"Berufs - Kartei"

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Abbauer

v.Kempen S.26,299:"Abbauer i.Hastenbeck"

Verd. Neusiedler; 2. Sohn, der vom Hofe abbaut;

Brockh.:Abbau = Verlegung eines Bauernhofes auf neu zugewiesenes Land zur leichteren Bewirtschaftung



Abbelatenbecker

Hennings, Nd.Berufsbez.in Sippe d.Nordmark 1940

Oblatenbecker (s.d.)

Mens.:Abbelat = Oblate



Abenture, abentuwerer, Abentürer

Wanderhändler (Bücker)

Verdenh.: Abentürer = Juwelenhändler (?)

Lexer: aventiuraere = der auf ritterliche Wagnisse auszieht; umziehender Kaufmann, Juwelenhändler.



Abfinder in Ding u.Recht

Matthiesen S. 38:
Busche S. 115: Der Dingvogt eröffnet die Gerichtsverhandlung. durch feierl.Wechselreden mit den beiden anderen Gerichtspersonen, dem "Affinder", der die Holsten in die Acht führt und das gefundene Urteil dem Dingvogt und dem "Vorsprach" als dem Anwalt der streitenden Parteien und Anklagevertreter vorliest.

siehe auch Dingvogt.



Abhörcommissar

Stuttg. 70. Vernehmungsbeamter

Grimm: abhören = einen andern, zumal Zeugen vernehmen

Mensing: afhören = verhören, gerichtl.vernehmen.



Ablader

Verd. Schiffsbefrachter

Teut: Person, die Güter an Bord eines Schiffes sendet.

Grimm: der sich in den Städten zum Abladen und Aufladen der Fracht gebrauchen läßt.



Ablässer, Ableser

Geneal. 1964, Heft 1 S. 35

"Küfer, der ein neues Faß Wein anstach, es abließ"

(Verd.)



Abschieder, Hufenabschieder

Finke, Auswanderer aus d.Probstei (Holstein) in Nordd.Fam.Kde 1969 S. 224 "Hufenabschieder in Schönberg, + 1870"

"Abschieder in Krummbek, + 1864"

Verd. Abschiedsmann = Altenteiler, Leibzüchter

Mens: Afscheed = z.Altenteil (nur in Holstein)

Afscheedskaat = Altenteilerwohnung



Abschiedsmann, =frau

Einwohnerverzeichnis von 1805(?), Archiv Gottorp.

Ausgedinger, Austrägler (vergl.d.)

Verd.:Altenteiler, Leibzüchter.

Bergh.u.Jd.:"de Oel treckt na dem Abbescheed (Affscheed)"



Abstreifer

Wasenmeister, deglubitor

excoriator = Abhäuter (Haeus)

Wasenmeister = Abdecker

verd. Abdecker



Accisedirektor, -collektor

Gebh. 1697

Duden: Akzise: Zoll, (Verzehr)-Steuer

Brockh.: Akzise: Verbrauch= u. Verkehrssteuer (veralteter Ausdr.)

Accise-Collector (Aßm. 1702) Steuereinnehmer

Akzise - Einnehmer (Sal.)

Accise-Brigadier ( Ad.Cal)

Staß-Stein: Acciseeinnehmer: Steuerbeamter, der die Accise (städtische Verbrauchsabgaben) erhebt.

Accisekontrolleur: Aufsichtsbeamter bei der Accise. Weiter gab es unter den Accisebeamten einen Direktor, Inspektor, Sekretär, Kalkulator, mehrer Buchhalter u. Visitatoren.



Accordant, Grabaccordant

Stuttg. 70.

Keyser:Akkordant, wer eine Arbeit im Stücklohn übernimmt.

Grabaccordant ein Arbeiter, der Grabarbeit in Garten u.Feld im Stücklohn übernimmt (Gerholz)



Accoucheur

Fg.Such=u.Anzeigenblatt 1927, S.95

"Wundarzt u. Accoucheur des Kreises Kalbe ... 1818"

Langensch.: Geburtshelfer



Achselträger kein Beruf!

Bergh. Beinhalter - Achselträger

Sanders - Wülfling: Achselträger - wer auf beiden Schultern trägt, es mit beiden Parteien hält.

Ad.: der auf beiden Achseln trägt, ein Heuchler. - Die Ober.... drückten... Beidenhalbner .....

(Adelung.: Spra 142/2 Phil.germ. 40 1239 a)



Achsenmacher

Kopfsteuerb. Tl.11, S.325

Stellmacher

Vergl. Assemeker!



Achtmann, Achter

Raute (1684):" Sein Vater war der Achtmann, Feuergreve, Barbier u. Brauer A.Claßen".

Achtmann: Beisitzer, Schöffe (Verdenhalven)

Grimm: Achtmann, so heißen an einigen Orten die acht Kirchenvorsteher.

Mens. früher häufiger Ausdruck für "Gevollmächtigte" in Kirche u. Gemeinde

A.L.Meentzen S.136, Fußnote:"Bürger und Achter zu Weinheim"



Ackerer

Fam.kdl.Nachr. 1967, S.189:" * 1824, Ackerer"

Verd. Bauer, Ackermann, Ackerbürger



Ackerjunge

Kopfsteuerb. Tl. 3 S. 50:

wohl angehender Ackerknecht



Ackerknecht, =student, =wirth

(Gebh) 1590

" 1619:"ackerstudent, studiosus agri"

" 1621: "ein studiosus quatuor evangeliarum"

" 1622:" studiosus quatuor evangelist., so auf dem mistwagen stecken, muß man verstehen." also Mistforkenstudent.

B.B.Konitz 1816: Ackerwirth Landwirt

Staß-Stein: Ackerwirt: gelegentliche Bezeichnung für einen Bauer, auch für einen Ackerbürger in der Kleinstadt.

Haem: Ackerknecht = servus rusticus.



Ackermann, Ackerknecht

Landwirt, Knecht in der Landwirtschaft.

Bei Salewski außerdem: Halbackermann

Ackerbürger: Stadtbürger mit Landbesitz in der Stadtgemarkung, den er selber nutzt (Brockh.)

Ackerknecht: auf großen Landhöfen der Knecht, der den Acker zu bestellen hat. (Grimm)

Bahlow: Ackermann: alte Bezeichnung des ackernden Bauern im Dienste eines Grundherrn.

Bahlow: Im M.A. war "halbe" ein Grundstück, dessen Ertrag zur Hälfte als Pachtzins zu entrichten war.



Ackervogt

Kopfsteuerb. Tl. 5 S. 206

Gr. custos agri, Flurschutz, Hüter des Ackers

Woss.-T.:Ackervagt: Aufseher u. Leiter der Ackerwirtschaft eines Gutes. Gegensatz Hofvagt.



Ackerwirt

B.B.Insterburg, S.43 1828.

Staß: gelegentl. Bezeichnung für Bauer, auch für Ackerbürger in Kleinstadt.

Was.: Bauer Ackerbürger Landwirt



Adjunkt

Kopfsteuerb. Tl. S. 50

Verd.: Amtshelfer, Gehilfe.

Brockh.: lat. beigefügt, Amtsgehilfe, stellvertretender Beamter.



Adlersmann

B.NB.Insterburg, S.13 1839

offenbar Schreibfehler: Aldermann

Staß: Ältermann: Gewerksältester, Zunftvorsteher

Aldermann, Ältester

Br. Aldermann = Ältester.

1) bei den Angelsachsen der oberste Beamte der Grafschaft

2) in Gr.Britannien u.U.S.A. Mitglied des Stadtrates



Administrator

Fam.kdl.Nachrichten 1962, S.299

"A. der Grafschaft Rantzau / ca 1731-38"

Staß: Verwalter

Keyser: Verwalter fremder Güter



Adventurier

Ferd.Röse, Lübeckische Chronik, Lübeck 1842 S. 303: "Auch das nach jahrelangen Mühen und Unkosten erlangte kaiserliche Mandat, daß alle >Adventuriers< (bevorrechtigte Engländer) die deutschen Ständte verlassen sollten, hatte nur eine gleiche Austreibung des hans. Niederlassung aus England zur Folge (um 1600).

Vergl. Abenture = wandernde Händler

Vergl. auch Ebentürer!



Aedil(es)

Bülow, Barth S. 591

"Die Aediles, später Kirchenbauherren, hatten die kirchlichen Gebäude zu beaufsichtigen u. mußten die Bauten leiten."

Keys.: Ädil = Röm. Beamter, der Bau- u. Marktwesen sowie die Zirkusspiele unter sich hatte.



Aedituus

B.B.Osterode 1644

Verdenh.:Küster;Mesner; Glökner; Religioslehrer; Kirchvater.

Staß.Stein: Küster, Glöckner, Meßner, Ministrant

Haem.: Sakristan, Sigrist, Kirchner, Küster, Glöckner, Meßner, Ministrant



Afstöter

Lübeck 1538.

stand im Dienste der Gerber. Aufgabe: das Haar von den Fellen abzustoßen (Holmberg)



Agent

Fg. Such- u.Anzeigenblatt 1927, S. 37

"kaiserl. u. kurfürstl. Agent zu Prag, zogen 1624 nach Leipzig"

Brockh.: Vertreter, jeder der für einen anderen in irgendeiner Weise tätig ist.

Keyser: Geschäftsführer, Beauftragter, insbes. als Beauftragter einer Regierung in e. fremden Land, ohne diplomatischen Rang.



Agtschleifer, Agsteinfischer

Bernsteinschleifer

Agstein = Bernstein (Haem.)
Agsteinfischer = Bernsteinfischer (Verd.)

Gr. Der Bernstein wurde im M.A. oft mit Achat, Gagat u. Magnet vermengt und danach benannt. Gagat = "schwarzer Bernstein", Glanzkohle

Brockh. Gagat, Jet, eine zu Trauerschmuck verwendete polierbare, tiefschwarze Braunkohle

danach benannt Gagat = "schwarzer Bernstein", Glanzkohle.



Ahlenschmied

Mum. S. 84

Hersteller von Schusterahlen

(Haeus: faber subularius, Nadelmacher (Handb.d.B.)

Mens. Ahle = Pfriemen, Werkzeug der Schuster, Schirmmacher, Bürstenbinder usw.



Ahmer

Spieß, Braunschweig S. 234: "Die Ahmer wurden scharf überwacht, daß sie die Fässer (Bier) richtig auf 105 Stübchen ... vermaßen"

"Das genau geahmte Gefäß mußte mit dem Maßstrich, einem B (=Braunschw.) u.dem roten Braunschweiger L”wen gezeichnet werden." S.459: Aufgabe des Ahmers war es, die fremden Bierfässer auf ihren Inhalt zu ahmen u. die Angaben über die Größe der Fässer .... beizufügen.

Gr.:favilla ignita

Bergl. amern

Wass.: Ahm = Ohm; ahmen = Verb zu Ahm, eichen, Hohlmaße auf ihre Richtigkeit prüfen.



Aicher

Eichmeister (Verdenh.)

Krünitz: "aichen, eichen heißt ein Maß oder Gewicht mit einem echten u. accuraten vergleichen .... In vielen Städten müssen alle Maße u. Gewichte ... von hierzu bestellten Personen, welche man geschworene Aichner oder Aicher nennet, besichtiget ... und gestämpelt werden."



Akesbaas

Verdenh.: Kahnschiffer (Ruhrgebiet)

Kluge: Kahnbesitzer



Aktuar

Momsen (S.148) "In den Zähllisten ... findet sich ein Amtsverwalter; er war zugleich Aktuar"

Brockh.: mittlerer Gerichtsbeamter (veralt.Ausdruck)

Keyser: Gerichts-, Amtsschreiber

Staß.Stein: Actuarius: Aktuar, Schreiber, Nebenbeamter, Protokollführer



Akzessist

Famil.kdl.Nachrichten 1964, S. 74 "Akzessist b.d.Zollgefällsadministration in Brünn, vor 1823"

Mitarbeiter bei der Zollverwaltung

Verd.: accisor = Steuereinnehmer

accensus = Gemeinde-, Gerichtsdiener

Brockh.: Akzessit = 1)Nebenpreis 2) Tag des Eingangs



Alabasterer

Mum. S.84/5

Alabasterarbeiter, =schneider (Haem.)

Gr. der aus Alabaster Sachen fertigt.

Alabaster = feink”rniger, durchscheinender Gips



Almosensammler

Kopfsteuerb. Tl.11 S.281

Woss.-T.:.Ältere Form: Almissen, "dat Almissen samlen", "den Armen ere Almissen ... mitdelen", im bes. eine Scheibe Brot, die bei Tisch als Teller benutzt u. danach den Armen gegeben wurde.

Im Almissenkorf (Almosenkorb) sammelte der Almosensammler die Spenden.

Krünitz Bd.2 S.412: wöchentlich od. monatlich werden Beiträge von einem .... in Begleitung zweier Armer, deren einer eine Büchse, der andere einen Sack oder Korb trägt, eingesammelt.



Alpuzzer

Zom,Augsburg S. 111

Schuhflicker

Vgl. Rineschuhster, Altbüßer!



Alsteker, Aalsticker

Kraak, Flensbg.

Mensing:Aalsteker, Aalstecker, an langem Stiel befestigte, an den Spitzen mit Widerhaken versehene Gabel, die man (bes.im Winter vom Eise aus)in die im Grunde des Schlammes liegenden Aalhaufen stößt.

Fr.Melle:"Aalsticker, ein Küstenfischer,der im Wattenmeer Aale mit einem spitzen Stab fängt ( aufspießt,von niederdeutsch "sticken")"



Altarbildner

mittelalt. Kunsthandwerk

Sie mußten in verschiedenen Techniken zu Hause sein. Herkommend von Holzschnitzerei oder Steinmetzhandwerk, verstanden sie sich auch auf Malerei u. Vergolderei (Potth.)



Altarist

Nordd.Famil.kd. 1953 S. 145

1644 "Altarist zu Weende" (bei Göttingen)

Gr. Altardiener

Verd. Küster

Staß Altardiener, Meßknabe

Gr.A.: altarista, aedituus, minister arae

Spieß, Braunschw. S.625: (Altarstiftungen):"Mit den Altären waren Altaristen- (Meßpriester-) stellen verbunden."

von Drewitz, Stadt u. Land Daber, S.25:"Vor der Reformation stifteten Einzelne ... Nebenaltäre in die Kirchen, an denen Messen ... gelesen wurden. Die Geistlichen, die diese Messen lasen, hießen Vicare oder Altaristen."



Altarmann, Altarmeister

Apel S.2: 1486 Ratsmann u. Altarmann

" S.8: 1520 ist er Altarmeister

Verd.: Kirchgeschworener

Gr. aeditus, diaconus = Küster, Hilfsgeistlicher, Mitglied des Kirchenvorstandes.



Altbinder

Warncke S. 86. 1829 hatte das Amt der A. noch 12 Meisterstellen.

besserten Fässer (Gebinde) aus

Staß-Stein: besserte Tonnen, Eimer u. sonstige Holzgefäße aus.



Altbüßer, nd. Oldboter

Flickschuster, auch Altlapper, Altplacker, Altreise, Russe, Rizze genannt (Potth.)

Riester = Lederflicken f. Schuhe

lepper, schulepper (Bürker)

vergl. Russe!



Altflicker, Altlapper, Altplacker

Mum. S.103 Schneider

Flickschuster (Grönh.)

vergl.Altbüßer

Grimm: Altlapper = der zerrissene Schuhe lappt, ihnen Lappen aufsetzt

B.B. Stettin 1780: Altschuster

Staß-Stein: flickt das Alte, besonders Schuhe u. Stiefel.



Altfrau

Famil.kdl.Nachr. 1970 S. 403

"Altfrau des herzogl. Hofes" Ratzeburg, 17. Jhd.

Mens.: Oldfru = Aufseherin über die Mägde



Altgewander, altgewender

besserte getragene Kleidung aus oder handelte damit (Potth)

In Frankfurt hießen sie Altwendere u. waren hier ausgesprochen Händler (Potth)

altgewender, altwendere: Händler mit alten Kleidern (Bücher)

Altwender: Flickschneider, Händler mit alten Kleidern (Verd.)



Altlapper

Altmacher, Altreis, Flickschuster s. Altbüßer, Altreuße (Haem)

Gr. der zerrissene Schuhe lappe, ihnen Lappen aufsetzt.



Altplacker

Handwerker, der alte Sachen umarbeitet, Flickmeister, Altwerker a)bei den Schneidern, wo es im 15.Jahrh. an die Stelle des älteren "altgewender" getreten zu sein scheint,

b) bei den Steinmetzen, Maurern u. Zimmerleuten, wo der "altplacker" neben dem "humpeler" genannt wird (Bücher)



Altreis

B.B.Weimar 1696

Altreuß (s.d.) Flickschuster

Dud.: Trödler



Altreußen, Reußen, Rußen

Unzünftige Flickschuster (Potth. 1.77), die ohne eigene Werkstatt im Lande umherzogen u. im Hause ihrer Kunden arbeiteten, was gegen die handwerkliche Ehre verstieß (Potth.)

altruzze = rusze (Bücher)



Altwalker

kauften altes Tuch, das sie neu walkten u. aufbereiteten (Potth.)



Amanuensis

Lüb.Adr.buch 1826 S. 229/258 "Amanuensis am Landgericht, Advocat u. Notar".- Amanuensis am Niedergericht, Advocat u. Notar".

Sekretär



Ambachtsknecht, -schriver

Verdenh.: Handwerk, Teilnahme an e.Innung, Amt = Ambacht

Amts-, Zunftdiener

Amtsschreiber

Gr. ambacht = Amt

B.B. Hornburg S. 27 (1617) "amptschreiber"



Amidammaker

Lübeck, Hennings

Stärkehersteller

Lüb. 1798: Amidammeister Meister in einer Stärkefabrik

Amidam = Stärkemehl

Grönh. 1765:Amidamfabrikant



Amman

Nürnberg 1326 (704) - Amtmann, officialis

Verd.: Ammann = Amtmann

Lex: amman = verkürzt aus ambetman: Diener, Beamter, bes. urteilsprechende Gerichtsperson, Bürgermeister.

Schmeller: Ambthof, Landgut, Bauernhof, von den Offizialen oder Ministerialen eines Fürsten als Amtslehen genossen, entweder i.eig.Person oder durch einen Pächter bewirtschaftet.

Der Ambtbaur, der Amman, der Bewirtschafter eines solchen Hofes."



Amtsbarbier

Klüver, B.B.Oldesloe 1792. -

" " 1798: "Meister des hiesigen Balbieramtes u. Chirurgus"

Barbier, der zum Amt (Zunft) der Barbiere gehört



Amtsbote

Bote eines Amtes = Zunft = Innung

Lüb.Adr. 1842: Böttcher-A., Bäcker-A., Fischer-A., Maler-A., u. andere.

Gr. Amtsknecht

Mens. "Amtsbaad" = Gerichtsdiener

Brockh.: Amt = Amtsbezirk, Verwaltungseinheit. Amtsbote daher auch Bote, Angestellter des Amtsbezirks



Amtschirurg

Freytag, Neubürger in Meldorf 1574-1755, Nr. 1158

Die Chirurgen erlernten den Beruf wie andere Gesellen bei einem Meister, im Nebenberuf arbeiteten sie als Barbier.



Amtscommissarius

B.B.Insterburg S. 19 / 1725 (MTT)

Staß: Amtskommissar:Steuerbeamter, der 1717 an die Stelle des Schoßeinnehmers trat.

Steuerbeamter



Amtshauptmann

Germann S. 184 "A. in Chemnitz"

Staß: Hoher Verwaltungsbeamter ... steht an der Spitze eines Hauptamtes"

Brockh.: Amtshauptmannschaft bis 1939 die unterste staatl. Verwaltungsbehörde in Sachsen.

Gr.: praefectus provinciae; Landvogt, Drost



Amtshofmeister

Kopfsteuerb. Tl.5 S. 105, 196

Der Hofmeister ist verantwortlich für den Wirtschaftsbetrieb der Domäne, die zum Amt gehört.

Das Amt ist staatl. Behörde für einen Bezirk (nach Freitag, Landesbergen).



Amtskeller

Verdenh.: Beamter, etw. niedriger i. Rang als Amtmann, meistens Leiter kleinerer Bezirke.

Grimm: = cellarius, eigentlich Aufrichter des Kellers, oft aber

ein gleich nach dem Amtmann folgender Beamter.



Amtsknecht

Kaiserslautern 1276-1951; Kaisersl. 1951.

Amtsknecht heißen Knechte sowohl im Dienste der Stadt als von Klöstern u. ähnl. Organisationen.

Vergl. Ambachtsknecht!



Amtsmeister

Handwerksmeister, die einem Amt (Zunft, Innung) angehören, im Gegensatz zum Freimeister, der vom Rat der Stadt die Genehmigung zur Ausübung seines Berufs erhalten hat, ohne der Zunft anzugehören.

Verd.: Innungsmeister, Obermeister

Haem.: Ammeister = Zunftmeister



Amtspedell

Fam.kundl.Nachr. 1964 S. 2

"fürstl.lipp. Amtspedell in Brake" + 1823

Gr. Amtsknecht

Mack. Pedell = Hochschulgehilfe

Keys.: " = Aufsichtsbeamter einer Hochschule (früher auch Schuldiener)



Amtspfleger

Strack, Kreisfremde ... in Fam. + Volk 1957 S. 304

"gewesener Amtspfleger u. Büsenwirt" (1708)

Gr. Leiter eines Amtes, eines Amtsbezirks

Gr. Amtspfleger = administrator muneris



Amtssalzkonduktor

Kopfsteuerb. Tl.5 S. 37

"Bürgermstr. A.Brandes, Brauer ist auch Amts-Salz- und Bergwerkskonduktor"

Beamter des Salzamtes, Vergl. Salz-faktor, -inspektor usw.



Amtsschließerin

Kopfsteuerb. Tl.3/S.4

Die Person in dem großen Haushalt des Amtes (nach Freitag, Landesbergen, 25 - 30 Personen), die Vorräte unter Verschluß hat u. nach Bedarf ausgibt.

Vergl. Schließer



Amtsschlosser

Goslarer Ratsurteilsbuch 1590: Warneken, Amtsschlosser, Alsleben". (Lindenau)

Verd. Steuereinnehmer eines Amtes (eines Amtsbezirks, einer Verwaltungseinheit) Brok.



Amtsschöppe

B.B. Weißenfels 1788: Amtschöppe vorm Saalthor

Amtsschöffe

Staß: Beisitzer auf den Gerichtstagen des Amtshauptmanns.



Amtsschreiber, Amtsschultheiß

Apel, S.2, 20m usw. 1535-40: Magister, einst Amtsschreiber

" S. 20: 1521-27 Amtsschreiber

" S. 84: Tochter des Magisters u. Professors heiratet den Amtsschultheiß, + 1620

Staß: Amtsschreiber: führt die lfd. Geschäfte eines Amtes... ist die Seele der Verwaltung usw.

Staß: Schultheiß = Oberhaupt einer Stadt usw.

Gr. scriba in praefectura = Schreiber im Statthalteramt.

Amt = landesherrliche Dienststelle



Amtsschuster

Freytag, Neubürger i.Meldorf 1554-1755 Nr. 1163:

Mens. Amt = Zunft

Schuster , der Mitglied der Zunft ist.

Amtsschuster, Amtsschneider

Müller, Schüler u. Lehrer der Husumer Gelehrtensch. S. 28; S. 52

Mens.: Amt = Zunft im Handwerk

Woss.: Amtsschauster = zünftiger Schuster im Gegensatz zum Freischuster.



Amtssportelkontrolleur

Germann S. 265 "(1813-1879), A. in Zwickau"

Keyser: Sportel = für amtl. Dienstleistungen zu entrichtende Gebühr.

Kontrolleur = wer eine Kontrolle ausübt.

Brockh. Sporteln = früher Verwaltungsgebühr, die unmittelbar dem beteiligten Beamten zufloß.



Amtsverweser

Grossmann S. 176: "Amtsverweser, + 1680"

Staß: "Vertreter des Amtshauptmanns als es ... üblich wurde, die Amtshauptmannsstellen als Sinekuren an verdiente Offiziere .... zu verleihen"

(Amtshauptmann = hoher Verwaltungsbeamter)

Haem: Administrator

Gr. Amtsverweser = Amtsverwalter



Amtswinzer

Apel S. 5: Aschermann, Friedr. Bote und Oberwinzer des Amts

" S. 274: 1500-03 Amtswinzer

Winzer des herzogl. Amtes



Anbauer

Struck, Gr.Alsleben: 1759: Anbauer

1855: Neu-Anbauer

1861: Alt-Anbauer

Verdenh.: Kleinbauer; Neusiedler; Pächter

Gr. colonus, Ansiedler



Anbieter, Anbieder, Anbüther

Haertel,F. „Haas,Georg, 1719 Ambtmann, 1721-31 Anbieder ...“ = Gerichtsbote

Verd.: Gerichtbote, Gerichtsdiener



Anckerschmed, Ankerschmied

Fuhse, Braunschw. S. 33:"das Schmiedeamt binnen Wismar erklärt 1578 ...:"Unse Ampt, dat is veerkluftig, nehmlich Groffschmede, Kleinschmede, Anckerschmede, Messerschmede."



Angriffsdiener

Momsen (S.146)

(hauptamtlich angestellt) bei der Stadt.

Der Angriffsdiener gehörte zu den niederen Exekutivbeamten, er diente zur Arretierung u. Schließung der Verbrecher. (Nach Hähnsen, Geschichte der Kieler Handwerksämter; Kiel 1920)
Stadtbibl. ZA 2048



Anschicker in der Peundt

Haemmerle S. 120

Lexer: Anaschicker = Anordner, Schaffer

Schmeller: Peundt = Beunt = Beum =

Grundstück, das, ohne Garten zu sein, eingefriedigt ist.



Anschläger

B.B.Stettin 1781

Gr.: A. kann nach den verschiedenen Bedeutungen des Anschlagens mancherlei aussagen:
1) Zettelanschläger, 2) der im Bergwerk die Glocke anschlägt zum Hochziehen des Korbes, 3) Glockenschwengel anschlagen.

Handb. der Berufe: Schlossereihilfsarbeiter, der die Beschläge an Türen usw. anschlägt.



Anspänner

Struck, Gr.Alsleben 1791

Verdenh.: Vollbauer, Pferdepfleger auf Gütern

Gr. ein Bauer, der Zugvieh hält

Vollspänner = fronpflichtiger Bauer, der ein ganzes Bauerngut besitzt.

Halbspänner = Besitzer eines halben Anspanngutes

B.B. Köthen S. 53 (1683) "Anspänner"

Henning, Dienste u. Abgaben der Bauern im 18. Jh. Stuttg.69 S.92 "hatten >Anspänner< mit 40-60 ha Nutzfläche etwa 36 Tlr. an Ablösungsgeldern".

Gr.:ein Bauer, der Zugvieh hält

Krünitz: A., Pferdebauer, welcher in Schwaben Anspänniger genannt wird, der ein Pferd auf gemeine Kosten hält, um bei Gelegenheit der Obrigkeit zu dienen.

Anspanngüter = Dienst-, Frohngüter, deren Besitzer mit Pferden od. Ochsen Frohnen dienen müssen.

Krünitz: Anspänner werden in Chur-Sachsen die Bauern genannt, welche mit Pferden u.a. Zugvieh ihrem Gerichtsherrn gewisse Frohnen u.a. Dienste leisten müssen, werden auch Pferdner u. Hüfner genannt.



Anstriker

Maler (Schu): Anstreicher

s. Weißbinder, Meler, Ibser, Hilgenmaler, Freimaler



Anwaldschultheis

B.B.K.-lautern 1774-1789

D.Rechtswörterbuch: A = Unterschultheiß, Vertreter des Schultheiß

Anwaltschultheiß, Unterschultheiß, Vertreter vom Landesherren bestimmten Schultheiß (Deutsch.Rechts-W.B.)

Gr. Anwalt = advocatus, procurator



Apengheter, Apengeter

Erzgießer, Bildgießer Potth. S. 146

Im nd. Raum von Bremen bis Greifswald Bezeichnung der Rotgießer bzw. Gelbgießer: Hersteller von Kupfer-, Messing- u.Bronzegefäßen, auch von Glocken u. Geschützen (?), in Lübeck noch bis um 1650 (mit den Grapengetern, Grapengießern in einer Zunft). (Bahlow)

apengeter Rotgießer (Höhler)

Wehrm.: Ap = Affe

Apengeter: Rotgießer, weil sie an ihren Arbeiten Figuren als Zierrathen anbrachten. Die A. nannten sich auch rinkvilere oder bretzenmakere, später hießen sie Rothgießer, verarbeiteten rotes, sprödes, die Gelbgießer dagegen gelbes, geschmeidiges Messing.



Apfelkramer

B.B.Hannover 1689 Obsthändler

Vergl. Appelhöker



Apot(h)eker, Apteker, Atteiker

(Gebh.) 1593 Apotheker

i. M.A. Heilpflanzen- u. Gewürzkrämer (Bahl.)



Apotheken-Admodiant

b.Velten, B.B.Krzn. 1609 + Velten, Ärzte, Bader usw. S. 26 1608/9

Joh.Kolmann, Admodiator

Verd.: Admodiator: Verpächter, auch Pächter

Brockh. 1884: Admodiation oder Verdingung, wofür auch der Ausdruck Accord gebraucht wird, ist der vertragsmäßige Abschluß .... über Dienstleistungen.



Appelhöker(sche), Apfelkramer

Apfelhökerin; Lübeck (Hennings)

Appelhöker = Obsthändler (Schu)

B.B.Hannov. 1689: Apfelkramer.

Mensing: Appelhöker = spöttisch für Gemüsehändler



Appellationsrath

Lüb.Adreßb. 1844 S.153

"Ober=Appellationsrath" Mitglied des Ober=Appellationsgerichtes, das höchste gerichtliche Instanz für die 4 freien Städte Deutschlands in privatrechtlichen Streitigkeiten u. Kriminalsachen war.



Appelmenger, eppelmenger

auch eppelhocke, eppelmann

Apfelhändler (Bücher) - vergl. Appelhöker



Appreteur

Carl Schulz S. 45, 1781 "Zeug=Appreteur"

Brockh.: Appretur, Verfahren ,Textilien durch mech. od. chem. Behandlung ein besseres Aussehen oder höhere Gebrauchseigenschaften zu verleihen.

Keyser:Appreteur = Zurichter, Ausrüster

Appretur = Schlußbehandlung von Geweben, um diesen Glanz, Wasser- und Knitterfestigkeit zu verleihen.



Aquavitabrenner

Penners-Ellw. S. 352 - 1574 -

Branntweinbrenner



Arcanist

Von der Manufaktur zur Fabrik; Ausstell. des Hess. Staatsarchivs 1983

Mark: Arkanum = Geheimnis, Geheimmittel

Fachmann, der z.B. das Geheimnis der Porzellanherstellung kannte.



Archelejmeister

Hennings (Dom 1628) Artilleriemeister



Archidiaconus

Hintze S. 25 "A. in Lund, + ebd. 1634"

Staß: erster Geistlicher an einer Kathedralkirche u. Mitglied eines Domkapitels, steht in engster Verbindung mit dem Bischof, den er bei manchen Amtshandlungen vertritt. ...

Nach der Reformation haben auch ev. Pfarrer den Titel A. fortgeführt.

Brockh..: !) in der alten christl. Kirche der erste Gehilfe u. Vertreter des Bischofs; 2) in ev. Kirchen der zweite Geistliche an den Hauptkirchen größerer Städte.



Arithmeticus

Hintze S. 13 "+ 1691, vorher Ar. zu Lübeck"

lat. Rechenkünstler, Rechenmeister



Armbruster, Armbosterer

a) fertigte Armbrüste Potth. S. 128, 174

Ende des 15. Jahrh. fand die Armbrust in Deutschland Eingang.

b) Lübeck (Hennings) balistarius = Armbrustmacher (Höhler)

B.B.Cölln: armbrustirer

Wehrm.: Als der Gebrauch des Schießgewehrs allgemein wurde, fingen sie an, Leim zum Verkauf zu bereiten, später war dies ihr einziges Geschäft, sodaß Armbosterer u. Leimsieder lange Zeit als gleichbedeutende Ausdrücke galten.

Behrens, Topogr. schreibt:"Armbosterer (Leimsieder)"



Armendiener, Armenvogt

Momsen (S.147) Die Aufsicht über das Armen- und Bettelwesen haben in der älteren Zeit die sog. Armenvögte geführt. ... An ihre Stelle ist in der Zählliste von 1840 der sog. Armendiener getreten." 1840 wurde das (Arm) Arbeitshaus von dem städt. Armendiener geleitet.

Grönh.Litz (50)"Die Armenvögte oder Prachervögte spielten eine wesentliche Rolle in der Armenfürsorge"... "Am Sonnabend versammelten sich die Armen auf dem Markt bei den drei Prachervögten. Die ... gingen mit ihnen durch die Straßen u. nahmen von den Bewohnern ... Gaben in Empfang. Im Jahre 1765 .. gehörten 89 Arme dem Trupp an. / Miller, S.79:"Armenvogt"



Armenhausvater

B.B.Weißenfels 1809:
Betreuer eines Armenhauses.

Ad. Armenhaus: ein Haus, wo man Arme u. Gebrechliche mit der Notdurft versorgt.



Armenkollekteur

Seeberg-Elverfeldt, Bürger - Angerburg. S. 33:

"1811-12 Armenkollekteur; Stadtverordneter, Handschuhmacher"

Keyser: Kollekteur = Beitragssammler für wohltätige Zwecke



Armenpotel (Armenbüttel)

a) Sauer, Meister u. Lehrjungen des Amtes der Tuchmacher zu Greifenhagen (MTT) S. 26

"Invaliden Armenpotel (Armenbüttel) um 1800

Armenvogt, Armendiener

b) Sauer, Tuchmacheramt Greifenhagen, in Ostd.Fam.Kde 1965 S.87

"Invaliden Armenpotel (Armenbüttel) 1797"

Ein Büttel, der das Betteln der Invaliden beobachtet u. ordnet, ähnlich Bettelvogt.



Armenvater

Spehr, Libaus Bürger 1600 - 1700 in Ostd.Fam.kde 1971 S. 100

"1710 Kfm. u. Armenvater, Gastgeber"

Gr. Armenpfleger.



Ar(r)endator

Gebh. 1688 Pächter (Duden)

Gutsverwalter (Salewski)

Keyser: Arrende, Arenda: im russ. Recht Pachtvertrag, Überlassung von Staatsländereien zur Nutzung als Belohnung (im zar.Rußland).

Staß-Stein: Pächter. Viele Güter, einzelne Vorwerke im 17. u. 18. Jh. vom Landesherrn oder privaten Grundherrn in "Arrende" (Zeitpacht) ausgetan.



Arroeß - Schreiber

Tb. Jacobi April 1630.

Arrestschreiber?



Arsete, Arste

B.B.Hannover Arzt, Medicus

Sch.-L.: arste ( zusammengezogen aus arzete = Arzt).

Nebinger:“28.8.1497 M.Hans Altstuele, Schnittarzt aus Ingelstat“



Artillerie - Bedienter, Zimmermann

Schubert, Kopulationsregister aus Meckl. Kirchenbüchern, Göttingen 1984

Hilfskräfte der Artillerie zum Schanzenbau, Lafettenbau usw.

Staß: Unter Friedrich II waren allen Truppen Zimmerleute zugeteilt, die Pionierarbeiten verrichteten.

Zimmermann war Dienstbezeichnung!



Artillerieknecht

Kopfsteuerb. Tl. 3 S. 12

Soldat der Artillerie



Artillerieschmied

Kopfsteuerb. Tl.2 S. 20

"Fürstl. Artiglerie Schmied gewesen"

Ein der Artillerie zugeteilter Schmied. - Vergl. Fahnenschmied!



Aschbraker, -wraker

Penners-Ellw. S.283 1646

" " 372 "Aschenwraker"

Staß: Aschbraker = Sortierer der Pottasche

Prüfer, Begutachter der Asche, bzw. Pottasche

Vergl. Braaker, Wraker!



Aschenborner

Keyser, Danzig S. 18:"aschmänner, aschenborner"

Aschenbrenner

Lexer: bornen = brennen

Haem. Holzaschenbrenner für Glashütten - u. zur Gewinnung von Pottasche zur Seifenherstellung.



Aschenbrenner, Äscherer

Bahlow: altes Gewerbe; durch Holzbrand gewann man Asche für Glashütten u. Seifensiedereien.

Grimm: Äscherer, der für Glashütten oder Schmelzwerke im Walde Holz zu Asche brennt.

Blau: Der A. war eine für jede alte Glashütte wichtige Person, denn ohne Pottasche gab es früher kein Glas. 1761 wurden in der Hütte Pochingen bei Zwiesel 585 Klafter Holz verschürt (verfeuert). Zur Gewinnung der nötigen Pottasche 1300 Klafter! - Meist arbeiteten 2 A. im entlegenen Walde zusammen.



Aschenführer, Aschenfahrer

Zeitschr.f.nd.Fam.kde (Hbg.)
Fuhrmann, der Holzasche aus dem Küchenbrand der Dörfer u. Städte zur Glashütte lieferte. Diese Asche reichte jedoch nicht aus, daher hatte eine Glashütte meist einen "Aschenwald", in dem der Aschenbrenner Holzasche herstellte. (Blau)



Aschenschmelzer

Gebh. 1710 "A. auf der alten Glashütte gewesen."

? = Aschenbrenner?

Bahlow: Aschenbrenner: altes Gewerbe; durch Holzbrand gewann man Asche für Glashütten u. Seifensiedereien.- Aus der Holzasche gewann man durch Auslaugen Pottasche, K2CO3, die zur Glasherstellung verwendet wurde.



Äscherer

Holzaschenbrenner (i.Glashütten, Seifensiedereien) (Verdenh.)

Krünitz: "Wenn man die Holzasche mit heißem Wasser auslauget, ... so entsteht daraus die Pottasche. ... sie wird gesucht auf Glashütten, Fayence- u. and. Fabriken. Es gebrauchen solche der Salpetersieder, Schmelzer ... Köche beim Einweichen von Stockfisch".

vergl. Aschenschmelzer! -brenner!



Asega

Rienke-Walter, Zur Gesch. der Binnendeiche usw. in Jahrbuch der Gesellsch.f.bildend.Kunst u. vaterl. Altertümer zu Emden, 1955 S.146 (Stadtbibl. A.Z 2039)

"Asega d.h. Rechtsprecher"

Was. Rechtsprecher bei den Friesen

Verd. Vom Volk gewählter, in Eidespflicht gegen den Kaiser stehender Richter.

( ..... ) (wie Verd) afries. Richter, ursprüngl. mit priesterl. Würde.



Aseger

Ohling-König, Das Älteste Schatzungsregister Ostfrieslands, in Jahrbuch der Gesellsch. f.bildende Kunst u. vaterl. Altertümer in Emden, 1954 S. 65 (Stadtbibl. AZ 2039)

"hat natürlich nichts mit dem altfr. asega zu tun, sondern ist wahrscheinlich als "Aasger" (Abdecker) zu fassen.



Assemeker

B.B.Hannov. Stellmacher

Lasch-Borchl. assemaker, -meker = Achsenmacher



Ätz-, Etzmaler

Gatz, Das Malerhandwerk, Leipzig 1937 S. 73

"Etzmaler waren besonders in Nürnberg bekannt. Man nimmt an, daß ... die Maler zu verstehen sind, die mit Emaillefarben an Schmuckkästchen, Schmuckstücken usw. zu arbeiten hatten.



Atte

Rienke-Walther, Zur Gesch.d.Binnendeiche usw. in Jahrbuch f.bildende Kunst u. vaterl. Altertümer zu Emden, 1955 S. 146 (Stadtbibl. AZ 2039)

" niederen Organen, den Atten, von denen offenbar einige bes. mit der Aufsicht von Deichen u. Sielen beauftragt waren; sie hießen Deich-Atten".

Verd. Atten (Etten) fr. Bauerrichter, Schöffe

Doornk.-Koolm. Atte(2) Richter, Bauerrichter, Schulze, Schöffe, Beisitzer, Vorsteher, Aufseher usw.



Aubergist

Magd.Adr.

frz. aubergiste = Gastwirt

auberge = Wirtshaus, Herberge



Auditor, Auditeur

Stuttg. 70

Verdenh.:(ab 1621) Militärgerichtsbeamter als jur. Berater, Richter, Ankläger od. Verteidiger bei Stand- u. Kriegsgerichten.

Keyser: eig. Zuhörer: Gerichtsbeisitzer, Militärjustizbeamter.

Grönh.Litz (S.40) "Die dem Militär beigegebenen Rechtsgelehrten hießen im dänischen Heer, 1848 auch im schlesw.holsteinischen, Auditeure.

Staß-Stein: Militärrichter, zu den oberen Militärbeamten gehörig ... An ihre Stelle traten 1898 die Kriegsgerichtsräte.



Auengärtner, Auenhäusler

Elsler, Dorfurbar v.Kielingswalde 1734,

in Ostd.Fam.kde 1963, S.137

Verd.: Auenhäusler -> Häusler

Mitzka: Aue = Flur am Deich; Auengärtel = Bauplatz in der Dorfaue, längs des Baches zwischen den beiden Gehöftreihen.

Häusler mit wenig Land, am Dorfbach wohnend.



Aufdrucker

Gatz, Das d.Malerhandwerk, Leipzig 1937 S. 69

"Zur Aufgabe der Tuchmalerei gehörte oft auch die Bemusterung von Stoffen durch das Aufdruckverfahren. In manchen Städten bildeten die Aufdrucker ein eigenes Handwerk (z.B.Wien)"



Aufschläger

Behrens, Top. S. 284. Bei der Aufteilung der Bewohner von Kirchwärder: "4 Schullehrer, 21 Aufschläger, 6 Schlechter " usw.

Verd.: Auflader, Akzise-Erheber.

Adelung: 2) in Oberd. derjenige, der zur Einnahme des Aufschlages gesetzt wird; Zolleinnehmer.



Aufschlaggegenschreiber

Steuergegenschreiber (Haem)



Aufseher auf dem großen Mühlendamm

Adr.B.Lüb. 1811 S.45

Haem.:Aufseher= inspector, lixa, lixis (Gerichtsdiener)

Revidirte Accise-Ordnung f.d.hies. Stadtmühlen von 1814 verpflichtet den Aufseher, kein Malz oder Korn zur Mühle zu lassen bevor nicht der Freizettel, Quittung für gezahlte Accise, abgegeben ist, darauf zu achten, daß stichprobenhaft Inhalt der Säcke nachgemessen wird (durch angestellte Personen), bei unrichtig gefundenen Säcken das Stadtzeichen zu setzen u. dem Acc-Department zu melden.



Aufwärter

Adr.Cal. 70/84

S.7: Aufw. beim Admiralitäts-Collegium

S. 9: Gefangen-Aufw. (Justiz-Colleg.)

S.18: Aufw. beim Konsistorium

S. 20: " " Königl.Lederschau

Aufwärter (Lutherzeit) Bedienter (Brockh.)

Bürodiener, Amtsdiener

Grimm: ein den Gästen aufwartender Bursche in Haus u.Keller

Staß-Stein: Diener, z.B. beim Ratskollegium



Aul(n)er

Danckert, Unerhrl.Leute: Töpfer

vergl. Ulner

Verd.: Aulenbäcker (Auler) = Töpfer



Aumann

Lüneburg: Aumann u. Landmann

Kück: In Lüneburg gab es einen Aumester, Ilmenau-Aufseher./ Aumann wahrscheinlich ein Mitarbeiter, bezw. Untergebener des Aumeisters (Ger.)



Aumester

Krause, ZA 2431/1879 S. 113

Aufseher der Ilmenau (Flüßchen durch Lüneburg)

Kück: Ilmenau-Aufseher



Aurmaker, Auermacher

Uhrmacher; Lübeck (Hennings)



Ausbürger

Schaub, Oldenburger Ausbürger 1607-46

"außerhalb des Stadtbezirks wohnende Bürger"

"die das Bürgerrecht ererbt oder erkaufft haben, und nicht in der Stadt wohnen, sondern an anderen Orten in oder außerhalb des Landes ... sich haben niedergesetzt."

Verd.: Vollbürger, die in eine fremde Gegend (Stadt) verzogen sind, ihr Bürgerrecht aber durch Zahlung ... aufrechterhalten."



Ausbreiter, Ausbraiter

Kupfertreiber, Kesseltreiber (Haem)



Auscultator

Adr.Cal.70: Cammer-Auscultator

Beisitzer ohne Stimmrecht (Keyser)
A. bis 1869 Titel der Referendare (Brock)

Ency 1732: A. heißt nach Königl. Preuß. Verordnung ein Beysitzer in einem Collegio, welcher wohl hören, aber nicht reden mag, biß ihm der Mund durch Bestallung eines würklichen Collegen geöffnet zu werden pflegt, wenn er sich wohl anläßet."



Ausfaut

G.F.Böhn, Die Alzeyer Ausfautei,

in Mitteilungsblätter f.Rheinische-Hess. Landeskunde 4 (1955) S.101

Waisenschreiber

Vogt, dem die Ortsfauteien unterstellt waren, die wiederum den pfälz. Leibeigenen Schutz boten.

Was.:Fauth = Vogt

Verd.: " = Vogt, Amtmann

Die Alzeyer Ausfautei befahl 1494 über 6000 Leibeigenen.



Ausfauthei-Schreiber

Fam.kdl.Nachrichten 1983

Fauthei = Vogtei

Ausfaut = Vogt, dem die Ausfauteien unterstellt waren, Vogteien, die den außerhalb der Landesgrenzen wohnenden Leibeigenen Schutz boten.

Vergl. Ausfaut! Tl.4 (Nachtrag)



Ausführer

Bandau, Halberstädter Brauberechtigte, Leipzig 1932 S. 11

"Mitte des 18. Jh. hatten noch 41 Personen direkt vom Brauhandwerk gelebt, nämlich 7 Braumstr., 21 Brauknechte, 7 Zuschläger, 5 Ausführer u. 1 Brauergildeknecht."

Ausfahrer



Ausgeber, Ausgeberin

Krünitz: "Ausgeber ist in einigen Familien od. Klöstern der Oeconomus, ... In Klöstern welcher für den Keller u. die übrige Haushaltung Sorge trägt."

"Ausgeberin, Beschließerin, eine der nützlichsten Hausgenossen bey herrsch. Wirtschaften. Sie muß ein vollkommen erfahrenes, fleißiges u. ehrbares Weib sein"

Beschließerin = Verwalterin, Wirtschafterin (Brockh.)

Vergl. Beschließerin!



Ausgedinger, Ausnehmer, Austrägler

Auszügler = Altenteiler, Leibzüchter (Verdenh.)
Krünitz: "Auszugleute heißen im Chursächsischen diejenigen Bauern, welche ihre Güter übergeben und sich einen gewissen Auszug von der Wohnung, Einkünften etc. vorbehalten"

Staß-Stein: Altsitzer



Ausgeher, Ausläufer(in)

Bote (Haem)

Ausläufer(in) (Stuttgart 70) ein Diener zum Ausschicken (Gr.)



Aushauer

Lüb.Adr.B.1803 S.34:"Aushauer im Fleischschrangen"

S.157: "Aushauer im Marktschrangen"

S. 161 dto.

Gr.: "Die Schlächter hauen das Fleisch aus zum Verkauf"

Schlächter, der das geschlachtete Tier zur Verkauf zerlegt.

Lüb. Schoßbuch 1762/74 Mühlenstr.525

Aushauer im Schrangen



Auskultant

Müller, Schüler u.Lehrer d. Husumer Gel.Sch. S. 46 ≈ 1786

"Auskultant beim Obergericht Gottorp"

Beisitzer b. Gericht

Keyser: Zuhörer, Beisitzer ohne Stimmrecht



Ausmärker

Lange: "Utholzer, utmann", einer, der mit Ausschluß aus der Markgenossenschaft bestraft wurde (Abmarkung)

Verd.:Leute, die außerhalb eine Mark wohnen, aber ein gewisses Recht an der Allmende hatten.

Gr. der Fremde, der Mark unteilhaftig



Ausmiener

Auktionator (Verdenh.)

Grimm: Ausmindern = an den mindest Fordernden ausbieten



Ausmieter

Grimm: Vermieter



Ausnehmer

Götz, Marienbads Einwohner 1812/17 in Ostd.Fam.kde 1967 S. 375

"Auszug der ... Häusler, Ausnehmer u. Herberger pro Ao 1813"

Verd.:"Ausnehmer = Altenteiler

Was: " Bauer im Ausgedinge nach Übergabe des Anwesens an seinen Sohn



Ausreiter, -reuter

Adr.Cal. 1770

S.61 Oeconomie-Ausreuter

S.89 Cammer-Ausreuter (Kriegs- u.Domänen-Cammer)

S.99 Saltz-Ausreuter ( Königl. Saltz-Casse)

S. 60/1784: Creyß-Ausreuter

Ausreiter : veralteter Ausdruck für Landreiter, Feldaufseher (Brockh.)

Staß-Stein: ein 1713 den Steuerräten beigegebener Kontrollbeamter, der die Befolgung der Königl. Verordnungen, besonders der Brau- u. Mühlenordnung zu überwachen hatte.



Ausreitevogt

Lübeckische Geschichte S. 347:
Für die militärische Sicherheit der Stadt war der Hauptmann bzw. Ausreitevogt als Befehlshaber der kleinen Truppe zuständig



Ausrichter

Reinecke-Altenau, Die reiche Barbara:
Der Ausrichter steht am Schacht und überwacht die Förderung.

Gr. "Der arbeiter, welcher das seil beim ausfördern richtet"



Aussacker

Lüb. 1798: Aussacker auf der Mühle beim Hüxtertor.

Grimm: aussacken: aus dem Sack schütten: Korn, Kartoffeln aussacken.

Also wohl Hilfsarbeiter in der Mühle.



Ausscheller, Ausrufer

Stuttg. 70

Verdenh.:Ausklinger = Ratsdiener, Gemeindebote

Da früher wenige Leute eine Zeitung hielten, in kleineren Orten auch keine Zeitung hergestellt wurde, wurden die Verfügungen des Bürgermeisters bzw. des Rates durch Ausscheller bekanntgemacht. Nach dem Läuten mit einer Handglocke begann der Ratsdiener meistens:"Es wird hiermit bekannt gemacht...."

Anfang des 20. Jahrhunderts durch Anschlagtafeln ersetzt (G)

Grönh.Litz(58) "In kleinen Städten gab es noch im Anf.d.Jh. Ausrufer; teils hochd., m.plattd. wurden Bekanntmachungen, Anzeigen von verloren.od.gefundenen Gegenständen, Verkauf von Fischen ausgerufen.



Ausschläger

Bergbau: arbeitet auf der Halde, zerschlägt mit großem Gerät die großen Erzstücke, damit die Scheidejungen Erz u. taubes Gestein trennen konnten.(Heuskler)

Gr.:arbeiter, der die zu tage geförderten Gänge zerschlägt u. das erz absondert.



Ausschösser

Kopfsteuerb. Tl 10 S.29

s. Leutnant vom Ausschuß, Landsturmmann.

Bodo Koch, Herzberg am Harz als Garnison (1647-1714)
"Die Rekrutierung ... erfolgte durch Werbung von Freiwilligen ... -- In den Kriegen wurden die Regimenter nicht nur durch geworbene Soldaten ergänzt, sondern auch durch Ersatz, den die einzelnen Ämter zu stellen hatten. Die gestellten Soldaten wurden Ausschüsser genannt. Sie waren dafür bestimmt, die hohen Verluste ... zu ergänzen."



Ausschußpfeifer

Kopfsteuerb.Tl.5 S.62

Pfeifer beim Landsturm

vergl. Leutnant vom Ausschuß, siehe Ausschösser!



Leutnant vom Ausschuß

Kopfsteuerb. Tl.4 S.

"Lieutenant vom Ausschuß (63 J., 2 Th)"

unter Vollmeier aufgeführt

Tl.10 S.50: 2 Brinksitzer "arm, beim Ausschuß"

Trübner:"Demnach bedeutet Ausschuß zunächst ausgewählte Mannschaft, Kerntruppe". Das Herabsinken des Wortes ... hängt wohl damit zusammen, daß es u.a. als Bezeichnung einer Art Landsturm verwendet wird: Ausschuß nennet man diejenigen Soldaten so aus Bürgern u. Bauren ausgelesen ... um das Land im Notfall beschützen zu helfen!



Ausspeiser

B.B.Weimar 1645

1656: Ausspeiser

Beamter an einem Fürstenhof, der Fleisch, Brot usw. an den Koch, Wein, Likör usw. an den Mundschenk ausgibt.

Ad.:Ausspeisen: Lebensmittel austeilen, ein Wort, das an manchen Höfen gangbar ist. So werden den Köchen Fleisch, Brot usw., dem Mundschenk der Wein ... Der dazu gesetzte Beamte wird Ausspeiser genannt.



Austernpächter

Möller, Schüler u. Lehrer der Husumer Gel.Sch. S. 38

"Hofbesitzer u. Austernpächter, (1740)"

Woss.:Auster = Erntearbeiter; Leute, die in der Aust arbeiten.

Frischbier: Auster, Augster = Arbeiter in der Aust (Ernte)

wohl: Bauer od. Gutsbesitzer, der wandernde Arbeiter (Monarchen) beschäftigte.



Austiermacher

Taufbuch Uetersen um 1690

wahrscheinlich Druck-, Lese- oder Schreibfehler

Quartiermacher!



Austräger

"Die Uckermark", Bd.7, 1.43; 1930

"nicht allein unanständig, sondern ekelerregend ... ,daß zu allen Zeiten des Tages der Austräger mit den Odeurs in offenen Gefäßen über die Straßen geht."

Vergl. Goltgreber, Bachfeger!

Kanal- u. Abtrittreiniger (18)



Austrägler, Auszügler

Bauer im Austrag (Haem)

" " Altenteil

Leibgedinger, Altenteiler.

Gr. Auszug nennt man hin u. wieder noch das, was beim Abtreten eines Gutes ausgenommen u. vorbehalten wird.



Avantageur

v.Kempen S.55, 880 "A. im Inf.Regt.60"

Staß-St.: Offizier-Anwärter, seit 1899 Fahnenjunker genannt.



Averfahrer

Otto Hintze, Bürger in Kiel 1604 in Zeitschrift f. Niedersächs. Familienkunde März/April 1935 S. 21

Fährmann?

Schütze, :aver = aber, über

öwerhalen = übersetzen

"Haal öwer!" = Ruf an den Fährmann.



Axhauwer

der mit der Axt Holz behaut.

Der A. scheint ein in freierem Verhältnis stehender Hilfsarbeiter eines Meisters zu sein, der zur Mitarbeit bei einem Gedinge herangezogen wird.(Bücher)

Bis in jüngste Zeit gab es Schwellenhauer, die im Walde in Gedingearbeit (Akkord) aus den von den Waldarbeitern zurecht-gesägten Baumstämmen mittels einer breiten Axt Eisenbahnschwellen schlugen.



Aylffer = Elfer

Sevin, Überlinger Häuser-Buch

S. 82: 1456 Aylffer

S. 83: 1488 Oberster Aylffer Im Lewen

S. 89: 1605 Aylffer Im Leuwen

S " : 1603 " im Löwen

S. 16: Löwenzunft = Vereinigung der adligen Geschlechter.

Lex: eilf = elf. Mitglied des Vorstandes der Löwenzunft.

Keysers Städtebuch: Überlingen: für die Geschlechter war die >Lew< (Löwenzunft) geschaffen. Zum Vorstand gehörten der Zunftmeister, der alte Zunftmeister u. 11 Zunftgenossen.



Ayrer

Geneal. 1964 Heft 1 S.35

Eierhändler

Verd. Eierhändler



Baaker, Baker, Backer

Hagel, Die Gipsmühle am Segeberger Kalkberg in Heimatkdl. Jahrbuch für d.Kreis Segeberg 1960 S. 89:"Die Zerkleinerung der gebrannten Gipsstücke erfolgte ... durch die Baaker" "daß das Baaken eine halbe Strafe für Verbrecher zu halten ist, weil die Leute von dem Kalkstaub ungesund werden"

Gr: baken = pulsare, tundere, gilt vom Schlagen des getrockneten Flachses..... bläuen oder schlagen.

Woss.: baken = fortwährend schlagen, klopfen

Bergh: bakken = schlagen, stoßen



Baar (zweisilbig)

Verdenh.: Matrose, der ausschließlich Handwerker, nicht Seefahrer ist.

Kluge: noch nicht ganz erfahrener Matrose



Baarer, Barer, Scepsbarer

Bohrer; Lübeck (Hennings) Schiffsbohrer

Lasch-Bochl. borer, barer = Bohrer, der die Bohrungen ausführt, ein Zimmermann.

boren, baren = bohren, anbohren



Baas

Verdenh.: ndt. Wirt. Heuerbaas = Stellenvermittler für Seeleute

Kluge(Seemannssprache): Meister, Aufseher über Arbeitsleute

Timmerbaas = Zimmermeister

Mölenbaas = Mühlenaufseher

Kranbaas = der b.Kran angestellte

Heuerbaas = Stellenvermittler f. Matrosen

Schlafbaas = Matrosenwirt, Schlafwirt

Slupenbaas = der kleine Fahrzeuge, Schaluppen zimmert

Akesbaas = Kahnbesitzer



Baccalaureus

B.B.Hornburg S. 27 (1617)

Verd.: die nächste akad. Würde vor dem Doktorgrad

Brockh.:1) im M.A. Hintersasse, dann Knappe, auch Geistlicher untersten Ranges 2) seit dem 13,Jh. der unterste akadem. Grad; in Frankreich, England u. USA noch heute.



Bacgardus

Ahlers, Civ. 1327/159

Bagardi = Haeretici, iidem qui Beghardi

Brockh. Begarden, Begharden od. Lollharden waren Männervereine, relig. Genossenschaften, die den Beginen entsprachen.



Bachfeger, Bachstecker

Jacobeit: Unehrliche Berufe ... Bachfeger

"Handwerksgesellen, welche sich an einem Aufstand beteiligt hatten, sollten der Austreibung verfallen. Falls sie ... bereuten, durften sie ihr Handwerk nicht ausüben, sondern mußten sich ihr Brot als Schäfer, Bachstecker oder Straßenkehrer verdienen."

Mackensen: D. Wörterbuch: Kloakenreiniger

vergl. Gassenfeger!



Backenmeister, Bakenmeister

von der Decken, Untersuchungen ... über ... Helgoland oder Heiligland, Hannover 1826 S. 11

"Die Kosten für die Unterhaltung des Feuerthurms, der Anschaffung der Kohlen u. der Besoldung des sogen. Backenmeisters oder Bläseurs sind sehr bedeutend."

"In einer solchen Winternacht werden oft an die 400 Pfund Steinkohlen verbrannt."

Mens. Fürbak = Fürturm = Leuchtturm

Feuerbak oder Feuerbluse heißt der Helgoländer Leuchtturm 1758.

Nach Siebs-Wohlenberg, Helgoland, ein offenes Kohlefeuer.

Gr. Bakenmeister = Aufseher der Bake

Kluge: B = Beamter, der das Bakengeld einzieht, ... erhält für sich u. seine Leute, die bei der Feuerbake alles i.Ordnung halten, Besoldung.



Bade, Bod

Bote; Lübeck (Hennings)
nd.(Lübisch) Amtsbad = Bote des Fischeramtes (Schu)

Bod, Bad = Bote (Schu)



Bademagd

Kopfsteuerb. Tl.11 S. 40

Hilfskraft des Baders in der Badestube. (Nach Fuhse, Handwerksaltertümer)

Gr. ancilla balnearis



Bademuhme, bademöhme

Wehmutter, Hebamme (Andresen, B.B. Tondern S. 177)

Grimm: Bademuhme, obstetrix, weil die Hemamme das neugeborene Kind badet.

Mens.: Bademoder, Bamoder, Bademöm = Hebamme.



Bademutter

B.B.Hannover 1689: "Soldatenbademutter"

Hebamme

vergl. Bademuhme!

Staß-Stein: Frau des Besitzers oder Pächters einer Badestube (??)



Bader, Badener, Baader

ursprünglich Bade = (Potth. S.137) knecht in den Badestuben des Mittelalters. Pächter od. Besitzer einer öffentl. Badestube. Der Bader war zugleich Bartscherer u. Aderlasser (Bahlow).

bader, häufiger beder, auch badder, bedder, beyder ist der Inhaber einer Badestube; auch bademeister (Bücher).

B.B.Gumb. 1729: Baader.

Bader, Heilgehilfe, Barbier, Balbeer, Barbeer, Boortscherer, Boortschraper = Barbier (Schu)

badstover, stover, balneator = Bader (Höhler)

Grimm: der Kranke zu baden, öffentl. Badstuben zu halten pflegt, wo zu Ader gelassen u. geschröpft wird.



Badewirt

Fg. Such- u. Anzeigenblatt 1926 S. 10

"Badewirt u. Spillpächter einer Badstube. Die Badstuben waren vielfach Eigentum der Stadt ( nach Velten, Ärzte, Bader usw.)



Badgießer, nd. Potgeter

Geneal. 1964 Heft 1 S.36

"der das Wasser zum Bade herbeiträgt"

Das nd. Potgeter kann aber auch Töpfer bedeuten!(Bahl.)
Vgl. Pottgießer!



Badreiber

Masseur (Verdenh.)

Grimm: Badreiberin = balneatirx

fricans = Badefrau, die den Badenden abreibt, massiert



Badstöver, Badstübner (=Bader)

Badeknecht in der mittelalt. Badestube (Pottl. 131)

Badstüber (Grönh. 1626/1037)

Verdenh.: Badstuber (stüber) = Bader = Badstubenbesitzer.

Höhler: badstover = Bader

Grönh.Litz "Nach dem Baden folgte sehr häufig das Haarschneiden u. das Bartscheren, aber auch oft das Schröpfen oder das Aderlassen." "So entwickelte sich aus dem wenig angesehenen Bader- oder Barbierhandwerk ein neuer Beruf, der des Chirurgen oder Wundarztes."



Bäcker, Becker

s. Beckenknechte, Fein-, Grob-, Hausbacker, Bretzenbäcker, Kiepenbäcker, Krapfenb., Hohlkipper, Küchler, Los-, Fast-, Mutzenbäcker, Peugler, Schlecht=Zuckerbäcker, Semmler, Kokenbecker (Lübeck, Hennings)



Bäckerzechmeister

Mottak, Militär- K.B. Neumittelwalde, in Ostd.Fam.kde 1962 S. 85 1805. Zunftmeister. Innungsmeister

Gr. Zeche = Handwerkerzunft.



Beck

Miller S. 144; "Beck" = Bäcker (Staß-St.)

Bahl.: Beck, Beckl ist die älter, südd. Bezeichnung für den Bäcker



Beck, Boßler, Kübelknecht, Helfer

B.B.Stuttgart II S. 253

"Wenn ein Knecht Meister werden will, muß er eine gewisse Zeit als Boßler, Kübelknecht u. Helfer arbeiten. Ein Boßler ist das Geringste, ein Kübelknecht der Kanten- wie auch Teigmacher. Der Helfer ist der Fürnehmste: Werkmstr. oder Schießer/ Backstubenmeister".(nach Weigels Ständebuch von 1598)

Beck = Bäcker

Schießer= der Bäcker, der das Brot in den Ofen "schießt".



Beckerbote

Lüb.Adr..B. 1818 S. 106

Bote des Bäckeramtes, der Bäckerzunft



Bagenmacher

Warncke, Schönberger B.B. S.73 (1710)
Bogenmacher

Mens.: bagen = Bogen, Schwungrad am Spinnrad

Mens.: (Bogen als Waffe 1710 unwahrscheinlich)

Gr, Schwibbogen = gewölbter Steinbogen

Mensing: Swiebagen = bogenförmiger Überbau über dem offenen Herd, Rauchfang, zuweilen auch für den ganzen Feuerherd gebraucht.

Warncke B.B.Schönberg S. 62: 3 Auen u.schwibogen zu machen (3 Öfen u. ein offener Herd)



Bahnaufseher, -wärter

v.Kempen S.115/2022: "Bahnaufseher in Linnenkamp, bei Stadtoldendorf.

v.Kempen S. 138/2428:"Bahnwärter in Burgdamm"

Brockh.: Bahnwärter = Eisenbahnbediensteter, der die Bahnstrecken zu überwachen hat.-

Bahnbeamte, die den Bahnoberbau, Signale, Schranken u. dergl. zu überwachen haben. Dazu gehört mit der Streckenbegeher ( früher Streckenläufer genannt).



Bahnmeister

v.Kempen S. 289/5374:"B. in Göttingen"

Brockh.: Eisenbanbediensteter, der innerhalb eines Bezirks, einer Bahnmeisterei für den einwandfreien Zustand der Bahnanlagen und die Streckensicherung verantwortlich ist.-

Leiter einer Bahnmeisterei

Aufgabe: Bau u. Unterhaltung der Strecken ( Auskunft Bundesbahn)



Bahrmeister

Hagedorn, Salzverkehr Lüneburg-Lübeck in Zeitschr.f.Lüb.Gesch. Bd.17/1915 S.10 "Der Verkaufspreis des Salzes wurde offiziell durch die Bahrmeister festgesetzt."

Krause, ZA 2431/1879: Gerichtsherr der Sülze, oberster Beamter der Sülzarbeiter. "dominus salinae"



Balbier = Barbier, b) Balberer

a) Bartscherer Potth. S.132

aus den Badern, Badstübnern hervorgegangen (Barbier vom frz. barbier, frz. barbe = Bart) 16.Jahrh.(Wasserzieher)

Balbier = mundartl. Umformung wie auch Balbutz, Balbusch

b)Lübeck (Hennings) Balbeer, Barbeer, Boortscherer, Boortschraper = Barbier (Schu).

Balbeder = nd. Barbier (Verd.)



Bälgentreter

Grönh. 1732/3354 / Kalkant.

Brockh.: die Bälge treten, der Orgel durch Betätigen der Bälge Luft zuführen.- Balg-, Luft- u. Windbehälter bei Dudelsack, Orgel, Harmonium.-

Bei den meisten Orgeln wird heute der nötige Winddruck durch ein durch Elektromotoren getriebenes Gebläse erzeugt.



Balger I

Klopffechter (Haem)

gladiatores vagabundis (Grimm)

umherstreifende Banditen

Lexer: balgen = ringen, raufen



Balger II

Ohling-König, Das älteste Schatzungsregister Ostfrieslands in Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst u. vaterl. Altertümer z. Emden, 1954 S.65 (Stadtbibl. AZ 2039)

Abdecker, "der den Balg abzieht"

Dvorak-K.: Balg = Haut, balgen = häuten, den Balg od. die Haut abziehen



Balgmacher

Kopfsteuerb. Tl.11 S.38

Brockh.: Balg = 1) Tierfell 2) Luft- u. Windbehälter für Orgel, Dudelsack usw., 3) ausgestopfter Körper, Puppenrumpf

vergl. Pustermaker!



Balgmeister

Hohlfeld S. 324

Molle: Balgmacher: mehrdeutig a) Hersteller von Puppen, Spielzeug-tieren, b) Hersteller von Bälgen für Harmonika, Harmonium, Orgel



Balier

Stuttg. 70 Zimmerbalier

Verdenh.: Ballierer = Polierer

Brockh.: Polier, Palier (Volksdeutung von frz. parlier "Sprecher") Bauhandwerker, der die Arbeit auf dem Bau überwacht.



Ballastböter, Ballaster, -fahrer

Lüb.Adr. 1838 Sandschiffer (Scho)

siehe Böter

Flußschiffer, die Ballast (Sand) zu den Seeschiffen fuhren.

Vergl. Sandfahrer!

Staß-Stein: Ballastmeister: beaufsichtigt das Beladen eines Schiffes mit Ballast.



Ballastschieber

Adr.Buch Lübeck 1811 S.2

Kluge, Seemannspr.:"Ballaster, Ballastschieber,der Ballast in die Schiffe bringt."

Woss.-T.:"Ballaststuwer = Ballastschieber, der den Ballast mit der Karre zum Schiff schiebt."



Ballenbinder

Hohlfeld S. 541

Nach Krünitz gehört der Ballenbinder zu der Gruppe der Packer, Auflader usw., seine Arbeit:allerlei grobe oder feine Ware in Matten, Leinen usw. einzuballieren -

In Augsburg gab es Anfang des 16.Jh. eine Ballenordnung (Zunftrolle) (Kramer-Schlatte)

Haem.: Packer



Ballmeister

Korbsches Sippenarchiv, Bilder aus dem Berufsleben.

Gr. Ballmeister -> Ballettmeister

Brockh.: Ballspiele: "Eine Blütezeit der Ballspiele war das Mittelalter. Städte und Universitäten bauten Ballhäuser u. besoldeten Ballmeister."

Im Verzeichnis "Bilder aus dem Berufsleben des Korbschen Sippenarchivs wird bei "Ballmeister" in Klammern "Ballsport" angegeben.

Haem: Lehrer für das Ballspiel



Balneator

B.B.Osterode 1730 Bader

Badstubenbesitzer (Verd.)



Bältzer

Höpner, Fehmarn S.137: 1710/24 Bältzer

Lasch-Borchl. belter=Lederarbeiter

Bahl.: Belter = Gürtelmacher

" Beltz = Pelzhändler u. Kürschner

Verd.: Belter = Gürtler, Riemer

Lex: bezer = Kürschner

Woss.: Belter = Gürtler



Bändekankenmaker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940: Verfertiger von Holzkannen.

Witt in Zschr.f.Lüb.Gesch. Bd.18 (1916): "1765 wurden z.B. zwei Büttenmacher und ein Stadtsoldat mit dem Bändekänkenmachen *) belehrt,damit die Profession nicht gänzlich von der Stadt abkomme.

*) Fußnote: Herstellung kleiner Holzkannen.

Mens.: Bandgood = Böttchergerät

Bandhalt = Weidenruten, aus denen Tonnenbänder gefertigt werden

Gr Bandreif, den Böttchern ein Reif, dessen Enden mit Weiden umwunden werden.



Bandenmacher

Aßm. 1661

vielleicht Bandmacher, -weber?

vielleicht auch Bandschneider, Bandhauer, Bandreißer = Hersteller von Faßreifen, Tonnenbändern (Frischbier, Verdenhalven)

vergl. Bandmaker

Gr: Bandenfaden: bei den Webern der Faden zu den Streifen

Bandenschaft: der Schaft zu dem Bandenfaden

Bandentritt: der Tritt des Webers zu den Bandenstreifen

Mens.: Band 1) Bindfaden 2) Band aus Stoff 3) Reifen eines ....



Bänderkrämer

BB Weimar 1652 Bandhändler

Mens: Bandjuud



Bandhändler

B.B.Weißenfels 1828

Ad.Bandhandel: der Handel mit seidenen, wollenen u. leinenen Bändern, daher der Bandhändler, im gemeinen Leben der Bandmann.

Gr. Bandhandel = Bandgeschäft

Ad. Bandfrau : ... die mit Bändern handelt



Bandmaker

Seiler (Schu)

siehe Reper!



Bandschmied

Kopfsteuerb. Tl.11 S. 141

Lasch-B.: bant, bent = Band, Schnur, Leine, Eisenband, Fessel, Kette

Kettenschmied?

Schmied, der Reifen für Fässer machte!



Bandschneider

Penner-Eder S.217:"Bandschneider 1566"

Verd.: Verfertiger von Faßreifen

Staß: fertigt Faßreifen aus Hasel- u. Weidenholz



Bandriter, Bandreißer

Bandreißer, Anfertiger von Faßreifen (Schu)

Lüb. 1798: Bandreißer u. Zingelschließer am Mühlentor.

Staß-Stein: Bandschneider: fertigt Faßreifen aus Hasel- u. Weidenholz



Bandsäger

Stuttg. 70

Bandsäge = Maschinensäge mit endlosem, biegsamem Sägeblatt (Brockh.)



Bandweber

Momsen (S.172) Bandwirker (Gr)



Banmacher

so bei Künzig, aber nirgends eine Deutung zu finden. Daher vielleicht Schreibfehler?
? Bandmacher: 1) der Bänder, Faßreifen herstellt

2) der Bänder zum Schmücken herstellt (webt)

vergl. Bandmaker, Bandreißer



Bann-leute, -richter, -wart

Brockh.: Bann:1) im M.A. das Hoheitsrecht der Könige u. Grafen, bei Strafe zu gebieten u. zu verbieten; 4) der Bezirk, der unter der Gewalt des Bannherrn stand.

Verdenh.: Bannleute = Eingesessene, die unter der Gerichtsbarkeit eines Herren standen, sonst aber unabhängig waren.

Bannrichter = Richter, der mit dem Königsbann belehnt war.

Bannwart: Gerichtsdiener; Flur- u. Weinbergshüter.

Grimm: Waldschütz, Flurschütz.



Bannissmaker, Banitzmaker, Bonnitzmaker

Lübeck, Hennings: Verfertiger von mit Schnüren verzierten Hüten (vom frz. bonnet)

Lexer: bonit = Mütze



Bannmüller

Fam.kdl.Nachr. 1967 S. 221 "* um 1755, Bannmüller" Kreis Bingen

Verd.: Bannleute = Eingesessene, die unter der Gerichtsbarkeit eines Herren standen, sonst aber unabhängig waren.

Gr. Bannmüle: in einem Bezirk, wo Mahlzwang stattfindet

Müller, der eine Mühle mit Mahlzwang bewirtschaftet



Bansimmacher

Penners-Ellw., Tafel V, 2.F.

Zaye- u. Bansimmacher 1640-1660

Sch.-L.: Bomsin, bomside = gewebtes Zeug mit baumwollenem Aufzug u. wollenem Einschlag

Bohmsidenmaker s.d.!

Haem: bombasiren - Jacke, Joppe



Bantöffler

B.B.Köthen, S. 75 (1699) "Bantöffler alhier"

Gr. Bantoffel = sandalium, Pantoffel

Pantoffelmacher



Bappiermacher , bapyrer

Papiermacher (Bücker)



Barber

Goslarer Bürgerlisten: 1501, Mester Hinrik barber

Mens: Barbeer = Barbier

Sch.-L: barberer = Barbier

Lasch-B.:Barber, barberer = Barbier, der auch niedere Chirurgie betreibt. Barbier



Barbetonsor, Barbirasor, Rasor

Höhler: Bartscherer, Barberer Vergl.Balbier!



Barchentweber, -meister

Stephan Schwarzenbach, ein B. (Potth. 227) war Augsburger Meistersinger.

Vom arab. Barrakan = grober Wollstoff.

Linksseitig gerauhtes Köpergewebe aus Baumwolle (Brockh.)

B. Stellte einen aus Leinen u. Baumwolle dicht gewebten Stoff her, der durch die Araber im Abendlande bekannt geworden war.(Potth.)

barchenmecker, von 1420 etwa daneben u. bald ausschließlich barchenweber. Baumwollweber.

Barchensiegler = Siegelmeister der Barchenweber (Bücher)

Verdenh.: Barchentmeister = Siegelmeister, der die Tuche mit einem Prüfsiegel versah.

Staß-Stein: Barchentmacher: stellte den aus Leinen u. Baumwolle dicht gewirkten Barchentstoff her.



Bardenhauer

Fr.W.Henning, Dienste u. Abgaben S.169 "Im Fürstentum Paderborn gab es um 1800 neben 2300 Voll- u. Halbmeiern 3900 Kötter, 1700 sog. Bardenhauer u. 2500 Einlieger"

Lexer: bar-diu = zinsgebende Leibeigene

Aus bar-diu (diu vom ahd. diot, mhd. diet = Volk) in Anlehnung an Bardenheuer = Hersteller von Schäften für Streitäxte (Bahlow) u. Hauer = Holzfäller, Mäher entstanden.



Bareknecht, Barmester

Krause, ZA 2431/1879 S. 114

Bare = Gießhaus, wo die Salzpfannen aus Blei gegossen wurden.

Arbeiter u. Gießer in der Bare

Barmester: der oberste Beamte über die Sülzarbeiter; magister salinarius, nächster Gerichtsherr der Sülze



Barer (Schepsbarer)

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

Barbier (Schiffsbarbier) ?

Mens.: barer (-)

baren = geboren

= sich gebärden

Bar = Bote

Barbeer, Balbeer, Balberer, Balbeder, Balbutsch/ aber nicht barer!



Barett - Crahmer

B.B.Weißenfels 1704

Kaufmann, Krämer für Barette, Kopfbedeckungen.

Ad. Barrett-Krämer: an einigen Orten, z.B. Leipzig, eine Art kramender Handwerker, welcher anfänglich vermutlich nichts als Barrette machte u. verkaufte, jetzt aber zugleich Kürschner oder Rauchmützenmacher ist u. auch mit wollenen Strümpfen, Handschuhen u. dergl. handelte.



Baretter

B.B.Weimar 1650

s. Barrett - Krämer



Barettleinmacher

(Mum)Der Barettkrämer machte Tuchmützen, der Kürschner fügte Gebräme und Pelzfutter hinzu.(Holmberg).- birretmacher Barettmacher (Bücher). Biretmacher, Barettmacher (Haem)

B.B.Cölln: bareth= u. sockenstricker

Gause, S. 108: Barett= u. Hosenstricker



Bargmacher

Tuchmacher (Aßman 1784)

Grimm: bei den Marschbewohnern in Holstein heißt ein luftiger Schober ohne Wände 'Barg'.

Brockh.: Barge, Bargaune, schweiz. Heuschober im Gebirge

Wenn Aßmann B. als Tuchmacher bezeichnet, so ist vielleicht der Barchentweber gemeint.

Lexer: barkan = Barchent



Barmhändler

Magd.Adr. 1817 Hefehändler

Barm = Hefe (Bork, Alte Berufe Niedersachsens, Hannover 1926)

Bärme = Hefe (Brockh.)
Idiotik: Barm = Hefe, Bierhefe, Gescht.

Grimm: Barme, Bärme = Hefe



Barnemeister, Bernemeister

Lagemann S. 57."Dieser sollte auf dem Stadtziegelhofe Tag u. Nacht auf das Feuer achten"

Gr. bernen = nd. brennen

Sch.-L.: bernen, barnen, burnen = brennen

Brennmeister



Barrierenpächter, Baumpächter

Grönh. 1782 u. 1820: Baumpächter auf Kopperpahl

" 1854: Wirt u. Barrierenpächter

Die Barrieren= od. Baumpächter hatten die Erhebung der Baumgelder (Wegezoll) an den 1831 neu angelegten Schlagbäumen gepachtet (Grönh.47)



Bärschmied

v.Gebhard, Neubürger Frankf.a.O. 1620

Schütze, Idiot.: baren = bohren

Barer = Bohrer

Bohrer - Schmied



Barsemeester

Verdenh.: Schiffer einer Barse (=Boot ohne Mast)

Kluge: Barse=Barke, kl. Lastschiff, kleines Boot od. Schiff ohne Mast. Dazu: Barsenmeister = Bedienster der Kaufmannschaft, der die Aufsicht auf die Seetonnen oder Baken und deren Legung hat, als welche mit Barsen die Weser hinunter und herauf gebracht werden.



Bartenhauer, Bartenwerper

stellten Streitäxte, Hellebarden (Helmparten) her. Daneben Fleischbarten u. Hackebärtlein (Potth.).

Barte = Beil, Axt (Wasserzieher)

Bartenhauer, -heuer = Hellebardenmacher (Haem)



Bartscherer

oder Barbier (Potth. / 84, 131)

aus Badern hervorgegangen

barbetonsor )

barborasor )

rasor ) Bartscherer (Höhler)

scherer )



Bassist

Quester, Ortsfremde.... Ohlau, in Ostd.Fam.kde. 1960 S. 282

"Fürstl. Briegisch Cantzley-Verwenter aus Ohlau u. fürstl. bestallter Musiker-Bassist, + 1596"

Baßspieler bzw. Baßsänger

Verd.: Bassuner = Posaunenbläser



Bassunmaker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940: Instrumentenmacher

(Bassune = Posaune)

Lasch-B.: bassune - basune = Posaune, überhaupt ein Blasinstrument



Bastflechter

Gerescher, S. 39

"Von den alten Schwarzwälder Bienenstöcken bis zu den modernen Einkaufstaschen...."

Mulle: Teilhandwerker der Korbmacher



Bastgerber

B.B.Insterburg S. 28 1766

Fellgerber

Mens. Bast = 2) menschl. Haut, Fell

Brockh.: Jägersprache: Fell auf den wachsenden Geweihen

Lex.: bast ...rinde, bast, ...enthäutung u. Zerlegung des Wildes

Bergh.: Bast = die Haut, das Fell



Bastspinner

Gerescher S. 43 "Jute und Sisal standen uns ähnlich minder(wertig) nah. Wir hatten ja unser weißes Gold, den Hanf in Hülle und Fülle"

Molle: Vor- u. Fertigspinnen von Garnen aus Flachs, Ramie, Jute, Hanf.



Bater, Batstover

B.B.Hannov. Bader, s.d.!

Lasch-Borchl. batstoven, batstove = Badestube

batstövere, -stöver = Bader, Pächter, Inhaber einer öffentl. Badestube

Kraak, Flensbg. Batstover = Badstübner

K.B. St.Jacobi 1632: Batstaber



Baterleinmacher

Ribbe-Henning, S. 275 Päterleinmacher ( s.Tl.I)

Rosenkranzmacher

Verd.: "



Bauermeister

Verdenh.: Leiter der Bauernversammlung, (etwa Gemeindevorsteher.)

Grimm: eine städtische Obrigkeit, Bürgermeister, auch auf Dörfer angewandt.

Bahlow: -> Burmeister, -mester

meint den Dorfältesten neben dem Dorfschultheiß.

Miller S. 137: "Bauermeister"



Bauernschäfer

Dannenberg, Huldig.1671: Bauernschäfer

Lohn- bzw. Deputatschäfer, der im Dienste einer Bauernschaft steht Siehe auch Schäfer!



Bauernschneider

Handwerk zwischen Elbe u. Ostsee, Lübeck 1950, S.92.

Bannmeilenrecht, erweitert 1711 auf alle Städte. "Im Umkreis von jeweilig 3 Meilen auf der Geest u. 2 Meilen in der Marsch sollte kein Handel u. Wandel getrieben werden." Innerhalb dieser verbotenen Distrikte sollte für jedes Kirchspiel ... nur je ein Rademacher u. ein Bauernschneider sein Handwerk ausüben.

Vergl. Paurschneider!

" Landschneider!



Bauernschuster

Kopfsteuerb. Tl. 11 S.320 "Bauernschuster geringer Nahrung"

Schuhmacher, der innerhalb der Bannmeile einer Stadt arbeiten durfte, ohne dem Amt (Zunft) anzugehören.

Vergl. Bauernschneider!



Bauervogt:

Lüb.Adr.: "Bauervogt in Israelsdorf 1842 "

" zu Vorwerk"

Gemeindevorsteher, Bürgermeister



Bauhofsvoigt

Adr.Buch Lübeck 1805 S. 216: Aufseher auf dem Bauhof

" " " 1807 S. 307: "Der Bauhof, nebst den Wohnungen des Officianten, zwischen der Harten- u. Effengrube"

Mens. Buhoff = Bau- u. Zimmerplatz (Ratzebg.)

In Hamburg war der Bauhof = städt. Bauamt



Bauknecht I

Verdenh.: Großknecht

Grimm: eine unsichere Benennung des Knechts auf Bauernhöfen. Bald meint es den Großknecht oder Pferdeknecht im Gegensatz zum Enken, bald den Ackerknecht, arator, bald den Knecht, der die Baufuhren leitet.

Bahlow: mhd. bûknecht, Ackerknecht (Württ.)

Staß-Stein: Bauerknecht: gehörte um 1660 zum kurf. Hofgesinde im Königsberger Schloß.

B.B.Weißenfels 1682 200, 186, 25, 159

Wasm.: Vorknecht, Großknecht

Ad.: auf großen Höfen derjenige Knecht, der zu Bau- u. anderen Fuhren gebraucht wird, im Gegensatz des Ackerknechts.

Baum - Artzt

B.B.Stuttgart Nr. 259 8.5.1669

Molle: Baumchirurg u. Pflanzenarzt, sinnübertragende Bezeichnung für die auf Erhaltung u. Rettung von Baumarten Tätigen u. Gärtnern, welche durch Ausschneiden u. Ausfüllen von Hohlräumen Bäume erhalten.



Baumann

Aßm. 1740: Vollbaumann

Baumann: nd. Vollbauer, Marschbauer (Brockh.)

Grimm: B = colonus (Landwirt)

B = der in der Gemeinde vollberechtigte Bauer

Hennings: Bawman = (D 1628)
Blau: (S.64) Baumann = Fuhrknecht

von Flemming-Benz, Der Kreis Cammin, Würzburg 1970; (Stadtbibl. ZA 3943/47) "In der Bauleutezunft vereinigten sich die Ackerbürger der Stadt; ... Bautor und Baustraße erhielten von ihnen den Namen".

Warncke (73 c) S.15:" Bauleute (das sind die Bauern)" (Feldregister 1747)

Backmann,Bahn:" Baumann (Ackerbürger)"



Baumeister

Verdenh.:Rentmeister; Gutsverwalter; Großknecht; m.d.Aufsicht über das Bauwesen betrauter Ratsherr, aedilis.

Haem: Baumeister:1) Architekt; 2) verordneter Bauherr; 3) leitender Gutsknecht.



Bäumer

Lüb.Ad. 1842:"Zollaufseher und Bäumer am Nieder-Wasserbaum"

Klöcking (Wagen 1941):" Da (unterhalb der Burg) ist die schmale Trave ... eingeengt ... durch ein 'Pfahlrick', das neben dem Bäumerhaus nur 17 m für die Durchfahrt offenläßt. Immer noch muß der B., wenn die ein bis zwei tägl. Schiffe heraus- u. ebenso viele hereingelassen sind, den sperrenden Baum vorlegen. ... Der Bäumer übt Kontrolle über geleistete oder zu leistende Hafenabgaben."



Baumhovere, Baumhauer

B.B.Hannov. Sattelbaummacher

Sch.-L.: bömhower = derjenige, der Sattelbäume macht



Baum-Pächter

Grönh.-Litz.:"unsere Kieler B. ... hatten Schlagbäume, also Wegesperren zur Erlangung einer Abgabe zu betreuen."

"Landesregierung ... ordnete 1711 an, daß die Erhebung des Brückengeldes zu verpachten sei." "Der Erheber des Brückengeldes händigte dem Fuhrmann ein aus Blei hergestelltes Zeichen aus. Kam der Wagen zurück, so durfte er frei fahren, wenn das Zeichen zurückgegeben wurde." "So entstand die Amtsbezeichnung Zeicheneinnehmer für den Erheber des Brückengeldes."



Baumschlüsser, -schließer

Adr.Cal. 1770

Gr.: der den Hafeneingang mit einem Schlagbaum schließt.

Entsprechend an Ausfallstraßen.

Staß-Stein: Baumschließer, städtischer Beamter, der die über den Pregel gezogenen Sperrbäume am Holländer- u. Litauer-Baum schließt.

Verd.: Schlagbaumwärter



Baumschreiber

Seeberg-Elverfeld, Fam.Mittelpfost ..., in Ostd.FamKde 1963 S.198 * 1683, + nach 1733, Schreiber (Baumschließer) am Litauerbaum in Kbg., 1733 Torschreiber u. Baumschreiber am Steindammer Tor"

Staß: erhebt den Zoll an den über den Fluß gezogenen Sperrbäumen. Fußnote:"Der Baumschreiber war ein städt. Beamter, der die über den Pregel gezogenen Sperrbäume ... schloß."



Baumseidenmacher

Kopfsteuerb. Tl. S. 217

vergl. Bohmsidenmaker = Hersteller von Baumwollstoffen , z.T. mit Wolleinschlag (Staßewsky)

Verd.: Weber, der die Stoffe mit baumwoll. od. garnenem Einschlag herstellt.



Baumwärter

W.Fink S.27: Baumwärter Rathje

Gr. custos horti = Wärter der Parkanlagen, des Waldes

oder aber gleichbedeutend mit Baumschließer: der den Eingang eines Hafens oder eine Ausfallstraße durch einen Baum (Schlagbaum) schließt.



Baumwollstreicher

Carl Schulz S. 123 ( 1763)

Die wirr durcheinander liegenden Fasern der Baumwolle wurden früher mit Handkardätschen, später mit Karden (1775) zu einem Faserflor ausgearbeitet, der dann versponnen wurde. Die Arbeit mit den Kardätschen bzw. Karden war die Tätigkeit der B.



Baumwollwäscher

Carl Schulz S. 72: 1736

Die in Ballen gelieferte Baumwolle wurde von Hand, heute maschinell gewaschen; diese Wäsche ist wesentlich einfacher als bei der Wolle, weil diese das Wollfett enthält. Nach dem Trocknen wird die Baumwolle "geflackt", geschlagen, um sie zu lockern u. Staub zu entfernen.(Nach Johannsen) (heute alles durch Maschinen)



Bau-Schreiber

Adr.Cal. 84."wohnet im Kneiphöfschen Bauhof"

Gr. Rechnungsführer bei Bauten

B.B.Cölln (1589): "bauchschreiber" = Bauschreiber

B.B.Hannov. "fürstl. Bauschreiber aus der Vogtei Fallingbostel" 1669



Bausmann

Kloß, B.B. Konitz 1678.

soll wahrscheinlich Baumann heißen, da für Bausmann keine Erklärung zu finden.

Baumann = mhd. bumann = Bauer

Mens.: Bumann = alte Bezeichnung für Hufner



Baustellant, Bausteller

Ahnenliste Dr. Patzelt, Trauschein von 1825, Auscha (Nord-Böhmen). Der Baustellant ist ein Landwirt, der bei der jüngsten Verteilung von Ackerland, Wiesen u. dergl. diese von der Herrschaft käuflich erwarb. (Nach Joseph Görner, X 98 Reichenbach/Vogtland, Dammsteinstr. 32)



Bauverwalter

Kopfsteuerb. Tl.2 S.101 "Des Bauverwalters Sartorii Brauhaus"

1673: "Sartorio, herzogl. Architekt aus Venedig"

Hier wohl: Architekt u. Baumeister



Bauvogt

Lehmann, Sorauer Hausbesitze 1839 in Fam. u.Volk 1959 S. 249

"Janke, Gottlob, Bauvogt, Kleinhaus"

Woss.: Buvagt = Aufseher auf einem Amtshof, Statthalter

Hofverwalter

Verd.:Bauschulte, Hofverwalter



Bavatmacher

Hennings (Dom 1628)
Lasch-Borchling: bavesch (baves, bavies) (Bavais, Beauvais)

eine Tuchart. Wahrscheinlich ein Tuchmacher, der Tuche nach der Art herstellt, wie es in Beauvais hergestellt wird.



Bawer

Traubuch St.Marien 1644: "Bawer in Hollstein"

Bauer



Bechermacher, becherer

Büssenmacher, Lübeck 1591 (Potth. S. 113)

bekermaker (Bremen 1361

bekerwerte (Lüneburg 1332)

bekerwerter (Reval 1333/74)

beker mnd. Becher, Gefäß

Kleinböttcher, der hölzerne Becher herstellte (Holmberg)

becherer, auch bechere, der hölzerne Becher macht (Bücher)

craterarius, craterator = Bechermacher (Höhler)

Staß-Stein: "Becherer" verfertigt die Zinnbecher für den Gebrauch auf den Ordensburgen.



Bechler

Bürgerb. Heiligenbeil.

Drechsler, Hersteller der Kaddigbecher

Kaddig(k) = Wacholder (litauisch)

Bahlow: Bechler, Bächler (obd.), der am Bächle Wohnende

Verdenhalven: Bechler= Pechkocher, -bereiter

Bahlow: Becher, Becherer meint den Drechsler hölzerner Trinkgefäße dort mag im Obd. mhd. becher(er) Pechsammler, Pechbrenner (s.o.) hineinspielen.

Gutzeit, Bürgerb. Heiligenbeil: "einen besonderen Ruf genossen die Heiligenbeiler Drechslerwaren aus Knochen, Wacholder, Buchsbaum. Seit 200 Jahren bekannt Heiligenbeiler Spielzeugbüchse (becher)"

Staß-Stein: B. fertigt kleinere Gefäße aus Holz, z.B. Becher, Eimer, Butterfäßchen, Fischeimer u.dergl.



Beckart, beckarter, beckerter, (w.) bekine

Bekarter, Begine, in Frankfurt Leichenbesorger u. Krankenpfleger (Bücher)

Begharden (w. Beginen) = relig. Genossenschaft (Brockh.)

Staß-St.: Beginen = Witwen od. Jungfrauen - vergl. Bacgardus!



Beckdrechsler

Mum. S. 84

Heym, Altd. Handwerk, meint, daß sich von den Drechslern das Sonderhandwerk der Schüssel- u. Bechermacher abgezweigt hat. Für eine solche Behauptung fehlt aber jeder Beweis (Holmberg).

Haemmerle setzt Beckdrechsler u. Beckschläger gleich u. zwar gleich Kesselschmied = Beckenschläger = pelvifex (Schüsselmacher) Verdenh.: Beckdrechsel = Kesselschmied.



Beckenknechte, becker

Potthoff: Bil. S. 104/5: Augsburger Beckenknechte (17.Jahrh.) Bäckergesellen

Beckerknechte (Warncke S. 61)

becker (pistor) = Bäcker (Bücher)

haverbecker = Haferbrotbäcker (Höhler)

oblatenbecker = Oblaten- " „

ulenbecker = Figurenbäcker-(?) „

pistor pastillorum = Weggenbäcker "

tortator, tortulator = Kuchenbäcker "



Beckenschläger, beckenslager

fertigte Becken, Schüsseln (Potth. S. 129)

Schalen, hauptsächlich aus Messing u. Kupfer. In Braunschweig bereits 1303 vorhanden.

beckenslager, beckenslegern = Beckenschläger (Bücher)

beckenslager = Beckenschläger (Höhler)

beckenwerchte " "

missingslager " "

vergl. Beckdrechsler

Grönh.Litz:"Aus den Beckenschlägern des 18. Jh. wurden Klempner"

Handbuch d.B. "Vorläufer des Metalldrückers sind u.a. der Beckenschläger, der ... hämmernd u. treibend Messingteller u. ähnl. Geräte schlug (16.Jh.) u. der Schellenmacher."

Staß-Stein: B. fertigt Behälter aus Messing u. Kupfer.



Beder, Bedder, beider, bederknecht

w.-meit siehe:Bader (Bücher)

Verd.: Bederknecht = Badergeselle



Beedheber

C.Velten, B.B.Krzn. S. 12

"Beedheber" (als Gem.Bgm.) 1612 u. 1614

Brockh.: Bede: im M.A. die älteste direkte Steuer, ursprünglich eine freiwillige ("erbetene") Unterstützung des Landesherrn.

Verd.: Bede = Leibrente, Leibsteuer

Steuererheber



Beerbter

v.Kempen S. 190/3437:"Beerbter Joh.Pohlman"

"1871 kaufte der Vater die Niemannsche Beerbtenstelle in Herssum" (Krs.Hümmling)

V.Kempen S. 259/4793:"Stückbeerbter zu Lotten"

"besitzt den größten Teil des seit langer Zeit zersplitterten Wester-Erbes in Lotten"

Gr.:"Beerbte sind erbliche Grundeigentümer, die auf Erbgut sitzen"

Doornk.-K.:"bearfen = in Besitz nehmen, Besitzer, Inhaber eines Gutes werden."



Beerspünder, Bierspünder

Lübeck

Bierauflader, Bierschröter (Schröter=Verlader) füllten die Fässer mit Bier u. brachten sie in die Häuser (Hennings).

Verdenh.: Bierschröter = Bierkutscher

Bierspünder = Bierprüfer



Begine

Laienschwester (Verdenh.)

Grimm: seit dem 11,Jahrh. bildeten sich in den Niederlanden Frauengesellschaften der Beghinen. Es waren freie, geistl. Genossenschaften ohne Gelübde ... nur durch das Band der Liebe und Barmherzigkeit mit den übrigen Menschen verbunden bleiben wollten. Kamen im Verlaufe der Zeit in den üblen Ruf der Ausschweifung.

Brockh.: ... lebten in Beginenhöfen. Ihre Blütezeit war im 13. u. 14. Jahrh.; waren in Deutschland, Frankreich, Oberitalien, Niederlanden, Schweiz verbreitet. - Entsprechende Männervereine.

Begharden, auch Lollharden gen.

Staß-Stein: ...B. "nach gewissen Regeln zus.lebten." ... übereinstimmende Kleidung, widmeten sich der Krankenpflege.



Beggarden, Begharden

Tesken, Wismar S. 1120

"Beggarden werden in Wismar nur einmal erwähnt"Brockh.: religiöse Gemeinschaft

Beginen = Frauenvereine zu gemeinsamem, andächtigem Leben, lebten ohne Klostergelübde in Beginenhöfen.



Behangmaler, Wandmaler

Gatz, Das dt.Malerhandwerk, Leipzig 1937 S. 58

"dessen Hauptaufgabe es war, Teppich- u. sonstige Behangimitation an die Wände zu malen.



Beibauer

Kopfsteuerb. Tl. 3 S. 134

Gr.: Nebenbauer, der nicht das volle Recht der übrigen Bauern hat.



Beibote

B.B.Hannov. 1689

Grimm: Nebenbote, Hülfsbote



Beiläufer

B.B.Weimar 1694 Trübner: ein Diener, welcher im Notfall die Stelle des eigentlichen Dieners vertritt.

Berghaus: ein Diener, der zum Vorschicken gebraucht wird und erforderlichen Falles die Stelle des ordentlichen Dieners versieht.



Beilschmied

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 17

Schmied, der Beile, Äxte u. dergl. herstellte.

Bahl.: Beil (obd.) meint den Beilschmied



Beindreher, Beinarbeiter

Feindrechsler (Elfenbein usw.)(Verdenh.)

Krünitz: Beinarbeiter. Eigentlich werden darunter die Beindrechsler verstanden. Außer diesen aber gibt es Bildhauer u. Schnitzer, die sonderlich in Bein oder Knochen künstlich arbeiten können, und diese nennt man alsdenn auch so.



Beingewender, beinherter, -berger

Metallhandwerker, welcher die Beinkleidung zur Rüstung herstellt.

beinherter vielleicht = beingewender (Bücher)

Beinberger = Hersteller von Beinschienen (Verdenh.)



Beinhalter

B.B.Weimar 1690 "Beinhalter beim Schweineschneider"

Achselträger

Die Bezeichnung Beinhalter für den Achselträger ist offenbar aus der oberdeutschen Bez. Beidenhalbner für den Achseltr., der auf beiden Halben trägt, entstanden.

Lex.: beiden(t)-halben(t) = auf beiden Seiten



Beisaß, Beisasse

Einwohner einer Stadt ohne Bürgerrecht (Verdenh.)

In den mittelalterl. Städten nicht vollberechtigter Bürger (Brockh.)

Grimm: accola peregrinus - fremder Nichthöriger

Staß-Stein: B. Einsasse oder Mit-Einsasse

Einsasse: Stadtbewohner ohne Bürgerrecht

Auch der Instmann wird oft so genannt.



Beischenk

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S. 464

"1770 Beischenk beim Markgräfl. Baden-Durchlach. Hof"

Hilfskraft des Mundschenken.

Gr.: Beikoch = Hilfskoch

Beigast = Nebengast

Beigänger = comes

Beiknecht = der dem ord. Knecht zur Hand geht

Beischenk = Gehilfe des Sch.



Beitelschmied

A.L. Meentzen S. 42/30 "Beitelschmied zu Güldenwerth/Remscheid (1790-1863)"

Duden: Beitel = meißelartiges Werkzeug

Brockh.: Beitel, Stechbeitel, Werkzeug zum Ausstemmen von Schlitzen, Zapfenlöchern usw. i. Holz.

Beitelschmied gehört zu den Zeugschmieden.



Beiwächter

Apel S. 252: alter Beiwächter auf dem Turm; der neue Hausmann.

Hilfe des Turmwächters.



Bekemaker

Kleinbinder (Potthoff S. 82) "gemeinsamer Einkauf von Holz der Lübecker Bekemaker (Kleinbinder)"

bekermaker (Bremen 1361)

bekerwerte (Lüneburg 1332)

Kleinböttcher (Holmberg)

Bekemaker = Böttcher (Haem.)

Wehrm.: B. Das Amt der Bechermacher, später auch Büttenmacher, Büttenbinder, Kleinbinder genannt, ist 1836 ausgestorben.



Beldesnider

Bildschnitzer, Vgl. Bildemaker

sculptor imaginum (Höhler)

Lütgendorff, Maleramt:" Die ältesten Maler, die sich hier bis ins letzte Drittel des dreizehnten Jh. verfolgen lassen, waren zumeist gleichzeitig auch Holzbildhauer >Beldesnyder<



Beleger

Blau:"Bei den Flachglashütten spielten Spiegelschleifer, Beleger u. Polierer eine wichtige Rolle". "Als lichtbrech. Mittel wurden zuerst Bleifolien verwendet. Jahrhundertelang bewährte sich dann Zinnamalgam, jedoch Quecksilber, Gefahr für die Arbeiter. Seit etwa 80 Jahren hat sich das Belegen mit salpetersaurem Silberoxyd eingebürgert.

Der Beleger ist ein Werkmeister u. gilt als kunstreicher Mann."



Beliebungszunft

v:Flemming-Benz, Der Kreis Cammin; Würzburg 1970

( Stadtbibl. ZA 394347)

"Der Beliebungszunft in Cammin ihr Wylckohmden 13. Junius Anno 1693"

"Die Beliebungsgesellschaft entstand im frühen Mittelalter, sie war eine Vereinigung zur Beerdigung von Pestleichen. Später wurde sie eine Sterbekasse."



Bellenmacher

Verdenh.: Schellenmacher

Berghaus: Bell, Belle = die Schelle, Hausglocke, Klingel;

Bellmann = der öffentl. Ausrufer, der mit der Handglocke die Einwohnerschaft zusammenruft....

vergl. Schellenmacher.



Belter

Rostock 1273

Nach Mettig, Zur Geschichte der rigaischen Gewerbe bestand das Haupterzeugnis der "belter" in Riemenzeug für Pferdegeschirre. Außerdem lieferten sie Gürtel, Säcke, Handschuhe u. Pulverbeutel.

"belter" ist skand. Lehnwort u. bedeutet Gürtel.

Verdenh.: Gürtler, Riemer.



Benckenführer

K.B. Jacobi 1680

Mens.u.Bergh.: Benk = Bank

Voigt, Flensburg S. 193: Inventar des Amtmanns-Gemach: "2 stücke Bencken (2 Stück Bänke)"

Bankhändler, vielleicht auch Hersteller von Bänken.

(Im K.B. erscheint der Name des Benckenführers später als Däcker; Dachdecker)



Bendehler

Penners-Ellw. S. 214 "Bendehler, Bondihler 1569"

Dielenleger. Vgl. Bondihler!

Lex: bendelin, bendel von bant = Band



Bender I, bentmaker

= Böttcher (Frankfurt/M. Potthoff S. 183)

Bender = Binder = Faßbinder (Bahlow)

bender (Bremen 1468)

bentmaker (Hamburg 1381)

Für den Arbeiter, der dem Böttcher bei der Herstellung von Tonnenreifen behilflich war, gab es im Mnd. folgende Benennungen: bant-, bentsnider (Rostock 1290)

banthauwer (Riga 1375)

bentmaker (Hamburg 1381 / Holmberg)

bender (ligator, doliator) Faßbinder, Böttcher, Küfer (Bücher)

Benderherren= Mitglieder des Rats zur Beaufsichtigg. der Bender "



Bender II

Staß-Stein: B.: Teilhaber, der vom Besitzer eines landwirtschaftlichen Grundstücks ein Stück Acker zur Nutznießung erhält und ihm dafür als Knecht dient. Die Bender sind häufig Verwandte des Wirts.



Bennemacher

Korbwagenmacher (Haem)

Benne, schweiz. Wagenkorb, Schubkarren (Brockh.)

Benne = Korbwagen, Wagenkasten (Duden)



Bennenfahrer

Genealogie 1963 Heft 3 S. 436

"im alemannischen Sprachraum war die Benne ein leichter, zweirädriger Korbwagen aus Weidengeflecht."

Verd.: Bennenführer: Kutscher eines zweirädrigen Kutschwagens



Bentschneider = Bender, Bendsnider

Lübeck (Hennings)

s. Bender!

Bentmaker (ndt.) Bandhauer (Verd.)

Leps:"zur Böttcherzunft gehörten die Bentschneider u. die Kymer"

Verdenh.: Bender: Böttcher, Küfer

Bendsnider (ndt.) Reifenmacher



Berberer

aus Badern hervorgegangen (Potth. S. 131)

von Barbier abgeleitet



Bereiter, beryder, bereider

Magd. Addr.(140)
Brockhaus:1) im Reitsport eine mit der Ausbildung u. dem Bewegen der Pferde berufsmäßig beschäftigte Person; 2) berittener Aufseher

beryder, bereider, Bereiter: Der B. hatte die Erhebung der Gefälle auf den Dörfern zu besorgen (Bücher).

Berider = Zureiter, Stallmeister, Kunstreiter (Schu).

Bereiter (Lüb. 1798) unterrichtet in der Reitkunst.

Bereiter, Bereuter (Pickierer) magister domiturae equaniae (Haem), berittener Ratsdiener, Stallmeister (Verdenh.)

B.B. Gumb. 1779 Pferde-Bereiter s. Staß-Stein!



Berenstecher

Genealogie 1963 Heft 2 S. 399

Schweineschneider, Kastrierer

Verd.: B.= Schweinekastrierer



Bergbediente vom Leder,..... von der Feder

Lommatzsch, Es wird noch werden gut, in Niedersächs. Jahrbuch 1972 S. 200 usw.

Bergbediente vom Leder = Betriebsbeamte

Beamte vom Leder sind solche, die ihren Dienst auf der Grube versehen, z.B. Steiger, Geschworene, Beamte von der Feder solche, die in der Verwaltung tätig sind.



Bergbote

Fg. Such- u. Anzeigenblatt 1925 S. 55

"Bergbote i. Johanngeorgenstadt, + 1748"

Gr.: "ein Diener in Bergwerksangelegenheiten"

Bote der Bergwerksleitung.



Bergefohr

Lüb. Schoßb. S. 14 / 1663

Lüb. Urkund.Buch : Berghervar, Bergenfarer u.a.

Bergenfahrer



Bergenhändler

Oldenb. Traubuch 1683/40:"Jewens, ... Bürger u. Bergenhändler"

Bergenfahrer

In Lübeck gab es eine Bergenfahrerkompanie.



Bergfaktor

Fischer, Stisser ... in Nordd.Fam.Kde 1964 S. 399 " + 1743, Bergfaktor in Ballenstedt"

Handelsbeamte der Bergverwaltung. z.B. leitete ein Berghandlungsfaktor die Berghandlung zu Hannover

Potthast: Rang-Regl.: Gruppe 15 (1-17)- S. 35: Oberfaktor



Bergfuhrmann, Bergfuhrherr

Lommatzsch, Clausthalische Begräbnis-Soz. 1790

in Nordd.Fam.Kde 1973 S. 171

Lommatzsch: Bergfuhrherr= "Inhaber eines konzessionierten Fuhrbetriebes, der im Auftrage der Bergverwaltung Holz, Erze oder andere Bergprodukte fährt."



Berggeschworener

A.L.Meentzen S. 98/624 " Berggeschworener zu Zellerfeld"(1636-1682).

Bergamt Goslar:"Ein Berggeschworener ist ein Vertrauensbeamter des Landesherrn beim Bergamt."



Berghauptmann, -offizier, -meister

Grossmann S. 39:"von Campen, Vizeberghauptmann, * Kirchberg (Harz) 1627, + 1683"

Gr. praefectus fodinarum

A.L.Meentzen S. 62/156:"1715 Steiger, 1737 Bergoffizier, dann Bergmeister u. Ratsverw. Clausthal"

Bergamt Goslar:"Ein Berghauptmann war früher Leiter eines Bergamtes, später Leiter des Oberbergamtes (heute Präsident)".



Bergherr, Bergvater

Lommatzsch, Es wird noch werden gut, in Niedersächs. Jahrbuch 1972 S. 220 "Beim Landesherrn, dem obersten weltlichen Bergherrn u. Bergvater, erwartete das Bergvolk verständnisvolle Hilfe."

Sein Stellvertreter: Berghauptmann, meist adelig.



Bergmeister

Grossmann S.106:"Merckel, Oberbergmeister, Schmalkalden 1644-1724"

Goslarer Ratsurteilsbuch 1590:" Scharen, Fürstl. Braunschw. Wardein u. Bergmeister"

Bergamt Goslar:"Ein Bergmeister war ein Höherer Betriebsbeamter, der Aufsicht über mehrere Gruben führte."



Bergprediger

Germann S. 163 "Chr.Gensel (1623-1673), Pfarrer in Geyer, dann Bergprediger in Annaberg"

Rüppel, Lautenthal: Bergprediger = ein Pfarrer,der besonders für die Betreuung des Bergleute in gr”ßeren Bergbauorten eingesetzt war. Der bekannteste: Johannes Mathesius, + 1565 in Joachimsthal.



Bergprobierer

Lommatzsch, Spangenbergs im Harzraum, in Nordd.Familienkde. 1972 S. 115;

1700 "Bergprobierer = Chemiker"

Bergbeamter, der die Erze auf ihren Metallgehalt untersucht, der Feingehalt der erschmolzenen Metalle feststellt usw.



Bergrevisor

Lommatzsch, Clausthal. Begräbnis-Sozietät 1790 in Nordd.Fam.Kde 1973 S. 171/2

Rothest: Revisoren hatten etwa die Stellung der Sekretäre (Bergsekr.= Justiziar der Berghauptmannschaft; Bergschreiber = jurist. Beirat des Bergamtes). Prüfte die Rechnungen.



Bergrichter

Köhler, Vom silbern. Erzgebirge (Stadt-Bibl. 1956 A 1844) Schwarzenberg 1938 S. 94: "Verhandlungsniederschrift v. ... 1497 ... bietet Namensliste der Gerichtsbeisitzer ... Bergrichter auff der Newstadt (Annaberg).

Durch die vielen Gruben, z.B. im Marienberger Bergbau-Revier 1539 insgesamt 559 Gruben in Betrieb, ergaben sich oft Streitigkeiten, daher gab es Berggerichte. S.132 "Kloster, hier war auch der Sitz des Berggerichtes (1540)

Ahn-Liste Fischer-Colbrie S. 22:"Wirt u. Bergrichter in Brixen, dann Zöllner in Klausen, * um 1480"



Bergsänger

Lommatzsch, Es wird noch werden gut, in Niedersächs. Jahrbuch 1972 S. 211 "..sind zunächst priv. Folkloregruppen des Bergvolkes; von 1790 an werden sie von der Bergbehörde besoldet ... 1930 wird das aus Berufsmusikern bestehende Bergmusikkorps aufgelöst."

Musiker. - 1892 im Oberharz 7 Bergkapellen!



Bergschmied

Goslarer Bürgerlisten, MTT , KS VIII. Goslarer Neubürger 1648;18: "Heinrich Kühls, ein bergschmied."

Zedler: Bergschmiede = eine Schmiede, in der alle Geräte ("Zeuge"), die im Bergbau gebraucht werden, hergestellt werden.

Gr.: faber montanus.

Adelung: ein Schmied, welcher das zum Bergbau nötige Eisenwerk verfertigt.



Bergschreiber

Rothert S. 9

Der Bergschreiber war juristischer Beirat für das Bergamt; der Bergsekretär war der Justiziar der Berghauptmannschaft.

(So auch Demert)



Berg- u. Kalkschreiber

B.B. Cölln 1586 " ... in Rüdersdorf Buchhalter in den Steinbrüchen.

Gr.: Bergschreiber= Schreiber im Bergamt

Vgl. Kalkschreiber



Bergverwalter

Bergbau: hat die Oberaufsicht über eine Grube u. leitet die Geldgeschäfte.

B.B.Weißenfels 1683

nach Agricola S. 69: Beamter eines Bergwerks, der die Finanzen verwaltet, Gewinne u. Zubußen an die Gewerker (Unternehmer, ...besitzer) verteilte.



Bergvogt

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 7

Der von der Landesherrschaft bestimmte Statthalter, Präfekt über ein oder mehrere Bergwerke.

Bergamt Goslar:" Ein Bergvogt hatte etwa die gleichen Aufgaben wie ein Berggeschworener, war aber nur beim Erzbergwerk Rammelsberg eingesetzt u. führte die Oberaufsicht über die verschiedenen Gruben."



Berker

berker, das nur im nd. Stadtrecht von Wisby vorkommt, ist skandinavisches Lehnwort.

aschwed.:barkare = Gerber (Holmberg)

Wisby 1332/35

Verd.:Gerber



Bermenter, bergamener u.ähnl.

permenter, bermutmecker = Pergamentmacher (Bücher)

siehe auch: Pergamentmacher!



Bernsteindreher

nach Warncke = Paternostermacher

Staß-Stein: B., häufig Bernsteindreher genannt:
Bernsteindrechsler oder -Schnitzer



Bernsteinmeister

Bartsch, Bewohner ... Amt Fischhausen 1676, in Ostd.Fam.kde. 1975 S. 244

Staß: Ordensbruder in Lochstedt, dem Sitz des Bernsteinamts. In der Nachordenszeit wohnte der B. in Germau, zuletzt war das Bernsteinamt in Palmnicken, der Vorsteher: Strandinspektor.



Beschaler

fertigte für Klingen, Messer die Hefte, Schalen (Potth.)

Verd.: Hersteller von Messerheften.



Bescheider

Kolb 1687 "Bescheider in der churf. Mühle allhier"

Gr. in der Mühle der oberste Mühlenbursche.



Beschleger

Kraack, Flensburg: 1) Hufbeschlagschmied

2) Handwerker, der Metallbeschläge für Bücher, Gürtel usw. herstellt ( nach Lasch-Borchl.)

Mens.: beslahn, slagen 1) beschlagen, versehen

2) mit Eisen versehen, Pferd beschl.

Lasch-B.:beslach 1) Metallbeschlag eines Gerätes, Rades, Buches; metallen. Kleiderzierrat, Metallbeschl. ... 2) Verpackung 3) ...



Beschließerin

Consentius S. 80:"Nicht gerade zum Gesinde war die Beschließerin oder Ausgeberin zu rechnen. Sie war etwas Besseres u. führte statt der Frau den ganzen Haushalt." "hatte auf Gütern die Leute zu speisen, hatte das Federvieh, Milch, Butter, Käse u. die innere Wirtschaft unter sich"

Vergl. Ausgeber(in), Schließer



Berspünner, Berspinner

Bierspünder, Bierfuhrmann;

eigentlich: der das Bier ins Faß schließt.

Verd.:Bierspünder = Bierprüfer.



Beschälknecht

Stuttg. 70

Grimm: "der einen Beschäler füttert und wartet"

Beschäler = Zuchthengst



Beseher

unterer Zollbeamter; Beseher der Maledey = beamteter Arzt (Verd.)

Krünitz: Besichtiger od. Beschauer, frz. visiteur, heißt jeder, der das Recht hat oder dazu bestellt ist, die Zeuge, die Waren oder die Schiffe, welche ein- u. auslaufen, in Augenschein zu nehmen, um zu sehen, ob bei allen diesen Dingen nicht irgend etwas den landesherrl. Gesetzen zuwiderlaufendes vorkommt.



Besemer, Besenmecker

Besenmacher

besenman = Besenhändler

besendregern = eine Frau, die Besen im Umherziehen verkauft (Bücher)

Bessenbinner = Besenbinder, Händler mit Reisbesen (Schu.)



Besemer - Verfertiger

Behrens, Topogr. v. Lübeck S. 130

Gr. Besemer: 1) Besenbinder

2) auch Desemer, eine Art Waage in den holst. Haushaltungen, die durch eine mit Blei ausgegossene Kolbe, auf einem Seil schwebend, die Last gegenüber bestimmt.

Frischbier: eine Handwaage, bestehend aus einem hölzernen Stab ...(wie b.Gr.) ... Messingstifte im Stab markieren das Gewicht, das balancierend an einem Handgriff gesucht wird.







Desmer, wie ihn mein

Vater benutzte.



Handgriff: Stock mit Schnur



Besetzer

B.B.Stuttgart Nr. 964, 1027

Pflästerer (Nägele, B.B.Stuttg. II S. 258)

Gr.: Straßenpflasterer



Bessenbinner

Besenbinder (siehe Besemer!)



Beständer, Beständner

Verdenh.: Pächter; Kleinbauer, der von seiner Scholle nicht leben kann.

Grimm: conductor, Pächter

Krünitz: "Bestand" wird auch gebraucht für Pacht; als: Bestand- Contract, Bestand-Geld, Bestand-Jagen usw., welches soviel als Pachtcontract, Pachtgeld, Pachtjagen usw. ist. Daher nennt man einen Pächter auch "Beständner".



Beständner

Wiedemann S. 29

Verd.: Pächter

Wiedemann:"Beständner, die meist in höherem Alter vom Lande hereingezogenen Tagelöhner."

Adelung: in Oberdt.: der etwas im Bestand hat, ein Pächter.



Bestandmann

Ahn-Liste Fischer-Colbrie S. 17

"Bestandmann bei Höller in Leisach b. Lienz, ∞ (vor 1657)"

Verd.: Bestanderlasser = Verpächter

Bestandwirt = Pächter einer Gastwirtsch.

Lexer: bestant = ...pacht, miete.

Brockh.: Bestand = 5)Ff. Miete u. Pacht.



Bestandmüller

Wiedemann S. 157 (1534 - 1803) Pachtmüller

Verd.: Pächter einer Mühle

Lexer: bestant = pacht, miete

Brockh.: Bestand : 5) Frkft: Miete u. Pacht



Bestandschmied

Ahn-Liste Fischer-ColbrieS. 16

"Bestandschmied in Pasching, ∞ 1640"

Verd.: Bestanderlasser, Verpächter

Lexer: bestant = ...pacht, miete

Brockh.: Bestand = 5) Ff. Miete u. Pacht

Pächter einer Schmiede



Bestetter, Besteder

Bestetter, Spediteur (Haem). verg.Güterbestetter u. Frachtbedinger

Verdenh.: Besteder = Vorsteher einer Reedereigesellschaft; Schiffsbaumeister; Bestetter = Spediteur

Krünitz: Besteder heißt in den sogen. Mählbriefen oder Schiffbau-contracten insgemein ein Rheder oder Schiffer, welcher ein Schiff bauen läßt.

Brockh.: Besteder = Schiffbauherr



Besucher

Grimm: perquisitor = Aufsucher

"bald darauf kamen die Besucher und durchsuchten das Schiff."

Verdenh.: Kontrolleur

vergl. Mühlenbesucher!



Bettelrichter

Wiedemann S. 29

Haem: Bettelrichter = judex mendicantium = Richter der Bettelnden.



Bettelvogt

siehe Prachervogt!

Hampe S. 83:"Diese Sterzler, Sterz-, Sterzel- oder Bettelmeister oder -richter --- anderwärts heißen sie auch Bettelvögte, Prachervögte usw. --- spielen in der Folgezeit in der Geschichte des Bettelwesens eine große Rolle."

Staß-Stein: B. in Königsberg Pr. dem Patron der Haus- u. Gassenarmen unterstellt, er muß in der Kirche u. auf den Gassen auf die Bettler achtgeben.



Bettlitzenmacher

Penners-Ellw. V/3 1600, 1630

Frischb. Petlitzen, eine Art von Hefteln, womit Kleider zugeknöpft werden

Frischb. Podlitzen = Borten, Troddeln am Kleide

Podlitzenmacher = Bortenwirker, Posamentier

Hersteller von Hefteln, Haken u. Ösen.



Bettmacherin

B.B.Cölln 1583: churf. gn. bettmacherin oder altfrau

Grimm: Bettmeister: an fürstlichen Höfen der Aufseher über Betten und Bettgerät.

Bettmacherin, eine Untergebene des Bettmeisters.

Staß-Stein: Bettmutter: Bediente in einem Amtshause, Verwalterin des Weißzeuges und Wirtschafterin.



Bettmeister

B.B.Köthen S. 95 (1712)

"H.Johann Christoph Melsophii sel. gewesenen Bettmeisters...Sohn"

Gr. An fürstlichen Höfen der Aufseher über Betten und Bettgerät.



Bettziechenweber

1149 Bruderschaft der Bettziechenweber in Köln (Potth. 121)

Bettziech, -ziehe, -züge (Bahlow) "Ziechner, Ziechen- od. Bettziechenweber webten nur Bettdecken oder Kissenbezüge" (Potth.) auch Decklakener genannt (Frankfurt)

Verd. Lakenweber.



Beurtfahrer, Börtfahrer

Schiffer, die nach bestimmten Orten fahren

Berghaus: Beurt = die Tour zu fahren od. zu schiffen. Derjenige Verpflichtete, an dem die Reihe zu fahren, zu schiffen war.

Börtlüde: Schmackenschiffer, die zwischen gewissen Orten in einer bestimmten u. privileg. Anzahl nach der Reihe fahren müssen. (Idiotik.)

Smacke = kleines Seeschiff (Mens.)

vergl. Rangschiffer!



Beutler, Peutler, Beitler

Beutelmacher: Die Beutel waren meist aus Leder, daher auch Büdelsnider (Bahlow)

In Lübeck trennten sich die Beutelmacher 1359 von den Riemenschneidern. Die wichtigsten Erzeugnisse waren: büdelwerk, hanschen (Handschuhe),sweydeler (Satteltasche, Mantelsack) u. hosen. (Holmberg)

Die B. verfertigen Beutelwerk, Handschuhe, Satteltaschen, Lederhosen, wozu sie das notwendige Leder selbst herstellen.- Ihre Lederproduktion darf jedoch nicht über den eigenen Bedarf hinausgehen (Bartenstein).

Beutler, Peutler, Beitler (Haemmerle)



Beuteltuchmacher

Miller S. 130 "in Culm: ... Roller, Beuteltuchm."

Gr.:Beuteltuch = pannus cribarius, mhd. biuteltuch = Tuch zur Herstellung von Beuteln (Mehlbeutel); zum Sieben, Sichten des Mehls.



Beutner, Büthener, Beutener

Imker (Haemmerle)

beuten = Wildbienen einsetzen (D.Rechtschreib.Bertelsm.1954)

Beutner = Wildbienenzüchter " " "

Büthener = Imker (Verdenh.)

Der Beutner schlug im Walde in geeignete Bäume (Kiefern, Fichten) Löcher, um den Waldbienen eine Niststätte zu schaffen. Diese mit einem Brett verschlossenen Löcher hießen Beuten. Im Herbst wurde dann der Honig geerntet. (nach Krünitz)

Kloß, B.B.Konitz:" eines ehrb. Rats Beutener".

Staß-Stein: B.:bäuerl.Wirte, beschäftigten sich vornehmlich mit Bienenzucht u. betreuen auch die "Beuten" der Waldbienen.



Beysitzer

B.B.Stuttgart, mehrfach.

Stadtbewohner ohne Bürgerrecht; zahlte ein Beisitz-Geld.

Neben den Bürgern einer Gemeinde, die ihr Markgenossenschaftsrecht durch Geburt, Heirat oder Aufnah-me erworben haben, gab es noch andere Arten von Einwohnern ,solche Nichtbürger wurden als Beisitzer, Beisassen, Schirm- oder Schutzverwandte auch Pfahlbürger bezeichnet (Nägele, B.B.Stuttgart S. 41).



Biegeler

Kolb 1629:"ein Biegeler u. Krähmer"

Gr. biegeln = plätten

Adelg.: biegeln = bügeln, mit dem Bügeleisen glatt machen.

Bügler u. Krämer.



Biener

Wunder, Christburg S. 90 "Dienstleistungsberufe: Jäger, Biener .." "konnten Jäger und Biener eine besondere Stellung einnehmen" "Der ... Biener gehörte zwar nicht zu den Freien, aber Verschreibungen ... zeigen, daß ihr Beruf ihnen eine gehobene Stellung gab."

Staß: Biener = Beutner (s.d..!) Waldbienenimker, Bäuerl. Wirte, vom Orden in versch. masurischen Dörfern ausgesetzt

Bahl: Zeidler, Imker, der Waldbienenzucht betreibt.

Frischbier: Biener -> Beutener!



Bierböther

Travemünder Bierböther (Lüb. 1798)
Böter sind Schiffer, die mit ihren Booten Kaufmannsgüter auf der Trave nach Lübeck fahren (Mensing, Oldesloe 1790)

Ratzeburger u. Oldesloer Flußschiffer heißen Böter (Mensing).
Bierböter sind demnach Flußschiffer, die hauptsächlich Bier beförderten.



Bierbrenner

Künzig;(keine Deutung in Grimm,Schütz,Idiotik.)

In Andresen, Bürger- und Einwohnerbuch der Stadt Tondern kommt mehrfach vor die Berufs-bezeichnung:"Brauer und Brenner". Wahrscheinlich ist Bierbrenner ein Brauer, der auch Schnaps brennt.



Bierbruwer, bierbruer, birbruher

Bierbrauer (Bücher)

Bierpreu = Brauer (Haem.)



Biereige

Erfurt 1655

Bahl.: Biereyge (Thür., Erfurt oft!) mhd. bier-aug = Bürger, der eigenes Bier braut

Lex: bierouge = ein Bürger, der das Recht hat, Bier zu brauen und zu schenken.



Biereigner

Gr.:Biereige, in einzelnen Städten, namentlich Erfurt, ein Bürger, dem der Bierbrau zusteht.-

Biereigenhof = Brauhaus

Berghaus: Beeregen = Braueigen, ein Brauerei-Besitzer, Brauherr.

Lexer: bier-ouge = ein Bürger, der das Recht hat, Bier zu brauen u. zu schenken



Bier-Faktor

Raute (1821)
Verdenh.: Faktor = Geschäftsführer, Handlungsbevollmächtigter.

Consentius S. 111:"Einzelne auswärtige Brauereien unterhielten in Berlin eigene Niederlagen.

Vom Carthäuser Bier ... hatte der Faktor ... den Generaldebit"(Kleinverkauf)



Bierfiedler

B.B.Köthen S. 72 (1697) (Tfb.1688-1722) "Der Bierfiedler oder Musikante"

Gr.: Bierfiedler, der zum Bier geigt



Bierkocher

v.Gebhard, Neub. Frankf.a.O. 1668 Gehilfe des Braumeisters, Brauknecht

vgl. Schopenbrauer



Bierlader

Lagemann S.187

"Nach der Ordnung von 1545 sollten zwei B. zu Brandmeistern gewählt werden

Gr: Brauknecht, der die Tonnen verladet. Bierspünder (s.d.)



Biermacher

B.B.K-lautern 1623:"Biermacher von Herrieden bei St.Veit under dem Bischoff von Eystatt"

Brauer



Biermeister

Apel S. 147: 1452-90 Schuhmachermeister;

Biermeister; - neuer Weinmeister.

Koch, Jena:(S.55) "Für die Ordnung im Brauhause sorgte ein Ratsherr, der >Biermeister<"



Bierrevisor

Klemm, Grabsteine i. ... Marienbad, in Ostd.Fam.kde 1969 S.240 "+1899 Städt.Bierrevisor"

Bierprüfer.

Im M.A. wurde die Güte des Bieres durch Bierprober geprüft. Diese Bierproben waren aber im 19. Jh. wohl nicht mehr üblich. Daher handelt es sich hier wohl um einen Zoll-, Steuerbeamten.



Bierrufer

Tschirch, Brandenburg S. 51 "der Bierrufer, der seinen Namen davon trug, daß er vor allem verkündete, wer von den über 100 Bierbrauern der Stadt, die dieses Gewerbe nur nebenher trieben, frisches Bier zu verschänken hätte"

Vergl. Ausscheller

Huschke, B.B.Weimar, 1547: Bierrufer



Bierschröter

Verdenh.: Bierkutscher

Krünitz: Bierschröter heißen gewisse von der Obrigkeit bestellte Auf- u. Ablader, die die in den Ratskeller eingelegten fremden Biere in die öffentl. Gasthöfe ... zu verschroten, zu tragen u. zu führen hatten (gekürzt).

Staß-Stein: B.=Schrötter (Schröder, Schröter): Angestellte des Kranmeisters, sie schroten die Fässer in die Keller u. aus denselben;

schroden oder schroten = wälzen, schieben, rollen.



Bierseller

Kopfsteuerb. Tl.1 S. 20

Lasch-B.: berseller = Bierverkäufer

Sch.-L: sellen = veräußern, verkaufen.



Bierspünder, Berspünner

Berspinner, der das Bier ins Faß schließt, auch Bierfuhrmann (Schu) - siehe Beerspünder!



Bierstecher

Lüb. 1798

vielleicht falsch ins Hochdeutsch übersetzt: Behrstecher =Barensteker = Kastrator von Schweinen (Bahlow)

Sch-L.: bêr, beier = Eber



Biersticker, Bierstecher

Lüb. Schoßbuch 1762-74: 71/86: Joh.Christ. Meyer, Biersticker

Adr.B.Lüb 1811 S. 53 Bierstecher

Wehrmann, Die Mauern u.Thore Lübecks, i.Zschr. f.Lüb.Gesch Bd. 8; 1900 S. 173 Bierprüfer

Vgl. Weinsticker



Bierträger

Penners-Ellw. S. 209. Bierträger 1574

Staß: siehe Träger: Hafenarbeiter, Last- u. Gepäckträger...

In Orten, die sich durch ihr Gebräu einen besonderen Ruf erworben hatten, spielten die Bierträger eine besondere Rolle.



Bierversilberer

Berger, Zuwanderer - Wiener Vorortpfarre, in Ostd.Fam.kde. 1963 S. 202. "Ihro Excel. H.Grafen v.Könisäkh (Königsegg) wohlbestälter Bierversilberer" 1691. Sorgte für den Verkauf des Bieres der gräfl. Brauerei.

Lex.: versilbern = zu Geld machen, verkaufen.



Bierzapferin

Kopfsteuerb. Tl. 5 S. 196

Gr. Bierzapfer: qui depromit cerevisiam e dolio, wer das Bier aus dem Faß holt.



Bierzoger

Günzel, Neubürger... Merseburg 1507-24 in Fam. u. Volk 1956 S. 152

"Städt. Bierzoger u. Wächter" 1516

Sch.- L.:togen = ziehen

Bierzieher = Bierschröter, (s.d.) der das Bier abzieht u. zu dem Verbraucher bringt.



Bijoutier

Stuttg. 70. Hersteller von Schmuck.

Brockh.: Bijouterie, von frz. bijou = Kleinod

1) Juweliergewerbe 2) Schmuck aus unedlen Stoffen



Bildemaker / Bildenhouwer

Lat.nd.Gloss. 14.Jahr / Bremen 1405/7

Bilde(n)snider / Bildesnitker

Lübeck 1321 / Wernigerode 1.H. 16.Jh.

Bildhauer, Bildschnitzer (Holmberg)



Bildhauwer Bildhauer

Bildesnyder, Bildesnitzer Bildschnitzer (Bücher)

Lütgendorf, Maleramt:" eyn bilden Snyder"

Staß-Stein: Bildhauer: Holzschnitzer, der Kruzifixe u. sonstige kirchl. Bildwerke fertigt, wird auch als Bildschnitzer bezeichnet.



Bilderbrenner

Lübeck, Musterbahn 3, Tafel: Statius v. Düren.

Lasch-B.: bildenberner, Bildhauer, der Ton-, Terrakottawerke verfertigt.



Bilddrucker

Gatz, Das d. Malerhandwerk, Leipzig 1937 S. 71/72

"Von großer Bedeutung wurden ... seit dem 15.Jh. ... der Bilddruck von Holzschnitten u. der Kupferstichdruck"

Handwerker, Drucker, der Holzschnitte u. Kupferstiche druckte.



Bildgießer

Erzgießer. Im Norden (Potth. S. 146) als Apengeter = Affengießer genannt, weil viele Bildgießer Tierfratzen als Motive verwerteten.



Bildweber

Herrfurth, Stuttgarter Neubürger ... in Ostd.Famkde. 1967 S. 273

"1705 Bild- u. Leinenweber ... zu ..." (Kreis Lauban)

Damastweber

Gr. Bildwirker = Textor = Weber, der Bildwerk webt.



Billeter, Billetier, Billetsherr

Adr.Cal. 70. "Ratsverwandter u. Billeter"

frz. billetier = Zettelmeister, Zollschreiber.

Verdenhalven: Billetierer = Lotterie-Einnehmer

" B.herr = Ratsherr, der dem Einquartierungswesen vorstand

vergl. Billetierschreiber! Servis-Rendant!

Staß-Stein: Billettierer : Beamter des städt. Billettieramtes. Billetierherr: in Königsberg nach 1724 Vorsitzender des städt. Billettieramts, das die Einquartierung der Soldaten, Erhebung der Servisgelder zum Unterhalt der Truppen u. alle anderen militär. Angelegenheiten zu erledigen hat. Seine Untergebenen sind die Billettierer, Billettschreiber.



Billettierschreiber

B.B.Cölln 1690:" billetier-schreiber und wagenmeister alhier" (städt. Beamter)

Krünitz: Billett nennt man beim Zollamt den Schein, welchen der Einnehmer den Kaufleuten ausliefert, damit sie sich ... wegen der geschehenen Bezahlung rechtfertigen können.



Binder

Lauenstein: Binder im Lübecker Ratsweinkeller. Mit dem Schreiber u. zwei Zapfern gehörte er zum Personal, das dem Kellerhauptmann unterstellt war. Er führte die Aufsicht ü. d. Fässer u. den Wein, behandelte diesen u. legte best. Weine für den Rat zurück. Zum Ankauf ... wurde er an den Rhein gesandt. Sein Gehalt betrug 20 Mark, seit 1564 das doppelte. Wahrscheinlich nicht Mitglied der Böttcherzunft.



Birbriwer

Zom.Augsburg S. 111

birbriwer Brauer

Bierbrauer



Birkvagt

Müller, Schüler u. Lehrer d. Husumer Gel.schule S.75, 1834

Birkvagt.

Mens: Birk = ein aus dem Hardenverband abgesondertes Gebiet. In Schleswig gab es bis zur Einverleibung durch Preußen noch 2 Birke (Warnitz u. Lügumkloster) mit eigenem Birkgericht und einem Birkvogt an der Spitze.



Birmenter

Ribbe-Henning S. 275

Pergamentmacher

Verd.: Bermenter

Was. " , Pergamentmacher

Gr. Birment = membrana, pergament



Birnsteindreyer

Lüb.Schoßb. 1762-74 349/328

Bernsteindrechsler

s. Paternostermacher!



Bisser

Zaumschmied (Haem)

Zaumzeugschmied (Verdenh.)



Bixenmacher

B.B.K-lautern 1606: Büchsenmacher



Blanckmacher

Burchard, Stadthagen S. 62; 1619

"Blanckmacher"

Ad: Blänken = glänzend machen

Handwerker, der Waffen, Geräte usw. glänzend machte, polierte



Blankschmied

B.B.Osterode 1720

Fuhse S. 103 "Wir (Zeugschmiede) nehmen unsere sämtl. Handelsware, die wir nicht selbst verfertigen, aus denen Fürstl. Fabriken am Harze u. von denen dortigen Blankschmieden" (1783)
"Blankenburger Waren werden genannt:Spaten, Schaufeln, Grepen, Barten, Äxte, Beile, Stridden, Dreifüße, Futterklingen, gr. u. kl. Ketten" Fuhse S. 43 (1792)

Kleeberg: Blankschmieden hatten als Antriebe Wasserräder; Nockenwelle, die den Hammer hob u. fallen ließ; betrieb ferner Blasebalg u. Schleifstein: Sensen u. Spaten.

S. 99:"ferner vier Hammerwerke (Blankschmieden)"



Bläseur

von der Decken, Helgoland 1826

Backenmeister, s.d.!

Mens. Blüser, Blüsener = Feuerwärter

Blüsenmeister

vgl. Blüser



Blasbelger, blaßbalkmecker

Blasbalgmacher (Bücher)

siehe Pustermacher



Blattbinder, Blattsetzer

Verdenh.: Kammacher, Hersteller der Blätter für Webstühle.

Nach Krünitz sind Blattmacher die Hersteller von Blättern für die Weberei (auch Weberkamm genannt): Diese Blätter wurden früher hergestellt aus Rohr (Schilfrohr bzw. Reet, Ried u. bei feinen Geweben aus Spanisch-Rohr).

Staß-Stein: B. oder Kammacher; Rietmacher. Fertigt die Rietblätter und Rietkämme (Teile des Webstuhls, die die Kette in stets gleicher Breite erhalten. Kette= Längsfaden, Schuß = Querfaden).



Blattener

B.B.Cassel S. 21 u. 118:"blattener"

"Ein Plattner ist soviel wie 1) Drahtplätter (in Gold- u.Siberfabriken oder 2) Harnischmacher."

Vergl. Platenmeker!

Haem: Blatner, Plattner, Plattharnischmacher.



Blättermacher

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S. 466

"1776 ... Weber u. Blättermacher"

Weber u. Blattbinder, Blattsetzer (s.d.) stellte die Blätter, Kämme für Webstühle her.



Blattervater

Ribbe-Henning S. 275

Verd.: Seuchenhausverwalter

Lex: blatere = blatter, Pocke



Blaudrucker

Färber, der Stoffe durch Bedrucken mit blauen Mustern versah. Man unterschied Klotzdruck u. Walzendruck (Bock).



Blaufarbenmacher

Siegel, Aufgebote ... Eibenstock, 17.Jh. in Ostd.Fam.kde 1976 S. 311

1649 Blaufarbenmacher „... anitzo aber uff der neuen Farbmul..."

Aus dem Lasurstein (Lapis lazuli) wurde die geschätzte blaue Farbe hergestellt. Seit 1829 wird das Lasurblau künstlich als Ultramarin hergestellt.(Hofmann:AN.Chemie)-

Gr. Blaufarbe = Schmalte, Schmelz, in Blaufarbenwerken seit dem 16.Jh. in Anwendung (Gürich, Mineralreich)- Smalte = durch Kobalt blau gefärbtes Glas (gemahlen als Farbe verwendet.)



Blaufärber

B.B.Hannover 1667 Schönfärber,

vergl. Färber u. Blaudrucker

Blaufärber färbten in der Hauptsache blau mit dem einheimischen Waid, später mit Indigo.



Blaufeur

Huschke, B.B.Weimar 1552 (988)

Lexer: blavar = blaufarbig

Blaufärber,

auch Schönfärber genannt.

Z: Blaufeuer ist das Feuer, worinnen vor diesen der Eisenstein geschmelzet ward



Blaumüller

Genealogie 1965 Heft 6 S. 575

"Blaumüller in Blaubeuren" um 1600

Arbeiter in einem Blaufarbenwerk, wo aus Quarz u. Kobalt durch Brennen u. Mahlen blaue Mineralfarbe gewonnen wurde.

Ad.: Blaufarbenwerk

Gürich, das Mineralreich, Neudamm ≈ 1900: Kobalt ist in Blaufarbenwerken seit dem 16.Jh. in Anwendung (S. 609)

"zu einem unreinen Oxydul ... geröstet u. dann mit Quarzsand u. Pottasche zu einem Glase verschmolzen. Dieses wird gemahlen u. giebt die bekannte Smalte."



Blechdrücker

Gerescher S. 71

"Eimer, Kessel, Töpfe, Bottiche (Lawur) u. andere Blechgefäße aus rohem u. verzinktem Blech waren früher das Produkt der Blechdrücker."



Blechenschmied, Blechschmied

Klüver, B.B.Oldesloe 1739

Klempner (Brockh.)

Haem: Blechler, Blechner, Blechschmied = Spengler.



Blechmeister

Siegel, Aufgebote ... Eibenstock 17.Jh., in Ostd.Famkde 1976 S. 312

Meister in einem Blechhammerwerk

Verd.: Blechler = Klempner

Gr. Blechmeister = oberster Arbeiter auf dem Blechhammer.



Blechschläger

Grösch, 1790/4762 Klempner

Grimm: Bl. bractearius Blattner

Blattner: faber laminarius

Hersteller von Metallplatten, Blech

vgl. Plattner!

M.Müller S. 189 "ein Blechenschläger"



Bleckenschläger

Fuhse, Braunschweig S. 86

Auskunft der Klempner (1783) in Bs. an das Klempner-Amt Rostock: "Noch müssen wir anführen, wie in dero Schreiben durchgehends sich das Wort Bleckenschläger befindet ... maßen unsere hiesige Gilde sich sowol Klempner als auch Bleckenschläger nennen."



Bleicher / Bleker

Augsburg baute 1310 eine eigene Mange u. Bleiche, für die besondere Bleicher angestellt wurden. (Potth.121) /Lübeck (Hennings)

bleicher, Bleicher, Hilfsgewerbe der Leinen- u. Barchenweberei (Bücher)

Lüb. 1798.

Bleichmann (Andresen)



Bleidecker, Blidecker

Dachdecker: Gegensatz Steindecker, Schieferdecker (Potth. S. 133)

Blidecker = Bleidecker, Dachdecker (Schu)



Bleifactor

Grotefend-Diederrich S. 82 "Frstl.Brschwg.-Lüneb. Bleifactor, +1657 Clausthal."

Rüppel, Lautenthal: Das von den Hütten erschmolzene Blei wurde an eine herzogl. Factorei geliefert, von wo es verkauft wurde. Leiter dieser Factorei war der Bleifactor.



Bleizeugmacher

Herrfurth, Stuttgarter Neubürger ... in Ostd.Fam.kde 1967 S. 274

" 1691 ... Münzschlosser u. Bleizeugmacher"

Lex: Bleizeichen = Bleisiegel

Gr. ..... Bleistück an Tüchern.

Hersteller von Bleisiegel, die z.B. an Tüchern als Gütesiegel angebracht wurden.

Bleizeichen = signum plumbi



Bleizugmacher

Wiedemann S. 144, 1723

"Glaser u. Bleizugmacher"

Gr. Bleizug = Fensterblei

"Bleizugmacher heißen bei den Glasern die Altgesellen."



Bleyträger

Adr.B. Lüb. 1811 S. 21

Bleiträger

Bleihauer

1811: Bleyträger oder Thranwraker früher Bliehawer, Bleyhauer genannt (s.d.!)



Blickenschläger

Schiffahrt u. Häfen, Herausg. J.H.K. Flensburg 1971

Bahlow: Blickslager = Blechschmied

Verd.: Blicksleger = Klempner

Mens. "Blickensleger, selten Blicksleger, früher allg. jetzt abst.v. meist nur scherzhaft Klempner."



Blidenmacher / Blide(n)meister

blide = Belagerungsmaschine, Steinschleuder (Bahlow)

a) Hersteller

b) Geschützführer

blydenmeister - Geschützmeister (Bücker)



Bliehauer, Bleyhouwer

Bleihauer; Taufb. Jacobi 1656/59

Die Bleihauer gehörten zu den Trägern.

"Vorher (≈1850) gab es noch 5 Bleihauer, deren Ordnung vom 15.Febr. 1634 datiert war, man nannte sie, da sie außer dem Blei u. anderem Metall auch Felle und Leder als Kaufmannsgut bearbeiteten, namentlich aber Öl und Tran wraken durften, auch Tranwraker" (v.Lütgendorff, Die Träger in Lübeck; Lübeck 1913) Bleyhawer (Tb.Jacob. 1656)



Blockdreyer / Blokmaker

Hamburg 1572/ Wismar 1589

Grobdrechsler. Grofdreyer (Hamburg 1593)

mnd. block = Rolle (in einer Winde), bes. auf dem Schiff (Holmberg)

Blockdreier = Block- u. Pumpenmacher (Schu)

Blockdrechsler (Lüb. 1798)

Blockdreher (Grösch. 1782)
Blockmacher (Grösch 1867)

Lüb. 1842 (S.128) Schiffsblock-Drechsler

Staß-Stein: Block heißt an Bord der Kloben (Gehäuse) eines Flaschenzuges.



Blockwärter

v.Kempen S. 41, 607 (1886)

Beamter, der eine Blockstelle überwacht.

Brockh.: Blockstelle = eine Befehlsstelle am Übergang von einer Eisenbahnblockstrecke zur nächsten, mit den Blocksignalen;

sichert die hinter dem Signal liegende Blockstrecke.-

In einer Blockstrecke darf zu gleicher Zeit nur ein Zug sein. Fährt ein Zug in eine Blockstrecke, so geht das Einfahrtsignal auf "Halt" u. ist in dieser Stellung blockiert bis der Zug die Blockstrecke verlassen hat.



Blüser, Blüsener

Mens.:blüsen = flackern

Blüs = Nordlicht

Blüse hieß bei den Schiffern der Leuchtturm auf Helgoland u.Neuwerk.

Gr.: Blüse = Flamme auf dem Feuerturm

Kluge: Blüser = Feuerwärter, der die Blüse zu unterhalten hat.



Blutschreier

Apel S. 110: 1557-60 "der Blutschreier"

Gr:"Blutschreier, der mordio hinter dem thäter und vor dem blutgericht ruft"

Z: Blutschreier = Zeterschreier, heißt der Gerichtsdiener, der das Gerüfte oder Zeter-Geschrei vollführet.

1) ist die Tat..., daß jemand das Leben verwirkt hat, der Täter aber nicht gegenwärtig, so war er 3 mal, Abstand 14 Tage, durch Zetergeschrei vorgeladen, schließlich vogelfrei erklärt.

2) Zeremonie beim hochnotpeinl. Gericht.



Böchtchenmacher, Böchthenmacher

Raute (1620)

Rektor Prillwitz, Ratzeburg, hält diese Bezeichnung im B.B. für Schreibfehler, nimmt an, daß richtiger wäre: Böthchenmacher in der Bedeutung: Büttenmacher, Böttcher.



Bockdriever, -zieher

Freitag, Rund um Landesbergen.

Kluge, Seemannsspr.: Bock = Fahrzeug auf der Weser, Aller, Leine u. einigen Flüssen des nordwestl. Deutschland. Etwa 100 Fuß lang, 8-10 Fuß breit, in der Mitte 5-9 Fuß tief, hinten u. vorn platt u. mit plattem Boden; bloß zum Treiben u. Ziehen geschickt.

Schiffstreiber, -zieher. Treidler.



Bockforer, -fahrer

Penners-Ellw. S. 374 1560

Sch.- L.: bokeforer = Buchhändler

1) Buchführer, Buchhändler

2) Schiffstreiber, -zieher

vergl. Bockdriver!



Boddeker, Bodker, bodener

Böttcher. Lübeck (Hennings)

Bodenbender, buddenbender = Büttenbinder, Böttcher

bodener, budener, buttener = Büttner = bodenbender (Bücker)

Böddjer = Böttcher (Schu)

Bödker (Aßm. 1626)bodeker, doleator, dolifex = B. (Höhler)

siehe: Grobbinder

Böddeker u. Butkenbinder (Aßm. 1642)

B.B.Cölln: bodigker, bodiker, boticher.



Bode

Kraack, Flensbg. Bote

verg. Bade!



Bodel

Herta Borgs, Gretge Schof usw. in Lübeckische Blätter 1983 S. 157

Sch.- Lübb. bodel, boddel = Büttel, Gerichtsdiener, namentlich Henker.

Woss.:Büttel, Gerichtsdiener.



Bodenarbeiter bei d. Eisenbahn

Hohlfeld S. 337

Arbeiter, der Frachtstücke vom Publikum antgegennimmt, auf dem Güterboden lagert u. schließlich in den Güterwagen verlädt.



Bödener

Kopfsteuerb. Tl. 5 S. 50, 56, 61

Verd.: B.=Häusling / siehe Bödner!

Häusler: freier Dorfbewohner, der nur ein kleines Haus mit Gartenland u. Vieh besitzt u. in der Regel als Tagelöhner arbeitet.

Woss.-Teuch.: 1) Bäuner = Besitzer einer Wohn- oder zu gewerbl.Zwecken bestimmten Bude;

2) Besitzer einer kleinen Landstelle, ursprüngl. Büdner = Bewohner einer Bude oder eines solchen Hauses,das kein Brauhaus ist.“(Harland, Gesch.v.Einbeck, Tl.2, 1158)

Käter, die kein Land besitzen, manchmal Land in Heuer (Pacht); hatten Handdienste, meist zur Ernte, zu leisten.

Mitte des 18.Jahrh. in Mecklenburg, um Siedler anzuziehen. Vergünstigungen: Haus-, Hof u. Gartenplatz von 100 Quadr.ruten, freies Holz zum Anbau, Erlaubnis zum Holzsammeln, Torfstechen, Weiderecht für eine Kuh usw.

Vergl.Brinksitzer!



Bodenmeister

Grönh. 1862/8292

Aufsichtsführender bei der Lagerung, Belüftung usw. des Getreides auf einem Kornboden.

Landgraf, Bevölkerung u. Wirtschaft Kiels im 15.Jh. , Neumünster 1959: S. 112:"Weitere Heuerquellen für den Rat waren die Kornböden." (Heuer = Miete, Pacht)

Bahl.: Bodenbender (ndd.) = Buddenbinder, Böttcher



Bodenvogt

Grönh. 1860/8092

Vom Rat der Stadt bzw. vom Landesherrn Beauftragter für die Überwachung der Kornböden.



Bodmaker

Künzig: wahrscheinlich Bootmacher, Bootbauer.



Bodniker

Herta Borgs, Gretge Schof usw. in Lübeckische Blätter 1983 S. 157

Budenbesitzer

vergl. Bödener, Tl II.

Verd.: Boddeker = Böttcher



Bödner (in)

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 271

Keyser, Niedersächsisches Städtebuch(?), Stuttgart 1952

unter Einbeck: bis 1843 unterschied man Brauer = Vollbürger mit Berechtigung zum Brauen u. Bödener (d.h. Besitzer des kleinen Bürgerrechtes ohne Brauberechtigung).



Boelsmann, Bolsmann

Bohlsmann.- Drei Schreibweisen in:Christensen, Die Schulen des Kirchspiels Enstedt; Jahrg. 1962 Heft 6 der Schriften der Heimatkdl. Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig; Apenrade.

Mens: Hufner, etwa 20-50 ha Land

vergl. Eger!

Reumann S. 50: Pflug = Bohl = Hufe = Vollbauernstelle.



Bogner, bogenmecker

fertigte Bogen (ältestes Schießgerät) aus Eibenholz, das auch Bogenholz hieß (Potth.)

bogenmecker, bogener = Bogenmacher (Bücher)

Staß-Stein: Bogener (Armbrustierer):1) Der B. verfertigte Bogen aus Holz, mit Vorliebe aus dem harten Eibenholz, später bei der Armbrust auch aus Horn oder Stahl. 2) Schützen, die mit dem Bogen (der Armbrust) schossen.



Bohlenschneider

B.B.Köthen S. 69 (1695)
Gr.: Bohle = eine schwere Diele

Bohlenstamm = kernfester Baumstamm zu Bohlen tauglich

Brockh.: Bohle = Schnittholz von mehr als 4 cm Stärke.

Bohlenschneider etwa = Brettsäger.



Bohmsidenmaker

Verfertiger von gewebtem Zeug aus Baumwolle mit wollenem Einschlag

(Hennings) Lübeck

Staß-Stein:Bombasinmacher oder Bomsienmacher:Weber baumwollener Stoffe.

Verd.: Baumsiedenmacher: Weber, der die Stoffe mit baumwoll. oder garnenem Einschlag herstellt.



Bohrenschmidt, Bohrschmied

Lüb.Ad. 1842 Schmied, der Bohrer herstellt

Stettiner B.B. 1775 vergl. Bärschmied.

Handb.d.Berufe setzt Bohrschmied = Bohrer, Bohrist.



Bohrmeister

Gleiwitz 1847: Bohrmeister Wuttke Mitglied der Prüfungsbehörde für Meister u. Gesellen

Handwerksmeister für das Bohren

1) für Holzröhren für Brunnen, Leitungen

2) von Kanonen usw.

3) von Löchern für Sprengungen, z.B. Bergwerk.



Bohrtenmacher

Kloß, B.B.Konitz 1692 Bortenmacher

vergl. Bordenwerker! Bordeler!

Staß-Stein: Bortenwirker oder -macher: fertigte Borten für Kleider u. Möbel

Gr: Bortenmacher, -wirker = Posamentier



Boickforer

B.B.Hannover Buchhändler

Lasch-Borchl.: bôkvorer, bokvorköper = Buchhändler



Bokdrucker, Buichtdrucker

Buchdrucker Lübeck (Hennings)



Bokefohrer, Buickenhendeler

Hennings: Buchändler



Boltendreyer / Büssendreyer

Lübeck 1316/55 / Lübeck 1316/55

Vlaschendreyer

Braunschweig 1337

Feindrechsler.

Bolzendreher, Büchsendreher, Flaschendreher

"bolte" = Pfeil, Bolzen f. Armbrust.

mnd. "büsse" = die aus Buchsbaum gedrehte Arzneibüchse

mnd. vlasche = Flasche wurde im M.A. aus verschiedenen Materialien hergestellt, meist aus Zinn, daneben aber auch aus Leder, Holz u. Glas (Holmberg)

Höhler: boltendreyer = Bolzendrechsler

Nebinger:“6.12.1526 Jerg Schonher, Bolzträger aus Rotenburg uff der Thauber“



Bolzdreher, bolzmecker

Als Pfeil u. Bogen durch Armbrust u. Bolzen ersetzt wurden, trat an die Stelle der Pfeilschäfter (schifter) der Bolzdreher. (Potth.S. 128)

bolzmecher, bolzer = Bolzenmacher (Bücher)

boltendreier = Bolzendrechsler (Höhler)

B.B.Cölln: boltzendreger



Bombardier

B.B.Heiligenbeil

Bedienungsmann einer Bombarde (Geschütz); in Preußen im 18. u. Anfang des 19. Jahrh. Dienstgrad der Artillerie zwischen Gemeinem u. Unteroffizier (Brockh.)

Staß-Stein: B. = frühere Bezeichnung derjenigen Artilleristen, die vorzugsweise Mörser und Haubitzen bedienten.



Bombasinenweber

Baumwollweber (Haem.)

Staß-Stein: Bombasinmacher oder Bomsienmacher = Weber baumwollener Stoffe.



Bomseinmacher

B.B.Cassel S. 62; 1648 "bomseinmacher"

" S. 158: "Bomsein ist bombasin (bombycinum) baumwollenes Zeug, das zu Satteldecken u. Unterfutter für die Sättel gebraucht wurde. Daher wurden auch die Satteldecken selbst Bomsen genannt (S.Vilmar, Idiotikon S. 48)

Bomseinmacher ist also so viel wie Satteldeckenmacher.

Sch.-L.: gewebtes Zeug mit baumwollenem Aufzug u. wollenem Einschlag.

Haem:: Bombasinweber = Baumwollweber



Bomsiedmacher

Raute (1649)

Verdenhalven: Bomsidenmaker = Baumsiedenmacher = Weber, der die Stoffe mit baumwoll. oder garnenem Einschlag herstellt.



Bonde

Th.Schwartz, Das alte Lübeck S. 178

Bauer aus Gotland (Schwartz)

Bahl.:Bonde, Bondesen zu dän.,Schwed. Bonde = Bauer, ndd.Bunde

Mens.: Bonde, Bunde = Bauer, Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt; aus dem Dän.



Bondenkäthner

Erdbuch Kropp (Schlesw.) Nr. 26, 1800

Mens.: Bonde, Bunde = Bauer, Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt. Bonden hießen früher in Schleswig die freien Bauern, im Gegensatz zu den Festeleuten oder Lansten.

Bahl.: Bonde zu dän. schw. Bonde = Bauer



Bondihler

Penners-Ellw. S. 214:"Bendihler, Bondihler 1569"

Frischb: dielen = den Fußboden mit Dielen belegen

" bôn, bön = Bühne, Boden.

Dielenleger



Bönhase, Böhnhase

Störer, Fretter, Stümper, Sudeler: Handwerker, der sein Handwerk außerhalb der Zunft betrieb.

Bönhase - Bodenhase, Lebewesen, das sich auf dem Boden verbirgt, das Tageslicht scheut.(Potth. S. 77)

Warncke S. 82 ff



Börstenmacher

Bürstenmacher (B.B.Cölln)



Börtschiffer, Börtfahrer

Küstenschiffer, die bestimmte Touren fuhren; Schiffern, der einer Beurt angehörte. Beurt = Gilde von Schiffseignern (Verdenh.)

vergl. Beurtfahrer!



Böter

Flussschiffer

Oldesloer u. Ratzeburger Böter

Ballastböter = Sandschiffer (Schu)

siehe auch: Bierböter

Raute, B.B.Ratzeburg: Böter, häufig, z.B. 1756: "Fr.Langhans, eines hiesigen Bürgers u. Böters Sohn, der auch die Bootfahrt nach Lübeck treibet"

In Klüver, B.B.Oldesloe werden Böter = Travefahrer genannt.

Nach Prillwitz, Ratzeburg, hatten die Böter das Recht, Briefe zu befördern, die sie für 1 Schilling nach Lübeck brachten. Nach 1750 wurde ihnen dieses Recht genommen.



Boniteur

Koch, Götting. Honoratioren S. 194:"Später lebte er (ehem.Leutnant) als Oberboniteur in der Gegend von Osnabrück."

Mackensen: bonitieren = etwas abschätzen

Bonitierung = Gütebewertung von Agrarland

Keyser: Bonitierung = Feststellung der Güte u. damit des Wertes von Grund u. Boden.



Bonkoch

B.B.Köthen S. 21 (1652) "auf dem Fürstl. Schlosse alhier Bonkock"

wahrscheinlich Koch für feine Küche



Bonnitmaker

Hutmacher

(Warncke, Kulturgesch. aus den Lübecker Wetteprotokollen; Lüb. K 154)

vergl. Bannissmaker!



Booßknecht

Schubert, Kopulationsregister aus Meckl.Kirchenbüchern, Göttingen 1984 Nr. 480

Bootsknecht, Schiffer

Mens.: Boosmann = Schiffer, Matrose



Bootführer

B.B.Kiel, vielfach

Grönhoff: Fährmann



Bootsgesell

Grönh. 1655, Seemann

Gr.: Bootsknecht, Matrose, Bootsmann, Nauta, Schiffer, Seemann.



Bootsknecht

Beermann, Gelegenheitsfde. i. K.B. Nienburg in Nordd.Fam.kde 1965 S. 14 "gew. dän. Bootsknecht, + 1721"

Matrose

Mens.: Bootsmann = Schiffer



Bootsmann

Grönh. 1604/311 Seemann

vergl. Bootsgesell



Boppenmacher, boppenmaler

Puppenmacher, Puppenmaler (Bücher)



Bordeler, Bordenmaker

Hersteller von Besatz, Posamentier Lübeck (Hennings)

Bortenmacher

B.B.Konitz 1637: Bordenmacher



Bordellwirt

Stettiner Bürgerliste 1805:"Gast-, Bordellwirt."

Gr. Hurenwirt

Brockh.: Bordell = Freudenhaus "Seit Ende des 13.Jh. wurden die "Hübschlerinnen" in Frauen (Freuden)-häuser gezwungen.



Bordenwerker

Bortenwirker, Sticker (Verdenh.)

vergl. Bordeler, Bordenmaker!

Krünitz: Borten heißen die aus Gold, Silber, Seide, Wolle usw. in die Breite gewirkten Schnüre als Tressen, Bänder usw.

Diejenigen, die dergl. Schnüre, Borten, Tressen usw. weben, werden Bortenwirker, Bortenmacher, Posamentier ... genannt.



Bordierer

Penners-Ellw. S. 206:Bordierer 1620

" 221:Bordierer und Hutbandmacher" 1645

Sch.-L.: borde = Band, Saum

Hersteller von Borten, Bändern. Posamentier

Haem: Bordürenmacher (Posamentier)
Brockh.: ich bordiere = säume kunstvoll



Bordings-Factor, -Spediteur

Adr.Cal. 84

Bording m.kl. Lastschiff, Leichterfahrzeug (Frischbier)
M.Müller S. 200:" seit 10 Jahren als B.-schiffer gefahren"

Dr.Stieda, Pramführer u. Träger in Lübeck (Zschr.f.Lüb.Gesch. 1909):"Zur Beladung von Schiffen, die wegen ... Seichtheit der Flußläufe nicht bis an die Stadt gelangen konnten, sind kleinere, flacher gehende Fahrzeuge, ... Leichter, unentbehrlich. Unter verschiedenen Benennungen, vielleicht auch Konstruktion, tauchen sie in den Häfen auf. Das Bording in Stettin u. Riga, ... die Schute u. der Pram in Lübeck."

Bordingsfactor, -spediteur: Unternehmer, die das Leichtern bzw. Laden der flußabwärts oder auf der Reede ankernden Schiffe besorgten.



Bord- oder Knaufmacher

Schubert, Kopulationsregister aus Meckl.K.B., Göttingen 1984

Verd.: Knaufmacher = Knopfmacher

Staß: Bortenwirker fertigt Borten für Kleider u. Möbel.

Woss.: Bordmaker = Bortenmacher, Bändermacher

Gr.: Knaufmacher = Knopfmacher



Borenmacher

Strack, Kreisfremde ... Lahr" in Fam.u.Volk 1957 S. 306

"1715 .. der Borenmacher, S.d.B. u. Zeugschmieds ..."

Mens.: Bohr = Bohrer, pl. Bohren

Bohrer-Macher, Bohrer-Schmied



Borg-, Bauermeister

Grotefend-Diederichs S. 133

"Freigraf 1666-69, Armenprovisor, Borg-Bauermstr. "(Dortmund)

Verd.: Bauermeister ~ Gemeindevorsteher

Gr.: Bauermeister = Bürgermstr. auf Dörfer angew.

Sch.-L: borgermester, borgemester, burmester = Bürgermeister; Schulze, Vorsteher des Dorfes.



Borkmüller

Momsen, Husum. Lohmüller

vergl. Lomöller!

Borke = Baumrinde = ah. „lo“



Bormeister

Huschke, B.B.Weimar 1555

"zu einem Bormeister und Burger aufgenommen."

Vielleicht Schreibfehler: Bornmeister? Aufseher über die Brunnen usw. (18) Vielleicht Bohrermeister, der Rohre bohrt für Brunnen u. Wasserleitungen?

Bornmeister in Halle bei den Salzwerken

Adl.: Bornmeister: Vorgesetzter, welcher Aufsicht über Bornknechte hat. Lüneburger Salzwerke: Steiger

Halle: Äugler genannt



Bornemaker

Krause, ZA 2431/1879 S. 117

Aufseher der Süßwasserleitungen.

Sch.-L.: bornehere = Brunnenherr, Aufseher über die Brunnen.

Koch: In Lüneburg bezeichnete Born eine Quelle oder einen Brunnen mit Süßwasser, auch die Süßwasserleitungen.



Borngeleitsherr

Bülow, Barth S. 700:"Die Borngeleitsherren hatten die Aufsicht über das Brunnen- u. Wasserleitungswesen. ... aus 2 Ratsmitgliedern u. 3 Repräsentanten besteht, daß sie Ausbesserungen u. Neubauten, bes. die Reinigung der Wasserbecken veranlaßt, ferner die beiden öffentl. Pumpen auf dem Markt besorgt,während die übrigen Pumpen der Stadt in Ordnung gehalten werden durch die Brunnenherren."

vergl. Bornmeister

Brunnenmeister!



Borngreber, bornmecker, brunnenmeyger

Brunnengräber, Brunnenmacher.

bornfeger, burnfeger: Brunnenfeger, der die Ziehbrunnen reinigt.

bornmeister hießen im 15.Jahrh. die Bürger, welche von den zur Unterhaltung eines Ziehbrunnens beitragspflichtigen Nachbarn zur Aufsicht über den Brunnen, zum. Einkassieren der Beiträge bei Reparaturen u. dergl. bestellt waren. (Bücher)



Bornmeister

B.B.Hannover s. Borngreber

Verdenh.: Aufseher über die Brunnenanlagen

Grossmann S. 33 "Oberbornmeister"



Bornzieher

Wasserträger; einer, der den Ziehbrunnen bedient (Verdenh.)
Krünitz: Bornknechte sind zu Halle diejenigen, welche sie Sole aus dem Brunnen ziehen u. daher auch Solzieher genannt werden.



Borstenbinder, Bössenbinner

Kalbe 1437 (Holmberg)

Bürstenbinder

Bössenbinner = Bürstenbinder (Schu)



Bortenwirker, Bortenmacher

Kolb 1703 Bortenwirker, Bandweber, Posamentier.

Vergl.: Bohrtenmacher, Bordeler, Bordenwerker!



Bortschnitter

B.B.K-lautern 1663:"Bortschnitter uff der Keysersmühl"

" S. 222 (1800) Bortschnitter

" S. 358: Haas, * um 1760 ... Bordschneider zu Iselsfürth"

Brockh.: Bord = 1)Brett, 2) Teller- od. Büchergestell

Schlemmer: Bord = Brett

Brettschneider, -säger.

Tr. Bord = Bort gehören zusammen, bildeten urspr. ein Wort. Älteste Bedeutung = Brett.



Boßementier

B.B.Cassel S. 82 1677

Haem: Possementierer = Posamentier.



Bossierer

bossieren: i.d.Bildhauerei das Abschlagen der gröbsten Massen beim Herausarbeiten eines Bildwerkes.

i.d. Steinmetzsprache das Behauen der roh gebrochenen Felsen zu einem quadratischen Block (Keysers Fremdwörterbuch)

i.d. Töpfer(Hafner)-sprache: Herstellen von Reliefdarstellungen, nach denen Model verfertigt wurden (nach Franz, Der Kachelofen)

"Stuckdekorationen lagen in den Händen der Stukkateure oder Bossierer, wie sie nach der berühmten Stukkateur-Familie Bossi hießen."

Staß-Stein: B. Former, macht Modelle aus Wachs



Boeßmann, Boßman

Grönh. 1618/874.

Kluge, Seemannssprache, Halle 1911, führt an: Büsmann = Heringsfänger. Büse, Heringsbüse = ein zum Heringsfang ausgerüstetes, weitbauchiges Fahrzeug.

Hennings: Boßmann = Bootsmann

Staß-St.: Boshalter = Schiffseigner, der von seinem Fahrzeug aus verkauft.



Bossengießer, boßenmecker

boßensmydt : Büchsenschmied

bussengießer : Büchsengießer, -macher (Bücher)



Bossenhauer

Gatz, Das d.Malerhandwerk, Leipzig 1937 S. 63

"Hilfskräfte bei der Altarbildfertigung waren für die Ornamentschnitzerei die Bossenhauer"



Boßler

B.B.Stuttgart Nr. 1548

Hilfsarbeiter (Nägele, B.B.Stuttg. II)

Gr.: Bosselei = Trödelei, Nebenarbeit



Bote

B.B.Hannov. 1689 "Bote der Hamburger Post"



Bote, laufender

Erdbuch Kropp Nr. 8, 1702-09 "laufender Bote"

Mens.: Baadlöper = Laufbote

vergl. Laufkätner!



Bote, Lüneburger

Schoßb. Lübeck 1663 S. 13 "Lüneburger Bote"

Postangestellter der Lüneburger Post.



Botenläufer

Huschke, B.B.Weimar 1562

Gr.: nuntius, cursor = Bote, Eilbote



Botenmeister

B.B.Hannov. 1689 "fürstlicher Botenmeister"

Grimm: Beamter, der den Gerichtsboten vorsteht.

an Fürstenhöfen Angestellter, dem die Boten und Läufer unterstellt waren.



Bothner, Böttner

Apel S. 110: 1552-61 "Bothner"

Apel: Botner, Böttner = Böttcher

Dud.: Büttner, mitteld. = Böttcher

Gr.: böttner = Bötticher

Huschke, B.B.Weimar 1551: Böttner



Botmaker / Kanemaker

Stralsund 1290 / Stralsund 1319

Bootbauer, Kahnbauer

Schiffszimmermann (Holmberg)



Bott

B.B. Cassel S. 42, 1610 : "bott"

Bote



Bottiger

B.B.Weißenfels 1592

Böttcher

B.B.Köthen 1683: Bottichergeselle

B.B.Hamburg 1597: Bötticher

B.B.Cassel 1553: Bodicker

Gr.: bötticher = Böttcher



Böttker, Bötjer, Bötger

Andresen (1667) Böttcher

Klüver, B.B.Oldesloe 1733: Bötjer

B.B.Gumbinnen 1761: Bötger

B.B.Konitz 1617: Botticher



Böttcher (siehe:Boddeker!)

Bottich = hohes, hölzernes, oben offenes Gefäß.

Holzgefäße dienten nicht nur der Bierbrauerei u. Weinkelterei, sondern auch dem Versand mancherlei Artikel wie Heringe, Salz, Butter, Talg, Seife, Senf, Wachs, Getreide, Fleisch ...

Man verpackte darin sogar Metalle, Pelzwerk, Flachs, Eier, Reis, Bernstein, Geld, Kleider u. Bücher. Daher war in den nd. Hafenstädten das Böttcherhandwerk sehr verbreitet.- Manchmal trat eine Arbeitsteilung zwischen Groß- u. Kleinbindern ein. Großböttcher fertigten große Bier- u. Weinfässer aus Hartholz an, Kleinböttcher kleinere Gefäße aus Weichholz (Holmberg).

botticher (Gebh.)



Bötter

Matthiesen S. 27 "ein Bötter u. Tagelöhner"

unklar: 1) Böter = Flußschiffer

2) Böttker = Böttcher

(3) Pötter = Töpfer)



Bottner

B.B.Weißenfels 1595:"ein Bottner von Leißnigk"

Bothner (s.d.) Böttner, Böttcher

Gr.: Böttner = Böttcher



Boymacher

Bülow, Barth S. 341 "Rasch- u. Boymacher"

Fußnote: Rasch = leicht gearbeiteter, vierschäftiger Köper, meist aus grobem Kammgarn.

Boy = grober, lockerer, tuchartiger Flanell.

Brockh.: Boy = grober Flanell

Mack.: Boi = Baumwollstoff (frz.)

Keys.: Boi = Baumwollgewebe



Braacker, Aschbraacker

Adr.Cal. 70: Stadt-Belehnte: Wäger u. Braacker (9 Personen)

auch Adr.Cal 84: ebenfalls 9 Personen

S. 61: Asch-Braacker (wohnet hinter dem Aschhofe)

Bracker : behördlich bestellter Warenprüfer, Warenbeschauer (Brockh.), vergl. Wracker!

S. 62: Heerings-, Theer- u. Holtz-Braacker

"Häute u. Felle ... kamen aus Rußland, ebenso Erzeugnisse der Waldwirtschaft wie Pech, Teer und Asche, die für die flandrische Tuchbereitung und -färberei unentbehrlich waren" (Pagel S. 189)

(Karl Pagel, Die Hanse; Braunschweig 1952)

Aschbraker = Sortierer der Pottasche



Bräuer

Schütz, B.B.Gumbinnen 1744 Brauer

vergl. Brawer, Bruwer!

" Essigbrauer!

Staß-Stein: Brauer: Arbeiter der Mälzenbräuer, stehen an den Braupfannen.

Die Bez. Brauer ist oftmals nicht Berufs-B. sondern kennzeichnet den Inhaber eines Brauhauses, eines Hauses mit Braugerechtigkeit. In der Kopfsteuerbeschreibung 1689 v. Northeim sind bei 1589 Einwohnern 161 Brauer aufgeführt. Dazu 92 mal weitere Berufs-Bez.z.B. "Brauer Henning Schumacher, Grobschmidt"

"Brauer Andreas Fischer, Tischler"

"Brauer Z.Pollen, Braumeister"



Braker

Flachsbrecher, Lübeck (Hennings)

Staß-Stein: B.= Sortierer.

vergl. Braacker!



Brandewiner, Brandtweinbrenner

Branntweinbrenner. Lübeck (Hennings)

B.B.Gumbinnen 1730: Brandtw.br.; Br.Brenner, 1743; Br.Destillirer.



Branntweinbrauer

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 143 "Tagelöhner u. Branntweinbrauer"

Branntweinbrenner.

Fuhse (Schmiede) erwähnt: Der Erste Uhrmacher i. Braunschweig bittet 1532 den Rat um Erlaubnis, Branntwein brennen zu dürfen, da sein Gewerbe ihn nicht ernähre.



Branntwein- u.Broihankrüger

B.B.Hannov. 1689 Gastwirt

Brockh.: der Broyhan, Broihan, Breihahn ..., ein süßlich-säuerliches Weißbier, das bes. in Hannover bereitet wird;

erfunden von Cord Broyhan, Hannover. (nach Pusen, Niedersachsen S.238; Nümkens)

Stadtbibl. Erd.359/12



Branntweinschenkersche, -sellerin

B.B.Hannov. 1689

Branntweinhändlerin bzw. schenkin.



Bratenmeister

B.B.Hannov. 1689 "fürstl. Bratenmeister"

Grimm: in der fürstl. Küche, der die Bratenbereitung hat.

Staß-Stein: Bratenschneider - Garkoch.



Braucherin

Gerescher S. 91: Gesundbeterin, Besprecherin, weise Frau usw.

Mens.: Böter



Braueigen

B.B.von Meseritz 1731-1851, S. 1:"Bürger u. Braueigen, 1731"

Verd.: Brauherr, Besitzer einer Braustelle.



Brauer-Bote

Lüb.Adr.B. 1826 S. 259 "Riese, H.C., Brauer-Bote, Beckergrube auf der Brauerzunft

160"

Bote der Brauerzunft, des Braueramtes.



Brauerhülfer

v.Gebhardt, Neub. Frankf. 9/0 1660

Gehilfe des Brauers.



Brauerknecht, Brauknecht

B.B.Hannov. 1689 Arbeiter in der Brauerei bzw. Brauer, der in den Häusern brauen half.

vergl. Schopenbrauer



Braukrüger

Kolb. 1683 Braukrüger

" 1728 Erb- u. Braukrüger

Krüger, Gastwirt mit Braugerechtigkeit



Braumagd

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 297

Lasch-B.: brûwerknecht, Brauerknecht

brûwermaget = Braumagd (ohne Erklärung)

Hilfskräfte des Brauers.



Brawerknecht, Brawer

(Aßm. 1622) Brauknecht

vergl. Bruwer

Brawer (Aßmann 1694)

Brauwer " 1712



Bredtschneider

Brettschneider (B.B.Cölln 1591)
vergl. Bretsnider u. Brettsäger

Staß-Stein: Brettschneider: Gelegenheitsarbeiter, die von Ort zu Ort ziehen und das Schneiden von Bau- und Nutzholz besorgen.



Brefmaler, Briefdrucker

Briefmaler, Verfertiger von Briefbogen mit Verzierungen (z.B. Patenbriefe). Lübeck (Hennings)

briefdrucker "Die Register des Bartholom.-stifts verzeichnen 1414 -1424 regelmäßig Männer u. Frauen, die Briefe in der Kirche feil hielten. (Bücher)

(Haem.) Briefer = Briefmaler

Lütgendorff:"Die Hundestraße ... war im 16.-17. Jh. die Wohnstätte der lübeckischen Briefmaler ..."



Breiser, Breisler

Schnürmacher.

gehörte neben Bortenmachern, Besatzmachern zum Strickerhandwerk (Potth.)

Breiser, Preiser (mhd.briser)=Schnürsenkel-, Bortenwirker (Bahlow)

Breisler = Bortenwirker (Verdenh.)



Breiser, Brieser

Schnurmacher, Posamentier

Wasm.: Breiser = Posamentier

Verd.: Breisler = Bortenwirker

Lex.: brisen = schnüren, einfassen



Breitmacher

Kolb 1632 Leinwandweber, der breites Tuch webt.

verg. Breittuchmacher

Lasch-Borchl.: breit lowent; smal lowent, verschiedene Leinwandarten, gekennzeichnet durch verschiedene Breite. Danach unterscheidet sich auch das brede u. das smale Werk bei den Leinwandwebern (Leinweberamt).



Breittuchmacher

Schütz, B.B.Gumbinnen 1769 vergl. Tucher!

Frischbier: Tuchmacher, der breites, feines Tuch webt

Staß-Stein: webt breites, feines Tuch

Textil-Mus. Neumünster:"breite Tuche (bis 2,5 m Breite) auf Zweimannstühlen gewebt..."



Brelnmecker

Brillenmacher (Bücher)

"Als Vorläufer der Optiker sind die im 11. u. 12. Jhd. nachweisbaren Brillenmacher, Zirkelschmiede usw. anzusehen, die ihren Namen dem verwendeten Kristallglas Beryll entlehnten" (Handb. d. Berufe)



Bremelsmaker, Bremlissmaker

Hennings: Pelzbesatzmacher

Brockh.: Bräme (mhd. brem, Einfassung) 1)Besatz am Kleidrand,

2) Rand, 3) Krempe.



Bremser

v.Kempen S. 96/1661:"Bremser in Hildesheim"

v.Kempen 227/4156: Eisenbahnbremser

Bevor die Druckluftbremse eingeführt war, mußten in jedem Zuge einige Wagen mit Bremsern besetzt sein. (Bremserhäuschen). Nach Pfeifsignal des Lok-führers wurden die Bremsen angezogen oder gelockert. Diesen Beruf gibt es heute wohl nur noch auf Gebirgsstrecken (Nebenbahnen).(Auskunft Bundesbahn)



Brennerknecht

Brüsewitz,G. Stargard, 1829; Sedina-Archiv 4/1978

Brennereigehilfe. Brenner.

Gr."auch heißt der Knecht, der dem Branntweinbrennen vorsteht, einfach der Brenner."



Bressenmaker

Höhler Spangenmacher

Lasch-Borchl. bresmaker, bressenmaker (=apengeter) verfertigt Spangen aus Messing.



Bretdiener, Huschke, Hochzeitsbriefe d. weimarisch.Fürsten in Fam.u.Volk 1959 S. 375

"Bretdiener in Torgau,  Schloß Torgau 1601.-

Wwe ... Görlich, Weimar, Fürstl. Dienerin"

Mens.: Brett = Tisch, z.B. Bretböst = Tischbürste.

Tischdiener, Tafeldiener.



Bretsnider / Brethouwer / Delsnider

Rostock 125 / Northeim 1356 / Waliech 1386

Zimmermann

Brettschneider, Bretthauer, Dielenschneider (Holmberg)

Brettsager (Lüb. 1798) = B.-säger

vergl. Bredtschneider!



Brettdiener

Huschke, B.B.Weimar 1601: "itzo Brettdiener" (statt durchstrichenem "Hoffdiener")

Gr.: materiarum praefectus - Aufseher über Baustoffe, -holz.

(Grimms Deutung dürfte auf den Weimarer Fall nicht zutreffen.)

Tafeldiener



Bretter

Huschke, B.B.Weimar 1550

Bahl.: Brett = Kurzform f. Brettschneider

Brettschneider?

Lex.: bret-man = Brettschneider



Bretterhändler

Carl Schulz, S. 113 1765

"Eigentlich Zimmermann, hat aber auf der Roßmühle zu Bornstedt den linken Arm zerrädert, kann die Profession nicht mehr ausüben."

Händler mit Brettern bzw. Schnittholz.



Brettmüller

Mottak, Konfirmanden zu Neumittelwalde... 1850 in Ostd.Fam.kde 1965 S. 15

Schneidemüller, Sägemüller

Gr.: Bretmühle = Schneidemüller

Z.: Brettmühle = Schneidemühle, Schneidemüller



Brettsäger

Lüb.Adr. 1842

Mensing: Brettsaag : Brettersäge, große von 2 Personen senkrecht geführte Säge mit der aus Baumstämmen, die auf dem Saagstell ruhen, Bretter herausgesägt werden.(1799 Kreissäge, 1807 Bandsäge)



Bretzenbäcker

In Wien seit 1341 (Potthoff)

Brezelbäcker (Bahlow)

Brezel, Bretzel = ein Backwerk in Form einer breiten 8 (Brockh.)



Breuer

B.B.Cassel S. 43, 1610: "breuer"

Brauer



Briefbesteller

Kopfsteuerb. Tl. 3 S.

"Vom Posthause. Der Herr Postmeister ...(6Th), 3 unmündige Kinder, 2 Schreiber (24 J.2 Th) Briefbesteller (13 J. 9 Gr.) 7 Postknechte ( 30 J.;jeder 27 Gr.), 2 Jungen, so die Post reiten (18 J. 1 Th) Hausknecht (44 J. 1 Th) Hirtenjunge ( 13 J., 9 Gr.) 5 Großmägde ( 20 J. 1 Th 24 Gr.) Amme ( 26 J., 18 Gr.) Tagelöhner (30 J., 18 Gr.). (Amt Langenhagen)

Gr.: Briefträger



Briesemeister, Briser

Als Familienname in Ostdeutschland.

Verd.: briser = Bortenweber

Heintze: mhd. briden = flechten, weben.

Lexer: brise = Einfassung, Einschnürung

brisen = schnüren, einfassen.



Brillenmacher

siehe Brelnmacher!

"Um 1300 standen die Br. bereits in hohem Ansehen. Sie vertrieben ihre Erzeugnisse zunächst als Hausierer u. wurden erst Ende des 15. u. zu Beginn des 16. Jh. ein bodenständiges Gewerbe." (Handb.d.Ber.)



Brimelber

Sevin, Überlinger Häuserbuch S. 22

"Bäcker-, Müller-, Brimelberordnung von 1553"

Verd.: Breinmüller = Hirsemüller

" Melber = Mehlhändler

Lexer: brimel = Mehl zu brei

Gr.: Breimehl = Mehl für Brei also: Müller bzw. Händler von Breimehl.



Brinkköthner

v.Kempen S. 23; 263

Gr.: Brinkköter = Brinksitzer.

Sch.-L.: brinksitters, brinkliggers sind im allgemeinen die kleinen Eigentümer, die kleinen Köter, die außer ihrem Hause nur wenig Gartenland besitzen.



Brinksitzer, -ligger

Amtsbuch v. Syke (Quell.z.Genealogie 1.Bd.)
Dem Amt zu Dienstleistungen mit der Hand verpflichteter Landmann, etwa mit 0-10 Stück Land.

Verd.: Brinkligger = Häusler

Brinksitzer = Kleinbauer, am Rande des Dorfes wohnend.

Kopfsteuerb. Tl. 3 häufig

Singer-Fliedner, Niedersachsen S. 108 "Hier entwickelte sich die Schicht der Brinksitzer oder Bödner, die zwar Haus und Garten, aber kein Ackerland besaßen u. auf eine gewerbliche Tätigkeit, mindestens aber auf Dienstleistungen angewiesen waren."



Brodsitzerin

Schrottmüller, Trauungen - Wien - 1825 in Ostd.Fam.kde 1974 S. 119

"Brodsitzerin zu Bergreichenstein i. Böhmen"

Gr.:Brotsitzer, der Brot von den Bäckern nimmt, um es mit Gewinn im einzelnen zu verkaufen. Gegensatz: Hausläufer, der es auf dem Lande feil trägt.

Staß: Brodt = Scharwerksbauer

Brothändlerin.



Brokatmacher

Berger, Zuwanderer - Wiener Vorortpfarre, in Ostd.Fam.kde 1963 S. 208

"Tabus, Brokatmacher. - Venedig"

Brockh.: Brokat = schwerer, reich gemusterter Seidenstoff mit eingewebten Gold- u. Silberfäden.

Weber von Brokatstoffen.



Brokeherr

Percy E.Schramm, Vorfahren ... Schramm in Fam.u.Volk 1957 S. 319

"Ratsherr ebd. 1504 Bauermeister, 1512 u. 1528 Brokeherr, 1514 Feuerherr"

Sch.- L.: broke = Brüche, Geldstrafe für den Bruch des Gesetzes.

Ratsherr, der Geldstrafen verhängt bzw. einzieht.



Bronnenschläger

B.B.Stuttgart Nr. 940

?(bruma, mhd. brünne = Brustharnisch

Handwerker, der Panzer fertigt.............?)

Brunnenbauer, der auch in felsigem Boden arbeitet.

Ad.: Brunnensteiger: bei tiefen in Felsen gehauenen Brunnen der Aufseher über dieselben, der sie nötigenfalls besteigt.



Brotwieger

b.Velten, B.B.Krzn. S. 75

ältester Schöffe, desw. Brotwieger, auch Stadtzöllner 1599"

Haem: Brotbeschauer, Brotprüfer, Brotkieser.



Broyhanführer, Broyhahnf.

B.B.Hannov. 1693

Berghaus: Bröhan, Broihan, Briihan. Name eines Weißbieres, welches aus Weizen mit einem Zusatz von Gerste gebraut wird. "Dat erste hannöversche Broyhans is diit Jahr 1526 gebruwet."

Weißbierverkäufer, der mit einem Wagen oder Karren durch die Straßen fährt.

Broyhan: Erfinder Cord Broyhan, Hannover (Nach Pusen, Niedersachsen, Nürnberg 1971 S. 238) Stadtbibl. Erd 359/12



Bruchschneider, Bruchschnitter

B.B.Hannov. 1689

Grimm: 1) Stein- u.Bruchschneider "qui secando herniis medetur"

2) Hosenschneider

Jacobeit: "was zur Geringschätzigkeit der Barbirer, Bader u. Bruchschnitter, d.h. zu deren Unehrlichkeit geführt hat."

Nach Meyer-Steinig u. Sudloff, Illustr. Geschichte der Medizin, Stuttgart 1965, gab es bereits im Altertum Chirurgen, die Brüche, Blasensteine operierten. Im Mittelalter gab es wandernde Bruch- u. Steinschneider. (Lehrbuch der Chirurgie von Hellner, Nissen u. Vosschulte.)

Friederichs: „Der 1389 genannte Hodensnyder Jacob ist zwar ein Bruch- und Steinschneider ebenso wie noch 1475 Meister Conrad von Wimpfen „arzt oder hodenschneider“; aber das schließt möglicherweise nicht aus,daß ein Hodenschneider als Leuchter auch Tiere kastrierte.“



Bruchvoigt

Lüb.Ad. 1842 Gerichtsdiener (Verdenh.)

Brüche = Strafe (Brockh.)

= Geldstrafe



Brudermeister

Vorsteher einer Bruderschaft. Sonst auch: bussenmeister, kerzenmeister, fron-fastenmeister, stobenmeister (Bücher)



Brückenaufzieher

Stettiner Bürgerl. 1799. Sedina-Archiv 6/72

Arbeiter bzw. Angestellter, der für durchfahrende Schiffe die Zug- oder Hubbrücke hochzieht.



Brückenführer, -fuhrmann

Grönh. 1711/2924 Brückenfuhrmann

Vergl. Brückenknecht!

"Die Brückenfuhrleute, später Torfahrer genannt, übernahmen die Waren vom Schiff" (Grönh. S.46)

Grönh.Litz: "Die Abfuhr der entladenen u. für Kiel bestimmten Güter übernahmen die Brückenfuhrleute, die von der Mitte des 18. Jh. Torfahrer genannt wurden."



Brückengeld-Pächter

Lüb. 1842 (S.203) "Brückengeld-Pächter und Wirth in Moisling"

Bergh.: Brückentoll = das Brückengeld, die Abgabe der Reisenden zur Unterhaltung einer Brücke.



Brückenherr

Apel S. 5 "war Brückenherr 1581-86"

" 16:"1587-96 als Brückenherr dem Brückenhof vorgestanden, zehn Gulden Gehalt

jährl."

" 68: "1533 Brückenhofsherr"

Aus den Eintragungen ist nicht ersichtlich, ob es sich handelt um

1) Einnehmer des Brückengeldes oder

2) um den Verwalter eines Gutes, des Brückenhofs.



Brückenkieper

Penners-Ellw. S. 352 - 1581 - auf Tafel V zu den städt. Beamten usw. gezählt.

Verd.: Küper (ndt.): (Bremen) besonders ausgebildete Personen im Hafendienst;- nehmen von den importierten Waren Proben u. prüfen Beschaffenheit u. Güte.-

Warenprüfer an der Landungsbrücke.



Brückenkipper, brüggenkipper

Joh.Hansen, Beiträge zur Geschichte des Getreidehandels usw. Lübecks. Lübeck 1912; Stadtbibl. Sub 72;Bd.1

siehe Brückenkieper (III)

Warenprüfer auf Landungsbrücken?



Brückenknecht

Grönh. 1784/4580 "angehender B."

Arbeiter auf der Schiffsbrücke.

Grönh. S. 46: Die Schiffsbrücke, an der den eingehenden nicht in Kiel beheimateten Schiffen sowohl eine Waren- wie auch Geldabgabe (Ruder-, Last- oder Hafengeld) abgefordert wurde, hat dem Brückenschreiber u. dem Brückenknecht ihre Berufsbezeichnung gegeben. Die Brückenfuhrleute, später Torfahrer genannt, übernahmen die Waren vom Schiff.



Brückenmeister I

Apel S. 2: 1426-28 ist Brückenmeister

" S. 10: 1512 Brückenmeister

" S. 49/50 "Gewantsneider", 1502 mit 51 Ackern größter Grundbesitz,

"1494 = Brückenmeister", 1495 Schosser

Mens.: Brüggemeester = Aufseher über Häfen u. Brücken in den Städten an der Elbe.

Adelg.: Brückenmeister: 1) a. verschied. Orten Zimmermeister, welcher den Schiff- u. Brückenbau versteht; 2) a.a.O. ein Aufseher über die Brücken eines gew. Bezirks.



Brückenmeister II

Tecken, Wismar S. 7: "Brückenmeister (d.h. Steindämmer)"

Verd.: Bruck(n)er = Pflasterer, Brückenbauer.



Brückenschreiber

Grönh. 1640/1209

" 1740/3588 : substituierter (vertretender) Brückenschreiber

Erheber des Brückenzolle (Grimm)

vergl. Brückenknecht!

Grönh. Litz:"Die vom Schiffseigner oder dem Schiffsführer zu leistenden Abgaben hatte der Br. Einzufordern u. zu buchen ... Zur Aufrechterhaltung der äußeren Ordnung stand ihm ein Brückenknecht zur Seite."



Brückenzolleinnehmer

B.B.Weißenfels 1827.

Ad.: Brückenzoll = der Zoll, der für die Überfahrt über eine Brücke entrichtet wird.

Gr.: Brückenzoll = Brückengeld

Landesherren, Städte usw. erhoben an den Brücken Zoll. Vielfach verpachteten sie das Recht an einen Unternehmer.



Brügger, Brüggenmaker

Steinbrügger = Pflasterer (Hennings)

Bahlow: brüggentreder Rostock 1268, Lüb. 1318

brüggenmaker Lübeck 1325

Brücken-, Straßenpflasterer

bruggemaker = Pflasterer (Höhler)

brugger " "

pavimentator " "

Raute, B.B.Ratzeburg (1618) Brüggenmacher "Zimmermann zum Brüggenmachen verordnet."



Brühanswirth

B.B.Cassel S. 64. 1650: "brühanswirth"

" S. 159: "Der Brühan, sonst Breuhahn oder Breihahn, war eine Art Weißbier.

Vergl. Broyhanführer! Weißbierwirt.



Brüher, Brüger, Saubrüher

Nebengewerbe der Schweineschlachtung, befreiten die Tiere durch Brühen von den Borsten. (Potth. S.120)



Bruggekiper

Straßenaufseher (Warncke, Kulturgeschichte aus den Lübecker Wetteprotokollen; Lüb. K 154)

Lasch-Borchl.: Brüggenkiper = Brücken-, Hafenaufseher,

Zolleinnehmer.



Bruggenkieker, -kiper

Schiffahrt u. Häfen, herausg.v.J.H.K.Flensburg 1971

"das 1602 neu errichtete Kompagniegebäude, in dem die Waage der Stadt, die Meßtonnen u. Standardgewichte aufbewahrt wurden u. wo der Waagemeister und der Bruggenkieker ihren Sitz hatten."

Lasch-Borchl.:"brüggenkiper, Brücken-, Hafenaufseher, Zolleinnehmer.

Bergh. Brüggenkiper, der Fischmeister.



Brunnenknecht

Kopfsteuerb. Tl.2 S. 4

Verschiedene Bedeutungen:
1)Hilfskraft des Brunnen-, Born- oder Sothmeisters

2) Arbeiter, der in der Saline die Sole hochzieht; Bornknecht (Halle)

3) Hilfskraft des Baders, der das Wasser für die Badestube zieht u. trägt.



Brunnenpalier, -meister

A.Haemmerle, Ev.Totenregister.- Augsburg 1852

Verdenh.: Brunnenmeister!

vergl. Borngreber!

vergl. Balier, Borngreber, B.B.Konitz 1837: "Brunnen- u. Röhrmeister"

Momsen S.146 "in jedem Quartier (Stadtteil) ... einen Brunnenmstr.

Brunnenpalier = Vorarbeiter beim Bau von Brunnen u. Wasserleitungen.



Brustschneider

Friederichs,H.F., Genealogie 1963 , S. 399

"fertigte die Schnürbrüste (Korsetten) an, mit denen die Damen des 18. Jh. ihre Wespentaille zu erzielen pflegten."

Vergl. Schnürleibfabrikant!



Bruwer, bruer (braxator)

Brauer, Bierbrauer (Bücher)

Man unterschied: Rotbrauer, s.Rotbrouwer

Weißbrauer, die Weißbier herstellten.



Buchbender, Bokbinner

Buchbinder, seit 1463 (Bücher)
Bokbinner = Buchbinder (Schu)



Buchdruckerei-Faktor

Ahn-Liste Fischer-Colbrie S. 6

"Buchdruckereifaktor in Innsbruck, * 1752, + 1830"

Duden: Faktor = Werkmeister einer Buchdruckerei.

Brockh.: Faktor Leiter einer Abteilung ( Setzerei, Buchbinderei)



Buchsenpfennigmeister

Matthes, Lehnbuch v. Platten Nr. 3

In der Zunft, Gilde usw. der Kassen- (Buchsen-) verwalter

vergl.: Bussenschaffer

Pfennigmeister



Buchführer

Künzig, Verdenh.: umherziehender Buchhändler

Grimm: Buchhändler, der die Bücher im Laden führt, sie im Lande umführt.

vergl.: Bokefohrer, Boickforer!



Buchhalter

Künzig: Führer der Rechnungsbücher (nach Grimm)



Buchmaler

Gatz, Das d.Malerhandwerk, Leipzig 1937 S. 70

Buchmaler illustrierten die von den Buchschreibern abgeschriebenen Bücher.

vergl. Miniator, Rubrikator



Buchsenlademacher

Büchsenlademacher (B.B.Cölln 1556, 68, 82)

Lasch-Borchl. büssenlade = Lafette, Gestell

bussenlot = Büchsenkugel

Buchsenlademacher = Handwerker, der Lafetten, Gestelle für Geschütze baute. Vielleicht aber auch von "büüsenlotmeker" falsch übertragen.



Buchse(n)macher

Büchsenmacher (B.B.Cölln) vgl. Büchsenschmied!

Handbuch d.Ba.Büchsenmacher, ident. Bezeichn.: Büchsenmechaniker,

Büchsenbauer, Büchsenschmied

veraltete Bezeichn.: Bussemeister, Büchsensmyd, Feuerwerksmeister (Preuß. Armee)

Deutsche u. holl. Waffenschmiede ersannen um 1480 die Arkebuse oder Hakenbüchse. Seitdem bürgerte sich die Bezeichnung "Bussen-" oder "Büchsenmacher" ein.



Buchstabensetzer

Dietz S. 54: 1587 Buchstabensetzer.

Haem.: Schriftsetzer

Verd.: Buchstaber = Weber, der Sprüche einwebt.



Buchtrücker

B.B.Cassel S. 72; 1659: buchtrücker

Buchdrucker



Buddelmaker

Nöbbe in Sippe der Nordmark Heft 2/1936?) S. 59: "Bornsen, Buddelmaker, 1581."

Flaschenmacher

vergl.: Flaschendreyer, Flaschner.



Buddiger

B.B.Cassel S. 44; 1611 "buddiger"

" 50; 1625 "büddiger"

Budde, buddeke (ndd.) = Bütte, Bottich

Böttcher.

vergl. Boddiger!



Budelsnyder, Budelmaker

Beutelschneider : kein Beruf sondern Bezeichnung für Schwindler (Bücher)

vergl. Beutler, Bahlows Deutung!

Kraak, Flensb. Budelmaker = Beutelmacher. siehe Büdeler!

Wehrm.: Büdelmaker = Beutler, hießen in älterer Zeit auch Taskenmaker, Taschenmacher, in späterer Zeit Beutler u. Weißgerber



Budenjunge

Lüb.Beiträge..., Familienkdl. Heft 4 1974 S. 47:"Budenjunge von Lübeck; läßt taufen: 1669"

Frischbier: Budenleute = Leute, die in Buden wohnen oder Ware feil bieten.

Staß: Büdner, wohnt u. treibt Kleinhandel in Buden.



Budiquier

Carl Schulz S. 78. 1703

frz.:boutiquier = Krämer

Mark: Budike = Kneipe, kleiner Laden

Keyser: Budike = kleinärmlicher Laden, Kneipe. Budiker = Besitzer einer Budike.



Büchsenherr

Oldenburg/Holst: Markus, Bürger, Tischler, Büchsenherr, + 1627

Volkart, Nordd.Fam.-kde 1972

Verd.: Büchsenmeister

Wossidlo: " in einer Zunft der Meister, welcher die Schlüssel zu der Amtslade, die sich in der Obhut der Olderlüde befand, in Verwahrung hatte.



Büchsenmeister

Kolb 1698 "... gewes. Büchsenmeister, sonst Schmied."

Gr.: Büchsenmeister = bombardarius - Führer eines Geschützes

Sch.-L.: bussenmeister, Büchsenmeister, der das Geschütz bediente, welches er vielfach selbst gegossen hatte.

Fuhse: Die Büchsenmeister, auch Zeug- u. Büchsenmeister oder Constabel genannt, waren meist gleichzeitig Büchsenschützen, d.h. sie richteten die Geschütze, und Pulvermacher.

E.Ritter,Arch.f.Sipp.forschg. 1964 S.480:“Was wurde von einem Puchsenmeister an

handwerklicher Kunst verlangt?“



Büchsenschifter, Büchsenschäfter

Büchse = Feuerwaffe

schiften = (mhd.) schaften = Schäfte machen u. befestigen (Mummenhoff)

s. Pfeilschäfter

Schäfter, Schaftmacher

Staß-Stein: B. gelernter Handwerker, welcher die notwendigen Arbeiten an den Holzteilen der Waffen auszuführen hatte.



Büchsenschmied, Büssensmitt

Hersteller von Feuerwaffen

Büssensmitt, Büssenmaker = Büchsenschmied (Schu)

Mit Büchse wurde anfangs das Geschütz bezeichnet; dann jede Feuerwaffe, seit Einführung der gezogenen Läufe (erste Hälfte des 19. Jahrh.) Gewehr mit gezogenem Lauf für Jagd u. Sport. (Brockh.)



Büchsenschütze

B.B.Hannov.

Grimm: archibusiere = Arkebusier.

Keyser: mit Hakenbüchse (m.langem Rohr, Luntenschloß u. Stützhaken) ausgerüstete Krieger im 15. u. 16. Jh.

Brockh.: Büchse, ursprünglich jede Feuerwaffe, auch Geschütz.

Staß-Stein: B.alte Bezeichnung für die Mitglieder der Schützenbruderschaften.



Büchsenspanner

Stuttg. 70

Grimm: sclopetorum ad ictum parandorum peritus, dergleichen sich die Fürsten unter den Dienern halten einer, der erfahren ist, eine Büchse, Flinte zum Schießen vorzubereiten.

Haem: sclopetarius = Büchsenschütze

Henschel, Glossarium: sclopetus = tormentum bellicum manuale

Kriegswurfmaschinen für Handbetrieb.

Staß-Stein: B. ... wärter, -spanner: Jagdgehilfen, die bei den kurfürstlichen Jagden den hohen Herrschaften die Büchsen luden u. zureichten.



Büdeler, Büdelmaker

Beutler, Beutelmacher. Lüb. (Hennings)

siehe Beutler!

budeler, buteler, butteler, butler

Beutler (Bücker)

budilmecker Beutelmacher (Bücher)

budelmaker, porsler, taschenmaker, bursarius, bursifex, perator = Beutelmacher (Höhler)

Kraak, Flensb. Budelmaker - Beutelmacher.

Budeler, Stargarder Bürger 1567 (ZA 2079)



Büdner, Bödner, Büdener

Verdenh.: Häusling

Duden: Häusler, Einlieger, kleiner Grundbesitzer

Verdenh.: Büdner = Kleinkrämer, der seine Ware in einer Bude feilbietet.

Staß-Stein: B. 1)Eigenkätner, Besitzer einer kleinen Stelle mit Wohnhaus, Garten u. zuweilen etwas Land. 2) wohnt u. treibt Kleinhandel in Buden (kl.Häuschen); in den kleinen Städten hatten die B. meist auch ein Stück Gartenland.



Buerknecht

W.Fink S. 55: Bauerknecht

Woss.: beim Bauern dienender Knecht; von ihrem guten Verdienst zeugt, "daß zu diesen Zeiten die B. zuweilen ein Ansehnliches gewinnen, etliche der B. mit ihren Herren zum halben wären u. öfters besser als die Herren prosperierten". (Gü. 1610)



Büffetier

Hohlfeld S. 99

Brockh.: Büffetier = Verwalter eines Schanktisches, in Frankr. u. Schweiz Inhaber eines Bahnhofsrestaurants.

D.: Bierausgeber, Zapfer

Molle: Schankwart.



Buhnenmeister

Baehr, Chronik v.B.Oeynhausen, 1909:"hiernach wird 1) ein Buhnenmeister besoldet, der über die Pflanzungen die Aufsicht führt."

Brockh.: Buhne = quer vom Ufer in das Wasser vorgebauter Dammkörper, soll den Wasserlauf ändern.

Auch Höfte oder Kribbe genannt.

vergl. Kribbmeister, Slachther!



Buhrenweber, bürenweber

Bühre = Bettbezug (Salewski)

Bühre = bettzieche, bettüberzug (nd.)(Grimm)

Bettzeugweber

Helbig S. 27:"... hat es schon früh städtische Leineweber gegeben; Burenweber wurden sie 1309 genannt."



Bullenschiffer

Lübeck, Traureg. 1654

Kluge, Seemannssprache: Bulle = 1) auf der Weser kleines schutenartiges Fahrzeug, 2) auf d. Ems flaches, stark gebautes Segelfährboot ... welches im Verhältnis zur Länge breiter ist als ein gew”hnl. Segelschiff, 3) Schiff, so vorn u. hinten, wie auch oben u. unten platt ist (Schütze, Idiot.).

Bulle entspricht wohl Prahm. Der Bullenschiffer von 1654 erscheint 20 Jahre später als Prahmherr.



Bundmacher, Buntmaker

Andresen (1708); vergl. Buntfutter

Grimm: Buntmacher = Pelzmacher, Kürschner.

Wehrm.: Die Buntmaker, jetzt Buntfutterer genannt, verarbeiteten Felle aller Art, mit Ausnahme von Schaffellen, hauptsächlich die Felle von Eichhörnchen.



Bündnerfleischtrockner

Deutsch. Fernsehen, 5.6.73, Lembke.

Brockh.: Bündner Fleisch, Engadiner Fleisch, ein in Hochtälern Graubündens gebräuchliches Dauerfleisch, dem Rauchfleisch ähnlich, aber luftgetrocknet.



Bungenmacher

Lüb. Schoßb. 1663 S. 11 "Im Bungenmachergang"

Lex.: bunge = Trommel, Pauke

Trommel-, Paukenmacher

Verd.: Bungenschlager = Trommler

Ergänzung:Barenscheer, Die Hofnamen des Kreises Celle, Celle 1960, Schriftenr. des Lönsbundes S. 52:
Bungenmacher = Reusenmacher

Mens.: Bung = 1) Trommel, 2) dreiseitiger Kasten zur Aufnahme eines Lichtes, 3) zylindrisches Fischnetz.

Gr.: Bunge = Trommel

Küsk: Bunge = ein auf hölzernen oder eisernen Bügel gezogenes Netz, übertr. on mnd. bunge = Trommel



Bunnichenmacher

Gebh. B.B.Angermünde (1612) Mützenmacher?

Barettmacher? Buntmacher = Kürschner?

Bonbonmacher? Böttcher?

Mens.: Bunner, Buntje = Bonbon

Bunge = Trommel, Pauke

Bergh.: Bünne = ein Wassergefäß.

Bunnje: auf Baltrum ein auf dem Feuer gerösteter Mehlkuchen, der auf d. Festland Halster genannt wird.

Katara : bonniteken = kleine Mütze

bonnittenmaker = Mützenmacher

Lasch-Borchl.: bannit, bonnit = barettartige Kopfbedeckung

Sch.-L.: bonuteken, bonnetchen = Kopfputz



Buntfärber

Bülow, Barth S. 338 ".... 1820 Handwerksmeister... in 2 Färber... ... 1 Buntfärber"

Schönfärber ? (vergl. Färber!)

oder Buntmacher, Buntfutter = Kürschner?

Auffällig, daß Bülow keinen Kürschner erwähnt.



Buntfutter, -foder(er), - mützer

Andresen (1748) Kürschner.

vergl. 1) Buntmaker, 2) Buntfütterer

Grimm: Buntfütterer, Buntmacher, Pelzmacher, Kürschner

Grönh.Litz:"Buntfutterer, die die Kleidung der Männer durch Pelzwerk >bunt machten<. Sie verarbeiteten keine Schaf- u. Lammfelle, sondern zur Hauptsache die von Eichhörnchen."

B.B.Osterode 1610: Buntemützer = Kürschner; vergl. Ringmaker!



Buntmaker, Buntmacher

Lübeck 1386 (Potthoff)

später Buntfutterer genannt, verarbeiteten neben den Fellen des Eichhörnchens solche aller Arten von Pelztieren mit Ausnahme der Schafe (Potth.)

mnd. "bunt" = Pelzwerk, das mehrfarbig im Gegensatz zu mnd. grâ, grâwerk, einfach, einfarbig war (Holmberg)

buntsnider (Stralsund 1457); Buntwerker (Flensburg 1512)

Buntfutter verarbeiteten Wildfelle (Warncke S. 91)

Aßm. 1744: Bundmacher.



Buntschaff

Huschke, B.B.Weimar 1558

Verd.: Buntmacher = Kürschner

Lex.: bunt = gestreiftes Pelzwerk, Buntwerk

Buntschaffer, -macher, Kürschner



1)Buntwörterin 2) Buntwerker

1) Kürschnerin, Köln 1485 (Potth. S. 111)

2) Flensburg 1512

In Köln hießen sie "buntwerklüde", später wurden sie hier "buntwörter" genannt (Holmberg)

bontmecker = Buntmacher, Kürschner (Bücher)



Bürgerkapitän

Oldenb. Traub. 1683-1740:"Dehlbrügge, Ältermann u. Bürgerkapitän in O."

Haem.: Hauptmann der Bürgerwehr.



Bürgermeister

B.B.Meseritz 1731-1851 (MTT) S. 58, 99

"jetzt dirigierender B."

"Justizbürgermeister"

"Polizeibürgermeister"

Staß S. 47 u. 78: Polizeibürgermeister (dirigierd. B.): Nach der ältesten Magistratsverfassung bis 1808 hatte er die Leitung aller städt. Angelegenheiten mit Ausnahme der Gerichtssachen.



Bürgerschaffer

Gebh. 1691

Schaffer: im M.A. der Verwalter öffentlicher, bes. kirchlicher Anstalten, Stiftungen u. Spitäler, der für das Hauswesen zu sorgen hatte (Bahlow)

Brockh.: Proviantmeister auf Schiffen

Duden: Besorger der Schiffsmahlzeit.



Bürger-Tambour

Lüb.Adr.B. 1818 S. 60, 107

Tambour = TrommelschlägeBürger - T. = Trommelschläger der Bürgergarde, -wehr.



Bürger-Vorsprach / Raths-Vorsprach

Oldenburg/Holst.: Brauer u. Schuster, Hospitalvorsteher, Bürger-Vorsprach u. Deputierter , begr. 1738

Volkert, Nordd.Fam.kde 3/1972: Vorsprech = Anwalt, Rechtsbeistand vor Gericht.

Staß: Vorsprecher waren als Anwälte der Stadt beim Elbinger Rat tätig

Raths-Vorsprech: Röse, Lüb. Chronik, Lbck 1842 S. 160: "Nachdem die Abrichtung (Ablösung) der Hand des Erschlagenen geschehen war, ... trat der erste Raths-Vorsprech an die Leiche und rief:>Herr Vogt, lasset mich ein Urteil finden" usw.

Wortführer, Anwalt



Bürgerwort

P.E.Schramm, Vorfahren ... Schramm, in Fam.u.Volk 1957 S. 319

"1514 Feuerherr, 1519, 1521 u. 1525 Bürgerwort"

Sch.- L.: Wortholder = Worthalter, Sprecher

" Wortvordrager = Wortführer

Lex.: wort = wüchte = Täter, Gehilfe, Diener

Schröder-Biernatzki, Topogr. S. 170, Altona:"Die städt. Vertretung ... in den Händen von 16 deputirten Bürgern, an deren Spitze ein Bürgerworthalter steht."



Bütmacher

Lüb.Schoßb. 1663 S. 54

Büttenmacher, Böttcher

Bütt = Bottich (mecklenburgisch)

Lex.: bütenaere = Büttner.



Büttel

B.B.Hannov. 1689

Danckert, Unehrl. Leute: Weibel, Fronbote. Seine Doppelaufgabe war Botendienst u. Urteilsvollstreckung

vergl. Stöckerknecht!

Staß-Stein: B.= Gerichtsdiener, Häscher, Henker, Scharfrichter.



Büttner, Bütner

= Böttcher (Verdenh.)

bödenmeker (Loccum 1467

bütteke(n)maker (Lübeck 1550/51)

büttenbinder (Wismar 1594)

büttenmaker (Lübeck 1492)

Becher- oder Büttenmacher (Warncke S. 63)

Büttichen-Binder (Aßm. 1623)

Leps. S. 233 nennt Büttenmacher neben Böttchern.



Büxenschüffter

B.B.Stuttgart Nr. 569 Büchsenschiffter, Buchsenschäfter,

versah die Büchsen mit Holzschäften

Gr.: Buchsenschäfter: faber scaporum



Burgmann

Grotefend-Diederichs S. 96/97 "1437 Burgmann auf d. Schloß zu Rusteberg"

Bahl.:"Burgmannen waren Vasallen des Burgherrn."

Gr.: Burgmann = castrensis.



Burgsasse

Eheverträge, Stadt-Amt Hannover, Nr. 25, 27.

"Burgsasse in Eldagsen"

Lexer: bure-saeze = Bewohner einer Burg; Kastellan.



Burgschluter, -schließer

Nordd.Fam.kde 1953 S. 186

"1625 Burgschluter Gifhorn"

"1631 Burgschließer Gifhorn"

Burgschließer.



Burmester

Spanuth, Hameln S. 124 "Ihm stand, kurz gesagt, die Polizeiaufsicht über das Ackerbürgertum zu." "auch Bauerrichter genannt"

Lex.: bûre, bûr = bauer, nachbar

Mens.: Burmeister = früher Dorfschulze, Bürgermeister

Verd.: Burmester = Bauermeister, Gemeindevorsteher

Bahl.: dasselbe!



Burnenzoger

Geneal. 1963 Heft 6 S. 593 "Born- oder Burnenzoger war ein Mann, der gewerbsmäßig Wasser aus dem Ziehbrunnen ... förderte."

Verd.: B. Wasserzieher, Wasserträger



Burstenmecker, burstenbender

borstenbender : Bürstenmacher, Bürstenbinder (Bücher)



Buschwächter

Kühn, Nichtadlige ... Finn. in Estland, in Ostd.Fam.kde 1975 S. 218 (1832)

Wald-, Forstwächter



Bussendreier

Büchsendrechsler (Höhler)



Bussengießer, bossengießer

Büchsen-, Geschützgießer

bussenmeister, bossenmeister, buchsenmeister, Büchsenmeister, d.h. ein Geschützgießer im Dienste der Stadt

bussenschutze, Büchsenschütze, der im Dienste der Stadt deren Geschütze bedient (Bücher)



Bussemaker, Bussenlademaker

Bussensmit: Büchsenmacher (Hennings)

Büssenmaker, Büssensmitt = Büchsenschmied (Schu)



Bussenschaffer

Büchsenschaffer - kein Beruf! - Bezeichnung für ein Amt in der Zunft (Amt).

Hähnsen S. 200:"Die Gesellen (des Glaseramtes) besaßen keine Lade, sondern nur eine besondere Gesellenbüchse u. seit 1662 eigenes Trinkgerät. Die Verwaltung der Kasse war von der Amtslade getrennt u. zwei Gesellen als Bussenschaffers übertragen."

Hähnsen (S. 192) Altgeselle: bei den Tischlern Ortsgeselle, Oehrtengeselle od. Schaffer, bei den Sattlern Irtengeselle, Schmieden: Schaffer, Klempnern: Ortgeselle.



Bussenschutte

B.B.Hannov. Büchsenschütze

Sch.- L.: bussenschutte(r) = bussenmeister, Büchsenmeister, der das Geschütz bediente, welches er vielfach selbst gegossen hatte.

Lasch-Borchl.: büssenschütte(r) = Büchsenmeister, der das Geschütz bedient.



Butgenmaker, Buttkenmaker

Böttcher, Verfertiger von Bütten, Bottichen (Waschbalgen) (Hennings)

siehe auch Büttner

Büttenmacher, -binder = Böttcher (Haem.)

Böddeker u. Butkenbinder (Aßm. 1642)



Butigler

Verdenh.: hoher Königl. od. kaiserl. Beamter

Bahlow: mhd. Mundschenk

Krünitz: Die Besitzer solcher (Zeidel) -güter standen unter einem Richter, welcher Zeidelmeister genannt wurde ... über sämtliche aber war ein Oberrichter verordnet, welcher Butigler (Butigularius) hieß u. jederzeit unter die Ministeriales des Kaisers gerechnet wurde. (Bd. 4 od 5 unter Stichwort Biene.)



Butterträger

Gause, Kgbg. S. 108:"Sie (die Weinschröter u.dergl.) hatten ihr Privileg gegen die Butterträger zu verteidigen, die sich an diesem Geschäft (Bestatten der Toten) beteiligen wollten."

Staß-Stein: besorgt den Transport der Butter unter Garantie, vermittelt wohl auch Geschäfte.



Butticher

B.B.Hornburg S. 29 (1621)

1) Böttcher ? vergl. d.; Büttner, Butgenmaker, Boddeker.

2) Buttjer? Gelegenheitsarbeiter (Mens.)

Kück: Buttjer = arbeitsscheuer, heruntergekommener Mensch; in Schl.-Holst. Gelegenheitsarbeiter, Eckensteher.



Buwebecker, buebecker, bubecker

Lohnbäcker (Bücher)



Buwemeister, bumeister, bauhemayster = Baumeister,

der Ratsherr, welcher mit dem öffentl. Bauwesen betraut war.- In bes. Fällen konnten ihnen bezahlte underbumeister unterstellt werden. Ihr regelmäßiger Gehilfe ist "des buwes knecht". (Bücher)



Buwknecht, Buwman

Traub. Ägidien, Lbck. 1649

"ein Buwknecht oder Haußmann"

1651: "Buwman in Mecklenborgh"

Sch.-L.: buwman = Baumann, Ackersmann

Mens.: Buknecht = Ackerknecht, meist Großknecht

" Bumann = alte Bezeichng. für Hufner.



Caffamacher

Samtweber (Haem.)

siehe Kaffamecker!

Weddeprotokoll Hamburg 1765: Caffermacher.



Caffe-Entreposeur

Adr.Cal. 84 unter Accise.

Entrepôt = zollfreie Niederlage, Lagerplatz (Keyser)

frz. entreposeur = Niederlagenaufseher, Aufseher von Monopolwaren.



Caffee-Sieder

B.B.Stuttgart Nr. 1698

Gr.: Kaffeesieder: bayr. Kaffeeschenk.



Calcant

Bülow, Barth S. 592

"Calcant oder Orgeltreter" - Bälgentreter (s.d.!)



Calculator

Adr.Cal. 70 Cammer-Calculator (bei Kriegs- u. Domainen-Cam.)

Prüfer für Rechnungen und Voranschläge (Keyser)

Magd.Adr. beim Personal der Magdeb. Feiersocietät: "Cammer-Secretair, Calculator."



Calefactor

Kolb 1693:"Calefactor bei hies. Schule"

Calefactor lat. = Heizer

Kaiser: Kalfaktor = Schuldiener, Aufwärter

Gr.: Heizer, Stubenheizer in der Schule.



Calwerpott

B.B.Stuttgart Nr. 239 (1668)

Nr. 957: Ordinari Calwer Bott (1684)

Bote aus oder nach Calw.



Camerae nuncius

Lüb.Adr.B. 1803 S. 119:"Camerae Nuncius und Aufseher am Rathause"

Kammer-, Amtsbote.

Meyer (1924):"Camerae nuntius -> Kammerboten"

Kammerboten im alten fränkischen Reich Beamte, die die Krongüter beaufsichtigten und die Naturalabgaben einzogen.

Zedler: Cam. nuncius = Kämmerer



Cameralverwalter

Stuttg. 70 Verwalter des landesherrlichen Vermögens (Duden)

Verwalter der fürstl. Kammer (Keyser)



Cambsnidere

Hennings i. Sippe der Nordmark

Verfertiger von Kämmen.



Camerarius

Aßm. 1780 Kämmerer

Staß-Stein: Kammerherr, Kämmerer, Kammerdiener

A.L.Meentzen S. 107/718:"Organist zu Lemgo, auch Camerarius u. Provisor" (1658-1708)



CammerJunker

B.B.Weißenfels 1739

siehe Kammerjunker

Gr.: junger Edelmann im Dienste bei der Person des Fürsten; unter dem Kammerherrn, über den Kammerpagen.



Cammermeister

B.B.Weißenfels 1697

"Fürstl. S. Cammermeister"

Gr.: Rentmeister des Fürsten

Ad. der Vorgesetzte einer Finanz-Kammer

s. Kammermeister



Cammerschreiber, Cammersecretär

B.B.Weißenfels 56, 57 (1692/93) "fürstl. Sächs. Cammerschreiber"

Beamte einer fürstl. Verwaltung.

Gr.: camera scribe

Ad. Kammerschreiber: ein Schreiber bei einer fürstl. Finanzkammer ( ebenso -secretär)



Campanator

Hennings: GLöckner, Küster.

campana = Glocke

Haem.: campanarius, campanator = GLöckner, Küster, Meßner.



Candidat Ministerii

Adr.B. Lüb. 1821 S. 8

" S. 213: Candidat des Ministeriums

" 1826 S. 238: " " hiesigen Ministerii

Im 19.Jh. wurde die Verwaltung der Lübecker Kirchen Ministerium genannt.

Candidat, Anwärter auf ein kirchliches Amt.



Cangkenmaker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

Kannenmacher



Cantenhändler

B.B.Cölln 1706: Kantenhändler

Spitzenhändler



Cantzleibote

B.B.Weißenfels 1704

Bote einer Kanzlei, einer Schreibstube

Ad.: ein verpflichteter Bote in einer Kanzlei, welcher ... Schriften den Parteien überbringt.

Cantzleybott B. Stuttgart Nr. 1588 Kanzleibote.



Cantzeley-Verwandter

Adr.Cal. 70 (bei der Cammer f. Krieg u. Domainen)

Gr.: zur Kanzlei gehörig.



Canutibürger

Lüb.Beiträge z.Famil.kde Heft 4, 1974 S. 45:"Canutibürger u. Tischlermeister in Rendsburg, + ... 1815"

Mitglied der Kanutigilde in Reval, zu der Meister der Handwerkerzünfte, Krämer und Schiffskapitäne gehörten. Handwerkergilde des heiligen Kanutus. (Nach Dehio, Reval einst u. jetzt; Stadtbibl. 1968 A 2574)

Canutus = Knut

Knut IV., der Heilige, * um 1040, + 1086 in Odense, ermordet,

1100 heiliggesprochen, als Schutzheiliger Dänemarks verehrt.



Canzellar

Ritter, Auszüge aus einem Chronikum Brandenburgicum, in Nordd. Fam.kde 1972 S. 101/102: "1589, + ... Albinus, Cancellar, im 77.Jahr, dessen Tod der Kurfürst sehr beklagen"

Verd.: Cancellarius = Kanzler, Siegelbewahrer

Staß: Kanzler, später Gerichtsschreiber



Canzleyhizer

B.B.K-lautern S. 173

Kanzleiheizer.



Canzlist, Canzellist

Magd.Adr.: Kanzlist, Kanzleibeamter (Brockh.)



Capellan

B.B.Homburg S. 14

Verd.: Kaplan

Gr.:Kaplan = Hilfsgeistlicher, Gehilfe u. Stellvertreter des kath. Pfarrers.



Capitain d'armes

Heiratskons. Magdeburg: Bothe, gew. Captain des A. (1698)

" " Jordan, Capitain d'armes (1701)

Brockh.: ursprüngl. Edelmann in der Leibwache des Königs (Frankreich), später Angehöriger einer schweren Reitertruppe.

Hauptmann in einem schweren Reiterregiment



Capitular

Lüb.Adr.B. 1803 S. 37:"Capitular und Hessenkasselscher Kammerherr"

Domherr (Mack.)

Mitglied eines Kapitels (Keys.)

Zedler:"Capitularii waren bei den Römischen Kaisern die, welche die Kopfsteuern einnahmen."



Carabierner

Nordd.Fam.kde 1952 S. 19:"gräflicher C."

Staß: Carabinier: 1787 - 1808 Dienstgrad bei der Kavallerie (=Gefreiter); Leute, die gut reiten und schießen konnten.

Verd.: Carbiner = Musketier



Cargador

Verdenh.: Schiffsmakler, Aufseher, Verkäufer d.Schiffsladung

Krünitz: Schiffsmäkler, d.i. eine Art Mäkler, welche sich damit beschäftigt, daß sie Fracht für die in Ladung liegenden Schiffe aufsuchen und Kaufleute benachrichtigen von Schiffen, die zum Absegeln bereit liegen.



Carottenfabrik

Schröder, Topograph. Holstein ... S. 171 "mehrere Tabak- u. Cigarettenfabriken, eine Carottenfabrik, eine Stärkefabrik ..."

Meyer's Lex. 1927: Karotte... .2) in der Schnupftabakfabrikation heißen Karotten die Rollen der ausgerippten Tabakblätter, die der Gärung unterworfen werden."

Brockh.: 1959: Karotte 2) Wickelung der Tabaksblätter zum Gären.

Carottenfabrik wohl = Schnupftabakfabrik.



Carrigardör

Lübeck, Tb.Jacobi 1803: Raimundus Camol, Carrigadör

Kluge: Kargadeur, Cargadeur = auf Kauffahrern Bevollmächtigter, welcher den Verkauf oder die Vertauschung geladener Waren an andern Orten besorgt.

vergl. Cargador!

Keyser: Kargador= Bevollmächtigter des Befrachters, der die Schiffsladung begleitet, um sie abzuliefern oder zu verkaufen.



Cartundrucker

B.B.Schwerin Kattundrucker



Casier

Geneal. 1963 Heft 5 S. 533

Käsemacher (casearius)

Verd.: Käsehersteller



Cassirer

Lüb. 1838: Copiist und Cassirer des Leuchtengeldes.

Kassierer: Kassenwart, Geldeinnehmer (Brockh.)

Lüb. 1842: Leuchtengeld-Cassirer

In Lübeck wurde 1732 öffentliche Straßenbeleuchtung eingeführt (Brehmer, Das häusl. Leben in Lübeck) Die Kosten für die Beleuchtung mußten die Hausbesitzer aufbringen (nach Stier). Das Leuchtengeld wurde durch einen Cassierer erhoben.



Castellan

Magd.Adr.

Kastellan = Hausmeister in Schlössern, Universitäten (Brockh.)

Staß-Stein: der im polnisch gewordenen Westpreußen dem Woiwoden unterstehende Befehlshaber einer Burg (Schloßhauptmann), der zugleich die umliegende Landschaft (Castellanei) verwaltet u. die Gerichtsbarkeit ausübt.



Casten Knecht

B.B.Stuttgart Nr. 391

Verd.: Kastenknecht = Klosterbeamter, der die Verteilung des Getreides zu beaufsichtigen hatte; Arbeiter in einem Kastenamt, Verwaltung eines landesherrlichen Speichers.

Gr.: Knecht bei einem Kastenamt.



Castenschreiber

B.B.Cassel S. 76, 1666

Gr.: Kastenschreiber = Schreiber bei einem Kornkasten, Kastenamt ... oder bei einem gemeinen Kasten, einer städtischen Kasse.

Rechnungsführer bei einer Kasse.



Cattundrucker

Grönh. 1690/2465 Kattundrucker.



Caviller

Dankert, Unehrl.Leute: Abdecker, Schinder, Filler, Racker, Streifer, Hundschlager.



Cemmerer, camerarius

B.B.Cölln 1585 cammerer Kämmerer

Verdenh.: Cemner = Kämmerer



Censor

C.Velten, B.B.Krzn. S. 25 " genannt als Censor 1609"

lat. censor = Schätzer, Zensor

Brockh.: Census = Vermögenseinschätzung zum Zwecke der Besteuerung

Haem.: censor = Richter am Ehegericht, Richter, Prüfer (Schultheiß)



Centgraf

A.L.Meentzen S. 184/6432 "Centgraf u. Schultheiß zu Rohrbach bei Heidelberg (+ 1590)

Verd.: Centgreve = Amtsschultheiß

" Zantgraf = Markenrichter (s.d.!)

Lexer: zent, cent = Gerichtsbezirk (urspr. von hundert Ortschaften); zentgrave = centrichter.

Bahlow: Zentgraf = Vorsitzer des alten Zentgerichts ( Zent = Gerichtsbezirk von 100 Ortschaften.)



Centhauptmann, Centleutnant

Schneider-Wedekind in Nordd.Fam.kde 1973 " begr. 1724, Landgfl. Hess. Centhauptmann u. Bierbrauer in Darmstadt seit 1711, zuvor Centleutnant u. Bierbrauer zu Weiterstadt".

Offizier der Hundertschaft.

Sevin, Überlingen (209):"Jeder deutsche Gau, der durchschnittlich 1000 Bewaffnete stellte, zerfiel in mehrere Centen oder Hundertschaften, ... die je 100 Bewaffnete stellten."



Centschöffe

Schäfer, Eheschl. Messel 1678

" " 1685 "Cent- u. Gerichtsschöffen"

Brockh.: Zentgericht, im M.A. Gerichte für die niedere, teilweise (Hessen, Ostfranken) auch für Blutgerichtsbarkeit (daher Zentgraf als Vorsitzender).

Schöffe, nd. Schöppe, der ehrenamtliche Laienrichter eines Schöffengerichtes.



Centurio

Lübeck Urfehden 1582

Haem.: Hauptmann (Rittmeister)

Heinicken, Lat.W.B.: Anführer einer Centurie, einer Hundertschaft.



Chaisenmacher

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S. 473

"1796 ... Wagner u. Chaisenmacher"

Keyser: Chaise = Wagen mit Halbverdeck.

Wagner, der auch Kutschwagen mit Halbverdeck herstellt.

Staß: Chaisenfuhrmann = Mietsfuhrmann



Chalcographus

Behaim, Nürnberg 1545 Kupferstecher

Keyser: Chalkographie = alte Bezeichnung für die Kupferstechkunst. Mackensen: Chalkographie = Kupferstich



Chanoinesse

Basenscheer, Die Hofnamen des Kreises Celle, 1960 S.169, 172, 173: "Sachbearbeiterin : Chanoinesse Hanna Fueß, Kloster Wienhausen."

frz. Stiftsdame.



Charmeienbläser

Schubert, Kopul.register aus Meckl. Kirchenbüch., Göttingen 1984

Schalmeienbläser.



Chausseeaufseher, -einnehmer

Klüver, B.B.Oldesloe 1867

Chaussee, frz. Landstraße, Kunststraße mit beschotterter Fahrbahn (Keyser).

Momsen (S.150) "1860 sind in Husum 1 Chausseeaufseher u. 1 Chausseewärter, in Osterhusen 1 Chausseegeldeinnehmer ... gezählt worden."

Die ungeteerten Schotterstraßen bedurften ständiger Aufsicht u. Ausbesserung. Daher Aufseher u. Wärter. Um die Kosten für die Kunststraßen amortisieren zu können, erhoben die Bauherren (Kreis, Provinz) eine Benutzungsgebühr, "Chausseegeld".

Lüb. 1842:Harbort, Chaussee-Geld-Einnehmer zu Cronsforde".

v.Kempen, S. 17, 138: Chausseearbeiter.



Chausseebaumpächter

Taufen 1865(16.9.) Lübeck

(i.Sachsen-Anhalt „Öbster“)



Chemigraph

Hohlfeld S. 124

Handwerker, der Metallhochätzungen (Klischees) für Buchdruck herstellt. (Brockh.)

Molle: früher Zinkograph: Ätzen von Druckplatten mit Säuren, Behandeln mit galvan. Bädern.



Chergant

Lübeck.Schoßbuch 1769-74: 20/21: "Christian Reppenberg, Chergant"

Sergeant

Staß: Dienstgrad der älteren Unterorffiziere



Cheser

Nürnberg 1304 (75) cheser -> Keser -> Käser -> Käsehändler (?)

Lex.: kaeser = Käsehändler

Schmeller: kaeser = der Knecht, der auf einer Alpe das Geschäft des Käsebereitens zu versehen hat, sonst Melker, Send, Stoz, Alber genannt.



Chocolatier

B.B.Cölln 1697

Schokolade-Hersteller, Schokoladenhändler (nach Langenscheid)



Chorherr

Fg.Sach-u.Anzeigenblatt 1926 S. 113

"Chorherr zu uns. Frauen Berg in Frankfurt a/M. 1558"

Brockh.: Kanoniker

Keyser: Kanoniker = Chorherr, Mitglied eines Domkapitels oder Kollegiatstiftes.

Gr.: Canonicus



Chorrektor

Fam.kdl.Nachrichten 1962 S. 311

"Organist u. Chorrektor am Hl.Geist in Heidelberg (1747-1775)"

Molle: Chorregent = Chordirigent, auch Chordirektor, Chorleiter.



Chorschuler, Choralis

B.B.Cölln 1547/1555 Chorschüler

Kirchenb. St.Jacobi 1663: Coralist - Kirchenchorsänger



Chorushere, wispelhere

Krause, ZA 2431/1879 S. 120

rentener, gewöhnlich auch "prelater" gen.

Eigentümer der Salzhäuser, Pfannen.



Christäffel, Christefel, Christoffel

Sevin, Überlinger Häuserbuch S. 87: Chrystauel

S. 90: 1505 Aylffer u. Crystäuel

S. 16: "Die Christäffel erscheinen auch in Konstanz als Vorstände der adeligen Zunft zur Katze"

S. 16:"den Christefel geloben gehorsam zu sein"

Vorstand der adligen Zunft zum Löwen.



Chymicus

Carl Schulz, S. 105. 1770 (Vater war Zinngießer)

Chemicus, Chemiker

Haem.: Chymicus = Chymiater, Chemiker, Chymiker, Chymist (Alchymist)



Chyrurgus, Chirurgus

B.B.Gumbinnen (Schütz) 1728 u.w.

Wundarzt

Staß-Stein: Neben der Bezeichnung Feldscher taucht schon 1623 die als "Chirurgus" auf, welche dann seit 1790-1832 sämtliche Truppenärzte u. ihre unteren Gehilfen geführt haben." - "Die Kompanie-Chirurgen erhielten erst 1852 die Bezeichnung Lazarettgehilfen, welche 1899 in Sanitäts-Unteroffz. geändert wurde."

Staß-Stein: Chirurg: Die Sozietät der Ch. ergänzte sich aus Gesellen, die bei einem Ch. das Handwerk erlernt hatten. Im Nebenamt betrieben sie das Barbiergeschäft.



Ciseleur

Stuttg. 70 Metallarbeiter, der ziseliert.

Keyser: ziselieren, das Bearbeiten v. Metallen mit Meißel, Feile, Stichel, Punze u.a. Instrumenten, z.B. Befreiung der Bronzewerke v. den Gußunebenheiten (Nähten usw.). Auch d. Herausarbeiten v. Figuren u. Ornamenten aus Gold u. Silber.



Citharoedus

B.B.Weißenfels 1592 "Mülbergensis Citharoedus"

Zittersänger.

Georges, Lat.W.B.: citharoedus = Zittersänger.



Citronenhändler

B.B.Weißenfels 1777 - Zitronenhändler -



Claffermaker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

Klavierbauer.

Sch.-L.: klaffkordium = clavicordium, Saiteninstrument mit Tasten.



Clausurmaker, -macher

Einbinder von Büchern (Hennings)

Hersteller v. Buchschließen und kleinen Verschlüssen (Verdenh.)

Krünitz: Clausuren sind Beschläge, SchLösser,... Ecken u. Buckel an den (Ein-)Bänden der Bücher, welche bald glatt, bald geblümt, bald geschlagen, gegossen ... versilbert, vergoldet verfertigt werden.

Clausurmacher sind eine Art Gürtler.



Clocghiter

Höhler: Glockengießer.



Cloacsäuberer

B.B.Stuttgart Nr. 280 (1669)

"zue einem Sal.ven. Cloacsäuberer Und Uffüehrer Angenommen worden"

Gr.: Kloake = unterird. Abzugsgraben, Abtrittgrube.

Aborträumer.



Cöllmer

Schütz, B.B.Gumbinnen 1772 siehe Kölmer!

Bauer nach Kulmer Recht.



Cölm.-Schulze

Fam.kdl.Nachrichten 1983 S. 445

"1817 in Scharnhorst (Masuren) ansässig"

Staß: Kölmischer Schulze (Freischulze) - Besitzer eines Freigutes zu Kölm. Recht u. erblicher Inhaber ... des Schulzenamtes.



Cofféschenk, Coffetier

B.B.Cölln 1697:"coff‚- u. theeschenke"

Kaffe- u. Tee - Wirt.

Koch, Götting. Honoratioren S. 94 : Coffetier



Coffetier

B.B.Birnbaum 1804

Staß: Inhaber eines Kaffeehauses.



Coldreger

Keyser, Danzig S. 18

Kohlenträger.

vergl. Kolstorter, Kalstörter

Mens.: Köhlen- od. Kahldreger = Kohlenträger.



Collaborator

Hilfslehrer (an alten Lateinschulen)(Keyser)

Magd. Adr.

Adr.Cal.: bei Schulbedienten.



Collector

Aßm. 1763 "hiesiger ritterschaftl. Collector".

" 1815: "ritterschaftl. C."

Grönh. 1763: Kaufmann u. königlicher Kollekteur.

collector = Sammler

Kollekteur = Lotterieeinnehmer, Beitragssammler für wohltätige Zwecke (Keys.)



Colon

v.Kempen S. 51; 796:"Colon in Dröper"

Verd.: Colon (colonus) = Landmann, Bauer, Neubauer

238/4367:"Scholten, Colon in Grastorf(...)"

"Eigentümer des alten u. großen Colonats Boerwinkel in Grasdorf"



Colorist

Stuttg. 70. Kolorist

Keyser: wer Zeichnungen, Drucke, Photos ausmalt.



Colporteur

Stuttg. 70.

Keyser: Kolporteur = Hausierer mit Druckschriften.

Brockh.: reisender Kleinhändler in Zeitschriften, Büchern u.dergl.



Combüsenmacher

Adr.B.Lüb. 1811 S. 45

Duden: Kombüse = Schiffsküche

Kluge, Seemannssprache: Kombüse = Schiffsküche (für das Schiffsvolk, teils als beweglicher Herd für das Deck, teils fester Raum im Innern des Schiffes und immer unterschieden von der Kapitänsküche.)

Woss.:"auf den alten Segelschiffen meist auf Deck in der Roof untergebracht."

Mens.: Kombüs "Verschlag auf dem Schiffsdeck zum Schlafen f.d.Mannschaft.- Kabüs = eigentl. Schiffsküche.



Commercierender Bürger

Grönh. 1764/4123 Kaufmann.

noch 1837 findet sich der Ausdruck b. Grönh.

Klüver, B.B.Oldesloe 1850: commerzierender Bürger.



Commis

Grönh. 1852/7265. Kaufdiener.

Handlungsgehilfe, Angestellter in einem kaufm. Geschäft (Duden)

vergl. Kaufdiener!



Commißbecker

B.B.K-lautern 1725

Staß: bäckt das Brot für die Soldaten.

Küpper: Kommiß, Soldatenstand, Militär,

im 15.Jh. aus lat. "commissum = anvertrautes Gut" entstanden.



Commissionär

Lüb.Adreßb. 1844 S. 140

S. 175:"beeidigter Waren-Makler, auch Commissionair in Grundstücken"

Brockh.: Kommissionsgeschäft = Ein- u. Verkauf.. .im eigenen Namen, jedoch für fremde Rechnung.

Kr.:"bei den Kaufleuten ... Agent oder Factor." = Commissarius

aus d.frz. ... dem eine gewisse Commission aufgetragen wurde



Communion-Faktor

".....u. Schichtmeister in Goslar * 1736"

Fam.kdl.Nachr. 1968 S. 302

Verd.: Schichtmeister = Lohnbuchhalter an einer Harzer Erzgrube.

Skiba, Moderner Harzer Bergbau S. 18/76

"besaß 1632 das Fürstentum Grubenhagen den südl. ... Harzteil m. Osterode, Clausthal u. Altenau; die braunschweig. Linie den Nordharz m. Grund, Zellerfeld, Langelsheim, Oker u. Herzberg ... 1634 starb d.braunschw. Haus aus. Im Erbvertrag v. 1635 wurde festgelegt, daß die Nachfolgelinien eine Dreiergemeinschaft bilden sollten, sogen. Kommunion.



Conducteur, Kondukteur

Adr.Cal. 70 bei Baubedienten aufgeführt

Keyser: Kondukteur = Führer, Schaffner eines öffentl. Verkehrsmittels.



Conduktor

Billeb, Ein niedersächs. Zweig ... der Billeb, in Nordd.Fam.kde 1962 S. 103: "Billeb,Gutsbesitzer zu Münder, vorher Conduktor des Klosterguts in Hamelspringe 1783-1788"

Verd.: Conductor = Pächter

Gutspächter.



Conetabel

Nordd.Fam.kde 1953 S. 243; 1728

"Königl. Conetabel in der Festung Göttingen"

Keys.: Konnetabel (aus ml. comes stabuli - der Stallmeister) Oberfeldherr des frz. Königs.

Sachs-Villatte: connitable = ursprünglich Oberstallmeister, später Kronfeldherr.

Brockh.: Connetable = Constable = 1) in Gr.Britannien u. USA Konstabler, Polizeibeamter; 2) im Frankenreich Hofbeamter;

3) seit dem 14.Jh. in Frankreich u. England Oberbefehlshaber des Heeres.



Confecturenbeckersche

B.B.Hannov. 1689.

Grimm: Confect = Zuckergebackenes, Süßigkeiten.

Brockh.: Konfekt = 1) Zuckerwerk, vom Konditor zubereitetes Backwerk, 2) Pralinen.

Frau, die Confekt, Zuckerwaren herstellt.



Confiturier

B.B.K-lautern S. 198 (3412) 1800

Hersteller von Süßwaren.



Conrektor, Subconrektor

B.B.Osterode 1647:

Der Conrektor war im Lehrerkollegium dem Range nach der 2., der Subconrektor der 3. .....auch dem Gehalt nach.

z.B. Einbeck 1747: Rector 160 Thaler

Conrector 110 "

Subconr. 80 "

vergl. Infimus!



Constabler, Constofler, -stafler

Raute (1759)
Schutzmann, Polizeibeamter.

Verdenh.: Patrizier

Grimm: Constabel = ein Wort, dessen Bedeutung großem Wandel unterliegt, hervorging aus comes stabuli; heute bedeutet das frz. connetable eine hohe Würde im Heer; engl. ist constable ein öffentl. Beamter, Häscher, Polizeidiener.

Zu Magdeburg u. Braunschweig hießen im M.A. reiche, den Festtänzen vorstehende Bürgersöhne constavel.

B.B.Hannov. 1689:"fürstl. Constabler"

Kolb 1660: gew. Constapel u.d. churf. Feldt Artillerie.

Deecke-Neugebauer S. 232: Constabel = Geschützmeister auf Kriegsschiffen.



Consum(p)tionsschreiber

Verdenh.: Steuerbeamter

Krünitz: Consum(p)tion ist der Aufwand in Consumptibilien, z.B. in Feurung, Korn, Wein u.a. Lebensmitteln. Daher C.-Abgaben, C.-Accise, C.-Steuer eine landesherrliche Anlage (Abgabe) auf alles, was zu Speise u. Trank, Kleidung usw. verbraucht wird.



Conterfeier, Contrafeyer

Porträtmaler (Hennings)

Conterfehter, Conterfetter, Conterfeiter = Porträtmaler (Haem.)

B.B.Cölln: Conterfeiter; 1611 "mahler und churf.gnaden conterfeiter"

Grimm: conterfeien = pingere, malen

Lütgendorff, Maleramt: Conterfeyer, kunterfeyder, Contrafeyter.



Controlleur Estimateur

Adr.Cal. 84: auf dem Plombage-Amt.

Plombage-Amt auf d.Königl. Groß Licent

" " " dem Post-Packhause

Estimateur = Taxator, Beurteiler (Langenscheidt)

Kontrolleur, wer kontroliert, überwacht, prüft.



Conventualin

Lüb. 1842 (oft) "Conventualin des St.Johannis-Stifts"

Keyser: Konventuale = Mitglied eines klösterlichen Konvents (Gesamtheit der Klosterinsassen) -

Das H. Joh.-Stift wurde 1177 als Benediktiner-Kloster gegründet, 1245 mit Zisterzienser-Nonnen besetzt, nach der Reformation in ein evangelisches Jungfrauenstift umgewandelt.



Conversa

Kopfsteuerb. Tl.3 S. 171

Keyser: Bekehrte, Laienschwester

Verd.: conversus = bekehrt, Laienbruder.



Conzipist

Germann S. 85: "Stadtschreiber i. Karlsbad, dann Conzipist an der kgl. böhm. Hofkanzlei in Prag."

Keyser: Verfasser; jurist. Hilfsarbeiter

Duden: Konzipient = Verfasser eines Schriftstückes (Hörter: Jurist zur Ausbildung) jurist. Hilfsarbeiter



Copiat

B.B.Kiel, 8281 (1862)

Copist = Abschreiber.



Copiist

Lüb. 1838 Copiist u. Cassirer des Leuchtengeldes.

Duden: (Copist) Kopist = Abschreiber.

Grimm: Copist, abschreiber, nachmahler

Aßm. 1792: landschaftl. Copiist

" 1811: Ratskopist

Grönh. 1765: Privat-Kopist

" -Litz S. 44: "Bei allen Behörden gab es Copiisten, die die von den leitenden Beamten entworfenen Schriftstücke - oft schwer leserlich - für die vorgesetzten u. nachgeordneten Behörden mit sehr deutlichen und schönen Buchstaben abschrieben."



Cordewaner, Corduaner

Höhler: Schuhmacher

Verdenh.: Corduanenmacher, Schuhmacher, der Corduanleder verarbeitet.

vergl. Kordewaner, Kurdewaner!

Bürgerb. Stettin 1786 Corduaner.



Corporal, Korporal

B.B.Osterode 1658

Staß-St.: "vom frz. caporal, d.h. Rottmeister, Gruppenführer;

der unterste Dienstgrad der Unteroffiziere."

2.B.B.Osterode 1821:"verabschiedeter Korporal, Stadtdteuerdiener"



Corrector

Stuttg. 70 Korrektor

Keyser: Korrektur = Verbesserung, bes. von Druckabzügen.



Corsenwerchte

Höhler, Pelzer, Kürschner

vergl.: Körsenwerchte!

" Korssner!



Corsettweber

Stuttg. 70. Facharbeiter f. Korsettherstellung

Keyser: Korsett = Schnürleib, Stützmieder

Brockh.: " = Schnürbrust, Schnürleib, Schnürmieder, in der Frauentracht des 16. bis 19. Jahrh. eine unter dem Kleid getragene steife, enganliegende Bekleidung des Oberkörpers, meist mit Fischbeinstäben gesteift.



Cossat

Fam.kdl. Nachr. 1967 S. 192 "Cossat in Pernitz, * 1722"

Verd.: Kossäte = Kotsasse (s.d.)



Coventbrauer

Behrens, Topogr. Lübeck ... S. 157

Dünnbier-, Klosterbierbrauer

vergl. Kofentbrauer

Lex.: convent, covent, kafent:geist.Gesellschaft in einem Kloster, konvent: dünnes Bier, Nachbier, eigentlich. Klosterbier.



Craghenmeker

Kragenmacher (Höhler)



Cramer

(Gebh. 1622) Krämer = Kleinhändler, Höker (Bahlow)



Curandus

Prillwitz, Der Stadt Ratzeburg Mannschaft Beschreibung von 1762 in Nordd.Famil.kunde 1962 S. 5

lat. curare = pflegen, verwalten, heilen

Zedl. Curandin = Frauensperson, die eines Curators bedarf.

Pflegebedürftiger, Entmündigter.



Currendarius

B.B.Hannov. 1689. Kurrendeschüler.

Kurrende: kirchl. Knabenchor; früher: aus bedürftigen Schülern gebildeter Chor, der vor den Häusern Lieder meist geistlicher Art gegen Gaben und Geldspenden sang. (Brockh.)



Custer, Kuster, Custos

Gebh. 1622: "linifex und custer zu Gussow".

Küster, Kirchendiener.

Gebh. 1681: cüster u. schneider

Lüb. 1842 (S.190) Custos der St.Katharinenschule

Keyser: Kustos (lat. custos) Wächter, Verwalter u. Sachbearbeiter von Kunst- u. wissenschaftl. Sammlungen.



Custodie-Inspektor

Stettiner Bürgerliste 1809; Sedina-Archiv.

"Brose, Chr. aus Königsfelde, Oberdiener, Custodie-Inspektor"

Brockh.: Kustodie = "Vereinigung mehrerer Klöster"

Verwaltungsbeamter in einer Kloster-, Stifts-, Museumsverwaltung (nach Lexer).



Cythermaker

Hennins-Stahl S. 109 "ein C., heiratete 1588"

Heinicken, Lat.W.B.: cithara = Zither, Leier

Zither-, Leierbauer.



Dachdecker

Handwerker, der Hausdächer herstellt. Man unterscheidet

Schieferdecker, auch Leiendecker genannt (s.d.),

Strohdachdecker, Reetdachdecker

Steindecker

Bleidecker (s.d.)



Dachloner, Dageloner, tageloner

Tagelöhner (Hennings)

tageloner = Tagelöhner (Bücher)

tagewercker, wohl = Tagelöhner "

Dagglöner = Tagelöhner (Schu)



Dachsfänger

Apel, S. 180: 1606 Dachsfänger

Brehm, Tierleben Bd. 1 "Der Nutzen, den der getötete Dachs bringt, ist ziemlich beträchtlich. Sein Fleisch ... erscheint manchen Menschen als Leckerbissen ... aus den langen Haaren ... verfertigt man Bürsten u. Pinsel; das Fett essen manche Menschen gern ... vergl. es mit Gänsefett



Daguerrotypist

Daguerrotypie, von Nièpce u. Daguerre 1838 erfunden, Vorläuferin der Photographie. (Herstellung von Bildern auf versilberten Kupferplatten in der Camera obscura) (Keyser)

Grönh. 1850/7048.



Daler, deler, = dageloner

Tagelöhner (Bücher)

s. Dachloner.



Damasculierer, Damascierer, Damaschierer, Masculierer

sind nicht, wie der Name anzudeutenm scheint, Handwerker, die den Damaststahl herstellen, sondern freie Künstler, die Waffen u. Waffenteile auf verschiedene Art, besonders aber durch Tauschieren verzieren. ...auch das Vergolden, Versilbern u. Blauen von Waffen, das Einlegen in Holz, das Ätzen u. Eisentreiben ausübten.

(Fuhse, Schmiede ... in Braunschweig.)



Dammeister

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 242 "Dammeister, der für die Wasserrinnen bestellt ist (75 J. 1 Thaler)"

Gr.: der der Arbeit bei einem Damm vorgesetzt ist, Deichmeister.



Dammgeschworner

Adr.Cal. 84 bei den Damm-Bedienten.

Mitglied des Deichvorstandes. Vorsteher des Deichvorstandes ist der Deichhauptmann, Deichrichter, Deichgraf, der die örtl. Polizei zum Schutze der Deiche handhabt.(Brockh.)



Dammaßtweber, Dammastweber

Struck, Gr. Alsleben 1800: "Dammaßt-, Drell und Leinweber"

Damastweber.

Damast = Zeug mit eingewebten Blumen u. Figuren (Duden)

B.B.Konitz 1806: Dammastweber.



Damm- u. Schleisen-Bereuter

Adr.Cal. 84 bei Mühlen-Amt.

Bereuter = Bereiter = berittener Ratsdiener (Verdenh.)

Krünitz: (bei Dammbau) "zu besserer Aufsicht ist auch ein besonderer Buschwärter oder Dammbereiter bestellt."



Dammsetzer

Haem.: Pflasterer

Grimm: Dammsetzer = Steinsetzer, der an dem Steindamme arbeitet oder die Straße pflastert.



Dampfführer

Grönh. 1866/8721

Wahrscheinlich Dampfbootführer



Dapifer

Skriverius, Bistum Minden.

lat.W.B.: dapifer = Koch, Truchseß

Verd.: " = Truchseß



Daschner

B.B.Stuttgart Nr. 1061 Täschner

Woss.: Dasch = Tasch

Dud.: Taschner, Täschner, Taschenmacher

Molle: Taschner = Taschensattler, Täschner



Daubecker, dabecker, dobecker

eine unbek. Spezialität der Bäckerei, meist weiblich -rn (Bücher)

Verdenh.: Armenbäcker



Daugenmacher

B.B.K-lautern 1663:"ein Daugenmacher von Keßen auß Tirohl"

Gr.: Dauge = Seitenbrett eines Gefäßes aus Holz, Faßdaube

Schmeller: Dauge am Faß -> Daufel = breites dünnes Holz, Daube.



Decateur

Stuttg. 70 Dekatierer (Krimper) (Dud.)

Keyser: dekatieren = Dämpfen von appretierter Seide u. Wolle, verhütet Einlaufen u. Wasserflecke; Tuch krimpen



Dechant

Geyer S. 42 "Brief des Rates von Geyer an einen Dechanten, wahrscheinlich zu Dresden."

Dud.: Höherer kath. Geistlicher

Keyser: Dekan, Vorsitzender einer Universitätsfakultät.

Staß: Dechant (Domdechant) = Mitglied des Domkapitels, ... hat die Verwaltung der inneren kirchlichen Angelegenheiten, vornehmlich in disziplin. Hinsicht.

Lex.: techan. techant, dechan, dechant = Führer von 10 Mann; Vorstand der Jahrmarktsbesucher.



Deckducker, decklecher, decklacher

Bettuchmacher

Die Deckelecher gehören zu den Leinewebern (Bücher)

Grimm: Decktuch -> Decklach, Decklaken; eine Bettdecke, die oben auf dem Linnentuch liegt.



Deckenmacher

Spieß, Braunschweig S. 277:" Die D. arbeiteten zwar auch mit Wolle unter Zusatz von Leinen. Aber weitgehend begnügten sie sich mit der billigen sogen. Scherwolle, einem Abfallprodukt der Gerberei.

auch Schalaun-, Salaun-, Salunenmacher genannt nach der Stadt Chalons, von wo die Webtechnik gekommen sein dürfte.



Decker, dekker

Lübeck 1527, Potthoff S. 103

Bahlow hält Decker für Dachdecker, dagegen Deckner, urkdl. Tekener = Hersteller von Decken, Matten.- Decke = Kurzform für Deckewert = Deckenmacher (Flechter, Wirker von Matten).

decker (tector) = Dachdecker (Bücker)

Verdenh.: Deckerknecht = Dachdeckergeselle

B.B.Hannover: dekker = "



Decklocher

Dietz S. 62:"Decklocher aus der Reichsstadt Friedberg 1419;

Konrad 1440 dahier Decklocher"

Lex.: decke - dec - lachen = Bettuch, Bettlaken

Verd.: Deckelecher = Leineweber

Gr.: Decklach, Decklaken = eine Bettdecke, die oben auf dem Linnentuch liegt.



Deckner, Tekener

Bahl.: Deckner (Sachsen, Schles.) urkdl. Tekener = Hersteller von teken = Decken, Matten.



Deckweber

Teppichweber (Mum.)



Degener

Kraack, Flensbg.: Degenschmied

Haem.: Degener = Degenmacher, D.schmied

Bahl.: "Degener (ndd.) um 1300 für Degenhard gebräuchlich". Also auch Name!

Gottschald: Degen zu ahd. degan = junger Krieger, Gefolgsmann.



Dehlenträger

Lüb.Schoßb. 1762-74 Mühlenst.406/392

Dielenträger

vergl. Dilendreger



Deichbaas

Mens.: Diekbaas = Leiter und Aufseher der Deicharbeiten.



Deichgeschworener

Schröder, Gesch.d.Stadt Lehe (1963 A 1462) S. 127

"Die Obliegenheiten der D. bestanden in regelmäßiger Schauung der Feldmark, insbes. der Deiche, der Instandhaltung der Deiche, Sielen und Brücken, Wege und Stege, der Bestrafung der Bruch..., der Bestellung der Bauerschaftslisten, der Beschaffung der Zuchtstiere, -eber u. -böcke u. der Prüfung der Maße u. Gewichte usw. (Deichordnung v. 1672)

Gr.: D. = vereidigter Aufseher über ein gewisses Stück eines Deiches.



Deichgräber

v.Gebhard, Neub. Frankf.a.O. 1583:"E.E.Rats Deichgräber"

vergl. Teichgräber!

Grimm: Deicharbeiter.



Deichgraf

Momsen (S.149) "Die Deichgrafen waren Bewohner des Landes." "Der Amtmann (u.Oberstaller) ist zugleich Oberdeichgraf der ihm untergebenen Distrikte gewesen."

vergl. Dieker, Diekgreve!



Deichediger

Ahnen-Liste Pauls, Schlesw.Holst.Stamm- u. Ahnenlisten 1904.

1629 Hausmann u. Deichediger 1774, Meldorf: Teich-Eding

Mens.: Diekediger = Deichgeschworener; führt die Aufsicht über das Wasserlösungswesen im Kirchspiel.

Gr.: Deicheidige = beeidigter Aufseher bei dem Deichwesen.





Deichkondukteur

Möller, Schüler u. Lehrer ... Husum S. 64: "1830 Deichkondukteur im Herzogl. Holstein"

wahrscheinlich: Deichaufseher, Hilfskraft des Deichgrafen.

Momsen, P. * 1801, stud. Göttingen, Kopenhagen

1830 Deichkonduktor, 1830 Dr.phil.



Deichrichter, Deichrentmeister

Ahnen-Liste Hasten, Hbg. "P.Jansen, Ausmiener, Deich- u. Sielrichter"

"Cornelius Bruinvos, Deichrentmeister 1644-1665"

Mens.: Deichrichter = Unterbeamte des Deichgrafen, die innerhalb eines gewissen Bezirks die Deicharbeiten beaufsichtigen u. Schäden dem Deichgrafen zu melden haben.

Doornk.-Koolm.: Dikrichter = Vorstand einer Dikacht (Deichbezirk) sonst auch Deichgraf genannt.

Gr.: Deichrentmeister = Deichpfennigmeister, der die Gelder für die Deichkasse einnimmt.

Gr.: Deichrichter = am Deichgericht in Bremen der dem Deichgrafen Nächststehende.



Delenschneider

Dielenschneider (Gebh.)



Demoiselle

Momsen S. 340 "Die 9 weibl. Dienstboten, die 1860 von Orten außerhalb der Herzogtümer gebürtig gewesen sind, waren ...; ferner 1 Demoiselle, 1 Gouvernante u. eine Gesellschafterin aus Kopenhagen..."

Brockh.: unverheiratete Töchter von guter Herkunft, die in größeren Haushalten Stellung annahmen, jedoch gesellschaftlich zur Familie gehörten.



Dener

B.B.Hannov. Diener, Knecht

Sch.-L.: dener = Diener

Lasch-Borchling: dener = Diener hohen wie niederen Ranges, fürstl., städt. Beamter, Angestellter, Handlungsdiener, Knecht, Aufwärter.



Dengler

hämmerte das Eisenblatt zur Sense oder zur Sichel.Dengeln bezeichnet auch heute noch das Schärfen der Sense durch Hämmern (Potth.).

Dengler: der Sensen dengelt (schärft) durch Hämmern od. Klopfen (Bahl.)



Dentler, Dantler

Verdenh.: Trödler

Bahlow: Dandler, mhd. tendeler = Trödler, mit getragener Kleidung handelnd.



Depositalrendent

Seeberg-Elverfeld, Bürger Angerburg S. 45:

* Arnau 1803, Depositelrendant"

Sparkassenrendant(?)



Deschenmecker, deschener, theschinmeckere, desener

Taschenmacher.

D. Gewerbe scheint öfter von Frauen ausgeübt worden zu sein(Bücher)

siehe Taschner!



Descher

Traubuch Aegidien 1669:" ein Descher in Wittenberg"

Mens.: Döscher = Drescher

Woss.: Döscher = Drescher



Deschler

Verdenh.: Taschenmacher

Bahlow: Desch(n)er - mundartl. für Teschner, Taschenmacher

In Württ. "Deschler, Täschler".



Dessinateur

Stuttg. 70 Musterzeichner (Keys.)



Destulierer, Distulerer, Destillatör

Destillateur (Hennings)

Distillirer (Lüb. 1798)

Destillatör (Grönh. 1643/1266)

Branntweinbrenner.



Deuchelbohrer, Deuchler

Holzröhrenmacher (Verdenh.)

Deuchel = Röhre, Rinne (Grimm)

Deuchler, Deichler = Hersteller von hölzernen Röhren für die Wasserleitung (Bahlow).



Diätist

Hohlfeld S. 604 "Diätist bei der ... Eisenbahn"

Mack.: Diäter = Hilfsarbeiter bei Behörden

Keyser: Diätist = Empfänger von Tagegeld

Brockh.: Diäten = Tagegelder



Diamantschneider

Grönh. 1617/865.

Gr.: Demantschneider, der dem rohen Diamant seine Form gibt, ihn zum Brillanten, Dickstein, Rautenstein, Rosenstein, Tafelstein schneidet.



Dichtmaker, dichtbinder

Lüneburg 1430 " 1577

Böttcher (Holmberg)

Biertonnenböttcher (Verdenh.)

Da im M.A. Tonnen zum Versenden vieler Waren, Salz, Pelze, sogar Bücher verwendet wurden, mußten Fässer, in denen Flüssigkeiten transportiert bzw. gelagert wurden, besonders dicht gebunden sein.



Dieker, Diekgreve, Diekhoder

Deicharbeiter; Deichgraf, Vorsteher des Deichwesens;

Teichwärter, Grabenaufseher (Verdenh.)

Mensing: Dieker = Deicharbeiter, auch Deichbewohner;

Diekgraaf, früher Diekgreve = Deichgraf, Oberbeamter des Deichwesens, der die Aufsicht über alle Deiche des Verbandes führt.

Schiller-Lübben: Hoder = Hüter, Bewacher



Dieksticker

L.N. 28.6.84 S. 6

Doornkat-Koolmann: dik - Stikker = Deichsticker = wer den Deich mit Stroh bestickt.

dik-stikken = das Besticken des Außendeiches mit Stroh, vermittels des Diknatels, um das Abspülen der Erde durch die See zu verhindern.

Mens. S. 726: Der Deichfuß (die Berme) wird mit Stroh oder Reet bestickt.



Dielenkäufer, -händler

Penners-Ellw. S. 377-1567

Dielen-, Bretterhändler

Dietz S. 48 (1677): Dielhändler



Diener

Lüb. 1798: reitender Diener (siehe: Reitendiener!)

Aßm. 1714: Herrendiener, Stadtdiener

Grimm: Diener = der in untergeordneten Verhältnissen gegen Lohn Dienste leistet, so: Kammerdiener, Gerichts-, Kirchen-, Amts-, Schul-, Silber-, Hof-, Stadt-, Ratsdiener.

Grönh., 1825: Lohndiener

Momsen (S.146): Kämmereidiener, Gerichtsdiener, Polizeidiener (oder Stadtwachtmeister) u. den sog. Angriffsdiener.



Dienstknecht, -mann

Klüver, B.B.Oldesloe 1839.

Grimm: servus = Knecht

Lütgendorff:"Die Träger ... verhalten sich den Dienstmännern gegenüber wie die Großkaufleute zu den Krämern." "Als 1867 der erste Dienstmann an der Ecke stand, wurde er angestaunt...." Brockh.: Dienstmann = 1) im M.A. unfreier Ritter

2) Gewerbetreibender wie Gepäckträger, Stiefelputzer u.a.



Diligence-Besitzer

Wiedemann S. 180; 1832/67

Dud.(1915): Diligence = Postwagen

Langenscheidt: Eilwagen

Brockh.: Eilpost

Harbeck, Chronik Bramstedt S. 432: "Wagen in Form großer Omnibusse, sogen. Diligence mit vier Pferden bespannt, kamen täglich einmal durch unsern Ort."



Dilendreger

Träger von Dielenholz (Hennings)

Dielenbretter wurden aus Preußen eingeführt.- "Den Hafenbetrieb besorgten die Träger, die ihre mittelalterliche dunkle Leinentracht bis ins 20. Jahrh. beibehalten haben". (Klöcking)

siehe Träger!

".. u. dahinten beginnen die Holzstapelreihen der Lastadie, es sind schwedische Dielen u. Balkunen, zum Teil ... kunstvoll senkrecht aneinandergelehnt. Hier waltet der Wrakschreiber mit seinen Dielenträgern und deren Gehilfen, den Wienkern. Es sind Hafenarbeiter mit Trägerkniehosen ... sie sind vereidigt, auf Güte zu achten ... u. haben sich einst in ihr Amt oder "Lehen" für gutes Geld eingekauft."(Klöcking i. "Wagen" 1941)



Dinghörer

Scharff, Schlesw.Holst.

Grimm: D. = Dingmann = Gerichtsperson, Beisitzer des Gerichts.



Dingmann

P.E.Schramm, Vorfahren ... Schramm in Fam.u.Volk 1957 S. 321

" 1449 Dingmann"

Verd.: Dingmann , -wart = Schöffe

Gr.: Gerichtsperson, Beisitzer bei Gericht.



Dingschreiber

Möller, Schüler u. Lehrer ... Husum.. S. 45 :

"1797 ... Dingschreiber in der Tystrupharde "

Gerichtsschreiber.

Mens.: Ding = Gericht, Gerichtsstätte

Behrens, Topogr. Lübeck... S.166: Dingsleute " bei dem zu Ritzerau gehaltenen Landgericht sind dieselben ... stets zugegen."



Ding-Voigt

Matthiesen S. 16:" Ding Voigt im Ding und Recht".

Busche S.115:"Im 16. u. 17. Jh ist das Ding kein Vollgericht mehr, d.h. nicht alle Kirchspielleute bzw. nicht alle Vollhufner finden ... das Urteil, sondern 32 "frame Holsten" formieren den Umstand. Der Landesherr reduziert 1796 die Zahl der Holsten auf 16. Der Vorsitzende im Ding heißt Dingvogt, er eröffnet die Gerichtsverhandlung ... durch feierl. Wechselreden mit den beiden anderen Gerichtspersonen, dem "Affinder" ... und dem "Vorsprach".

siehe auch Abfinder in Ding ...!



Dinneker, Donneker

Tüncher (Hennings) (Verdenh.)

Anstreicher "

Sch.-L.: Donneker = leemklicker, crustarius.

donneken, denneken = mit Kalk bekleiden, tünchen



Dintener, tyntener

Tintenmacher (Bücher)



Dirne

amye = bule freuchin, freulin

arme dirne heimliche frauwen

bubin = dirne hodenmuß

bule = dirne hodemusechen

bulerin, bulersin hore = hure

dirne, auch tyrne hübscherin

gude dochter kotze, koitze

liebe d.,gemein d. lichte frauwe

dorechte frauwe stockfrau (Bücher)

veile Frauwe Gleide = Dirne (Verdenh.)



Dirredeier

Tirtei = Hersteller (Tirtei = halbwollener Stoff)(Verdenh.)

Schiller-Lübben: dirdendei = ein halb leinenes, halb wollenes Zeug



Discher, Dischmaker

Braunschweig 1400 ( Braunschw. 1400)
Tischler, Tischmacher (Holmberg

dischmecker, Tischmacher (Bücher)



Dispacheur, Dispachent

beeidigter Dispacheur (Lüb. 1798)

Brockh.: gerichtlich bestellter Sachverständiger, der die Dispache (Berechnung der Schadensverteilung bei Verlusten im Seeverkehr) besorgt.

Behrens, II S. 220: D. hat in Havarie-Fällen die Dispache aufzumachen; über alle Havarien sorgfältig Protokoll führen usw.

Dispachent

Aus Flensburgs Geschichte im 19.Jh. (Stadtbibl. ZA 4240:20. S.127) "...u. der gewandte ... D. konnte manche Ware, die im Zolltarif nicht genügend klassifiziert war, zu einem billigeren Satz durchbekommen".

Brockh.: 1925: Dispacheur oder Dispachant, die vom Gericht zur Aufmachung der Dispache bestimmte Person.



Disponent

Gleiwitz 1883: gestorben Disponent Falkenberg

Keyser: mit bes. Vollmachten ausgestatteter Leiter einer Geschäftsabteilung.

Mack.: bevollmächtigter Mitarbeiter.



Distilator, Distelator, Distillator

v.Gebhardt, Neub. Frankf.a.O. 1671, 1689

Destillateur, Branntweinbrenner.

Gr.: destillieren = flüchtige Teile eines Körpers durch Wärme in verschlossenen Gefäßen als Flüssigkeit abziehen, abtropfen lassen, brennen. Branntwein destillieren.



Dockenmaker, -spieler

Puppenmacher (verdenh.)

Docke = Puppe ( Grimm, Schiller-Lübben)

Dockenspieler = Puppenspieler (Hampe)



Dockscherer Penners-Ellw. S. 228: Dockscherer 1664

Sch.-L.: dok = Tuch

Mens.: Dook = Tuch

Tuschscherer.



Dodendreger, dodengreber

Totenträger

todengraber = Totengräber (Bücher)

Kulengreber = Totengräber (Schu.)



Dömer

Domfischer, Fischer der Untertrave, die am Dom wohnen (Schu.)



Döncker, Dönkter

G.Kohlmorgen:“Die Döncker und die getünchten Schornsteine“

ZLG Bd.63 (1983) S.253-257.

s.a. C.Schumann (1907) S.53:“ ...gedönkte Schornsteine, die von Latten, Lehm und Stroh hergestellt wurden ...“

s.a. Tüncher!



Dönnicher

Kopfsteuerb. Tüncher, Anstreicher.

vergl. Dinneker!



Döscher

Drescher (Hennings)



Dokbereder

Tuchbereiter

siehe Tucher, Tuchscherer, Duchbereider



Dollenschriver

Hennings (Dom 1628) Zollschreiber

mnd. tollenschriver

Schreiber auf einer Zollstelle

vergl. Zollschreiber!



Domfrau

Nebinger: „24.7.1486 Frau Anne von Heymenhofen, Tumfrowe zu St.Steffan“

Lor.-Schmidt: Domina (lat.Herrin), Ehefrau e.Standesperson, Klostervorsteh.

Grimm: tumfraw,canonica secularis. Tumbfrauen Voc.v.1445

Donneker

Hennings: Tüncher

Lasch-Borchl.: döneker, dönneker, "lemclicker" = Tüncher, Lehmer

vergl. Dinneker!



Doppelsöldner

Apel S. 153 : 1538-47 "Toppelsöldner"

" 255 : 1538-49 "

" 266 1540 "Dopplesöldner"

Gr.: doppelsöldner, die zwiefachen oder doppelsold haben.

Gr.: D. duplicarius, ein doppelsöldner dem zwifache speis geben wird; mit schwerer rüstung = gleichbedeutend mit Dragoner.



Doppelspänner

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 20

Hück: Dopplhöfner = Doppelhöfner

Doppelhoff = Vullhoff = Vollhof (Gegensatz: Half-Hoff)

Vullhöufner = Vullmair = Vullspenner

Brockh.: Halbbauer = Halbspänner, Halbhufner

Kück: Doppelhoff = Vullhoff

Vullspenner = gewöhnlich ein Vollhöfner, der mit seinem Gespann vollen Hofdienst leistete.(Kück)



Doppengießer, doppensmyder, doppengoltsmydt

Würfelmacher (Bücher)

Doppenschneider = Würfelschneider (Verd.)

Doppengießer = Topfgießer (Verdenh.) ??



Doppler, Doppeler

Ribbe-Henning S. 275

Würfelmacher, Würfelspieler

Gr.: Doppeler = Würfelspieler



Dorfgeschworener

Gonnermann, Kirchspielfremde ... Löwenhagen/Ostpr. in Ostd.Fam.kde 1967 S. 348

" 1774 Schulze u. Dorfgeschworener"

Kr.: untere Dorfobrigkeit, zur Einhaltung besserer Ordnung best.

Mens.: Dörpswager = Dorfgeschworener (Fehmarn)

Mitglied des Gemeinderates.



Dorfrichter

Hohlfeld S. 32 (19. Jh.)

Verd.: -> Schultheiß, Dorfvorsteher u. Verwalter der niederen Gerichtsbarkeit

Gr.: Schultheiß, Bauernrichter



Dorhuter , dorman

Türhüter (Bücher)

dormann = portener = Pförtner an einem Stadttor (Bücher)



Dornknecht

B.B.Cassel S. 34, 1590: dornknecht

" 132: wohl so viel wie Tornknecht, Turmknecht,Türmer.



Dorpswager

Dorfrichter, Schultheiß (Verdenh.)

Dörpswager = Dorfgeschworener (Mens.)



Dosenmacher

Monatsblätter f.pomm.Gesch. ZA 2079; Künstler in Pommern:" Haacker verfertigte gebrannte lederne Schnupftabaksdosen, in denen Wappen u. Namen in Perlmutter ausgelegt waren; eine solche hatte er auch dem Könige zum Geschenk gemacht."

Gr.: Dose - man braucht das Wort gewöhnlich nur bei Schnupftabak, Rauchtabak u. Zucker ...- Dose –

ein rundes, hölzernes Gefäß ...



Drager

Krause, ZA 2431 / 1879 S. 122

" ein sodesknecht, im Dienste des Sülfmeisters

Die Dreger bilden in den Städten das Amt der Bajuli oder portatores, in Rostock Kumpaner.

Sch.-L.: dragen, dregen, drigen = tragen

" dreger, drager = Träger

Mens.: Dreger = Träger.



Drageht-, Tragetmaker

Lübeck, Dom T.B. 1669

Tragholzmacher.

Kück: Drach', -Trage, Schulterholz zum Tragen von Eimern

Gr.: Tracht = Tragjoch

Teut: Drach, Dracht = Trage, Achseltragholz



Drahtbinder

Verdenh.: hausierender Topfflicker,

Hersteller von Mausefallen.

Grimm:"die durch die halbe Welt ziehenden Drahtbinder".

Große Steinguttöpfe, Steingutschüsseln wurden durch ein herumgebundenes Drahtgeflecht vor dem Zerbrechen gesichert, bes. wenn schon ein leichter Sprung vorhanden war.



Drahtplätter

B.B.Cassel S. 118 "Ein Plattner (vgl. Blattener!) ist soviel wie 1) ein Drahtplätter (in Gold- u. Silberfabriken).

vergl. Goldplätter!

" Lahngoldmacher!



Drahtreider

Handbuch d.B. Drahtzieher



Drahtschläger

Th.Schwarz, Das alte Lübeck S. 220

Drahtplätter

Lahngoldschläger (s.d.)

Ad. Drahtplättner, Drahtplätter, Platter "... da der Gold- u. Silberdraht geplattet, d.h. auf die Plattmühle zum Lahn gewalzt wird, damit er zu Tressen ... bequem ist."



Drahtstiftarbeiter

Sedima-Archiv 1978 S. 64; um 1840

Drahtstifte wurden aus rundem oder vierkantigem Eisen-, Messing- oder Kupferdraht hergestellt, früher durch Handarbeit, heute durch Maschinen.



Drahtzieher, drotzoger, -trecker

zog einfachen oder ineinander gedrehten Draht in einer Drahtmühle, mittels Drahtzug (Potth.)

drotzoger, dratzieher = Drahtzieher (Bücher)

Drahttrecker = Drahtzieher (Künzig)

Handbuch d.B., veraltete Bezeichnungen: Zöger, Bankzöger, Schockenzieher, Leirenzieher, Bankzieher, Handzieher, Drahtreider, Drahtmacher.

Leonische Drahtzieher fertigten die mit Gold- oder Silberlahn übersponnenen Fäden, die man für Posamenten u. Stickereien benötigte. (Gröber, Alte deutsche Zunftherrlichkeit, München 1936) Das Gewerbe stammte aus Lyon, daher "leonisch" (Gröber).

vergl. Lahngoldmacher!



Draietmacher, Drygettmacher

Lübeck, Dom T.B. 1669

wohl = Dragetmacher (s.d.!) = Tragholzmacher



Drangfahrer, Drankfahrer

Lüb. 1798

Brockhaus: Drank, der, niederd. Spülwasser; Schweinefutter aus Küchenabfällen.

Mensing: Drank, flüssiger Küchenabfall für die Schweine, dünnes Schweinefutter.-

Da die Bäcker z.B. ihre Schweinemästereien außerhalb der Stadt-mauern hatten, wie etwa in der Paulstr., früher Bäckergang, waren Drankfahrer Leute, die Küchenabfälle zu den Mästereien fuhren.



Drattsmed

Drahtschmied (Höhler)

vergl. Drahtzieher, Smede



Dr.d.G.G.

Lüb. Adreßb. 1844 S. 146 "Dr.d.G.G., Pastor"

Doktor der Gottesgelehrtheit.

vergl. G.G.Dr.



Drechsler ; dresseler, dreßler

mnd. "dreslere" (Braunschweig 1321) ist sehr selten; wahrscheinlich nicht aus dem Nd. Im Nd. ist altheimisch die Bez. "dreher", "dreyer", "dreger".

Im M.A. gab es die Trennung in Grob- u. Feindrechsler. Weitgehende Spezialisierung brachte bunte Namengebung mit: Boltendreyer, Vlaschendreyer, Kopdr., Schötteldr., Spinnrademaker (Holmberg).

dresseler, tresseler, dresler, trisler, trechseler, (tornator) Drechsler. Von 1510 ab gewöhnlich "Dreher" (Bücher), Dreßler (Gebh. 1608).

Bei Andresen (Tondern) werden unterschieden: Holzdrechsler u. Horndrechsler.



Dreckfeger

Dreckfeger (Künzig)

Straßenkehrer, die außerdem den vor die Tür gesetzten Abgang aus den Häusern auf Wagen, Dreckkarren laden u. aus der Stadt schaffen (Berghaus).



Drecktrecker

Tb. St. Petri Lübeck 1661:"Drecktrecker vom Hanßfelde"

Straßenkehrer, die auch die Hausabfälle abfuhren.

s. Dreckfeger!



Dreger, Dräger, Dreghere

Träger (Hennings)

Nach Bahlow kann Dreger = Dreier = Drechsler sein.

Dreger = Träger u. Packer, Mitglied der Trägerkorporation (Schu)

B.B.Hannov. Dreghere = Träger

vergl. Träger!



Dreher

Handbuch d.B., ident. Bezeichn.: Eisendreher, Stahldreher.- Metalldreher = Dreher von Nichteisen-Metallen. Veraltete Bezeichnung: Bankarbeiter.

Der Beruf des D. , des Maschinenarbeiters an der Drehbank, ist in Deutschland etwa 170 Jahre alt. ..." Um 1480 kannte man sog. >Fitzelbänke<, die von Schmieden u. Drechslern zum Drehen, Gewindeschneiden benutzt wurden."

Dreher, Dreier früher = Drechsler.



Dreimann

Grotefend-Diederichs S.135 "Dreimann 1515 u.16, Krämer" (Dortmd.)

Gr.: Dreimann ->Dreiherr = triumvir

"dreiherr, bawherr, pfennigmeister, rentmeister"

Adel. Dreyherr = Mitglied eines Collegiums von drey Personen. Das Triumvir der Römer haben einige Neuerer durch Dreyherr zu übersetzen gesucht.



Dreispänner

Kopfsteuerb. Tl. 10 S. 36

Fußnote: 1686 Vollmeier.

Verd.: Bauer, der mit 2 anderen Bauern zusammen ein volles Gespann zur Dienstleistung stellen muß.



Dreiviertelspänner

Kopfsteuerb. Tl. 10 S. 46

Kück: Dreividd'l-hoefner = Dreiviertelhöfner, eigentl. Besitzer einer 3/4 Hufe.

Brockh.: Halbspänner = Halbbauer, Halbhufner



Drellmacher, Drellweber

B.B.Osterrode 1725 Drillichweber

Drell =Drill =Drilch =Drillich =Gewebe mit dreifachen Fäden(Duden) "Drell ( zu drei: mit drei Fäden gewebt) ...sehr dicht u. fest gearbeitetes Leinwand=, Halbleinen= oder Baumwollgewebe"(Brockh.)

M.Müller S. "Lein= u. Drellweber" (1759)



Drenckglasmacher

Zeitschr. f.nd.Fam.kde (Hbg.)

Sch.-L.: drenke = Tränke; drenken = tränken; drenker = 1) Trinker; 2) der zu trinken gibt.-

Trinkglas-, Wassergläser-Macher



Dreschgärtner

Verdenh.:Kleinbauer, der beim Dreschen auf dem Gutshof helfen muß.

Krünitz:D. (schles.) eine eingesessene dienstbare Person, welche um einen gewissen Lohn alle zum Gute erforderlichen Dienste verrichten muß. (steht zwischen Kossat u. Häusler.)

Staß-Stein.: Lohngärtner, dessen Haupteinnahme in einem bestimmten Anteil (10. oder 11. Scheffel) des Druschertrages besteht.

Lütge, Gesch.der Agrarverfassung, S. 127: Der Dreschgärtner ist Eigentümer einer Stelle, ähnl. wie ostpreuß. Gärtner. Er hat ein Haus, 3-4 Morgen u. ist verpflichtet u. berechtigt, auf dem Herrenhof Ernte- u. Druscharbeiten zu leisten.



Dreschlehr, dreßler, Dressler

B.B.Cölln Drechsler

Schütz, B.B.Gumbinnen: Dreßler, Dressler



Dreyer, dreher, dreger

Drechsler

Holtdreyer (Lübeck 15. Jahrh.) (Holmberg)

s.auch Blocksdreyer, Boltendr., Kopdr.

Dreier = Drechsler (Schu)

Dreyer, tornator = Drechsler (Höhler)

Dreihergeselle (Aßm. 1621)

B.B.Cölln 1536: dreger

Taufb. St.Petri 1657 "von Segeberg ein Dreyer"



Driakelstunnekenmaker

Bürger-Annahmebuch Lübeck 1599, 21.6.: Driakelstunnekenmaker

(Im B.A.B. offenbar Schreibfehler)

Lex.: driakel, triakel, driaker, triack = Theriak

Mens.: Driackel = Theriak, Arzneimittel gegen tierisches Gift.

Dud.: Theriak = Heilmittel des Mittelalters

Keyser: Theriak = Arzneimittel gegen Tierbiß, mittelalterliches Heilmittel, e. ursprüngl. aus 64, später aus 12 Bestandteilen bestehende Latwerge.

Mens.: Tunn = Tonne, tunneke = kleine Tonne.

Hersteller von Tönnchen, Büchsen zur Aufbewahrung des Theriaks.

Brockh.: m.a. Allheilmittel aus vielerlei Bestandteilen: Theriakwurzel, Pimpinelle, Erzengelswurz.



Drietmacher

Lübeck.Taufbuch St.Jacobi 1675

Hersteller von Schlitzeisen für Samtwebstühle.

Driet: eine eingenietete Messerklinge an den Sammetstühlen, womit die Fäden der Kette aufgeschlitzt werden.

Schlitzeisen, auch Hobel (Grimm)



Drögekäufer

B.B.Rostock

Kleinhändler mit trockener Ware, wie Erbsen usw.(Schubert, Die Neubürgerlisten der Städte Rostock, Schwerin, Wismar. 1982)



Dröghaken

Techen, Wismar S. 218 Zusammenstellung der Gewerbetreibenden von 1705:

"Haken (22 u. 4 Witwen); Dröghaken 4"

Höker

Schütze, Id.: Drögenist = Materialienhändler

Woss.: Drögköper hieß in Rostock der kleinste Händler; so genannt, weil er ursprünglich nur trockene Ware wie Erbsen, Bohnen usw. auf- u. verkaufte.



Dröscher, Drescher

Fam.kdl.Nachrichten 1983 S. 456 "* 1695 Drescher in Seifen"

" 1742 Dröscher, Frauenhagen Uckermark"

Gr.: Drescher, Dröscher = excutiens grana frugum



Droschkenaufseher

Hohlfeld S. 84

Vielleicht Angestellter der Stadt, der die zugelassenen Droschken auf Sauberkeit, Zuverlässigkeit usw. kontrolliert.



Droschkier

Gleiwitz 1878: gestorben Drosachkier Tkatz 74 Jahr.

Mitzka: Droschker = Droschkenkutscher.



Drost, Droste

leitender Verwaltungsbeamter einer Vogtei od. eines Amtes (Drostei) (Verdenh.)

Grimm: Landvogt, Amtshauptmann.

Drost in Friesland, Westfalen ... Amtmann, Amtsverweser.

Bahlow: Droste (Westf.) mnd. drossete = mhd. truchsäße, Vorsitzer der Gefolgschaft u. ihr Verpfleger, später ein oberster Hofbeamter wie Kämmerer, Marschalk, Schenke.

Krünitz: D. in Westf., Nieders., Niederrhein der Titel einer obrigkeitlichen Person in den Landstädten. Ist der D. einer ganzen Provinz vorgesetzt, so heißt er Landdrost, ist das, was an a.O. Landeshauptmann od. Landvogt ist.

Grossmann S. 20 "Drost"



Drüchter, Drückter

Tb.St.Petri Lübeck 1660:"ein drüchter (drückter) auß dem Tohre".

1) Drucker, Buch- od. Kattundr. (Mens.)

2) Ferkeldrücker, Kastrierer?



Drücker

Taufbuch Jacobi. Drucker, Buchdrucker

Gr.:drucker = der etwas bedruckt, eine Form, Zeichnung abdruckt.

Mens.: Bookdrücker = Buchdrucker

Lasch-Borchl.: drücker = Drucker, Buchdrucker.



Duchbereider / duchgewender

Tuchbereiter / Tuchhändler

duchheffter = Tuchhefter = Tuchscherer

duchman = Tuchhändler

duchmecker = Tuchmacher, Wollweber (Bücher)

duchscherer = Tuchscherer "



Duchknappe

B.B.Köthen S. 68 (1694)

Tuchknappe, Tuchmachergeselle

vergl. Duchbereider, -gewender!



Duchscherer

B.B.Cassel S. 56, 1637 "duchscherer"

Tuchscherer (s.d.)



Ducker

Staß-Stein: Taucher. In Danzig wurde 1609 ein "geschworener Ducker" angestellt, den Grund der Ströme rein zu halten und gesunkene Sachen zu heben.



Dübler

Ribbe-Henning S. 276 Zimmermann

Bahlow: Dübel = Holzpflock

Mens.: Dübel = Pflock



Düllenbreiter

Handbuch d.B. Gabelarbeiter.

"Bezeichnung daher, daß der D. die >Dülle< der Gabel breit macht" Die Dülle nimmt später den Stiel auf (Heu- usw. gabeln)

Jacobeit nennt den Teil der Schäferschippe, der den Holzstiel aufnimmt, >Tülle<.



Düncher

B.B.K-lautern 1618: "ein Düncher"

Tüncher



Düppenbecker

Handbuch d.Ber. Töpfer, Hafner, Kannenbäcker

(vgl.d.)



Durstenden Wächter

B.B.Weimar 1645 "Am Tor stender Wächter"

Torwächter.



Ebenist

Stuttg. 70 Kunstschreiner

so benannt nach dem bei Intarsien verwendeten Ebenholz (Brockh.)

Haem.: Kistler, der Ebenholz verarbeitet.



Ebentürer, Ebenteurer

Verdenh.: Juwelenhändler

Bahlow: Ebentheuer (obd.) meint den umherziehenden (abenteuernden) Kaufmann, bes. den Juwelenhändler

Grimm: Ebenteurer = Abenteurer

Staß-Stein: handelt mit Luxuswaren, Juwelenhändler.



Eberschmied

Korbsches Sippenarchiv, Bilder aus dem Berufsleben

Verd.: Bohrerschmied

Haem.: Eberschmied = Neberschmied

Lex.: nabe-, nebe-ger = spitzes Eisengerät zum umdrehen, bohren (entstellt nage-, negeber, -bor, neper)

vergl. Neberschmied!



Echtleute

Findbuch um 1650 "Echtleute des Gutes"

keine Berufsbezeichnung. "Echt" ist das alte Wort für Ehe! (nach Schütze noch um 1800 gebräuchlich)

Schütze (1800):"Noch sagt man (Hamb.) up de Echt geven, tor Echte nemen"

Verdenh.: Echtgenote = Ehegatte

Echteschopp = Ehestand.



Eckernmacher

Lübeck, Tb.St.Jacobi 1665

Schütze, Idiot.: "Eckern wurden die eichelförmigen, umstrickten Holzknoten genannt, die man vor diesem an der Kragenschnur, an den Ecken der Schnupf- u. Halstücher wie auch als Knöpfe an Surtouts u. Fracks trug u. mit Schnüren zusammenhielt."

Lasch-Borchl.: eckern = Eicheln, übertragen: Quaste, eichelartiger Zierrat, Zierknöpfe, Knauf.

Gr.: eckernbeschläge aus Gold u. Tressen.

Sch.-L.: egge = Schneide einer Waffe od. e. Werkzeuges.



Edammer

Aßm. 1764:"Frölich, * Lands-Berg an der Warte, ein Edammer da gewesen".

Wahrscheinlich: Holländer, Landwirt nach Holländerart oder Molkereibesitzer.



Edelschmied

Verfertiger edlerer, wir würden sagen: kunstgewerblicher Arbeiten in Edelmetallen oder Messing. In Österreich nannte man sie "Geschmeidler". (Potth. S. 131)



Edelsteinwürker

Edelsteinhawer = Edelsteinarbeiter (Potth. S. 130)



Eger

Reumann, Grund- u. Gerichtsherrschaft des Schlesw. Domkapitels S. 177

"Von den in Grenzstreitigkeiten ... erkennenden 12 Egern ..."

Fußnote 251: der Begriff des Egers (=Bohlsmann) wird im Erdbuch des Domkapitels von 1638 oft gebraucht.

Bohlsmann = Hufner

Reumann unterscheidet Bondenbohl u. Festebohl. Bondenbohl = erbeigener Grundbesitz. Festebohl = von einer Grundherrschaft als Lehen erhaltener Besitz.



Eggenschuhmacher

Lüb.Ad. 1842:"Chr. Grube, Pantoffel- und Eggenschuhmacher"

Frischbier: Egge, Ecke, Eckstreifen von Tuchen, Tuchsaum. Es werden daraus Eggendecken und Eggenschuhe geflochten.



Ehehalt

Wiedemann S. 29

Meyer (1924) Ehehalt, in Altbayern s.v.w. Dienstbote.



Ehevogt

Fam.kdl.Nachr. 1969 S. 352 "führte als Ehevogt seiner Frau A.v.Buchwald ... Prozess seiner ... Schwiegermutter gegen deren Bruder" (1567)

Verd.: Ehevogt = Ehemann

Gr.: maritus = Gemahl, in dessen mundium (Schutz) sich die Frau befindet.



Eichenbinder

Kopfsteuerb. Tl. 6 S. 52, Fußnote.

Wohl Faßbinder, der Eichenholz verarbeitet.



Eicher

C.Velten, B.B.Krzn. S. 112 "er ist Eicher 1600, wird wegen falscher Eichung bestraft 1605"

Bahl.: Eichmeister, Visierer.

Brockh.: eichen = prüfen auf richtiges Maß und Gewicht.



Eyermenger

Eierhändler.(Haem.)



Eigenkätner

Lindenau, Kirchenb. d.frz.ref.Gemeinde Gumbinnen(Nr.191):

Staß: Besizter einer kleinen Stelle mit Wohnhaus (Kate) u. zuweilen etwas Land ...

Verd.: E.= Häusler; kl. Haus mit Gartenland u. Vieh, d.i.d.Regel als Tagelöhner arbeitet.



Eigenlöhner

P.Ernst, Jugenderinnerungen S. 30 "Die Eigenlöhner hatten ihre Gruben von der Herrschaft zu Lehn, man nannte sie deshalb Eisensteinlehnsträger"

Verd.: Eigenlehner -> Lehner = Bauer, der nur ein Haus u. etwas Ackerland besitzt.

Gr.: Eigenlöhner = der eine Zeche auf eigene Hand betreibt, Einspänner.



Eigenwohner

v.Kempen S. 74/1236.

Doornkaat:"he wand in sin egen, er wohnt in seinem Eigentum"



Eimermacher

B.B.Osterode 1726. fertigte Eimer,

Böttcher, der kleine Geräte baute.

Staß-Stein: Handwerker, die besonders in größeren Handelsstädten, z.B. in Danzig neben den Böttchern selbständig ihr Gewerbe betrieben.



Einbörner

Gause, Kbg. S. 39 "Mit der Willkür v. 1394 wurde eine Feuerwehr geschaffen, indem die Einbörner, wie die Heizer in den Brau- u. Badstuben genannt wurden, und die Bader verpflichtet wurden, bei Bränden ... Hilfe zu leisten."

Staß-St.: E., auch Pfannenträger oder Helfer genannt; Arbeiter der Mälzenbräuer, sie tragen das Malz zur Darre, schüren das Feuer, verladen Bier u. Gerste.

Sch.-L.: bernen, barnen, burnen = brennen



Einfahrer

Rothert S. 8 "Der Einfahrer (auch Fahrsteiger) war Controlbeamter für den Dienst der Geschworenen, hatte aber die Controle für das ganze Geschworenen-Revier.

vergl.: Steiger! (III)



Einhaus-Bäcker

Utke, B.B.Bahn 1726

wohl Innebäcker (s.d.!)

Der Innebäcker verbuk in seinem Ofen das ihm von der Kundschaft gelieferte Mehl. Jedoch nur Roggenbrot! (nach Fuhse, Handwerks-Altertümer)

Bahl.:Inhausbäcker

vergl. Hausbäcker (Mens.)

Gr.: Hausbäcker, der den von den Familien gekneteten Teig ausbuk

eenhüsig = nur in einem Hause lebend (Mens.)



Einleger

Böttcher (Haem.) (verdenh.)

Grimm: Nach den Bedeutungen des Einlegens (*) allgemein schwer zu bestimmen.

* Holz einlegen (Intarsien), heizen, Metall (Tauschierarbeit), Buchbinder usw.



Einlieder

B.B.Cassel S. 81; 1675:"einlieder"

" " S. 174: vielleicht verschrieben: statt Einlieger = Häusler, Beisasse, der kein eigenes Haus hat.



Einlieger

Mietsmann (Grimm)

Staß-Stein: wohnen in Dörfern bei Bauern oder Eigenkätnern, auch in Städten zur Miete, sind meist Gelegenheitsarbeiter. Man nennt sie auch Losleute, Losgänger, Freileute, Freiwohner.



Einnehmer

B.B.Osterrode 1747

Steuerbote, Zollwart (Brockh.)

Akziseeinnehmer, Chausseegeldeinnehmer usw.



Einrosser

Huschke, B.B.Weimar 1562, Fußnote

Staß: Zweirosser = Lehnsmann, der zum Dienst mit zwei Rossen verpflichtet ist.

Huschke B.B.Weimar S. 115: "Fünfrosser" (1557)

Gr.: Einspänner, s.d.!

Lex.: einrüsse = einspännig, dem nur ein Pferd zusteht.

einrusser = einspänner



Einspänniger, Einspänner

Stadtknecht, Ratsdiener (Haem.)

siehe Einspenniger!

Staß-Stein: Einspändiger = Magistratsbote



Einspenniger

B.B.Cölln Einspänniger = berittener Trabant.

Verdenh.: Einspänner (Einspendiger, Einspenniger) = reitender Bote in einer Stadt.

Grimm: im 18. Jh. stirbt das Wort aus. Die Stellen lehren, daß ein einzelner Reiter od. Marställer zu verstehen sei, der zum Geleit

mitgegeben wurde u. auch Bestellungen ausrichtete; einspännig hieß er, weil ihm nur ein Pferd zustand. An sich sollte einspännig nur auf einen Fuhrmann gehen, scheint aber von jedem einzelnen Reiter zu gelten.



Einträger

gehört zu den Glashüttenleuten (s.d.)

Handbuch d.Ber.: "Das vom Meister fertiggestellte Glas wird vom E. abgenommen u. in den Kühlofen verbracht."



Einwohner

H.Hirsch, Fundgr. 1962 H.7: „Inwohner“

Verd.: Schutzverwandter, Einwohner einer Stadt, der nicht das Bürgerrecht erworben hat, aber gewissen Schutz (Wohnrecht) durch das Gemeinwesen genießt.



Einzelspänner

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 22

Einspänner (s.d.!)

Woss.: Einspänner = Kleinbauer, der nur ein Pferd hat

Mens.: Eenspänner = Wagen mit einem Pferd

Adelung: Im Bergbau ist ein Einspänner derjenige, welcher eine

Zeche allein baut

Haem.: Einspänniger = Stadtknecht, Ratsdiener



Eisenbahnlademeister

v.Kempen S. 122/2142: "E. ... in Hildesheim"

Betriebsaufseher im Ladedienst, Betriebsmeister (Auskunft Bundesbahn)



Eisenbahnpackmeister

v.Kempen S. 28; 339: "E. in Goslar"

frühere Bezeichnung für einen Aufseher im Ladedienst



Eisenfaktor

Kopfsteuerb. Tl. 11 S. 151 "Fürstl. Regierung zu Osterode ... 1678 ... Eisenfaktor ..."

Leiter einer Eisenfaktorei

Die Herzöge richteten zum Vertrieb des im Harz gewonnenen Eisens Faktoreien ein, so 1754 in Braunschweig. (nach Fuhse)



Eisengießer

Hohlfeld S. 47 (19.Jh.)

Molle: Hüttenfacharbeiter, die den Guß betreuen.

Facharbeiter in einer Eisengießerei.



Eisengräber, Eisenschneider

= Stempelschneider, auch Grabner genannt (Graveur) (Potth. S.130)

Handb.d.Ber.: Stahlgraveur, ident. Bezeichn. Tiefgraveur, Reliefgraveur (=Releveur), Eisenschneider (veraltet) Stahlschneider.

Der Stahlgraveur fertigt Werkzeuge (Stempel, Stanzen), mit denen ... Kunstformen für Massenartikel hergestellt u. Gegenstände ... verziert werden.



Eisenhüter, isenhuder

Helmschmiede, Helmer, Haubenschmiede; fertigten Helme (Potth.)

isenhuder, der Eisenhüte (Helme) anfertigt (Bücher)



Eisenkramer

Künzig: Kleinhändler in Eisenwaren.



Eisenkuchenbecker

(Künzig)

Eisenkuchen : placenta inter ferra calida cocta (Grimm)

Kuchen, zwischen heißen Eisen gebacken, also Waffeln.

E. = Waffelbäcker.



Eisenmenger

Geneal. 1964 Heft 1 S. 36

Eisenhändler.



Eisenmeister

Kerkermeister (Haem.)



Eisenschmelzer

Waldschmied, Zerrenner (Haem.)



Eisensteinbergmann, Eisensteinarbeiter

Mahrenholz, Auswanderer ... 1825-1846 in Nordd.Fam.kde 1966 S. 216

Bergmann bzw. Arbeiter in einem Eisenerzbergwerk bzw.E.-Steinbruch



Eisentreiber, Isendriuer

Fuhse, Schmiede - Braunschweig S. 54

bearbeitet Eisenblech in kaltem Zustande ... - mit Hämmern verschiedener Form u. Punzen bearbeitet, um plastische Gebilde, Ornamente, Pflanzen, Tiere, Menschen usw. zu erzeugen. (Fuhse)



Eisernleuchtenmacher

Spieß, Braunschweig S. 326 "sie (die Klempner) hießen hier zunächst Eisenleuchtenmacher, nach den damals offenbar modern werdenden Laternen (16. Jh.), wie man sie in den Dälen aufhängte ... oder auf den Straßen mit sich trug.

Vergl. Klempner, Isernleuchtenmacher.



Ekenschipper, Eichenschiffer

Landeszeitung Lüneburg v. 4.4.1981, Berufe u. Gilden aus Lüneburgs Gründerzeit von W. Glöde. "... Die Ekenschiffer, deren Fahrzeuge aus Eichenholz hergestellt waren, hatten das älteste Schifferamt." "Die Ekenschiffe waren Vollschiffe aus Eichenholz, ... die Ilmenauschiffe hatten immer nur einen Mast."



Elbzollgegenschreiber

Schnackenburg a.E., Kanzel 1727. "gestiftet von Elbzollgegenschreiber ... "

Wasm.: Zollgegenschreiber = unterer Zollbeamter

Verd.: Gegenschreiber = Kontrolleur



Elfenbeinschnitzer

Fam.kdl.Nachr. 1966 S. 139 "* um 1830, E. u. Juwelier"



Emmermacher

Kloß, B.B.Konitz 1568

Frischbier: Emmer = Eimer

Eimermacher = Böttcher, der ausschließlich Eimer macht.



Engelsaiter

B.B.Stuttgart II S. 250

Fischer, Schwäb. K.B.: Engelseiter waren die Hersteller eines Wollstoffes von geringer Breite u. geringem Wert ... Vermutlich rührt der Name daher, daß diese Webart von England nach Deutschland gekommen ist.



Engl. Stuhlmacher

Carl Schulz S. 22: "Bartels, Aug. Hartwig, B. 3.5.1781, Engl.Stuhlm., * Lübeck, 28 J."

Text.Mus. Neumünster: Engl.St. ist uns unbekannt."

Consentius S. 63: "engl. geflochtene Rohrstühle".

Wahrscheinlich Möbeltischler.



Engrosfactor

B.B.Insterburg S. 5 1814

kaufm. Angestellter im Großhandel.



Enke

Verdenh.: (ndt.) Kleinknecht

Grimm: der dem Großknecht untergeordnete jüngere Kleinknecht.

Krünitz: junger Knecht, der nur als halber Knecht dient und den Großknecht über sich hat.



Enrollierter

Grönh. 1853: See enrollierter, für den Seedienst angeworben.

Staß-Stein: ein zum Rekruten bestimmter Wehrpflichtiger, der bei seinem Truppenteil in die Musterrolle eingetragen u. bis zur Einstellung mit einem Laufpaß in die Heimat beurlaubt war.



Entenmeister

Fam.kdl.Nachr. 1969 S. 338

"E. in Entenfang Boye bei Celle (18.Jh)"

Verd.: Entensteller = Jagdgehilfe f.d. Wasserjagd.



Entensteller

B.B.Cölln

Verdenh.: E.= Jagdgehilfe (für die Wasserjagd).



Entrinder

G.Furkel, Aussterbende Berufe im Spessartwald, Spessart 1952

Mens.: afborken = die Rinde eines Baumes abziehen.

Entrinden: a) zum Schutz des Holzes

b) zur Gewinnung der Rinde

a) Nutzholz, bes. Nadelholz wird geschält, um den Borkenkäfer u.a. zu bekämpfen; von Hand, maschinell,

b) Rinde liefert Faser, Gerbstoff, Gewürz, Arzneimittel, Kork.



Ephor

Magd.Adr. Kirchl. Aufsichtsbeamter.

ephorus: Hauslehrer; Superintendant; Informator (Verdenh.)



Erbbeständter

B.B.K-lautern 1746: "geweßenen statt Erbbeständters auf der Eselsferth Tochter"

Erbpächter.

Verd.: Beständer = Pächter.



Erbdresch-Gärtner

Hacker, Urbar ... Greiffenbergt (Qu) 17.Jh. in Ostd.Fam.kde 1953 S. 68 "Erbdresch- oder Feldgärtner (Scheffeldrescher)"

Staß: Dreschgärtner = Lohngärtner, dessen Haupteinnahme in einem bestimmten Anteil (10. oder 11. Scheffel) des Druschertrages besteht.

Verd.: Kleinbauer, der beim Dreschen auf dem Gutshof helfen muß.

Gr.: Erbdrescher = der für den besitz eines kleinen Hauses das getreide der herrschaft zu dreschen verbunden ist; hofdrescher, zwangsdrescher.



Erbrichter

Germann S. 125: "E. u. Instrumentenmacher in Boden" (um 1700)

Verd.:(Sa.,O.Lausitz,Schles.) Gemeindevorsteher.

Gr.: judex hereditarius = erblicher Richter.



Erbsasse

Grossmann S. 46:"von Ditfurth, Erbsasse zu Dankersen (bei Rinteln) * 1597, + 1647"

Staß: Kölnischer Erbsaß = in den K.B. öfters so genannt, weil er auf seinem Freigut erblich saß.

Verd.: freier Standesherr (Schlesien)

Gr.:Erbsaß = possessor hereditarius, Erbherr.



Erbschenk

Hohlfeld S. 191 "Gutsbesitzer und Erbschenk"

Erbschenk war ein Hofamt wie Truchseß, Marschall, Kämmerer, die erblich wurden, an bestimmte Geschlechter gebunden.(Brockh.)

Meyer,K. Lex. 1177: gehörte zu den Reichserbämtern, d.am Hofe sich später durch Beamte vertreten ließen.



Erbscholz

Fam.kdl.Nachr. 1970 S. 400 "Erbscholz zu Buchen"(Schlesien) 18.Jh.

Verd.: Erbschulze = Inhaber eines erbl. Dorfrichter- oder Vorsteheramtes, Gemeindevorsteher.

Staß: Erbschulze = Kölnischer Schulze (Freischulze). Besitzer eines Freigutes ... u. erbl. Inhaber des ... Schulzenamtes.



Erchmaker, Erchwerker

Lübeck 1321:

bereitete ein weißes Leder "erch" aus Bocks- u. Gemsfellen.

mnd. erch; mhd irch

viell. vom lat. hircus = Bock, da anzunehmen ist, daß die Germanen das Weißgerbeverfahren von den Römern übernommen haben. Die Verfertiger von irch-Leder wurden im Mhd. ircher, irher genannt.(Holmberg)

Höhler: cerdo albus; albus core

erchwerker = Weißgerber.



Erdrichsmesser

Verdenh.: Feldmesser

Grimm: Erdreichsmesser , geometra.



Erfex(en)

Lange: Markgenosse(n)

"Die Erfexen waren verpflichtet, dem Grundherrn ein Weistum über seine Berechtigung an der Mark zu erteilen."

Lasch-Borchl.: Erfexe, Erbexe; ursprünglich die allein vollberchtigten Genossen der Mark, die später über u. neben den aufkommenden Markgenossen eine bevorrechtigte Stellung aus dem Eigentum oder der Herrschaft über die Mark haben, Wald-, Holz-, Mastberechtigungen u.a. ... teilweise im Ritterstand aufgegangen.



Erkner, Erkener

Kaufmann, Gesch.d.Stadt Deutsch-Eylau S. 62 (Danzig 1905/ St.bibl. 1962 B 210)

Besitzer kleiner Häuser an der Stadtmauer.

"1570 waren es 69 Bürger, 7 Büdner, 14 Erkner, 11 Vorstädter..."

Staß: Erken oder Erker sind Buden an der Stadtmauer, ... die Besitzer werden Erkner genannt.



Erste

B.B.Hannov. Arzt

Lasch-Borchl.: erste = arste = Arzt.



Erweißer

Ribbe-Henning S. 277 Erbsenhändler.

Verd.: "

Was.: "

Gr.: Erweiß = erbeiß = erbse



Erzknappe

Fam.kdl.Nachr. 1963 S. 371

"Erzknappe vorübergehend in Eibiswalde (1813)"

Gr.: fossor, bergknappe

Bergmann im Erzbergwerk.



Erzmüller

Germann S. 279

"Gärtner und Erzmüller in Grüneburg bei Freiberg" (1797-1867)

Gr.: Erzmühle: eine Vorrichtung, worauf Erze zwischen zwei Mühlsteinen zu grobem Sande zermalmt werden.



Erzpriester

Meye, Gesch.d.Stadt Gilgenburg; Gilgenb. 1926 (Stadtbibl. 1963 A 2075) S. 41:" So kommt denn D.A. Samuel nach Gilgenburg als Pfarrer u. Erzpriester (Superintendant)"

Staß: Vorsitzender eines ev. Kirchenkreises; dieser Titel ist ... 1806 ... durch "Superintendent" ersetzt.

Gr.: archipresbyter.



Eschesmann, Eschesleute

Raute B.B.Ratzeburg Keine Berufsbezeichnung!

"Wer die Bürgerschaft "heischte" (altsächsisch: eskon, mittelniederdeutsch: eschen, eischen), hatte sich zweier Eschesmänner zu bedienen, die gewissermaßen die Bürgschaft für die Ehrenhaftigkeit und das Wohlverhalten des Neubürgers übernahmen." (Raute)



Eselmüller

A.L.Meentzen S. 139/1646: "Bürger und Eselmüller zu Neuweiler" (1600-1678)

Auskunft Frau Bösenberg, Ebingen: In Neuweiler (bei Böblingen) wurde eine Mühle, am Bache Aich, Eselsmühle genannt, weil die Mühle bei Trockenheit, wenn der Bach nicht genügend Wasser führte, mit Eselskraft betrieben wurde. Vergl. Roßmüller!

Zedler:"Mühle (Pferde) Roßmühle wird diejenige Art Mühlen genannt, welche von einem Pferd, Esel oder anderen Tieren umgetrieben werden."



Eseltreiber

Kopfsteuerb. Tl. 10 S. 63 (gehört zum Gesinde des Müllers)

Der Esel, ein bedürfnisloses, kleines Zug- bzw. Tragtier, war früher besonders bei Mühlen zu finden.

Gr.: asinarius



Essefeger, Essekehrer

Helle-, Kemmet-, Kender-, Kaminfeger =kehrer.

Schornsteinfeger (Potth. S. 137)



Esser

Verdenh.: Wagenbauer

Bahlow: Esser meint den Assenmacher, Essenmacher, Achsen-, Wagenbauer, Wagner, Stellmacher.

(ndd. asse = Achse)



Essigbrouwer, Essigbrauer

Essigbrauer (Hennings)

Grimm: coctor aceti = Essigkocher

Hersteller von Essig.

Momsen: "Fast alle Brauer waren zugleich Mälzer, verschiedene Brauer zugleich Branntweinbrenner, außerdem stellten mehrere Brauer nicht nur Bier, sondern auch Essig her."(S.115)



Estimateur

Adr.Cal. 84 bei Accise in Elbing

frz. Einschätzer, Taxator.

Staß-Stein: Beurteiler, Abschätzer, Taxator.



Estrichgießer

Apel S. 182 (1540-66): Steinmetz, Estrichgießer.

Brockh.: Estrich = Fußboden aus einer weich aufgetragenen Masse ... z.B. Lehm-, Kalkmörtel-, Zement-, Gips-Estrich.



Etaminmacher

Carl Schulz S. 21 "Etaminmacher aus dem Züricher Gebiet"

Brockh.: Etamin = gazeartiger Gardinen- u. Handarbeitsstoff, meist aus Baumwolle, in Leinwand-, Dreher- oder Scheindreherbindung.

Keys.: Etamin,(f.) dünnes Gazegewebe aus Baumwolle, Kammgarn usw.



Etatsrat

B.B.Kiel, 6119 (1835)

Staß: Höherer Staatsbeamter in der Regierung.

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