter Mann der Witwe die Stelle „erb- und eigentümlich“. Er wird ausdrücklich als Baumann bezeichnet. Nach dem Tod seiner Frau verheiratete sich Schäper noch zweimal: zuerst am 11.06.1720 mit Elsche Höpner (04.11.1726), Tochter des Kätners Jacob Höpner und am 08.05.1727 mit Anna Catharina Grabau. Diese vermählt sich als Witwe am 01.11.1739 mit Christoph SCHMIDT (*1706 01.11.1772), der bis 1757 als Jahrenwohner zum Besten des Anerben Johann Hans Schaper (26.02.1728 26.09.1787) wirtschaftet. Schaper ist zunächst Hauswirt, zuletzt Kätner. Den Grund dafür kennen wir nicht. Er heiratet am 11.11.1757 in erster Ehe Anna Elisabeth Spitz (*um 1737/1738 28.03.1775), Tochter des Viertelhufners und Großkätners Franz Nicolaus Spitz in Mustin (Hof VII/Katen Nr.1), dann wird Trien Clas aus Schlagbrügge am 09.12.1775 seine zweite Frau. Es folgt der Sohn Erdmann Schaper (*21.01.1762 †20.08.1813), der am 22.01.1805 Katharina Margarethe Frank verw. Seemann (*02.02.1773 †14.11.1744) heiratet. Sie wirtschaftet als Witwe offenbar bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Joachim Dietrich Carl (26.03.1808 †06.03.1886), der sich am 07.12.1838 mit Marie Elisabeth Ernestine Wicht verw. Siemers verw. Boldt (*22.03.1805 †27.04.1878), Tochter des Försters Nikolaus Wilhelm Wicht in Schönberg und Schlagbrügge, verheiratet. Schäper war Schneidermeister. Der Sohn Georg Theodor Karl (*10.05.1845 †27.04.1909) heiratete am 17.10.1873 Anna Christine Elisabeth Simon gnt. Wiedow (*13.07.1854 †21.01.1931), aus Salem. Karl Schäper (*05.01.1874 †04.12.1956) heiratete 1900 Elise Gressmann (*10.09.1872) aus Seedorf. Der Sohn Karl (*30.01.1902) vermählt sich am 26.03.1926 mit Antonie Grobe (*27.02.1904). Aus dieser Ehe stammen die Söhne Karl Friedrich (*27.03.1926, Gretchen Wedel) und Günther (*21.09.1928, Erika Lundt) sowie die Tochter Magdalene (*07.07.1938).




Ziethen Büdnerei Nr. 2


Die Büdnerei wurde 1853 von Catharina Elsabe Leetz (*Heiligeland 25.09.1811 † 20.02.1869), Tochter des Büdners Andreas Leetz in Heiligeland Nr. 7, gekauft. Sie hatte am 25.10.1833 in Schlagsdorf den Arbeitsmann/Schneidermeister Peter Heinrich BUSCHOW (*10.08.1802 †21.02.1869) geheiratet. 1864 übergab sie die Stelle an ihren Sohn Peter Hartwig Buschow (*10.09.1834 †31.03.1907). Er war Schuhmachermeister und heiratete am 02.06.1865 Anna Dorothea Elisabeth Margarethe Jenkel (*15.01.1834 †24.06.1914), Tochter des Großkätners Jürgen Jacob Jenkel von Stelle IV/V. Der Sohn Wilhelm (*18.09.1868 †21.10.1948) vermählte sich am 03.11.1911 mit Emma Wolfram (*07.01.1889) aus Kiel. Es folgte Karl Buschow (*12.03.1915), der am 22.08.1947 Anneliese Walde (*10.04.1923) aus Flensburg heiratete. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Helga (*09.09.1948) und Helmut (*04.02.1953).†




Ziethen Büdnerei Nr. 3


Die Büdnerei wurde von dem Tischlermeister Johann Gottfried Theodor VORBECK (*28.02.1832), Sohn des Windmüllers in Römnitz, Johann Joachim Hermann Vorbeck, errichtet. Er heiratete am 01.09.1863 Johanna Christina Friederike Pöhls (*28.04.1837 †1888), Tochter des Schmiedemeisters Johann Joachim Andreas Pöhls in Sterley. Nach Vorbecks Tod erbte seine Tochter Emma, die mit dem Lokomotivführer OELMANN verheiratet war. Sie ist 1920/1938 auf der Stelle, die sie ihrer Tochter verheiratete EBBINGHAUS überließ. Nach deren Tod kam die Büdnerei 1957 durch Erbfolge an die Nichte von Frau Ebbingshaus, Carmen Brockmöller (*30.04.1910). Sie ist verheiratet mit Hermann ECKHOFF (*03.02.1911). Aus der Ehe stammen die Kinder Karin (*14.02.1939), Waltraut (*24.05.1942) und Bruno (*27.11.1945).




Ziethen Büdnerei Nr. 4


Die Büdnerei wurde von der Familie KÄHLER 1836 errichtet. Sie geht zurück auf Christoph Kähler, der zunächst in Söhren (Kirchspiel Sterley) als Ziegler tätig gewesen war und dann in Ziethen eine Großkatenstelle übernommen hatte, auf der 1839 saß. Er war verheiratet mit Dorothee Elisabeth Lebermann. Sein Sohn Johann Christian Wilhelm (*Söhren 11.04.1816 †02.06.1898) war Knecht bei seinem Vater. Er heiratete am 01.02.1839 Marie Caroline Christine Stephan (*Wotersen 26.07.1814 †03.02.1893), uneheliche Tochter der Margarethe Hedwig Blücher später verheiratete Stephan und des Soldaten Friedrich Engel. Er ist 1865 ausdrücklich als Büdner genannt. Sein Sohn, der Maurer und Büdner Franz Friedrich Christoph Kähler (*18.09.1836 †02.03.1919) heiratete am 08.11.1865 Katharina Maria Sophia Schröder (*27.03.1836 †06.05.1890), Tochter des Vogts Christian Friedrich Schröder in Seedorf. Sein Bruder Johann Heinrich Friedrich (*24.05.1852 †25.01.1932), Anna Maria Elisabeth Dierk *10.04.1853 †25.03.1900). Es folgte der Sohn Wilhelm, der die Büdnerei 1913 an den Arbeiter Joachim Heinrich Christoph NIEMANN aus Lankow in Mecklenburg verkaufte. Er überschrieb die Stelle im Jahre 1930 an seine Tochter Magdalene Luise Maria (11.03.1902). Sie war verheiratet mit Willi Heinrich Friedrich LANGE (*30.04.1903). Aus der Ehe stammt der Sohn Wilhelm (*14.04.1937).




Ziethen Büdnerei Nr. 5


Auf dieser Büdnerstelle ist von Anfang an die Familie CARSTENS. Sie geht zurück auf Peter Andreas Carstens in Anker, dessen Sohn Johann Georg Friedrich (*Anker 1737 †15.05.1803) Küster in Ziethen war. Er hatte in erster Ehe am 04.07.1760 Anna Margarethe Ahlfeldt (*1735 30.04.1783), Tochter des Ziethener Küsters Johann Georg Ahlfeldt geheiratet, dessen Nachfolger er wurde. In zweiter Ehe heiratete er am 22.09.1791 Anna Dorothea Margaretha DITMANN. Der Sohn Christian Heinrich (*17.10.1769 †03.04.1841) war ebenfalls Küster. Er vermählte sich am 26.10.1788 in erster Ehe Anna Elisabeth Hauschild (*15.06.1767 †01.04.1810), Tochter des Martin Christoph Hauschild. Anna Maria Erdmuthe Hauschild (*30.10.1761 †17.10.1838), Witwe des Christian Hinrich Jenkel, wurde am 09.10.1810 seine zweite Frau. Dann folgte Johann Jürgen Carstens (*07.10.1804 †14.08.1860). Er ist der erste der Familie, der ausdrücklich als Büdner bezeichnet wird. Am 01.02.1833 heiratete er Maria Margarethe Dorothee Siemers (*20.09.1804 †13.11.1888). Der Sohn Johann Joachim Friedirch (*15.02.1835 †18.04.1901) freite am 25.10.1867 Christina Katharine Elisabeth Schäding (*14.03.1844 †24.02.1921), Tochter des Franz Jürgen Schäding. Anerbe ist der Schlachtermeister Johann Heinrich August Carstens (*10.07.1868), der am 21.09.1894 Catharina Marie Elisabeth Müller (*25.03.1870) heiratet. 1938 folgt der Sohn Hans Paul Friedrich (*14.11.1898), der sich am 16.11.1928 mit Elli Marie Stegmann (*26.11.1901) vermählt. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Hans (*01.05.1930) und Helmuth (*29.01.1933).




Ziethen Büdnerei Nr. 6


Zuerst ist hier der Zimmergeselle und Büdner Johann Christian Heinrich JENKEL (*07.06.1809), Sohn des Großkätners und Kirchenjuraten Johann Heinrich Jenkel (Hof IV/V). Jenkel heiratete am 12.10.1849 Anna Maria Henriette Hellwig (*13.02.1826), Tochter desd Büdners und Schneiders Johann Heinrich Friedrich Hellwig in Timkenberg. Dann ist der Zimmergeselle Johann Joachim STEINFELD (*14.06.1805) hier, der seit dem 12.02.1856 mit Katharina Dorothea Lindenberg (*18.02.1822), Tochter des Schulmeisters Joachim Friedrich Lindenberg in Klocksdorf, verheiratet ist. Die Tochter Christina Maria Elisabeth (*02.03.1856) heiratet am 02.03.1883 den Schuster Hans Heinrich Reinhold SAALFELDT (*18.01.1855), Sohn des Schusters Johann Hinrich Christopher Saalfeldt in Goldensee. Dann kommt der Musiker Ludwig WENGATZ (*29.01.1882 †26.10.1957) in den Besitz. Sein Sohn Willy (*27.02.1907 ††16.08.1944 vermisst im Osten) heiratet am 08.08.1928 Helene Maahs (*08.09.1905). Aus dieser Ehe stammt der Sohn Willy (*18.06.1928), der am 15.10.1949 Christel Powalka (*26.07.1927) heiratete. Sie haben zwei Kinder: Elke (*30.04.1951) und Dieter (*03.01.1954).




Ziethen Büdnerei Nr. 7


Diese Büdnerei wurde von SCHÄDING erbaut. Der Zimmergeselle Hans Heinrich Schäding hatte am 16.11.1805 Anna Maria Sophia Blücher geheiratet. Der Sohn Johann Hartwig Friedrich (*27.08.1808 †15.07.1860) ist Maurergeselle. Er heiratet am 05.11.1830 Anna Maria Katharina Knabjohann (*08.11.1805 †1885), Tochter des Interimsschulzen Johann Knabjohann (Hof I). Es folgt der Sohn Johann Heinrich Christian (*14.03.1839 †31.07.1894). Der verheiratet sich zweimal: am 04.12.1868 mit Katharina Margaretha Elisabeth Rabe (*19.06.1839 †26.12.1869), Tochter des Schmiedemeisters Hans Heinrich Rabe in Groß Wesenberg und am 15.02.1874 mit Katharina Elisabeth Giese (*04.01.1844 †17.11.1911), Tochter des Christian Friedrich Giese in Steinhorst. Dann sind auf der Stelle 1913 Johann Scheding und 1920 dessen Witwe genannt. 1928 folgen LARSON und 1930 Karl BURMEISTER. Dann übernimmt der Anerbe Heinrich Scheding, der sich mit Ilse Jabs (*16.10.1911) verheiratet. Sie heiratet in zweiter Ehe Hubert Johannes FLATAU (*11.07.1908), der als Jahrenwohner zum Besten des Anerben Heinrich Scheding (*05.05.1941) wirtschaftet.






Ziethen Büdnerei Nr. 8


Die Büdnerei gehörte ursprünglich dem Kätner Wilhelm EGGERT (Hof XI), der sie um 1850 an den Büdner und Maurer Hans Joachim Martin GÜLZOW (*01.02.1832 †08.09.1909), Sohn des Kätners Johann Jürgen Gülzow (Hof XII) verkaufte, als er seine Katenstelle nach Sande ausbaute. Gülzow heiratete am 04.12.1863 Katharina Elisabeth Groth (*25.06.1840 †13.01.1877), Tochter des Hauswirts Heinrich Groth in Thandorf (Hof XII). Anna Elisabeth Bollow (*19.07.1850), Tochter des Webers Hans Heinrich Bollow in Schlagbrügge wurde am 08.10.1880 seine zweite Frau. Erbe wird der Sohn zweiter Ehe, Wilhelm Hermann Carl (*10.03.1886), der sich am 06.05.1910 mit Emma Christine Dorothea Burmester (*16.11.1889) verheiratete und die Büdnerei 1912 übernahm. 1942, beim Brand auf der Hofstelle Hauschild (Hof I), brannte auch die Gülzowsche Büdnerei ab, wurde aber umgehend wieder aufgebaut. Willi Gülzow (*20.08.1910) heiratete Anni Engelbrecht (*28.04.1915). Aus dieser Ehe stammen die Kinder Hanna (*22.07.1939) und Jochen (*25.02.1949). Gülzows Schwester Emma (*08.10.1912) heiratete Richard Rick (*30.05.1914).




Ziethen Büdnerei Nr. 9


Der Schustermeister Hans Joachim EGGERT (*29.05.1801 †01.02.1861), Sohn des Arbeitsmannes Jochim Asmus Eggert in Wahrsow, heiratete am 26.10.1829 Anne Katharine Margarethe Elisabeth Drechau (*24.02.1809 †08.12.1879), Tochter des Webers Johann Heinrich Drechau in Grönau. Auch der Sohn Heinrich ist Schuster. Von ihm erbt eine Frau THIEß, die 1913 im Besitz der Büdnerei ist. Sie verkaufte die Stelle an Franz BETTZÜCHE, der 1920-1930 genannt wird. Von ihm erwarb sie Friedrich Heinrich Ferdinand TIMM (*19.09.1900) auf Leibrente. Er ist 1938 Büdnerei-Pächter“ und heiratete am 02.10.1926 in Lübeck Eva Ferdinande Rinast (*31.12.1899). Der Sohn Ewald (*26.01.1932) heiratet Ellen Murjahn (*07.11.1938) aus Hemmelsdorf.




Ziethen Büdnerei Nr. 10

Gastwirtschaft „Weißer Berg“


Die Büdnerei wurde um 1830 als ländlicher Gasthof mit dem Namen „Weißer Berg“ neu gebaut, gleich neben dem alten Krug, an der Ecke des Weges, der früher vom „Weißen Berg“ über den Zitzkau nach Schmilau führte. Erbauer und erster Besitzer war Johann Heinrich Karsten MURJAHN (*21.02.1798 †19.10.1872), Sohn des Hauswirts Jürgen Andreas Murjahn auf Stelle II. Murjahn heiratete in erster Ehe Anna Katharina Elisabeth Greve (*18.11.1792 †03.07.1856), Tochter des Landreiters Carl Ludwig Greve in Carlow. Am 30.04.1858 wurde Sophia Maria Dorothea Michelsen verwitwete Hegmer (*Steinhagen 07.03.1803 †17.12.1876) aus Neu Röbel seine zweite Frau. Nach Murjahns Tod erbte seine Tochter Johanna Wilhelmina Elisabeth (*22.06.1821 †24.01.1885), die in erster Ehe den Kätner Johann Heinrich Christian KRÜTZMANN von Stelle X und in zweiter Ehe den Jahrenswohner auf Stelle X, Karl WEBER, geheiratet hatte. Nach ihrem Tod kam der „Weiße Berg“ an ihren Sohn erster Ehe, den Kätner Johann Heinrich Friedrich Krützmann, der den Krug und seine Katenstelle aber schon 1882 wieder verkaufte, um in Sterley die ¾ Hufenstelle XVI zu übernehmen, die er 1883 bewirtschaftete 1. Zum Zeitpunkt des Verkaufs ist Johann Ernst Christian THIEß (*12.12.1844 †03.04.1910), Sohn des Arbeitsmannes Johann Heinrich Thieß in Römnitz, Pächter. Bei seiner Heirat am 29.04.1876 mit Johanna Sophia Dorothea Greßmann (*27.06.1842), Tochter des Tagelöhners Johann Heinrich Christopher Greßmann in Sterley, ist er noch Holländer in Neu-Vorwerk. Die Besitzer und Pächter auf dem „Weißen Berg“ wechselten dann häufig. 1899 ist ein WINCKELMANN hier, 1901 VOSS, 1903/1912 August STENDER. 1909 brannte das ganze Anwesen bis auf die Grundmauern ab, wurde aber noch im selben Jahr wieder aufgebaut. Während des Wiederaufbaus wurde der Gastbetrieb im früheren Altenteilerhaus aufrechterhalten.1913 sitzt TIMMERMANN auf dem Krug, 1919 Wilhelm VOSS, 1920/1921 Rudolf FISCHER, dann Wilhelm RIEFSTAHL, 1928 GIESE und 1930 Willi KRÖPLIN.


Am 01.12.1932 wurde die Stelle von Ewald DETTMER (*28.05.1879 †1968) übernommen, nachdem er sie zu einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgebaut hatte. Dettmer hatte am 18.10.1906 Hilma Hedwig Knoblich (*27.09.1885 †23.02.1951) geheiratet. Er war Ortsgruppenleiter der NSDAP und verfasste 1958 die „Chronik des Dorfes Ziethen 1158-1958“. Dettmer starb 1968 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Den Betrieb hatte er schon 1937 an seine Tochter Charlotte (*28.01.1908) übergeben, die sich am 30.01.1937 mit Georg Otto Emil SCHWIESOW (*27.10.1908 ††18.04.1945) verheiratet hatte. Schwiesow starb in russischer Kriegsgefangenschaft. Aus seiner Ehe stammt der Sohn Karl Schwiesow (*14.01.1941). Dettmer hatte noch zwei weitere Töchter: Margarete (*19.09.1911) und Magdalene (*14.04.1917) und einen Sohn Wolfgang (*07.12.1919). Als 1942 die alte Schule in der Dorfstraße abbrannte, wurde der Schulunterricht im großen Saal der Gastwirtschaft abgehalten. Mit Kriegsende wurde der Saal dann vorübergehend als Unterkunft für die vielen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen gebraucht. Dann wurde bis zum Neubau der Schule im Jahre 1950 wieder Schulunterricht abgehalten. 1952 bis 1957 war H. SIERK Pächter im „Weißen Berg“. Als Pächter folgten ihm HOLST/TODT und 1959/1960 Familie KNOBE. Ebenso häufig wie die Pächter wechselten auch die Eigentümer der Gaststätte. Im Mai 1971 pachtete Horst MEIER den „Weißen Berg“, den er 1973 vom damaligen Eigentümer SOLLMANN kaufte. Meier betrieb hier 1975 bis 1979 eine Discothek, dann wurde der Saal als Lager für einen Kfz-Betrieb genutzt, dann begann Meier mit einer Schweinemast. Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe 2003 den „Weißen Berg“ an Mario WEHNER, der das Anwesen grundlegend sanierte. Heute wird das Gebäude „Am Weißen Berg“ als Autowerkstatt genutzt.




Ziethen Büdnerei Nr. 11


1875 ist die Büdnerei im Besitz des Krämers Johann Heinrich Karl WULFF (*07.07.1817 †15.01.1888), Sohn des Holländers Joachim Hartwig Wulff in Mechow. Wulff hatte am 10.11.1852 Katharina Maria Dorothea Greßmann (*21.08.1828 †15.03.1902), Tochter des Tagelöhners Johann Heinrich Christoph Greßmann, geheiratet. 1884 ist sein Sohn Johann Heinrich Wilhelm (*04.10.1851 †23.10.1910) Besitzer. Er ist Dreschmaschinenbesitzer und verheiratet sich am 26.04.1895 mit Sophie Marie Dorothea Emma Wietfeld (*09.09.1867 †27.08.1909). Nach Wulf wurde der Bäckermeister Johann LINK Eigentümer. 1913 genannt, 1928/1930 Karl Link. Dessen (?) Sohn Ernst verkaufte die Stelle an den Lohndrescher Wilhelm PAHL, der 1938 auf der Stelle ist. Link muss die Stelle aber nach einigen Jahren wieder zurücknehmen und verkaufte sie 1957 an den Kaufmann Wilhelm PULS (*03.09.1900), der am 24.06.1938 Anna Plagmann (*04.07.1906) geheiratet hatte. Puls haben zwei Kinder: Jürgen (*01.08.1939) und Annegret (*05.10.1940). Puls betrieb Ende der 1950er Jahre auf der Stelle ein Gemischtwarengeschäft sowie die Postagentur Ziethen.



Ziethen Büdnerei Nr. 12

Schmiede


Matthias Heinrich Christoph SCHMALFELD (†07.11.1857), Sohn des Arbeitsmannes Friedrich Schmalfeld in Rehna, hatte in erster Ehe am 18.10.1831 Marie Elisabeth Schumann (†24.12.1840), Tochter des Müllergesellen Klas Friedrich Schümann in Lockwisch, geheiratet. Seine zweite Frau, Maria Elisabeth Klempau (*Groß Sarau 19.02.1816 †23.03.1894), Tochter des Thomas Hinrich Nikolaus Klempau, heiratete er am 16.07.1841 in Groß Grönau. Sie heiratete nach dem Tod Schmalfelds am 05.08.1859 in dritter Ehe den Schmied Johann Friedrich Christian FRIEDE (*01.01.1815), Sohn des Leinwebers Johann Joachim Friede in Damshagen, der die Stelle als Jahrenwohner bewirtschaftete. Durch Heirat der Tochter Maria Katharina Dorothea Schmalfeld (*18.10.1844 †03.06.1920) kommt am 21.02.1873 der Schmied Johann Joachim Heinrich SIEMERS (*03.10.1847 †26.04.1913), Sohn des Hufners Hans Heinrich Siemers in Schmilau, auf die Stelle. Siemers verunglückte tödlich, als er mit einem Fuhrwerk die Twiete hinunterfuhr. Nach dem Tod seiner Frau kaufte 1920 der Viehhändler Johann Joachim Heinrich TEUT (*29.05.1869), Sohn des Arbeitsmannes Jochen Hinrich Teut auf der Bäk, das Anwesen von den Siemerschen Erben und übertrug es 1926 auf seinen Sohn, den Viehhändler Hans Teut (*27.07.1898), der mit Annemarie Jarchow (*21.07.1908) verheiratet war. Sie hatten die Söhne Hans (*18.11.1925) und Max (*14.08.1935).




Ziethen Büdnerei Nr. 13


Die Büdnerei ist auf dem Grundstück erbaut, auf dem früher das Predigerwitwenhaus gestanden hat, also dem ehemaligen „Stolterhof“. Besitzer war zunächst der Zimmergeselle Johann Joachim Christoph STEINFELD (*14.06.1805 †18.06.1872), Sohn des Arbeitsmannes Johann Joachim Steinfeld in Ziethen. Er hatte zweimal geheiratet: am 30.01.1835 Katharine Marie Lindenberg (*08.09.1810 †22.03.1851), Tochter des Klocksdorfer Schulmeisters Joachim Friedrich Lindenberg und danach am 12.01.1856 deren Schwester Katharina Dorothea Lindenberg (*18.02.1822). Der Sohn erster Ehe, Johann Christian Franz (*25.10.1835), heiratete am 05.06.1864 Catharina Magdalena Lindenberg (*Samkow 13.05.1837), nichteheliche Tochter der Anna Catharina Lindenberg. 1920/1930 ist der Maurer CLASEN hier. Danach 1938 sein Sohn Wilhelm (*25.11.1901). Er war Telegrafenarbeiter und hatte Luise Heitmann (*21.11.1905) geheiratet. Sein Sohn Wilhelm (*14.01.1928) heiratete Linde Missol (*18.10.1925). Aus dieser Ehe stammt die Tochter Luise (*07.10.1935).




Ziethen Büdnerei Nr. 14


Die Büdnerei wurde vom Zimmermeister und Bauunternehmer Hans Heinrich Wilhelm HECHT (*19.01.1857), Sohn des Hauswirts Hans Joachim Hecht in Schlagresdorf II, gebaut. Weitere Besitzer waren 1920 der Bäckermeister Hans LÜTTIG, danach LINK, 1928/1938 Bäckermeister Erich AUE, dann SCHULZ, Ernst FLINDT und 1958 Werner SPIESSHÖFER.



Ziethen Büdnerei Nr. 15


Die Büdnerei gehörte 1913/1938 dem Maurer Johann Heinrich Friedrich KROHN (*22.01.1855), nichtehelicher Sohn der Anna Maria Dorothea Krohn (†12.05.1891). Krohn heiratete am 06.04.1880 Katharina Magdalena Lindenberg (*12.03.1856), nichteheliche Tochter der Katharina Magdalena Lindenberg (später verehelichte Steinfeld, Büdnerei Nr. 13). Nach Krohns Tod ging die Büdnerei auf Detlef GOLL (*05.07.1901) über. Er war mit Berta Kähler (*04.08.1906) verheiratet und hatte zwei Söhne: Jürgen (*15.08.1937) und Peter (*10.10.1941).




Ziethen Büdnerei Nr. 16

Büdnerei mit vollem landwirtschaftlichem Betrieb


Die Büdnerei wurde errichtet von dem Schustermeister Johann Heinrich August SCHULZ (*29.01.1810 †21.04.1854), Sohn des Schustermeisters Andreas David Schulz in Schönberg. Schulz heiratete am 24.10.1837 Christine Marie Elisabeth Holz (†31.03.1877), Tochter des Zimmergesellen Holz in Roggendorf. Der Sohn Caspar Heinrich August (*05.10.1840 †27.12.1917) heiratet am 04.05.1877 Maria Dorothea Henrietta Rothländer (*13.09.1841), Tochter des Zimmergesellen Friedrich Carl Heinrich Rothländer in Neuenkirchen. Nach seinem Tod folgt 1920/1938 sein Sohn, der Händler Johann Schulz. Von ihm übernahm Paul ZÜHLKE (*10.11.1907) die Büdnerei. Er war verheiratet mit Frieda Steinke (*28.10.1907). Der Ehe entsprossen die Kinder Helmuth (*16.05.1935), Werner (*04.09.1940) und Gisela (*06.02.1942).




Ziethen Büdnerei Nr. 17


Hier ist 1893/1928 der Maurer Fritz KÄHLER genannt und nach ihm 1930/1938 Karoline Kähler. Dann wurde die Stelle von Paul ZÜHLKE (> Büdnerei Nr. 16) gekauft, der es als Altenteilerhaus bewohnen wollte.






Ziethen Büdnerei Nr. 18

Stelle mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb


1928/1930 ist hier der Zimmerer Johannes LANGE. Von ihm erbt sein Sohn Hans die Büdnerei. Nach seinem Tod wirtschaftet dessen Witwe Emma Buschow (*04.12.1911). Die Tochter Ilse (*15.05.1932) heiratet Horst KNOFF (*26.04.1925). Das Paar hat zwei Kinder: Hannelore (*12.03.1952) und Jürgen (*02.12.1955).



Ziethen Büdnerei Nr. 19

Büdnerei mit vollem landwirtschaftlichem Betrieb


Das Wohngebäude dieser Büdnerei ist als Bauernhaus mit Strohdach im Stil des niedersächsischen Bauernhauses um 1885 vermutlich vom Kätner Heinrich LANGE (Hof X/XI) errichtet worden. Nach Lange war 1893 Heinrich WITTFOHT Eigentümer, von dem deer Maurer Johann WIENCKE übernahm, der 1913/1938 auf der Stelle genannt ist. Dessen Tochter Dora (*22.01.1926) heiratete Karl BURMEISTER (*23.05.1896). Die Tochter Gertrud (*22.01.1926) heiratete Ernst LITZBARSKI (*08.08.1925). Das Paar hat zwei Söhne: Werner (*14.10.1951) und Jürgen (*28.12.1954).




Ziethen Büdnerei Nr. 20

Büdnerei mit vollem landwirtschaftlichem Betrieb


Die Büdnerei wurde 1892 von Joachim RUMPF erbaut, von dem sie nach 1920 der Bäckermeister Hans LÜTTIG (*21.03.1879 †22.11.1956, siehe auch Büdnerei Nr. 14) übernahm, der seit dem 17.11.1904 mit Klara Wernheimer (*13.11.1886 †22.02.1954) verheiratet war. Der Sohn Heinrich (*06.11.1907) heiratete am 29.09.1945 Ilse Grube (*Schattin 29.08.1914). Aus der Ehe stammt der Sohn Hans-Heinrich (*20.06.1948).




Ziethen Büdnerei Nr. 21


Die Büdnerei gehörte der Witwe Karoline KROLL (*05.05.1889), die vor 1920 in zweiter Ehe den Schuhmacher Hermann VOSS (*25.06.1892) heiratete.




Ziethen Büdnerei Nr. 22


Hier war 1913/1938 der Tischlermeister Wilhelm JARCHOW.




Ziethen Büdnerei Nr. 23

Bahnhofswirtschaft


Das Haus wurde um 1900 vom Zimmermann HECHT als Gastwirtschaft gebaut, als der Bau der Kleinbahn in Angriff genommen wurde. Nach Hecht folgte Heinrich ROBRAHN aus Pogez, der am 07.04.1915 an Heinrich LANGE verkaufte. Der stellte den Betrieb der Gastwirtschaft ein, als 1934 die Kleinbahn stillgelegt wurde. Von Lange übernahm Ernst LARSON (*09.02.1920) die Stelle im Erbgang. Larson war verheiratet mit Emma Erna Fust (*29.10.1906). Das Paar hat vier Kinder: Erika (*04.10.1935), Henny (*11.12.1937), Inge (*01.01.1940) und Gerda (*21.04.1944).


Ziethen Büdnerei Nr. 24

Büdnerei mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb


Hier wohnte 1928/1938 die Witwe des Ziethener Pastors Peter Johannes Bartholomäus RUßWURM. Von deren Erben kaufte JOHANN die Stelle.




Ziethen Büdnerei Nr. 25

Büdnerei mit vollem landwirtschaftlichem Betrieb


Die Büdnerei wurde 1900 von Heinrich Christian Wilhelm STOOHS (*09.06.1847), Sohn des Arbeitsmannes Franz Jürgen Stoohs in Ziethen, gebaut. Er heiratet am 25.04.1873 Maria Dorothea Elisabeth Lüdemann (*03.08.1845), Tochter des Johann Joachim Heinrich Lüdemann in Meetzen. Dessen Sohn Wilhelm (*31.05.1906) heiratete am 22.02.1935 Herta Kröger (*08.04.1912). Aus der Ehe stammen die Kinder Friedrich Wilhelm (*25.12.1935) und Brigitte (*15.04.1943).




Ziethen Büdnerei Nr. 26


Hier war 1913/1938 der Rentner Joachim HOLST.




Ziethen Büdnerei Nr. 27

Büdnerei mit vollem landwirtschaftlichem Betrieb


Die Büdnerei wurde 1910 von Friedrich INSTEN (*02.05.1880) erbaut. Er war verheiratet mit einer Frau namens Maria (*04.12.1879). Da sein ältester Sohn im Rheinland lebte und der jüngere, Hans, im Zweiten Weltkrieg gefallen war, verpachtete Insten seine Stelle altershalber. Insten hatte noch eine Tochter Martha (*13.11.1911).




Ziethen Büdnerei Nr. 28

Die Büdnerei wurde von dem Maurer Johann STEINFELD erbaut, der hier 1913 genannt ist. Dessen Witwe Wilhelmine wird ab 1920 genannt. Sie verkauft Ende der 1940er Jahre an BADENDIEK.



Ziethen Büdnerei Nr. 29


Die Büdnerei wurde von dem Lankower Fischer Johann Joachim Heinrich STEDING sen. (*13.03.1852 †05.03.1923), Sohn des Schneiders Jochim Heinrich Ludwig Steding in Mustin, erbaut. Er hatte am 12.10.1877 in Mustin Johanna Sophia Dorothea Bollow (*23.06.1855), Tochter des Hauswirts Hans Jochen Bollow in Dechow Hof X, geheiratet. Die Tochter Dora heiratete am 19.10.19104 in Mustin den Hauswirt Johann Heinrich Wilhelm Clasen in Lankow Hof II. Die Ziethener Büdnerei erbte ihr Bruder Joachim. Der war 1927/1933 Gemeindevorsteher in Lankow. Bis 1945 übte er seinen Beruf als Fischer auf dem Lankower See ungestört aus. Dann wurde die Familie 1952 im Zuge der Aktion „Ungeziefer“ nach Vorpommern zwangsumgesiedelt. Von dort zogen Stedings nach Schönberg, wo Joachim Steding verstarb. Erbe wurde sein Sohn Hans.




Ziethen Büdnerei Nr. 30

Büdnerei mit vollen landwirtschaftlichem Betrieb


Die Büdnerei wurde 1915 von Johann STEDING jun. (*04.11.1878 †02.11.1935) erbaut. Er ist 1928 Bahnhofsvorsteher bei der Ziethener Kleinbahn. Verheiratet war er seit dem 30.12.1910 mit Karoline Bandhold (*24.01.1886). Erbe wurde der Sohn Emil (*17.08.1920), der am 06.09.1947 Charlotte Bohnhoff (*21.11.1920) heiratete.




Ziethen Büdnerei Nr. 31

Büdnerei mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb


Diese Büdnerei war ursprünglich Altenteilerhaus der Büdnerei Nr.10 und wurde 1921 von dem damaligen Besitzer Wilhelm VOSS abgetrennt. 1928 gehörte sie Hermann Voss, 1930 wohnte Wilhelm RIEFSTAHL hier. Als selbständige Büdnerei wurde die Stelle 1935 an Richard JÜRGENS verkauft, dessen Witwe Anna Jora (*23.04.1899) sich mit Fritz BIEGEL (*21.01.1889) wieder verheiratete.




Ziethen Büdnerei Nr. 32

Mühle, Büdnerei mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb


Hier waren ursprünglich die beiden Katenstellen X und XI. Am 15.05.1895 brannte der alte ehemalige Krützmannsche Katen X ab. Der vom Brand nicht betroffene Katen XI blieb vom Feuer verschont. Der Arbeitsmann Johann Heinrich Christian STEIN (*20.06.1844 †11.01.1930) mit Ehefrau Sophia Katharina Elisabeth Ahrendt (*01.12.1846 †07.12.1912) und Tochter sowie die Witwe KOOP mit zwei Söhnen, die im Katen als Mieter wohnten, retteten mit Mühe das nackte Leben. Im Frühjahr 1896 ging das Anwesen im Konkursverfahren auf Wilhelm BURMESTER in Ratzeburg über, der es Ostern 1900 an Johann STÄDING verkaufte. Städings Tochter Luise, verheiratet mit Werner HOLST in Ziethen, verkaufte das Anwesen dann am 27.12.1927 an den Müllermeister Johannes Joachim Heinrich JABS (*Holstendorf 31.07.1876 †07.01.1954). Er war seit dem 14.07.1905 verheiratet mit Catharina Magdalena Luise Möller (*27.06.1883 †26.10.1949). Jabs, dessen Familie aus Schlagresdorf stammt, baute auf dem abgebrannten Katen XI die Mühle, die er im August 1940 an seinen Sohn Bernhard Friedrich August (*18.02.1913) abgab. Der heiratete am 25.10.1946 Käthe Maria Elisabeth Murjahn (*24.06.1924). Aus der Ehe stammt der Sohn Hans Jürgen (*21.07.1947).




Ziethen Büdnerei Nr. 33

Büdnerei mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb


Die Büdnerei wurde vom Maurermeister Georg STEDING erbaut. Er hatte 1913 die Büdnerei Nr. 4 in Lankow gekauft, diese aber schon 1919 weiterverkauft. In Ziethen ist er 1930/1945 genannt und war 1942/1945 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr. Seine Witwe Emma Kähler (*27.07.1887) wirtschaftete nach seinem Tode mit Hilfe ihrer Tochter Elita (*07.06.1922), die Paul MÖLLER (*14.09.1921) aus Wietingsbek heiratete. Aus der Ehe stammt die Tochter Sigrid (*10.02.1947).




Ziethen Büdnerei Nr. 34


Die Büdnerei wurde 1932 mit Wohnhaus, Werk- und Lagerhalle für landwirtschaftliche Maschinen von Bruno SASS (*24.04.1893) erbaut. Er war verheiratet mit Binni Wedermann (*25.09.1893). Das Paar hatte zwei Söhne Bruno (*25.06.1924 ††18.03.1945) und Dieter (*10.07.1936).




Ziethen Büdnerei Nr. 35

Büdnerei mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb


Die Büdnerei wurde nach 1933 vom Schmiedemeister Hans TENGLER (*07.03.1894) erbaut, der am 28.02.1936 Karoline Hagen (*19.04.1900) heiratete. Aus der Ehe stammen die Tochter Elisabeth (*14.04.1938) und der Sohn Hans Peter (*04.12.1941).





Ziethen Büdnerei Nr. 36


Die Büdnerei wurde nach 1933 vom Lastfuhrunternehmer Werner HOLST (*17.08.1901) erbaut, der am 21.07.1922 Luise Städing (*19.09.1896) heiratete. Aus der Ehe stammt die Tochter Gerda (*07.10.1924)





Hufen- und Katenstelle in Ziethen, die vorläufig

nicht zugeordnet werden können.



Ziethen 1 ½ Hufenstelle

1534 -1736


1534 war hier Peter VAGET. Danach kamen 1539 Hans LAURENZ und 1543/1552 Hans TIMCKE. Darauf folgen für ein Jahrhundert WITTENBORCH. Zuerst ist Hartich zwischen 1562 und 1571 genannt. Der ihm 1598/1599 folgende Aßmus BARKENTIN war sicherlich Jahrenwohner. 1605/1626 hat Claus Wittenborch d. Ä. die Stelle, danach 1650/1672 der Sohn Claus d. J. Er gibt 1650 den Viehschatz in Höhe von 14 Mk für 3 Personen, 4 Pferde, 4 Ochsen und 3 Kühe. Das Inventar der Ratzeburger Kapitelsgüter von 1656 führt ihn mit seinen 1 ½ Hufen unter den Hauswirten auf, die den Dreißigjährigen Krieg offensichtlich weitgehend unbeschadet überstanden hatten. 1664/1665 gibt er die Kontribution von 4 fl 10ß für 2 Personen, 4 Pferde, 9 Ochsen und 1 Schwein. Als ssein Nachfolger erscheint ab 1682 Detleff BÖDDEKER (BÖTTCHER, 01.05.1712), dessen Frau Anna (21.07.1718) wohl Clauß Wittenborchs Erbtochter war. Böddeker, der auch das Ehrenamt eines Kirchenjuraten bekleidet, soll 1685 zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 4 Rtlr 38ß geben, zahlt aber nur 3 Rtlr. 1689/1690 kann er dagegeb die von ihm geforderte Kontribution von 5 Rtlr 2ß für sich, seine Frau, 6 Pferde, 5 Häupter Rindvieh, 5 Schweine, 4 Schafe und 2 Bienenstöcke in voller Höhe zahlen. Die Spezifikation der Höfe von 1700 verzeichnet ihn mit 1 1(2 Hufen und einer Aussaat von 1 Drömbt 3 Scheffel Roggen, 1 Drömbt Gerste, 1 Scheffel Erbsen und 1 Drömbt 4 Scheffel Hafer. Auf der Stelle sind er, seine Frau, ein Sohn von 11 Jahren, 1 Junge und 1 Dienstdirn. 1702 gibt Böttcher 1 Rtlr 13ß Geldpacht auf Michaelis, 2 Rtlr Monatsgeld jährlich und 1 Rauchhuhn. Zum Hof Mechow dient er wöchentlich 2 Tage mit dem Spann und 1 Tag mit der Hand. Detlefs Anerbe Hans Jochim (*1689 18.01.1736) heiratet am 31.10.1713 in erster Ehe Dorothea Wilhelms (28.10.1720), Tochter des Gerdt Wilhelms in Schlagresdorf. Sie war zuvor zwei Jahre im Dienst des Ziethener Pastors gewesen. Catharina Barse (†24.04.1749), Tochter des Untertanen Christian Barse in Lehsen, wird am 13.06.1721 Böttchers zweite Frau.


Wer dann ab 1736 auf der Stelle folgte, bleibt noch zu ermitteln.





Ziethen Großkaten-/Halbhufenstelle

1598 - nach 1820


Dies war zunächst eine Katenstelle, zu der nach dem Dreißigjährigen Krieg die dritte wüst gewordene Hauswirtsstelle hinzukam.


1598 war hier der Kätner Hinrich RATEKE. Dann sind für gut 200 Jahre die WELDENER / WELLNER im Besitz. Brandanius (Branth) Weldener ist 1605/1626 genannt. 1650 gibt Berent Weldener 6 Mk 8ß Viehschatz. Das Inventar der Ratzeburger Kapitelsgüter von 1656 verzeichnet ihn mit 2 Scheffel „sath Acker“. Vor 1664 ist er dann gestorben, denn das Kontributionsregister nennt jetzt „die Weldenersche“, sicherlich Berents Witwe. Sie gibt 4 fl 18ß für 2 Personen, 4 Pferde, 9 Ochsen, 1 Schwein und 3 Schafe. Der Viehbestand ist ein Zeichen dafür, dass um diese Zeit der Katenstelle die dritte wüste Hufenstelle bereits zugelegt worden war. Hans Weldener ist erstmals in der Kirchenrechnung 1682 bei der Umlage für die neue Ziethener Kirchenglocke genannt. 1685 soll er zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 5 Rtlr 12ß geben. Zahlen kann er 4 Rtlr. Zuletzt genannt ist Hans Weldener1689/1690. Weldeners Witwe Elisabeth stirbt erst 1724 (24.02.1724). Sie hatte möglicherweise in zweiter Ehe Frantz KIPPE 2 geheiratet, er die Stelle als Jahrenwohner bewirtschaftete. Bei der Spezifikation der Höfe von 1700 bewirtschaftet er neben einer Katenstelle noch eine wüste Hufe, beide zusammen werden zu 1 1/8 Hufen gerechnet und mit 90 Mk bewertet. Kippte kann 1 Drömbt 2 Scheffel Roggen, 1 Drömbt Gerste, 1 Scheffel Erbsen und 1 Drömbt Hafer säen. Auf der Stelle sind er, seine Frau, eine Tochter von 12 Jahren und 1 Dienstdirn.1702 gibt er für den Katen 4ß und für die „3. wüste Städte“ 38ß Geldpacht auf Michaelis, dazu 2 Mk Monatsgeld jährlich und 7 Pachthühner. Dem Hof Mechow diente er drei Tage mit der Hand. Martin Weldener (23.10.1740) heiratet am 16.11.1705 Catharina Engel Steffens (26.06.1726), Tochter des Schulzen Carsten Steffens in Groß Sarau. Der Sohn Franz Martin Welner (13.03.1720 †18.02.1774) heiratete in erster Ehe am 21.10.1745 Thrin Dorothe Steffens (†16.10.1749), Tochter des Hauswirts und Kirchenjuraten Franz Steffens in Klein Disnack. In zweiter Ehe heiratete er in Sterley am 27.04.1750 Gret Liesche Schulz (*1746 Ratzeburg /Dom 07.11.1802). Sie freite als Witwe in zweiter Ehe am 29.07.1774 Johann Christoph RETIET (16.02.1740), der die Stelle auf 12 Jahre als Jahrenwohner annahm. Dann folgt der Anerbe Johann Joachim Wellner (08.12.1764 16.03.1800). Er ist Halbbauer und heiratet am 13.10.1785 Trin Elisabeth Voss (08.12.1764 †17.07.1798). Die Anerbin Catharina Margarethe Wellner (*29.10.1786 † 26.03.1845) bringt die Stelle mit ihrer Heirat am 26.01.1812 ihrem Ehemann Johann Detlof Christian KREUTZFELD (*1780 †13.04.1863), Sohn des Bürgers Joachim Heinrich Kreutzfeld in Ratzeburg; zu. Die Ehe wird 1818 geschieden, doch heirateten beide am 31.01.1820 erneut.


Die weitere Abfolge auf dieser Stelle bzw. ihre Anbindung bleibt noch zu untersuchen.








Ziethen Katenstelle

1714 - 1813


Die Anfänge dieser Stelle sind noch zu klären.


Jacob HÖFFNER (HÖPNER, *um 1650 16.03.1722) ist 1714 Kätner. Seine erste Frau Anna wird am 03.02.1714 begraben. Sie war 58 Jahre alt. Höpner heiratete dann eine Frau mit Namen Elsche wieder. Der Sohn Joachim heiratete am 05.11.1720 Abel Elisabeth Jacobs, Tochter des Hauswirts Jochim Jacobs in Ziethen. Er ist 1722 Kätner. Der Sohn Levin Joachim wird Hirte in Wietingsbek. Der Katen geht über die Tochter Margarethe Elisabeth (†04.09.1758) an den Arbeitsmann Hieronymus Hinrich SCHMIDT (*1720 22.03.1792), den sie am 21.10.1751 heiratet. Schmidt heiratet nach ihrem Tod in zweiter Ehe am 04.05.1759 Anna Margaretha Lange (†06.02.1811). Der Sohn und Nachfolger Joachim (Johann) Christoph Schmidt (19.10.1755 †06.04.1813) vermählt sich ebenfalls zweimal: zuerst am 16.06.1788 mit Trin Grete NN. verw. Schäper und danach am 17.01.1808 mit Catharina Margaretha NN. verw. Dopp.


Wer hier nach 1813 folgte, bleibt zu klären.




Ziethen Katenstelle

1656 – nach 1775


Hier waren im 17. Jahrhundert vermutlich die KAUFMANN (KOOPMANN). Magnus Kaufmann ist zuerst 1656 genannt. 1664/1665 gibt er die Kontribution von 1 fl 10ß für 2 Personen, 2 Kühe, 2 Schweine. 1671/1672 ist Clauß Kopmann genannt, dann folgt Hans Koeffmann. Er soll 1685 zum Unterhalt der kurbrandenburgischen Truppen 2 Rtlr 20ß geben, kann aber nur 1 Rtlr 24ß zahlen und bleibt 44 ß schuldig. 1689/1690 gibt er dann die volle Kontribution in Höhe von 1 Rtlr 46ß. Wohl durch Heirat der Anerbin Lucia Koopmann (06.04.1703) kommt der Weber Ties JENKEL (†19.10.1747) in den Besitz des Katens. Er heiratet am 06.11.1703 im Ratzeburger Dom in zweiter Ehe Helena Wendt (04.06.1758), Tochter des Fischers Jürgen Wendt in Ziethen. Die Spezifikation der Höfe von 1700 verzeichnet Thiess Jenkel mit einer Achtelhufenstelle. Er kann 2 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Gerste und 2 Scheffel Hafer säen. Er hat eine Tochter von 16 Jahren. 1702 gibt er 4ß Geldpacht auf Michaelis, 16ß Monatsgeld jährlich und 7 Pachthühner. Zum Hof Mechow dient er wöchentlich zwei Tage mit der Hand. Sein Sohn Hans Jürgen (23.09.1704 †12.10.1768) heiratet am 04.01.1728 in erster Ehe Catharina Margarethe Evers (02.03.1758). Anna Maria Zühlen (*1724 †02.04.1780) wird am 02.11.1759 seine zweite Frau. Es folgt der Sohn Hans Christoph Jenkel (*23.03.1739), der sich am 18.04.1774 mit Margret Bohn verheiratet. Aus dieser Ehe stammt der Sohn Johann Heinrich (*19.05.1775).


Das Schicksal der Stelle nach 1775 bleibt noch zu klären.





Literatur und Quellen



850 Jahre Ziethen 1158-2008“, Lübeck 2008

Teil I: Dettmer, Ewald „Chronik des Dorfes Ziethen 1158-1958“, Ziethen 1958

Teil II: Murjahn, Ingrid/Schubert, Bettina „Ziethen – ein Dorf erinnert sich. Die Zeit des des Nationalsozialismus“

Teil III:Murjahn, Ingrid/Schubert, Bettina „Ziethen – ein Dorf erinnert sich 1158-2008“.


Brückner „Bauernhäuser und Volkskunst im Lande Ratzeburg“ in: Krüger, Georg „Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. II. Band: Das Land Ratzeburg“, Neubrandenburg 1934,


Niekammer's Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher Bd. IV Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter,Güter und Höfe von Mecklenburg-Strelitz, 4. verb. Auflage , Leipzig 1928


Prillwitz, Wilhelm „Von den alten Rieketieten in Ratzeburg und Ziethen“ in: LbgH NF Heft 27, Ratzeburg 1959, S. 3-5


Specht, Eberhard „Familiengeschichte des Kirchspiels Schlagsdorf“, Schönberg 2005


Specht, Eberhard „Telsche Morian (†1667). Ein Hexenprozeß in Schlagsdorf“ in: MittRZ 8. (34.) Jahrgang 1998, Heft 2 S. 3-7


Landeshauptarchiv Schwerin

  1. Regierung Ratzeburg A. Domhof, Register des Domkapitels 1444-1598/1599

  2. Regierung Ratzeburg, Sachgruppen A-Z: Steuerregister: Türkensteuerregister, Register des Amtes Ratzeburg 1543-1627, 1662-1672

  3. Contribution Anno 1650 im October

  4. Register deß eingehobenen Viehschatzes Anno 1650 im December zu abtragung der Ahlenfeltschen schuldt angelegt worden

  5. Contributions register Johannis 1671 – Advent 1672

  6. Contributions-Gelder zu Unterhaltung der Churbrandenburgischen Trouppen unter H. Hauptmann Hacken Commando im Februar 1685

  7. Contribution und Türcken-Steuer Einnahme und Außgabe von Martini Anno 1689 biß Mariae Lichtmessen Anno 1690

  8. Spezifikation der Höfe in Ziethen Anno 1700

  9. Hebungs Register der jährlichen Ordinairen gefällen von denen Höffen und Unterthanen des Ambts Ratzeburg (Mecklenburg-Strelitzsches Kammer- und Forstkollegium Nr. 10020

  10. Nummerierung der Hauswirths- und Büdnerstellen im Fürstenthum Ratzeburg (Mecklenburg-Strelitzsches Kammer- und Forstkollegium Nr. 10972)


Schönberger Kalender

1913: Die ländlichen Bewohner des Fürstentums Ratzeburg

1920:Die ländlichen Bewohner des Landes Ratzeburg

1928: Die Land-Bewohner des Landes Ratzeburg


Heimatkalender für das Land Ratzeburg

1933: Verzeichnis der ansässigen ländlichen Bewohner des Landes Ratzeburg

1938: Die Land-Bewohner des Kreises Schönberg



Kirchenbücher Ziethen

Trauungen 1701-1889

Taufen 1701-1875

Beerdigungen 1701-1875


Kirchenrechnungsbuch Ziethen




Namenregister



APPELDORN XII

AUE Bü 14


BADENDIEK Bü 28

BARKENTIN 1 ½ H

BASEDOW III

BETTZÜCHE Bü 9

BIEGEL Bü 31

BLÜCHER III

BÖTTCHER 1 ½ H

BURMEISTER XI, Bü 1, 7, 19, 32

BUSCHOW Bü 2


CARSTENS Bü 5

CLASEN Bü 13


DETTMER Bü 10


EBBINGHAUS Bü 3

ECKHOFF Bü 3

EGGERT XIV, Bü 8, 9


FISCHER Bü 10

FLINDT Bü 14

FRAEMKE XI

FRIEDE Bü 12


GIESE Bü 10

GÖTZEN XIV

GOLL Bü 15

GRIMM I

GROBE IX

GROTEKOP I

GÜLZOW XII, Bü 8


HAGEN II

HAUSCHILD I, VIII, XIV

HECHT Bü 14, 23

HENSEL IX

HINTHAL XIII

HÖPNER Katen

HOLST XI, XIII, Bü 10. 26, 32, 36

HUND VI


INSTEN Bü 27


JABS II, Bü 32

JACOBS Bü 1

JARCHOW Bü 22

JENKEL I, III, IV/V, IX, Bü 6, Katen

JOHANN Bü 24

JÜRGENS Bü 31


KÄHLER Bü 4, 17

KAUFMANN, KOEPMANN Katen

KIPPE ½ H

KLODT II

KNABJOHANN I

KNOFF Bü 18

KOOP Bü 32

KREUTZFELD ½ H

KRÖPLIN Bü 10

KROHN Bü 15

KROLL Bü 21

KRÜTZMANN X, XII, Bü 10


LANGE III, VII, IX, X, XI, Bü 4, 10, 19, 23

LANGHANS I, X

LARSON Bü 23

LAURENZ III, 1 ½ H

LINK Bü 11, 14

LITZBARSKI Bü 19

LORENZ IV/V

LÜTTIG Bü 14, 20


MEIßNER XIV

MEYER, MEIER IX, Bü 10

MÖLLER I, Bü 33

MURJAHN, MORIAN II, VII, VIII, IX, Bü 10


NIEMANN Bü 4

NIEMEYER XIV


OELMANN Bü 3

OLLROGGE I

OTTO XII


PAHL Bü 11

PARPERS II

PLANTHAFER XII

PULS III, Bü 11


RATEKE ½ H

REHER VI

RIECKETIET, RETIET, RIKETITJE IX, XIV, ½ H

RIECKHOFF XIII

RIEFSTAHL Bü 10

ROBRAHN Bü 23

ROEHRING XIV

RUMPF Bü 20

RußWURM Bü 24


SAALFELDT Bü 6

SASS Bü 34

SCHÄDING Bü 7

SCHÄPER, SCHEPER III, Bü 1

SCHICHTE III

SCHMALFELD Bü 12

SCHMIDT XII, Bü 1, Katen

SCHÖN X

SCHUBERT IV/V

SCHULZ Bü 14, 16

SCHUMACHER XIII

SCHWIESOW Bü 10

SIEMERS Bü 12

SIERK Bü 10

SOLLMANN Bü 10

SPIESSHÖFER Bü 14

STÄDING, STEDING XI, Bü 29, 30, 32, 33

STEIN Bü 32

STEINFELDT Bü 6, 13, 28

STENDER Bü 28

STOOHS, STOß VI, Bü 25


TENGLER Bü 35

TEUT Bü 12

THIEß Bü 9

TIMM, TIMCKE Bü 9, 1 ½ H

TIMMERMANN Bü 10

TODT Bü 10


VAGET 1 ½ H

VALCKE I

VORBECK Bü 3

VOSS Bü 10, 21, 31


WARNCKE III

WEBER X, Bü 10

WEHNER Bü 10

WELLNER, WELDENER ½ H

WENDT XII

WENGATZ Bü 6

WIENCKE Bü 19

WIETFELD III, XII

WILKEN, WILKENS IV, Bü 1

WINCKELMANN Bü 10

WITTENBORCH 1 ½ H

WITTFOHT Bü 19

WULFF Bü 11


ZÜHLKE Bü 16, 17






1 „Sterley. Aus der Chronik eines Dorfes“, Laupheim 2005, S. 130

2 Bei Dettmer als „LIPPEN“ verlesen