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Berufs - Kartei



Abbauer

Neusiedler; 2. Sohn, der vom Hofe abbaut;

Brockhaus: Abbau = Verlegung eines Bauernhofes auf neu zugewiesenes Land zur leichteren Bewirtschaftung



Abbelatenbecker

Oblatenbecker siehe > dort

Abbelat = Oblate



Abenture, abentuwerer, Abentürer

Wanderhändler

Abentürer = Juwelenhändler (?)

aventiuraere = der auf ritterliche Wagnisse auszieht; umziehender Kaufmann, Juwelenhändler.



Abfinder in Ding u.Recht

Der Dingvogt eröffnet die Gerichtsverhandlung. durch feierl.Wechselreden mit den beiden anderen Gerichtspersonen, dem Affinder,

der die Holsten in die Acht führt und das gefundene Urteil dem Dingvogt und dem Vorsprach als dem Anwalt der streitenden Parteien und Anklagevertreter vorliest.

siehe > auch Dingvogt.



Abhörcommissar

Vernehmungsbeamter

abhören = einen andern, zumal Zeugen vernehmen

afhören = verhören, gerichtl.vernehmen.



Ablader

Schiffsbefrachter

Person, die Güter an Bord eines Schiffes sendet.

der sich in den Städten zum Abladen und Aufladen der Fracht gebrauchen lässt.



Ablässer, Ableser

Küfer, der ein neues Fass Wein anstach, es abliess



Abschieder, Hufenabschieder

Abschiedsmann = Altenteiler, Leibzüchter

Afscheed = z.Altenteil (nur in Holstein)

Afscheedskaat = Altenteilerwohnung



Abschiedsmann, =frau

Ausgedinger, Austrägler

Altenteiler, Leibzüchter.



Abstreifer

Wasenmeister, deglubitor

excoriator = Abhäuter

Wasenmeister = Abdecker

Abdecker



Accisedirektor, -collektor

Duden: Akzise: Zoll, (Verzehr)-Steuer

Brockhaus: Akzise: Verbrauch= u. Verkehrssteuer (veralteter Ausdr.)

Acciseeinnehmer: Steuerbeamter, der die Accise (städtische Verbrauchsabgaben) erhebt.

Accisekontrolleur: Aufsichtsbeamter bei der Accise. Weiter gab es unter den Accisebeamten einen Direktor, Inspektor, Sekretär, Kalkulator, mehrer Buchhalter u. Visitatoren.



Accordant, Grabaccordant

Akkordant, wer eine Arbeit im Stücklohn übernimmt.

Grabaccordant ein Arbeiter, der Grabarbeit in Garten u.Feld im Stücklohn übernimmt



Accoucheur

Geburtshelfer



Achselträger kein Beruf

Beinhalter - Achselträger

Sanders - Wülfling: Achselträger - wer auf beiden Schultern trägt, es mit beiden Parteien hält.

: der auf beiden Achseln trägt, ein Heuchler. - Die Ober.... drückten... Beidenhalbner ....



Achsenmacher

Stellmacher

vergleiche > Assemeker



Achtmann, Achter

Achtmann: Beisitzer, Schöffe

Achtmann, so heissen an einigen Orten die acht Kirchenvorsteher.

früher häufiger Ausdruck für Gevollmächtigte in Kirche u. Gemeinde

Bürger und Achter zu Weinheim



Ackerer

Bauer, Ackermann, Ackerbürger



Ackerjunge

wohl angehender Ackerknecht



Ackerknecht, =student, =wirth

1619:ackerstudent, studiosus agri

1621: ein studiosus quatuor evangeliarum

1622: studiosus quatuor evangelist., so auf dem mistwagen stecken, muss man verstehen. also Mistforkenstudent.

Ackerwirt: gelegentliche Bezeichnung für einen Bauer, auch für einen Ackerbürger in der Kleinstadt.

Ackerknecht = servus rusticus



Ackermann, Ackerknecht

Landwirt, Knecht in der Landwirtschaft.

Halbackermann

Ackerbürger: Stadtbürger mit Landbesitz in der Stadtgemarkung, den er selber nutzt (Brockhaus)

Ackerknecht: auf grossen Landhöfen der Knecht, der den Acker zu bestellen hat.

Ackermann: alte Bezeichnung des ackernden Bauern im Dienste eines Grundherrn.

Im Mittelalter war halbe ein Grundstück, dessen Ertrag zur Hälfte als Pachtzins zu entrichten war.



Ackervogt

custos agri, Flurschutz, Hüter des Ackers

Ackervagt: Aufseher u. Leiter der Ackerwirtschaft eines Gutesiehe > Gegensatz Hofvagt.



Ackerwirt

gelegentl. Bezeichnung für Bauer, auch für Ackerbürger in Kleinstadt.

Bauer Ackerbürger Landwirt



Adjunkt

Amtshelfer, Gehilfe.

Brockhaus: lat. beigefügt, Amtsgehilfe, stellvertretender Beamter.



Adlersmann

offenbar Schreibfehler: Aldermann

Ältermann: Gewerksältester, Zunftvorsteher

Aldermann, Ältester

Aldermann = Ältester.

1) bei den Angelsachsen der oberste Beamte der Grafschaft

2) in Gr.Britannien u.U.siehe >A. Mitglied des Stadtrates



Administrator

Verwalter

Verwalter fremder Güter



Adventurier

Lübeck > Auch das nach jahrelangen Mühen und Unkosten erlangte kaiserliche Mandat, dass alle >Adventuriers< (bevorrechtigte Engländer) die deutschen Ständte verlassen sollten, hatte nur eine gleiche Austreibung der hansischen Niederlassung aus England zur Folge (um 1600).

vergleiche > Abenture = wandernde Händler

vergleiche > auch Ebentürer



Aedil(es)

Die Aediles, später Kirchenbauherren, hatten die kirchlichen Gebäude zu beaufsichtigen u. mussten die Bauten leiten.

Ädil = Röm. Beamter, der Bau- u. Marktwesen sowie die Zirkusspiele unter sich hatte.



Aedituus

Osterode 1644

Küster;Mesner; Glökner; Religioslehrer; Kirchvater.

Stasiehe >Stein: Küster, Glöckner, Messner, Ministrant

Sakristan, Sigrist, Kirchner, Küster, Glöckner, Messner, Ministrant



Afstöter

Lübeck 1538.

stand im Dienste der Gerber. Aufgabe: das Haar von den Fellen abzustossen



Agent

Brockhaus: Vertreter, jeder der für einen anderen in irgendeiner Weise tätig ist.

Geschäftsführer, Beauftragter, insbesiehe > als Beauftragter einer Regierung in e. fremden Land, ohne diplomatischen Rang.



Agtschleifer, Agsteinfischer

Bernsteinschleifer

Agstein = Bernstein


Agsteinfischer = Bernsteinfischer

Der Bernstein wurde im Mittelalter oft mit Achat, Gagat u. Magnet vermengt und danach benannt. Gagat = schwarzer Bernstein, Glanzkohle

Brockhaus Gagat, Jet, eine zu Trauerschmuck verwendete polierbare, tiefschwarze Braunkohle

danach benannt Gagat = schwarzer Bernstein, Glanzkohle.



Ahlenschmied

Hersteller von Schusterahlen

Ahle = Pfriemen, Werkzeug der Schuster, Schirmmacher, Bürstenbinder usw.



Ahmer

Braunschweig > Die Ahmer wurden scharf überwacht, dass sie die Fässer (Bier) richtig auf 105 Stübchen ... vermassen

Das genau geahmte Gefäss musste mit dem Massstrich, einem B (=Braunschw.) u.dem roten Braunschweiger L”wen gezeichnet werden. Aufgabe des Ahmers war es, die fremden Bierfässer auf ihren Inhalt zu ahmen u. die Angaben über die Grösse der Fässer .... beizufügen.

favilla ignita

Bergl. amern

Ahm = Ohm; ahmen = Verb zu Ahm, eichen, Hohlmasse auf ihre Richtigkeit prüfen.



Aicher

Eichmeister

aichen, eichen heisst ein Mass oder Gewicht mit einem echten u. accuraten vergleichen .... In vielen Städten müssen alle Masse u. Gewichte ... von hierzu bestellten Personen, welche man geschworene Aichner oder Aicher nennet, besichtiget ... und gestämpelt werden.



Akesbaas

Kahnschiffer (Ruhrgebiet)

Kluge: Kahnbesitzer



Aktuar

In den Zähllisten ... findet sich ein Amtsverwalter; er war zugleich Aktuar

Brockhaus: mittlerer Gerichtsbeamter (veralt.Ausdruck)

Gerichts-, Amtsschreiber

Actuarius: Aktuar, Schreiber, Nebenbeamter, Protokollführer



Akzessist

Mitarbeiter bei der Zollverwaltung

accisor = Steuereinnehmer

accensus = Gemeinde-, Gerichtsdiener

Brockhaus:

Akzessit =

1)Nebenpreis

2) Tag des Eingangs



Alabasterer

Alabasterarbeiter, =schneider

der aus Alabaster Sachen fertigt.

Alabaster = feink”rniger, durchscheinender Gips



Almosensammler

Ältere Form: Almissen, dat Almissen samlen, den Armen ere Almissen ... mitdelen, im besiehe > eine Scheibe Brot, die bei Tisch als Teller benutzt u. danach den Armen gegeben wurde.

Im Almissenkorf (Almosenkorb) sammelte der Almosensammler die Spenden.

wöchentlich od. monatlich werden Beiträge von einem .... in Begleitung zweier Armer, deren einer eine Büchse, der andere einen Sack oder Korb trägt, eingesammelt.



Alpuzzer

Schuhflicker

siehe > Rineschuhster, Altbüsser



Alsteker, Aalsticker

Aalsteker, Aalstecker, an langem Stiel befestigte, an den Spitzen mit Widerhaken versehene Gabel, die man in die im Grunde des Schlammes liegenden Aalhaufen stösst.

Aalsticker, ein Küstenfischer,der im Wattenmeer Aale mit einem spitzen Stab fängt ( aufspiesst,von niederdeutsch sticken)



Altarbildner

mittelalt. Kunsthandwerk

Sie mussten in verschiedenen Techniken zu Hause sein. Herkommend von Holzschnitzerei oder Steinmetzhandwerk, verstanden sie sich auch auf Malerei u. Vergolderei



Altarist

Altardiener

Küster

Stass Altardiener, Messknabe

altarista, aedituus, minister arae

(Altarstiftungen):Mit den Altären waren Altaristen- (Messpriester-) stellen verbunden.

Vor der Reformation stifteten Einzelne ... Nebenaltäre in die Kirchen, an denen Messen ... gelesen wurden. Die Geistlichen, die diese Messen lasen, hiessen Vicare oder Altaristen.



Altarmann, Altarmeister

Ratsmann u. Altarmann

Kirchgeschworener

diaconus = Küster, Hilfsgeistlicher, Mitglied des Kirchenvorstandes



Altbinder

besserten Fässer (Gebinde) aus

besserte Tonnen, Eimer u. sonstige Holzgefässe aus



Altbüsser, nd. Oldboter

Flickschuster, auch Altlapper, Altplacker, Altreise, Russe, Rizze genannt

Riester = Lederflicken f. Schuhe

lepper, schulepper (Bürker)

vergleiche > Russe



Altflicker, Altlapper, Altplacker

Flickschuster

vergleiche >Altbüsser

Altlapper = der zerrissene Schuhe lappt, ihnen Lappen aufsetzt

Stettin 1780 > Altschuster

flickt das Alte, besonders Schuhe u. Stiefel.



Altfrau

Oldfru = Aufseherin über die Mägde



Altgewander, altgewender

besserte getragene Kleidung aus oder handelte damit

In Frankfurt hiessen sie Altwendere u. waren hier ausgesprochen Händler

altgewender, altwendere: Händler mit alten Kleidern

Altwender: Flickschneider, Händler mit alten Kleidern



Altlapper

Altmacher, Altreis, Flickschuster siehe > Altbüsser, Altreusse

der zerrissene Schuhe lappe, ihnen Lappen aufsetzt.



Altplacker

Handwerker, der alte Sachen umarbeitet, Flickmeister, Altwerker

a)bei den Schneidern, wo es im 15.Jahrh. an die Stelle des älteren altgewender getreten zu sein scheint,

b) bei den Steinmetzen, Maurern u. Zimmerleuten, wo der altplacker neben dem humpeler genannt wird



Altreis

Weimar 1696

Altreuss siehe > dort Flickschuster

Duden: Trödler



Altreussen, Reussen, Russen

Unzünftige Flickschuster, die ohne eigene Werkstatt im Lande umherzogen u. im Hause ihrer Kunden arbeiteten, was gegen die handwerkliche Ehre verstiess

altruzze = rusze



Altwalker

kauften altes Tuch, das sie neu walkten u. aufbereiteten



Amanuensis

Lübecker 1826 > Amanuensis am Landgericht, Advocat u. Notar.- Amanuensis am Niedergericht, Advocat u. Notar.

Sekretär



Ambachtsknecht, -schriver

Handwerk, Teilnahme an e.Innung, Amt = Ambacht

Amts-, Zunftdiener

Amtsschreiber

ambacht = Amt

amtschreiber



Amidammaker

Lübeck

Stärkehersteller

Lübeck 1798 > Amidammeister Meister in einer Stärkefabrik

Amidam = Stärkemehl

Amidamfabrikant



Amman

Nürnberg 1326 > Amtmann, officialis

Ammann = Amtmann

amman = verkürzt aus ambetman: Diener, Beamter, besiehe > urteilsprechende Gerichtsperson, Bürgermeister.

Ambthof, Landgut, Bauernhof, von den Offizialen oder Ministerialen eines Fürsten als Amtslehen genossen, entweder i.eig.Person oder durch einen Pächter bewirtschaftet.

Der Ambtbaur, der Amman, der Bewirtschafter eines solchen Hofes



Amtsbarbier

Oldesloe 1792

1798: Meister des hiesigen Balbieramtes u. Chirurgus

Barbier, der zum Amt (Zunft) der Barbiere gehört



Amtsbote

Bote eines Amtes = Zunft = Innung

Lübeck 1842 > Böttcher-A., Bäcker-A., Fischer-A., Maler-A., u. andere.

Amtsknecht

Amtsbaad = Gerichtsdiener

Brockhaus: Amt = Amtsbezirk, Verwaltungseinheit. Amtsbote daher auch Bote, Angestellter des Amtsbezirks



Amtschirurg

Die Chirurgen erlernten den Beruf wie andere Gesellen bei einem Meister, im Nebenberuf arbeiteten sie als Barbier.



Amtscommissarius

Amtskommissar:Steuerbeamter, der 1717 an die Stelle des Schosseinnehmers trat.

Steuerbeamter



Amtshauptmann

Hoher Verwaltungsbeamter ... steht an der Spitze eines Hauptamtes

Brockhaus: Amtshauptmannschaft bis 1939 die unterste staatl. Verwaltungsbehörde in Sachsen.

praefectus provinciae; Landvogt, Drost



Amtshofmeister

Der Hofmeister ist verantwortlich für den Wirtschaftsbetrieb der Domäne, die zum Amt gehört.

Das Amt ist staatl. Behörde für einen Bezirk (nach Freitag, Landesbergen).



Amtskeller

Beamter, etw. niedriger i. Rang als Amtmann, meistens Leiter kleinerer Bezirke.

= cellarius, eigentlich Aufrichter des Kellers, oft aber

ein gleich nach dem Amtmann folgender Beamter.



Amtsknecht

Kaiserslautern

Amtsknecht heissen Knechte sowohl im Dienste der Stadt als von Klöstern u. ähnl. Organisationen.

vergleiche > Ambachtsknecht



Amtsmeister

Handwerksmeister, die einem Amt (Zunft, Innung) angehören, im Gegensatz zum Freimeister, der vom Rat der Stadt die Genehmigung zur Ausübung seines Berufs erhalten hat, ohne der Zunft anzugehören.

Innungsmeister, Obermeister

Ammeister = Zunftmeister



Amtspedell

Amtsknecht

Pedell = Hochschulgehilfe

Aufsichtsbeamter einer Hochschule (früher auch Schuldiener)



Amtspfleger

Leiter eines Amtes, eines Amtsbezirks

Amtspfleger = administrator muneris



Amtssalzkonduktor

Beamter des Salzamtes, vergleiche > Salz-faktor, -inspektor usw.



Amtsschliesserin

Die Person in dem grossen Haushalt des Amtes (nach Freitag, Landesbergen, 25 - 30 Personen), die Vorräte unter Verschluss hat u. nach Bedarf ausgibt.

vergleiche > Schliesser



Amtsschlosser

Steuereinnehmer eines Amtes (eines Amtsbezirks, einer Verwaltungseinheit) Brok.



Amtsschöppe

Weissenfels 1788 > Amtschöppe vorm Saalthor

Amtsschöffe

Beisitzer auf den Gerichtstagen des Amtshauptmanns



Amtsschreiber, Amtsschultheiss

Magister, einst Amtsschreiber

Amtsschreiber: führt die lfd. Geschäfte eines Amtes st die Seele der Verwaltung usw.

Schultheiss = Oberhaupt einer Stadt usw.

scriba in praefectura = Schreiber im Statthalteramt.

Amt = landesherrliche Dienststelle



Amtsschuster

Amt = Zunft

Schuster , der Mitglied der Zunft ist.

Amtsschuster, Amtsschneider

Amt = Zunft im Handwerk

Amtsschauster = zünftiger Schuster im Gegensatz zum Freischuster.



Amtssportelkontrolleur

Sportel = für amtl. Dienstleistungen zu entrichtende Gebühr.

Kontrolleur = wer eine Kontrolle ausübt.

Brockhaus: Sporteln = früher Verwaltungsgebühr, die unmittelbar dem beteiligten Beamten zufloss



Amtsverweser

Vertreter des Amtshauptmanns als es ... üblich wurde, die Amtshauptmannsstellen als Sinekuren an verdiente Offiziere .... zu verleihen

(Amtshauptmann = hoher Verwaltungsbeamter)

Administrator

Amtsverweser = Amtsverwalter



Amtswinzer

Winzer des herzogl. Amtes



Anbauer

Kleinbauer; Neusiedler; Pächter

colonus, Ansiedler



Anbieter, Anbieder, Anbüther

Gerichtbote, Gerichtsdiener



Anckerschmed, Ankerschmied

Wismar 1578 > ...:Unse Ampt, dat is veerkluftig, nehmlich Groffschmede, Kleinschmede, Anckerschmede, Messerschmede.



Angriffsdiener

(hauptamtlich angestellt) bei der Stadt.

Der Angriffsdiener gehörte zu den niederen Exekutivbeamten, er diente zur Arretierung u. Schliessung der Verbrecher.



Anschicker in der Peundt

Anaschicker = Anordner, Schaffer

Peundt = Beunt = Beum

Grundstück, das, ohne Garten zu sein, eingefriedigt ist.



Anschläger

Stettin 1781

kann nach den verschiedenen Bedeutungen des Anschlagens mancherlei aussagen:

1) Zettelanschläger,

2) der im Bergwerk die Glocke anschlägt zum Hochziehen des Korbes,

3) Glockenschwengel anschlagen.

Schlossereihilfsarbeiter, der die Beschläge an Türen usw. anschlägt.



Anspänner

Vollbauer, Pferdepfleger auf Gütern

ein Bauer, der Zugvieh hält

Vollspänner = fronpflichtiger Bauer, der ein ganzes Bauerngut besitzt.

Halbspänner = Besitzer eines halben Anspanngutes

ein Bauer, der Zugvieh hält

Pferdebauer, welcher in Schwaben Anspänniger genannt wird, der ein Pferd auf gemeine Kosten hält, um bei Gelegenheit der Obrigkeit zu dienen.

Anspanngüter = Dienst-, Frohngüter, deren Besitzer mit Pferden od. Ochsen Frohnen dienen müssen.

Anspänner werden in Chur-Sachsen die Bauern genannt, welche mit Pferden u.a. Zugvieh ihrem Gerichtsherrn gewisse Frohnen u.a. Dienste leisten müssen, werden auch Pferdner u. Hüfner genannt.



Anstriker

Anstreicher

siehe > Weissbinder, Meler, Ibser, Hilgenmaler, Freimaler



Anwaldschultheis

Unterschultheiss, Vertreter des Schultheiss

Anwaltschultheiss, Unterschultheiss, Vertreter vom Landesherren bestimmten Schultheiss

Anwalt = advocatus, procurator



Apengheter, Apengeter

Im nd. Raum von Bremen bis Greifswald Bezeichnung der Rotgiesser bzw. Gelbgiesser: Hersteller von Kupfer-, Messing- u.Bronzegefässen, auch von Glocken u. Geschützen (?), in Lübeck noch bis um 1650 (mit den Grapengetern, Grapengiessern in einer Zunft).

apengeter Rotgiesser

Wehrm.: Ap = Affe

Apengeter: Rotgiesser, weil sie an ihren Arbeiten Figuren als Zierrathen anbrachten. Die A. nannten sich auch rinkvilere oder bretzenmakere, später hiessen sie Rothgiesser, verarbeiteten rotes, sprödes, die Gelbgiesser dagegen gelbes, geschmeidiges Messing.



Apfelkramer

Hannover 1689 > Obsthändler

vergleiche > Appelhöker



Apot(h)eker, Apteker, Atteiker

1593 Apotheker

i. Mittelalter Heilpflanzen- u. Gewürzkrämer



Apotheken-Admodiant

Admodiator

Admodiator: Verpächter, auch Pächter

Brockhaus: Admodiation oder Verdingung, wofür auch der Ausdruck Accord gebraucht wird, ist der vertragsmässige Abschluss .... über Dienstleistungen.



Appelhöker(sche), Apfelkramer

Apfelhökerin; Lübeck

Appelhöker = Obsthändler

Hannover 1689 > Apfelkramer.

Appelhöker = spöttisch für Gemüsehändler



Appellationsrath

Lübeck 1844

Ober=Appellationsrath Mitglied des Ober=Appellationsgerichtes, das höchste gerichtliche Instanz für die 4 freien Städte Deutschlands in privatrechtlichen Streitigkeiten u. Kriminalsachen war.



Appelmenger, eppelmenger

auch eppelhocke, eppelmann

Apfelhändler - vergleiche > Appelhöker



Appreteur

Brockhaus: Appretur, Verfahren ,Textilien durch mech. od. chem. Behandlung ein besseres Aussehen oder höhere Gebrauchseigenschaften zu verleihen.

Appreteur = Zurichter, Ausrüster

Appretur = Schlussbehandlung von Geweben, um diesen Glanz, Wasser- und Knitterfestigkeit zu verleihen.



Aquavitabrenner

Branntweinbrenner



Arcanist

Arkanum = Geheimnis, Geheimmittel

Fachmann, der z.B. das Geheimnis der Porzellanherstellung kannte.



Archelejmeister

Artilleriemeister



Archidiaconus

erster Geistlicher an einer Kathedralkirche u. Mitglied eines Domkapitels, steht in engster Verbindung mit dem Bischof, den er bei manchen Amtshandlungen vertritt. ...

Nach der Reformation haben auch ev. Pfarrer den Titel A. fortgeführt.

in der alten christl. Kirche der erste Gehilfe u. Vertreter des Bischofs; in ev. Kirchen der zweite Geistliche an den Hauptkirchen grösserer Städte.



Arithmeticus

lat. Rechenkünstler, Rechenmeister



Armbruster, Armbosterer

fertigte Armbrüste

Ende des 15. Jahrh. fand die Armbrust in Deutschland Eingang.

Lübeck balistarius = Armbrustmacher

Bürgerbuch Kölln: armbrustirer

Als der Gebrauch des Schiessgewehrs allgemein wurde, fingen sie an, Leim zum Verkauf zu bereiten, später war dies ihr einziges Geschäft, sodass Armbosterer u. Leimsieder lange Zeit als gleichbedeutende Ausdrücke galten.

Toposchreibt:Armbosterer (Leimsieder)



Armendiener, Armenvogt

Die Aufsicht über das Armen- und Bettelwesen haben in der älteren Zeit die sog. Armenvögte geführt. ... An ihre Stelle ist in der Zählliste von 1840 der sog. Armendiener getreten. 1840 wurde das (Arm) Arbeitshaus von dem städt. Armendiener geleitet.

Die Armenvögte oder Prachervögte spielten eine wesentliche Rolle in der Armenfürsorge... Am Sonnabend versammelten sich die Armen auf dem Markt bei den drei Prachervögten.

Die ... gingen mit ihnen durch die Strassen u. nahmen von den Bewohnern ... Gaben in Empfang. Im Jahre 1765 .. gehörten 89 Arme dem Trupp an.



Armenhausvater

Weissenfels 1809


Betreuer eines Armenhauses

Armenhaus: ein Haus, wo man Arme u. Gebrechliche mit der Notdurft versorgt.



Armenkollekteur

1811-12 Armenkollekteur; Stadtverordneter, Handschuhmacher

Kollekteur = Beitragssammler für wohltätige Zwecke



Armenpotel (Armenbüttel)

Meister u. Lehrjungen des Amtes der Tuchmacher zu Greifenhagen

Invaliden Armenpotel (Armenbüttel) um 1800

Armenvogt, Armendiener

Tuchmacheramt Greifenhagen, in Ostd.Fam.Kde 1965 siehe >87

Invaliden Armenpotel (Armenbüttel) 1797

Ein Büttel, der das Betteln der Invaliden beobachtet u. ordnet, ähnlich Bettelvogt.



Armenvater

Armenpfleger.



Ar(r)endator

Gutsverwalter

Arrende, Arenda: im russiehe > Recht Pachtvertrag, Überlassung von Staatsländereien zur Nutzung als Belohnung (im zar.Russland).

Pächter. Viele Güter, einzelne Vorwerke im 17. u. 18. Jh. vom Landesherrn oder privaten Grundherrn in Arrende (Zeitpacht) ausgetan.



Arroess - Schreiber

Arrestschreiber?



Arsete, Arste

Hannover > Arzt, Medicus

arste ( zusammengezogen aus arzete = Arzt).



Artillerie - Bedienter, Zimmermann

Hilfskräfte der Artillerie zum Schanzenbau, Lafettenbau usw.

Unter Friedrich II waren allen Truppen Zimmerleute zugeteilt, die Pionierarbeiten verrichteten.

Zimmermann war Dienstbezeichnung



Artillerieknecht

Soldat der Artillerie



Artillerieschmied

Fürstl. Artiglerie Schmied gewesen

Ein der Artillerie zugeteilter Schmied. - vergleiche > Fahnenschmied



Aschbraker, -wraker

Aschbraker = Sortierer der Pottasche

Prüfer, Begutachter der Asche, bzw. Pottasche

vergleiche > Braaker, Wraker



Aschenborner

aschmänner, aschenborner

Aschenbrenner

bornen = brennen

Holzaschenbrenner für Glashütten - u. zur Gewinnung von Pottasche zur Seifenherstellung.



Aschenbrenner, Äscherer

altes Gewerbe; durch Holzbrand gewann man Asche für Glashütten u. Seifensiedereien.

Äscherer, der für Glashütten oder Schmelzwerke im Walde Holz zu Asche brennt.

Der A. war eine für jede alte Glashütte wichtige Person, denn ohne Pottasche gab es früher kein Glasiehe > 1761 wurden in der Hütte Pochingen bei Zwiesel 585 Klafter Holz verschürt (verfeuert).

Zur Gewinnung der nötigen Pottasche 1300 Klafter - Meist arbeiteten 2 A. im entlegenen Walde zusammen.



Aschenführer, Aschenfahrer


Fuhrmann, der Holzasche aus dem Küchenbrand der Dörfer u. Städte zur Glashütte lieferte.

Diese Asche reichte jedoch nicht aus, daher hatte eine Glashütte meist einen Aschenwald, in dem der Aschenbrenner Holzasche herstellte.



Aschenschmelzer

A. auf der alten Glashütte gewesen.

? = Aschenbrenner?

Aschenbrenner: altes Gewerbe; durch Holzbrand gewann man Asche für Glashütten u. Seifensiedereien.- Aus der Holzasche gewann man durch Auslaugen Pottasche, K2CO3, die zur Glasherstellung verwendet wurde.



Äscherer

Holzaschenbrenner (i.Glashütten, Seifensiedereien)

Wenn man die Holzasche mit heissem Wasser auslauget, ... so entsteht daraus die Pottasche. ... sie wird gesucht auf Glashütten, Fayence- u. and. Fabriken. Es gebrauchen solche der Salpetersieder, Schmelzer ... Köche beim Einweichen von Stockfisch.

vergleiche > Aschenschmelzer -brenner



Asega

Asega d.h. Rechtsprecher

siehe > Rechtsprecher bei den Friesen

Vom Volk gewählter, in Eidespflicht gegen den Kaiser stehender Richter.

( ..... ) (wie Verd) afriesiehe > Richter, ursprüngl. mit priesterl. Würde.



Aseger

hat natürlich nichts mit dem altfr. asega zu tun, sondern ist wahrscheinlich als Aasger (Abdecker) zu fassen.



Assemeker

Hannover > Stellmacher

Lasch-Borchl. assemaker, -meker = Achsenmacher



Ätz-, Etzmaler

Etzmaler waren besonders in Nürnberg bekannt. Man nimmt an, dass ... die Maler zu verstehen sind, die mit Emaillefarben an Schmuckkästchen, Schmuckstücken usw. zu arbeiten hatten.



Atte

niederen Organen, den Atten, von denen offenbar einige besiehe > mit der Aufsicht von Deichen u. Sielen beauftragt waren; sie hiessen Deich-Atten.

frz. Bauerrichter, Schöffe

Richter, Bauerrichter, Schulze, Schöffe, Beisitzer, Vorsteher, Aufseher usw.



Aubergist

frz. aubergiste = Gastwirt

auberge = Wirtshaus, Herberge



Auditor, Auditeur

(ab 1621) Militärgerichtsbeamter als jur. Berater, Richter, Ankläger od. Verteidiger bei Stand- u. Kriegsgerichten.

Gerichtsbeisitzer, Militärjustizbeamter.

Die dem Militär beigegebenen Rechtsgelehrten hiessen im dänischen Heer, 1848 auch im schlesw.holsteinischen, Auditeure.

Militärrichter, zu den oberen Militärbeamten gehörig ... An ihre Stelle traten 1898 die Kriegsgerichtsräte.



Auengärtner, Auenhäusler

Auenhäusler -> Häusler

Aue = Flur am Deich; Auengärtel = Bauplatz in der Dorfaue, längs des Baches zwischen den beiden Gehöftreihen.

Häusler mit wenig Land, am Dorfbach wohnend.



Aufdrucker

Zur Aufgabe der Tuchmalerei gehörte oft auch die Bemusterung von Stoffen durch das Aufdruckverfahren. In manchen Städten bildeten die Aufdrucker ein eigenes Handwerk (z.B.Wien)



Aufschläger

Auflader, Akzise-Erheber.

derjenige, der zur Einnahme des Aufschlages gesetzt wird; Zolleinnehmer.



Aufschlaggegenschreiber

Steuergegenschreiber



Aufseher auf dem grossen Mühlendamm

Lübeck 1811

Aufseher= inspector, lixa, lixis (Gerichtsdiener)

Revidirte Accise-Ordnung f.d.hiesigen Stadtmühlen von 1814 verpflichtet den Aufseher, kein Malz oder Korn zur Mühle zu lassen bevor nicht der Freizettel, Quittung für gezahlte Accise, abgegeben ist, darauf zu achten, dass stichprobenhaft Inhalt der Säcke nachgemessen wird (durch angestellte Personen), bei unrichtig gefundenen Säcken das Stadtzeichen zu setzen u. dem Acc-Department zu melden.



Aufwärter

Bürodiener, Amtsdiener

ein den Gästen aufwartender Bursche in Haus u.Keller

Diener, z.B. beim Ratskollegium



Aul(n)er

Töpfer

vergleiche > Ulner

Aulenbäcker (Auler) = Töpfer



Aumann

Lüneburg > Aumann u. Landmann

In Lüneburg gab es einen Aumester, Ilmenau-Aufseher./ Aumann wahrscheinlich ein Mitarbeiter, bezw. Untergebener des Aumeisters



Aumester

Aufseher der Ilmenau (Flüsschen durch Lüneburg)

Ilmenau-Aufseher



Aurmaker, Auermacher

Uhrmacher; Lübeck



Ausbürger

ausserhalb des Stadtbezirks wohnende Bürger

die das Bürgerrecht ererbt oder erkaufft haben, und nicht in der Stadt wohnen, sondern an anderen Orten in oder ausserhalb des Landes ... sich haben niedergesetzt.

Vollbürger, die in eine fremde Gegend (Stadt) verzogen sind, ihr Bürgerrecht aber durch Zahlung ... aufrechterhalten.



Ausbreiter, Ausbraiter

Kupfertreiber, Kesseltreiber



Auscultator

Cammer-Auscultator

Beisitzer ohne Stimmrecht


bis 1869 Titel der Referendare

heisst nach Königl. Preusischer Verordnung ein Beysitzer in einem Collegio, welcher wohl hören, aber nicht reden mag, biss ihm der Mund durch Bestallung eines würklichen Collegen geöffnet zu werden pflegt, wenn er sich wohl anlässet.



Ausfaut

Die Alzeyer Ausfautei,

Waisenschreiber

Vogt, dem die Ortsfauteien unterstellt waren, die wiederum den pfälz. Leibeigenen Schutz boten.

Fauth = Vogt

= Vogt, Amtmann



Ausfauthei-Schreiber

Fauthei = Vogtei

Ausfaut = Vogt, dem die Ausfauteien unterstellt waren, Vogteien, die den ausserhalb der Landesgrenzen wohnenden Leibeigenen Schutz boten.

vergleiche > Ausfaut



Ausführer

Ausfahrer



Ausgeber, Ausgeberin

Ausgeber ist in einigen Familien od. Klöstern der Oeconomus, ... In Klöstern welcher für den Keller u. die übrige Haushaltung Sorge trägt.

Ausgeberin, Beschliesserin, eine der nützlichsten Hausgenossen bey herrsch. Wirtschaften. Sie muss ein vollkommen erfahrenes, fleissiges u. ehrbares Weib sein

Beschliesserin = Verwalterin, Wirtschafterin (Brockhaus)

vergleiche > Beschliesserin



Ausgedinger, Ausnehmer, Austrägler

Auszügler = Altenteiler, Leibzüchter


Auszugleute heissen im Chursächsischen diejenigen Bauern, welche ihre Güter übergeben und sich einen gewissen Auszug von der Wohnung, Einkünften etc. vorbehalten

Altsitzer



Ausgeher, Ausläufer(in)

Bote

ein Diener zum Ausschicken



Aushauer

Lübeck 1803 > Aushauer im Fleischschrangen

Aushauer im Marktschrangen

Die Schlächter hauen das Fleisch aus zum Verkauf

Schlächter, der das geschlachtete Tier zur Verkauf zerlegt.

Lübeck 1762/74 > Mühlenstr.525

Aushauer im Schrangen



Auskultant

Beisitzer b. Gericht

Zuhörer, Beisitzer ohne Stimmrecht



Ausmärker

Utholzer, utmann, einer, der mit Ausschluss aus der Markgenossenschaft bestraft wurde (Abmarkung)

Leute, die ausserhalb eine Mark wohnen, aber ein gewisses Recht an der Allmende hatten.

der Fremde, der Mark unteilhaftig



Ausmiener

Auktionator

Ausmindern = an den mindest Fordernden ausbieten



Ausmieter

Vermieter



Ausnehmer

Ausnehmer = Altenteiler

Bauer im Ausgedinge nach Übergabe des Anwesens an seinen Sohn



Ausreiter, -reuter

Ausreiter : veralteter Ausdruck für Landreiter, Feldaufseher (Brockhaus)

ein 1713 den Steuerräten beigegebener Kontrollbeamter, der die Befolgung der Königl. Verordnungen, besonders der Brau- u. Mühlenordnung zu überwachen hatte.



Ausreitevogt

Lübeck


Für die militärische Sicherheit der Stadt war der Hauptmann bzw. Ausreitevogt als Befehlshaber der kleinen Truppe zuständig



Ausrichter

Der Ausrichter steht am Schacht und überwacht die Förderung.

Der arbeiter, welcher das seil beim ausfördern richtet



Aussacker

Lübeck 1798 > Aussacker auf der Mühle beim Hüxtertor.

aussacken: aus dem Sack schütten: Korn, Kartoffeln aussacken.

Also wohl Hilfsarbeiter in der Mühle.



Ausscheller, Ausrufer

Ausklinger = Ratsdiener, Gemeindebote

Da früher wenige Leute eine Zeitung hielten, in kleineren Orten auch keine Zeitung hergestellt wurde, wurden die Verfügungen des Bürgermeisters bzw. des Rates durch Ausscheller bekanntgemacht. Nach dem Läuten mit einer Handglocke begann der Ratsdiener meistens:Es wird hiermit bekannt gemacht....

Anfang des 20. Jahrhunderts durch Anschlagtafeln ersetzt

In kleinen Städten gab es noch im Anf.d.Jh. Ausrufer; teils hochd., m.plattd. wurden Bekanntmachungen, Anzeigen von verloren.od.gefundenen Gegenständen, Verkauf von Fischen ausgerufen.



Ausschläger

Bergbau: arbeitet auf der Halde, zerschlägt mit grossem Gerät die grossen Erzstücke, damit die Scheidejungen Erz u. taubes Gestein trennen konnten.

arbeiter, der die zu tage geförderten Gänge zerschlägt u. das erz absondert.



Ausschösser

siehe > Leutnant vom Ausschuss, Landsturmmann.


Die Rekrutierung ... erfolgte durch Werbung von Freiwilligen ... -- In den Kriegen wurden die Regimenter nicht nur durch geworbene Soldaten ergänzt, sondern auch durch Ersatz, den die einzelnen Ämter zu stellen hatten.

Die gestellten Soldaten wurden Ausschüsser genannt. Sie waren dafür bestimmt, die hohen Verluste ... zu ergänzen.



Ausschusspfeifer

Pfeifer beim Landsturm

vergleiche > Leutnant vom Ausschuss,

siehe > Ausschösser



Leutnant vom Ausschuss

unter Vollmeier aufgeführt

Brinksitzer arm, beim Ausschuss

Demnach bedeutet Ausschuss zunächst ausgewählte Mannschaft, Kerntruppe. Das Herabsinken des Wortes ... hängt wohl damit zusammen, dass es u.a. als Bezeichnung einer Art Landsturm verwendet wird:

Ausschuss nennet man diejenigen Soldaten so aus Bürgern u. Bauren ausgelesen ... um das Land im Notfall beschützen zu helfen



Ausspeiser

Weimar 1645

1656: Ausspeiser

Beamter an einem Fürstenhof, der Fleisch, Brot usw. an den Koch, Wein, Likör usw. an den Mundschenk ausgibt.

Ausspeisen: Lebensmittel austeilen, ein Wort, das an manchen Höfen gangbar ist.

So werden den Köchen Fleisch, Brot usw., dem Mundschenk der Wein ... Der dazu gesetzte Beamte wird Ausspeiser genannt.



Austernpächter

Hofbesitzer u. Austernpächter, (1740)

Auster = Erntearbeiter; Leute, die in der Aust arbeiten.

Frischbier: Auster, Augster = Arbeiter in der Aust (Ernte)

Bauer od. Gutsbesitzer, der wandernde Arbeiter (Monarchen) beschäftigte.



Austiermacher

Uetersen um 1690

wahrscheinlich Druck-, Lese- oder Schreibfehler

Quartiermacher



Austräger

nicht allein unanständig, sondern ekelerregend ... ,dass zu allen Zeiten des Tages der Austräger mit den Odeurs in offenen Gefässen über die Strassen geht.

vergleiche > Goltgreber, Bachfeger

Kanal- u. Abtrittreiniger



Austrägler, Auszügler

Bauer im Austrag

Altenteil

Leibgedinger, Altenteiler.

Auszug nennt man hin u. wieder noch das, was beim Abtreten eines Gutes ausgenommen u. vorbehalten wird.



Avantageur

Offizier-Anwärter, seit 1899 Fahnenjunker genannt.



Averfahrer

Fährmann?

Schütze, :aver = aber, über

öwerhalen = übersetzen

Haal öwer = Ruf an den Fährmann.



Axhauwer

der mit der Axt Holz behaut.

Der A. scheint ein in freierem Verhältnis stehender Hilfsarbeiter eines Meisters zu sein, der zur Mitarbeit bei einem Gedinge herangezogen wird.

Bis in jüngste Zeit gab es Schwellenhauer, die im Walde in Gedingearbeit (Akkord) aus den von den Waldarbeitern zurecht-gesägten Baumstämmen mittels einer breiten Axt Eisenbahnschwellen schlugen.



Aylffer = Elfer

Überlingen: für die Geschlechter war die >Lew< (Löwenzunft) geschaffen. Zum Vorstand gehörten der Zunftmeister, der alte Zunftmeister u. 11 Zunftgenossen.



Ayrer

Eierhändler



Baaker, Baker, Backer

Segeberg > Die Zerkleinerung der gebrannten Gipsstücke erfolgte ... durch die Baaker dass das Baaken eine halbe Strafe für Verbrecher zu halten ist, weil die Leute von dem Kalkstaub ungesund werden

Gr: baken = pulsare, tundere, gilt vom Schlagen des getrockneten Flachses bläuen oder schlagen.

baken = fortwährend schlagen, klopfen

bakken = schlagen, stossen



Baar (zweisilbig)

Matrose, der ausschliesslich Handwerker, nicht Seefahrer ist.

noch nicht ganz erfahrener Matrose



Baarer, Barer, Scepsbarer

Lübeck > Schiffsbohrer

borer, barer = Bohrer, der die Bohrungen ausführt, ein Zimmermann.

boren, baren = bohren, anbohren



Baas

niederdeutsch Wirt. Heuerbaas = Stellenvermittler für Seeleute

Meister, Aufseher über Arbeitsleute

Timmerbaas = Zimmermeister

Mölenbaas = Mühlenaufseher

Kranbaas = der b.Kran angestellte

Heuerbaas = Stellenvermittler f. Matrosen

Schlafbaas = Matrosenwirt, Schlafwirt

Slupenbaas = der kleine Fahrzeuge, Schaluppen zimmert

Akesbaas = Kahnbesitzer



Baccalaureus

die nächste ak Würde vor dem Doktorgrad

Brockhaus:

1) im Mittelalter Hintersasse, dann Knappe, auch Geistlicher untersten Ranges

2) seit dem 13,Jh. der unterste akadem. Grad; in Frankreich, England u. USA noch heute.



Bacgardus

Bagardi = Haeretici, iidem qui Beghardi

Brockhaus: Begarden, Begharden od. Lollharden waren Männervereine, relig. Genossenschaften, die den Beginen entsprachen.



Bachfeger, Bachstecker

Unehrliche Berufe ... Bachfeger

Handwerksgesellen, welche sich an einem Aufstand beteiligt hatten, sollten der Austreibung verfallen. Falls sie ... bereuten, durften sie ihr Handwerk nicht ausüben, sondern mussten sich ihr Brot als Schäfer, Bachstecker oder Strassenkehrer verdienen.

Kloakenreiniger

vergleiche > Gassenfeger



Backenmeister, Bakenmeister

Die Kosten für die Unterhaltung des Feuerthurms, der Anschaffung der Kohlen u. der Besoldung des sogen. Backenmeisters oder Bläseurs sind sehr bedeutend.

In einer solchen Winternacht werden oft an die 400 Pfund Steinkohlen verbrannt.

Fürbak = Fürturm = Leuchtturm

Feuerbak oder Feuerbluse heisst der Helgoländer Leuchtturm 1758.

Bakenmeister = Aufseher der Bake

Beamter, der das Bakengeld einzieht, ... erhält für sich u. seine Leute, die bei der Feuerbake alles i.Ordnung halten, Besoldung.



Bade, Bod

Bote; Lübeck


Amtsbad = Bote des Fischeramtes

Bod, Bad = Bote



Bademagd

Hilfskraft des Baders in der Badestube.

ancilla balnearis



Bademuhme, bademöhme

Wehmutter, Hebamme

Bademuhme, obstetrix, weil die Hemamme das neugeborene Kind badet.

Bademoder, Bamoder, Bademöm = Hebamme.



Bademutter

Hannover 1689 > Soldatenbademutter

Hebamme

vergleiche > Bademuhme

Frau des Besitzers oder Pächters einer Badestube (??)



Bader, Badener, Baader

ursprünglich Bade = knecht in den Badestuben des Mittelaltersiehe > Pächter od. Besitzer einer öffentl. Badestube. Der Bader war zugleich Bartscherer u. Aderlasser .

bader, häufiger beder, auch badder, bedder, beyder ist der Inhaber einer Badestube; auch bademeister .

Bürgerbuch Gumb. 1729: Baader.

Bader, Heilgehilfe, Barbier, Balbeer, Barbeer, Boortscherer, Boortschraper = Barbier

badstover, stover, balneator = Bader

der Kranke zu baden, öffentl. Badstuben zu halten pflegt, wo zu Ader gelassen u. geschröpft wird.



Badewirt

Badewirt u. Spillpächter einer Badstube. Die Badstuben waren vielfach Eigentum der Stadt ( nach Velten, Ärzte, Bader usw.)



Badgiesser, nd. Potgeter

Geneal. 1964 Heft 1 siehe >36

der das Wasser zum Bade herbeiträgt

Das nd. Potgeter kann aber auch Töpfer bedeuten(Bahl.)
siehe > Pottgiesser



Badreiber

Masseur

Badreiberin = balneatirx

fricans = Badefrau, die den Badenden abreibt, massiert



Badstöver, Badstübner (=Bader)

Badeknecht in der mittelalt. Badestube

Badstüber

Badstuber (stüber) = Bader = Badstubenbesitzer.

badstover = Bader

Nach dem Baden folgte sehr häufig das Haarschneiden u. das Bartscheren, aber auch oft das Schröpfen oder das Aderlassen. So entwickelte sich aus dem wenig angesehenen Bader- oder Barbierhandwerk ein neuer Beruf, der des Chirurgen oder Wundarztesiehe >



Bäcker, Becker

siehe > Beckenknechte, Fein-, Grob-, Hausbacker, Bretzenbäcker, Kiepenbäcker, Krapfenb., Hohlkipper, Küchler, Los-, Fast-, Mutzenbäcker, Peugler, Schlecht=Zuckerbäcker, Semmler, Kokenbecker (Lübeck, Hennings)



Bäckerzechmeister

Mottak, Militär- Kirchbuch Neumittelwalde, in Ostd.Fam.kde 1962 siehe > 85 1805. Zunftmeister. Innungsmeister

Zeche = Handwerkerzunft.



Beck

Beck = Bäcker (Stass-St.)

Beck, Beckl ist die älter, südd. Bezeichnung für den Bäcker



Beck, Bossler, Kübelknecht, Helfer

Bürgerbuch Stuttgart II siehe > 253

Wenn ein Knecht Meister werden will, muss er eine gewisse Zeit als Bossler, Kübelknecht u. Helfer arbeiten. Ein Bossler ist das Geringste, ein Kübelknecht der Kanten- wie auch Teigmacher. Der Helfer ist der Fürnehmste: Werkmstr. oder Schiesser/ Backstubenmeister.(nach Weigels Ständebuch von 1598)

Beck = Bäcker

Schiesser= der Bäcker, der das Brot in den Ofen schiesst.



Beckerbote

Lübecker Adressbuch.B. 1818 siehe > 106

Bote des Bäckeramtes, der Bäckerzunft



Bagenmacher

Schönberger Bürgerbuch siehe >73 (1710)


Bogenmacher

bagen = Bogen, Schwungrad am Spinnrad

(Bogen als Waffe 1710 unwahrscheinlich)

Gr, Schwibbogen = gewölbter Steinbogen

Swiebagen = bogenförmiger Überbau über dem offenen Herd, Rauchfang, zuweilen auch für den ganzen Feuerherd gebraucht.

Bürgerbuch Schönberg siehe > 62: 3 Auen u.schwibogen zu machen (3 Öfen u. ein offener Herd)



Bahnaufseher, -wärter

Bahnaufseher in Linnenkamp, bei Stadtoldendorf.

Bahnwärter in Burgdamm

Brockhaus: Bahnwärter = Eisenbahnbediensteter, der die Bahnstrecken zu überwachen hat.-

Bahnbeamte, die den Bahnoberbau, Signale, Schranken u. dergl. zu überwachen haben. Dazu gehört mit der Streckenbegeher ( früher Streckenläufer genannt).



Bahnmeister

Brockhaus: Eisenbanbediensteter, der innerhalb eines Bezirks, einer Bahnmeisterei für den einwandfreien Zustand der Bahnanlagen und die Streckensicherung verantwortlich ist.-

Leiter einer Bahnmeisterei

Aufgabe: Bau u. Unterhaltung der Strecken ( Auskunft Bundesbahn)



Bahrmeister

Hagedorn, Salzverkehr Lüneburg-Lübeck in Zeitschr.f.Lüb.Gesch. Bd.17/1915 siehe >10 Der Verkaufspreis des Salzes wurde offiziell durch die Bahrmeister festgesetzt.

Krause, ZA 2431/1879: Gerichtsherr der Sülze, oberster Beamter der Sülzarbeiter. dominus salinae



Balbier = Barbier, b) Balberer

a) Bartscherer aus den Badern, Badstübnern hervorgegangen (Barbier vom frz. barbier, frz. barbe = Bart) 16.Jahrh.(Wasserzieher)

Balbier = mundartl. Umformung wie auch Balbutz, Balbusch

b)Lübeck Balbeer, Barbeer, Boortscherer, Boortschraper = Barbier .

Balbeder = nd. Barbier



Bälgentreter

Brockhaus: die Bälge treten, der Orgel durch Betätigen der Bälge Luft zuführen.- Balg-, Luft- u. Windbehälter bei Dudelsack, Orgel, Harmonium.-

Bei den meisten Orgeln wird heute der nötige Winddruck durch ein durch Elektromotoren getriebenes Gebläse erzeugt.



Balger I

Klopffechter

gladiatores vagabundis

umherstreifende Banditen

Lexer: balgen = ringen, raufen



Balger II

Ohling-König, Das älteste Schatzungsregister Ostfrieslands in Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst u. vaterl. Altertümer z. Emden, 1954 siehe >65 (Stadtbibl. AZ 2039)

Abdecker, der den Balg abzieht

Balg = Haut, balgen = häuten, den Balg od. die Haut abziehen



Balgmacher

Kopfsteuerb. Tl.11 siehe >38

Brockhaus: Balg = 1) Tierfell 2) Luft- u. Windbehälter für Orgel, Dudelsack usw., 3) ausgestopfter Körper, Puppenrumpf

vergleiche > Pustermaker



Balgmeister

Balgmacher: mehrdeutig a) Hersteller von Puppen, Spielzeug-tieren, b) Hersteller von Bälgen für Harmonika, Harmonium, Orgel



Balier

Ballierer = Polierer

Brockhaus: Polier, Palier (Volksdeutung von frz. parlier Sprecher) Bauhandwerker, der die Arbeit auf dem Bau überwacht.



Ballastböter, Ballaster, -fahrer

Lübecker Adressbuch 1838 Sandschiffer (Scho)

siehe > Böter

Flussschiffer, die Ballast (Sand) zu den Seeschiffen fuhren.

vergleiche > Sandfahrer

Ballastmeister: beaufsichtigt das Beladen eines Schiffes mit Ballast.



Ballastschieber

Adressbuch Lübeck 1811 siehe >2

Seemannsprachlich.:Ballaster, Ballastschieber,der Ballast in die Schiffe bringt.

Ballaststuwer = Ballastschieber, der den Ballast mit der Karre zum Schiff schiebt.



Ballenbinder

gehört der Ballenbinder zu der Gruppe der Packer, Auflader usw., seine Arbeit:allerlei grobe oder feine Ware in Matten, Leinen usw. einzuballieren -

In Augsburg gab es Anfang des 16.Jh. eine Ballenordnung (Zunftrolle) (Kramer-Schlatte)

Packer



Ballmeister

Korbsches Sippenarchiv, Bilder aus dem Berufsleben.

Ballmeister -> Ballettmeister

Brockhaus: Ballspiele: Eine Blütezeit der Ballspiele war das Mittelalter. Städte und Universitäten bauten Ballhäuser u. besoldeten Ballmeister.

Im Verzeichnis Bilder aus dem Berufsleben des Korbschen Sippenarchivs wird bei Ballmeister in Klammern Ballsport angegeben

Lehrer für das Ballspiel



Balneator

Bürgerbuch Osterode 1730 Bader

Badstubenbesitzer



Bältzer

Lasch-Borchl. belter=Lederarbeiter

Belter = Gürtelmacher

Beltz = Pelzhändler u. Kürschner

Belter = Gürtler, Riemer

bezer = Kürschner

Belter = Gürtler



Bändekankenmaker

Verfertiger von Holzkannen.

1765 wurden z.B. zwei Büttenmacher und ein Stadtsoldat mit dem Bändekänkenmachen *) belehrt,damit die Profession nicht gänzlich von der Stadt abkomme.

*) Fussnote: Herstellung kleiner Holzkannen.

Bandgood = Böttchergerät

Bandhalt = Weidenruten, aus denen Tonnenbänder gefertigt werden

Gr Bandreif, den Böttchern ein Reif, dessen Enden mit Weiden umwunden werden.



Bandenmacher

vielleicht Bandmacher, -weber?

vielleicht auch Bandschneider, Bandhauer, Bandreisser = Hersteller von Fassreifen, Tonnenbändern (Frischbier, alven)

vergleiche > Bandmaker

Gr: Bandenfaden: bei den Webern der Faden zu den Streifen

Bandenschaft: der Schaft zu dem Bandenfaden

Bandentritt: der Tritt des Webers zu den Bandenstreifen

Band 1) Bindfaden 2) Band aus Stoff 3) Reifen eines ....



Bänderkrämer

Bürgerbuch Weimar 1652 Bandhändler

Bandjuud



Bandhändler

Bürgerbuch Weissenfels 1828

der Handel mit seidenen, wollenen u. leinenen Bändern, daher der Bandhändler, im gemeinen Leben der Bandmann.

Bandhandel = Bandgeschäft

Bandfrau : ... die mit Bändern handelt



Bandmaker

Seiler

siehe > Reper



Bandschmied

Kopfsteuerb. Tl.11 siehe > 141

bant, bent = Band, Schnur, Leine, Eisenband, Fessel, Kette

Kettenschmied?

Schmied, der Reifen für Fässer machte



Bandschneider

Verfertiger von Fassreifen

fertigt Fassreifen aus Hasel- u. Weidenholz



Bandriter, Bandreisser

Bandreisser, Anfertiger von Fassreifen

Lübeck 1798: Bandreisser u. Zingelschliesser am Mühlentor.

Bandschneider: fertigt Fassreifen aus Hasel- u. Weidenholz



Bandsäger

Bandsäge = Maschinensäge mit endlosem, biegsamem Sägeblatt (Brockhaus)



Bandweber

Bandwirker



Banmacher

Bandmacher: 1) der Bänder, Fassreifen herstellt

2) der Bänder zum Schmücken herstellt (webt)

vergleiche > Bandmaker, Bandreisser



Bann-leute, -richter, -wart

Brockhaus: im Mittelalter das Hoheitsrecht der Könige u. Grafen, bei Strafe zu gebieten u. zu verbieten; 4) der Bezirk, der unter der Gewalt des Bannherrn stand.

Bannleute = Eingesessene, die unter der Gerichtsbarkeit eines Herren standen, sonst aber unabhängig waren.

Bannrichter = Richter, der mit dem Königsbann belehnt war.

Bannwart: Gerichtsdiener; Flur- u. Weinbergshüter.

Waldschütz, Flurschütz.



Bannissmaker, Banitzmaker, Bonnitzmaker

Lübeck, Verfertiger von mit Schnüren verzierten Hüten (vom frz. bonnet)

Lexer: bonit = Mütze



Bannmüller

Familienkundliche Nachrichten 1967 siehe > 221 * um 1755, Bannmüller Kreis Bingen

Bannleute = Eingesessene, die unter der Gerichtsbarkeit eines Herren standen, sonst aber unabhängig waren.

Bannmüle: in einem Bezirk, wo Mahlzwang stattfindet

Müller, der eine Mühle mit Mahlzwang bewirtschaftet



Bansimmacher

Zaye- u. Bansimmacher 1640-1660

Bomsin, bomside = gewebtes Zeug mit baumwollenem Aufzug u. wollenem Einschlag

Bohmsidenmaker > siehe dort

bombasiren - Jacke, Joppe



Bantöffler

Bürgerbuch Köthen, siehe > 75 (1699) Bantöffler alhier

Bantoffel = sandalium, Pantoffel

Pantoffelmacher



Bappiermacher , bapyrer

Papiermacher (Bücker)



Barber

Goslarer Bürgerlisten: 1501, Mester Hinrik barber

Mens: Barbeer = Barbier

Sch.-L: barberer = Barbier

Lasch-B.:Barber, barberer = Barbier, der auch niedere Chirurgie betreibt. Barbier



Barbetonsor, Barbirasor, Rasor

Bartscherer, Barberer vergleiche >Balbier



Barchentweber, -meister

Vom arab. Barrakan = grober Wollstoff.

Linksseitig gerauhtes Köpergewebe aus Baumwolle (Brockhaus)

B. Stellte einen aus Leinen u. Baumwolle dicht gewebten Stoff her, der durch die Araber im Abendlande bekannt geworden war.

barchenmecker, von 1420 etwa daneben u. bald ausschliesslich barchenweber. Baumwollweber.

Barchensiegler = Siegelmeister der Barchenweber

Barchentmeister = Siegelmeister, der die Tuche mit einem Prüfsiegel versah.

Barchentmacher: stellte den aus Leinen u. Baumwolle dicht gewirkten Barchentstoff her.



Bardenhauer

bar-diu = zinsgebende Leibeigene

Aus bar-diu (diu vom althochdeutsch diot, mittelhochdeutsch: diet = Volk) in Anlehnung an Bardenheuer = Hersteller von Schäften für Streitäxte u. Hauer = Holzfäller, Mäher entstanden.



Bareknecht, Barmester

Bare = Giesshaus, wo die Salzpfannen aus Blei gegossen wurden.

Arbeiter u. Giesser in der Bare

Barmester: der oberste Beamte über die Sülzarbeiter; magister salinarius, nächster Gerichtsherr der Sülze



Barer (Schepsbarer)

Barbier (Schiffsbarbier) ?

barer (-)

baren = geboren

= sich gebärden

Bar = Bote

Barbeer, Balbeer, Balberer, Balbeder, Balbutsch/ aber nicht barer



Barett - Crahmer

Bürgerbuch Weissenfels 1704

Kaufmann, Krämer für Barette, Kopfbedeckungen.

Barrett-Krämer: an einigen Orten, z.B. Leipzig, eine Art kramender Handwerker, welcher anfänglich vermutlich nichts als Barrette machte u. verkaufte, jetzt aber zugleich Kürschner oder Rauchmützenmacher ist u. auch mit wollenen Strümpfen, Handschuhen u. dergl. handelte.



Baretter

Bürgerbuch Weimar 1650

siehe > Barrett - Krämer



Barettleinmacher

Der Barettkrämer machte Tuchmützen, der Kürschner fügte Gebräme und Pelzfutter hinzu..- birretmacher Barettmacher . Biretmacher, Barettmacher

Bürgerbuch Kölln: bareth= u. sockenstricker

Barett= u. Hosenstricker



Bargmacher

Tuchmacher

bei den Marschbewohnern in Holstein heisst ein luftiger Schober ohne Wände 'Barg'.

Brockhaus: Barge, Bargaune, schweiz. Heuschober im Gebirge

Wenn Assmann B. als Tuchmacher bezeichnet, so ist vielleicht der Barchentweber gemeint.

Lexer: barkan = Barchent



Barmhändler

Magd. Adressbuch 1817 Hefehändler

Barm = Hefe (Bork, Alte Berufe Niedersachsens, Hannover 1926)

Bärme = Hefe (Brockhaus)
Idiotik: Barm = Hefe, Bierhefe, Gescht.

Barme, Bärme = Hefe



Barnemeister, Bernemeister

Dieser sollte auf dem Stadtziegelhofe Tag u. Nacht auf das Feuer achten

bernen = nd. brennen

bernen, barnen, burnen = brennen

Brennmeister



Barrierenpächter, Baumpächter

Baumpächter auf Kopperpahl

1854: Wirt u. Barrierenpächter

Die Barrieren= od. Baumpächter hatten die Erhebung der Baumgelder (Wegezoll) an den 1831 neu angelegten Schlagbäumen gepachtet (Grönh.47)



Bärschmied

Schütze, Idiot.: baren = bohren

Barer = Bohrer

Bohrer - Schmied



Barsemeester

Schiffer einer Barse (=Boot ohne Mast)

Barse=Barke, kl. Lastschiff, kleines Boot od. Schiff ohne Mast. Dazu: Barsenmeister = Bedienster der Kaufmannschaft, der die Aufsicht auf die Seetonnen oder Baken und deren Legung hat, als welche mit Barsen die Weser hinunter und herauf gebracht werden.



Bartenhauer, Bartenwerper

stellten Streitäxte, Hellebarden (Helmparten) her. Daneben Fleischbarten u. Hackebärtlein .

Barte = Beil, Axt (Wasserzieher)

Bartenhauer, -heuer = Hellebardenmacher



Bartscherer

oder Barbier

aus Badern hervorgegangen

barbetonsor

barborasor

rasor > Bartscherer



Bassist

Ortsfremde.... Ohlau, in Ostd.Fam.kde. 1960 siehe > 282

Fürstl. Briegisch Cantzley-Verwenter aus Ohlau u. fürstl. bestallter Musiker-Bassist, + 1596

Bassspieler bzw. Basssänger

Bassuner = Posaunenbläser



Bassunmaker

Instrumentenmacher

(Bassune = Posaune)

bassune - basune = Posaune, überhaupt ein Blasinstrument



Bastflechter

Von den alten Schwarzwälder Bienenstöcken bis zu den modernen Einkaufstaschen....

Mulle: Teilhandwerker der Korbmacher



Bastgerber

Bürgerbuch Insterburg siehe > 28 1766

Fellgerber

Bast = 2) menschl. Haut, Fell

Brockhaus: Jägersprache: Fell auf den wachsenden Geweihen

Lexikon: bast ...rinde, bast, ...enthäutung u. Zerlegung des Wildes

Bast = die Haut, das Fell



Bastspinner

Jute und Sisal standen uns ähnlich minder(wertig) nah. Wir hatten ja unser weisses Gold, den Hanf in Hülle und Fülle

Vor- u. Fertigspinnen von Garnen aus Flachs, Ramie, Jute, Hanf.



Bater, Batstover

Bürgerbuch Hannover Bader, > siehe dort

Lasch-Borchl. batstoven, batstove = Badestube

batstövere, -stöver = Bader, Pächter, Inhaber einer öffentl. Badestube

Batstover = Badstübner

Kirchbuch St.Jacobi 1632: Batstaber



Baterleinmacher

Päterleinmacher

Rosenkranzmacher



Bauermeister

Leiter der Bauernversammlung, (etwa Gemeindevorsteher.)

eine städtische Obrigkeit, Bürgermeister, auch auf Dörfer angewaniederdeutsch

-> Burmeister, -mester

meint den Dorfältesten neben dem Dorfschultheisiehe >

Bauermeister



Bauernschäfer

Lohn- bzw. Deputatschäfer, der im Dienste einer Bauernschaft steht siehe > auch Schäfer



Bauernschneider

Bannmeilenrecht, erweitert 1711 auf alle Städte. Im Umkreis von jeweilig 3 Meilen auf der Geest u. 2 Meilen in der Marsch sollte kein Handel u. Wandel getrieben werden. Innerhalb dieser verbotenen Distrikte sollte für jedes Kirchspiel ... nur je ein Rademacher u. ein Bauernschneider sein Handwerk ausüben.

vergleiche > Paurschneider

Landschneider



Bauernschuster

Kopfsteuerb. Tl. 11 siehe >320 Bauernschuster geringer Nahrung

Schuhmacher, der innerhalb der Bannmeile einer Stadt arbeiten durfte, ohne dem Amt (Zunft) anzugehören.

vergleiche > Bauernschneider



Bauervogt:

Lübecker Adressbuch: Bauervogt in Israelsdorf 1842

zu Vorwerk

Gemeindevorsteher, Bürgermeister



Bauhofsvoigt

Adressbuch Lübeck 1805 siehe > 216: Aufseher auf dem Bauhof

1807 siehe > 307: Der Bauhof, nebst den Wohnungen des Officianten, zwischen der Harten- u. Effengrube

Buhoff = Bau- u. Zimmerplatz (Ratzebg.)

In Hamburg war der Bauhof = städt. Bauamt



Bauknecht I

Grossknecht

eine unsichere Benennung des Knechts auf Bauernhöfen. Bald meint es den Grossknecht oder Pferdeknecht im Gegensatz zum Enken, bald den Ackerknecht, arator, bald den Knecht, der die Baufuhren leitet.

mittelhochdeutsch: bûknecht, Ackerknecht (Württ.)

Bauerknecht: gehörte um 1660 zum kurf. Hofgesinde im Königsberger Schlosiehe >

Bürgerbuch Weissenfels 1682 200, 186, 25, 159

Vorknecht, Grossknecht

: auf grossen Höfen derjenige Knecht, der zu Bau- u. anderen Fuhren gebraucht wird, im Gegensatz des Ackerknechtsiehe >



Baum - Artzt

Bürgerbuch Stuttgart Nr. 259 8.5.1669

Baumchirurg u. Pflanzenarzt, sinnübertragende Bezeichnung für die auf Erhaltung u. Rettung von Baumarten Tätigen u. Gärtnern, welche durch Ausschneiden u. Ausfüllen von Hohlräumen Bäume erhalten.



Baumann

Vollbaumann

Baumann: nd. Vollbauer, Marschbauer (Brockhaus)

Baumann = colonus (Landwirt)

Baumann = der in der Gemeinde vollberechtigte Bauer


Baumann = Fuhrknecht

In der Bauleutezunft vereinigten sich die Ackerbürger der Stadt; ... Bautor und Baustrasse erhielten von ihnen den Namen.

Baumann > Ackerbürger



Baumeister

Rentmeister; Gutsverwalter; Grossknecht; m.d.Aufsicht über das Bauwesen betrauter Ratsherr, aedilisiehe >

Baumeister:1) Architekt; 2) verordneter Bauherr; 3) leitender Gutsknecht.



Bäumer

Lübsches Adressbuch 1842:Zollaufseher und Bäumer am Nieder-Wasserbaum

Da (unterhalb der Burg) ist die schmale Trave ... eingeengt ... durch ein 'Pfahlrick', das neben dem Bäumerhaus nur 17 m für die Durchfahrt offenlässt. Immer noch muss der B., wenn die ein bis zwei tägl. Schiffe heraus- u. ebenso viele hereingelassen sind, den sperrenden Baum vorlegen. ... Der Bäumer übt Kontrolle über geleistete oder zu leistende Hafenabgaben.



Baumhovere, Baumhauer

Bürgerbuch Hannover Sattelbaummacher

bömhower = derjenige, der Sattelbäume macht



Baum-Pächter

unsere Kieler Baumpächter hatten Schlagbäume, also Wegesperren zur Erlangung einer Abgabe zu betreuen.

Landesregierung ... ordnete 1711 an, dass die Erhebung des Brückengeldes zu verpachten sei. Der Erheber des Brückengeldes händigte dem Fuhrmann ein aus Blei hergestelltes Zeichen ausiehe > Kam der Wagen zurück, so durfte er frei fahren, wenn das Zeichen zurückgegeben wurde. So entstand die Amtsbezeichnung Zeicheneinnehmer für den Erheber des Brückengeldesiehe >



Baumschlüsser, -schliesser

Adressbuch Calender 1770

der den Hafeneingang mit einem Schlagbaum schliesst.

Entsprechend an Ausfallstrassen.

Baumschliesser, städtischer Beamter, der die über den Pregel gezogenen Sperrbäume am Holländer- u. Litauer-Baum schliesst.

Schlagbaumwärter



Baumschreiber

1733 Torschreiber u. Baumschreiber am Steindammer Tor

erhebt den Zoll an den über den Fluss gezogenen Sperrbäumen. Fussnote:Der Baumschreiber war ein städt. Beamter, der die über den Pregel gezogenen Sperrbäume ... schlosiehe >



Baumseidenmacher

vergleiche > Bohmsidenmaker = Hersteller von Baumwollstoffen , z.T. mit Wolleinschlag (Stassewsky)

Weber, der die Stoffe mit baumwoll. od. garnenem Einschlag herstellt.



Baumwärter

custos horti = Wärter der Parkanlagen, des Waldes

oder aber gleichbedeutend mit Baumschliesser: der den Eingang eines Hafens oder eine Ausfallstrasse durch einen Baum (Schlagbaum) schliesst.



Baumwollstreicher

Die wirr durcheinander liegenden Fasern der Baumwolle wurden früher mit Handkardätschen, später mit Karden (1775) zu einem Faserflor ausgearbeitet, der dann versponnen wurde. Die Arbeit mit den Kardätschen bzw. Karden war die Tätigkeit der B.



Baumwollwäscher

Die in Ballen gelieferte Baumwolle wurde von Hand, heute maschinell gewaschen; diese Wäsche ist wesentlich einfacher als bei der Wolle, weil diese das Wollfett enthält. Nach dem Trocknen wird die Baumwolle geflackt, geschlagen, um sie zu lockern u. Staub zu entfernen.(Nach Johannsen) (heute alles durch Maschinen)



Bau-Schreiber

Rechnungsführer bei Bauten

Bürgerbuch Kölln (1589): bauchschreiber = Bauschreiber

Bürgerbuch Hannover fürstl. Bauschreiber aus der Vogtei Fallingbostel 1669



Bausmann

soll wahrscheinlich Baumann heissen, da für Bausmann keine Erklärung zu finden.

Baumann = mittelhochdeutsch: bumann = Bauer

Bumann = alte Bezeichnung für Hufner



Baustellant, Bausteller

Der Baustellant ist ein Landwirt, der bei der jüngsten Verteilung von Ackerland, Wiesen u. dergl. diese von der Herrschaft käuflich erwarb.



Bauverwalter

Kopfsteuerb. Tl.2 siehe >101 Des Bauverwalters Sartorii Brauhaus

1673: Sartorio, herzogl. Architekt aus Venedig

Hier wohl: Architekt u. Baumeister



Bauvogt

Lehmann, Sorauer Hausbesitze 1839 in Fam. u.Volk 1959 siehe > 249

Janke, Gottlob, Bauvogt, Kleinhaus

Buvagt = Aufseher auf einem Amtshof, Statthalter

Hofverwalter

Bauschulte, Hofverwalter



Bavatmacher

bavesch (baves, bavies) (Bavais, Beauvais)

eine Tuchart. Wahrscheinlich ein Tuchmacher, der Tuche nach der Art herstellt, wie es in Beauvais hergestellt wird.



Bawer

Traubuch St.Marien 1644: Bawer in Hollstein

Bauer



Bechermacher, becherer

Büssenmacher, Lübeck 1591 (Potth. siehe > 113)

bekermaker (Bremen 1361

bekerwerte (Lüneburg 1332)

bekerwerter (Reval 1333/74)

beker mittelniederdeutsch: Becher, Gefäss

Kleinböttcher, der hölzerne Becher herstellte

becherer, auch bechere, der hölzerne Becher macht

craterarius, craterator = Bechermacher

Becherer verfertigt die Zinnbecher für den Gebrauch auf den Ordensburgen.



Bechler

Bürgerbuch Heiligenbeil

Drechsler, Hersteller der Kaddigbecher

Kaddig(k) = Wacholder (litauisch)

Bechler, Bächler (obd.), der am Bächle Wohnende

Bechler= Pechkocher, -bereiter

Becher, Becherer meint den Drechsler hölzerner Trinkgefässe dort mag im Obd. mittelhochdeutsch: becher(er) Pechsammler, Pechbrenner (siehe >o.) hineinspielen.

Gutzeit, Bürgerbuch Heiligenbeil: einen besonderen Ruf genossen die Heiligenbeiler Drechslerwaren aus Knochen, Wacholder, Buchsbaum. Seit 200 Jahren bekannt Heiligenbeiler Spielzeugbüchse (becher)

B. fertigt kleinere Gefässe aus Holz, z.B. Becher, Eimer, Butterfässchen, Fischeimer u.dergl.



Beckart, beckarter, beckerter, (w.) bekine

Bekarter, Begine, in Frankfurt Leichenbesorger u. Krankenpfleger

Begharden (w. Beginen) = relig. Genossenschaft (Brockhaus)

Beginen = Witwen od. Jungfrauen - vergleiche > Bacgardus



Beckdrechsler

Altd. Handwerk, meint, dass sich von den Drechslern das Sonderhandwerk der Schüssel- u. Bechermacher abgezweigt hat. Für eine solche Behauptung fehlt aber jeder Beweis .

Haemmerle setzt Beckdrechsler u. Beckschläger gleich u. zwar gleich Kesselschmied = Beckenschläger = pelvifex (Schüsselmacher) Beckdrechsel = Kesselschmied.



Beckenknechte, becker

Augsburger Beckenknechte (17.Jahrh.) Bäckergesellen

becker (pistor) = Bäcker

haverbecker = Haferbrotbäcker

oblatenbecker = Oblaten- „

ulenbecker = Figurenbäcker-(?) „

pistor pastillorum = Weggenbäcker

tortator, tortulator = Kuchenbäcker



Beckenschläger, beckenslager

fertigte Becken, Schüsseln

Schalen, hauptsächlich aus Messing u. Kupfer. In Braunschweig bereits 1303 vorhanden.

beckenslager, beckenslegern = Beckenschläger

beckenslager = Beckenschläger

beckenwerchte

missingslager

vergleiche > Beckdrechsler

Aus den Beckenschlägern des 18. Jh. wurden Klempner

Vorläufer des Metalldrückers sind u.a. der Beckenschläger, der ... hämmernd u. treibend Messingteller u. ähnl. Geräte schlug (16.Jh.) u. der Schellenmacher.

B. fertigt Behälter aus Messing u. Kupfer.



Beder, Bedder, beider, bederknecht

siehe >:Bader

Bederknecht = Badergeselle



Beedheber

Bürgerbuch Kreuznach siehe > 12

Brockhaus: Bede: im Mittelalter die älteste direkte Steuer, ursprünglich eine freiwillige (erbetene) Unterstützung des Landesherrn.

Bede = Leibrente, Leibsteuer

Steuererheber



Beerbter

Beerbte sind erbliche Grundeigentümer, die auf Erbgut sitzen

bearfen = in Besitz nehmen, Besitzer, Inhaber eines Gutes werden.



Beerspünder, Bierspünder

Lübeck

Bierauflader, Bierschröter (Schröter=Verlader) füllten die Fässer mit Bier u. brachten sie in die Häuser .

Bierschröter = Bierkutscher

Bierspünder = Bierprüfer



Begine

Laienschwester

seit dem 11,Jahrh. bildeten sich in den Niederlanden Frauengesellschaften der Beghinen. Es waren freie, geistl. Genossenschaften ohne Gelübde ... nur durch das Band der Liebe und Barmherzigkeit mit den übrigen Menschen verbunden bleiben wollten. Kamen im Verlaufe der Zeit in den üblen Ruf der Ausschweifung.

Brockhaus: ... lebten in Beginenhöfen. Ihre Blütezeit war im 13. u. 14. Jahrh.; waren in Deutschland, Frankreich, Oberitalien, Niederlanden, Schweiz verbreitet. - Entsprechende Männervereine.

Begharden, auch Lollharden gen.

...B. nach gewissen Regeln zusiehe >lebten. ... übereinstimmende Kleidung, widmeten sich der Krankenpflege.



Beggarden, Begharden

Beggarden werden in Wismar nur einmal erwähntBrockhaus: religiöse Gemeinschaft

Beginen = Frauenvereine zu gemeinsamem, andächtigem Leben, lebten ohne Klostergelübde in Beginenhöfen.



Behangmaler, Wandmaler

dessen Hauptaufgabe es war, Teppich- u. sonstige Behangimitation an die Wände zu malen.



Beibauer

Kopfsteuerb. Tl. 3 siehe > 134

Nebenbauer, der nicht das volle Recht der übrigen Bauern hat.



Beibote

Bürgerbuch Hannover 1689

Nebenbote, Hülfsbote



Beiläufer

ein Diener, welcher im Notfall die Stelle des eigentlichen Dieners vertritt.

Berghaus: ein Diener, der zum Vorschicken gebraucht wird und erforderlichen Falles die Stelle des ordentlichen Dieners versieht.



Beilschmied

Kopfsteuerb. Tl. 11 siehe > 17

Schmied, der Beile, Äxte u. dergl. herstellte.

Beil (obd.) meint den Beilschmied



Beindreher, Beinarbeiter

Feindrechsler > Elfenbein usw.

Beinarbeiter. Eigentlich werden darunter die Beindrechsler verstanden. Ausser diesen aber gibt es Bildhauer u. Schnitzer, die sonderlich in Bein oder Knochen künstlich arbeiten können, und diese nennt man alsdenn auch so.



Beingewender, beinherter, -berger

Metallhandwerker, welcher die Beinkleidung zur Rüstung herstellt.

beinherter vielleicht = beingewender

Beinberger = Hersteller von Beinschienen



Beinhalter

Beinhalter beim Schweineschneider

Achselträger

Die Bezeichnung Beinhalter für den Achselträger ist offenbar aus der oberdeutschen Bezeichnung Beidenhalbner für den Achseltr., der auf beiden Halben trägt, entstanden.

Lexikon: beiden(t)-halben(t) = auf beiden Seiten



Beisass, Beisasse

Einwohner einer Stadt ohne Bürgerrecht

In den mittelalterl. Städten nicht vollberechtigter Bürger (Brockhaus)

accola peregrinus - fremder Nichthöriger

B. Einsasse oder Mit-Einsasse

Einsasse: Stadtbewohner ohne Bürgerrecht

Auch der Instmann wird oft so genannt.



Beischenk

Beischenk beim Markgräfl. Baden-Durchlach. Hof

Hilfskraft des Mundschenken.

Beikoch = Hilfskoch

Beigast = Nebengast

Beigänger = comes

Beiknecht = der dem ord. Knecht zur Hand geht

Beischenk = Gehilfe des Sch.



Beitelschmied

Duden: Beitel = meisselartiges Werkzeug

Brockhaus: Beitel, Stechbeitel, Werkzeug zum Ausstemmen von Schlitzen, Zapfenlöchern usw. i. Holz.

Beitelschmied gehört zu den Zeugschmieden.



Beiwächter

alter Beiwächter auf dem Turm; der neue Hausmann.

Hilfe des Turmwächtersiehe >



Bekemaker

gemeinsamer Einkauf von Holz der Lübecker Bekemaker (Kleinbinder)

bekermaker (Bremen 1361)

bekerwerte (Lüneburg 1332)

Kleinböttcher

Das Amt der Bechermacher, später auch Büttenmacher, Büttenbinder, Kleinbinder genannt, ist 1836 ausgestorben.



Beldesnider

Bildschnitzer, siehe > Bildemaker

sculptor imaginum

Die ältesten Maler, die sich hier bis ins letzte Drittel des dreizehnten Jh. verfolgen lassen, waren zumeist gleichzeitig auch Holzbildhauer >Beldesnyder<



Beleger

Bei den Flachglashütten spielten Spiegelschleifer, Beleger u. Polierer eine wichtige Rolle. Als lichtbrech. Mittel wurden zuerst Bleifolien verwendet. Jahrhundertelang bewährte sich dann Zinnamalgam, jedoch Quecksilber, Gefahr für die Arbeiter. Seit etwa 80 Jahren hat sich das Belegen mit salpetersaurem Silberoxyd eingebürgert.

Der Beleger ist ein Werkmeister u. gilt als kunstreicher Mann.



Beliebungszunft

Der Beliebungszunft in Cammin ihr Wylckohmden 13. Junius Anno 1693

Die Beliebungsgesellschaft entstand im frühen Mittelalter, sie war eine Vereinigung zur Beerdigung von Pestleichen. Später wurde sie eine Sterbekasse.



Bellenmacher

Schellenmacher

Berghaus: Bell, Belle = die Schelle, Hausglocke, Klingel;

Bellmann = der öffentl. Ausrufer, der mit der Handglocke die Einwohnerschaft zusammenruft....

vergleiche > Schellenmacher.



Belter

Zur Geschichte der rigaischen Gewerbe bestand das Haupterzeugnis der belter in Riemenzeug für Pferdegeschirre. Ausserdem lieferten sie Gürtel, Säcke, Handschuhe u. Pulverbeutel.

belter ist skand. Lehnwort u. bedeutet Gürtel.

Gürtler, Riemer.



Benckenführer

Kirchbuch Jacobi 1680

u. Benk = Bank

Bankhändler, vielleicht auch Hersteller von Bänken.

(Im Kirchbuch erscheint der Name des Benckenführers später als Däcker; Dachdecker)



Bendehler

Dielenleger. siehe > Bondihler

bendelin, bendel von bant = Band



Bender I, bentmaker

Bender = Binder = Fassbinder

bender (Bremen 1468)

bentmaker (Hamburg 1381)

Für den Arbeiter, der dem Böttcher bei der Herstellung von Tonnenreifen behilflich war, gab es im mittelniederdeutsch: folgende Benennungen: bant-, bentsnider (Rostock 1290)

banthauwer (Riga 1375)

bentmaker (Hamburg 1381 / Holmberg)

bender (ligator, doliator) Fassbinder, Böttcher, Küfer

Benderherren= Mitglieder des Rats zur Beaufsichtigg. der Bender



Bender II

Teilhaber, der vom Besitzer eines landwirtschaftlichen Grundstücks ein Stück Acker zur Nutzniessung erhält und ihm dafür als Knecht dient. Die Bender sind häufig Verwandte des Wirtsiehe >



Bennemacher

Korbwagenmacher

Benne, schweiz. Wagenkorb, Schubkarren (Brockhaus)

Benne = Korbwagen, Wagenkasten (Duden)



Bennenfahrer

im alemannischen Sprachraum war die Benne ein leichter, zweirädriger Korbwagen aus Weidengeflecht.

Bennenführer: Kutscher eines zweirädrigen Kutschwagens



Bentschneider = Bender, Bendsnider

Lübeck

siehe > Bender

Bentmaker (niederdeutsch) Bandhauer

zur Böttcherzunft gehörten die Bentschneider u. die Kymer

Böttcher, Küfer

Bendsnider (niederdeutsch) Reifenmacher



Berberer

aus Badern hervorgegangen

von Barbier abgeleitet



Bereiter, beryder, bereider

Brockhaus:

1) im Reitsport eine mit der Ausbildung u. dem Bewegen der Pferde berufsmässig beschäftigte Person;

2) berittener Aufseher

beryder, bereider, Bereiter: Der B. hatte die Erhebung der Gefälle auf den Dörfern zu besorgen .

Berider = Zureiter, Stallmeister, Kunstreiter .

Bereiter (Lübeck 1798) unterrichtet in der Reitkunst.

Bereiter, Bereuter (Pickierer) magister domiturae equaniae , berittener Ratsdiener, Stallmeister

Bürgerbuch Gumb. 1779 Pferde-Bereiter siehe > Stass-Stein



Berenstecher

Schweineschneider, Kastrierer

B.= Schweinekastrierer



Bergbediente vom Leder,..... von der Feder

Bergbediente vom Leder = Betriebsbeamte

Beamte vom Leder sind solche, die ihren Dienst auf der Grube versehen, z.B. Steiger, Geschworene, Beamte von der Feder solche, die in der Verwaltung tätig sind.



Bergbote

ein Diener in Bergwerksangelegenheiten

Bote der Bergwerksleitung.



Bergefohr

Lübeck Schossb. siehe > 14 / 1663

Lübeck Urkundenbuch : Berghervar, Bergenfarer u.a.

Bergenfahrer



Bergenhändler

Oldenb. Traubuch 1683/40:Jewens, ... Bürger u. Bergenhändler

Bergenfahrer

In Lübeck gab es eine Bergenfahrerkompanie.



Bergfaktor

Handelsbeamte der Bergverwaltung. z.B. leitete ein Berghandlungsfaktor die Berghandlung zu Hannover



Bergfuhrmann, Bergfuhrherr

Bergfuhrherr= Inhaber eines konzessionierten Fuhrbetriebes, der im Auftrage der Bergverwaltung Holz, Erze oder andere Bergprodukte fährt.



Berggeschworener

Ein Berggeschworener ist ein Vertrauensbeamter des Landesherrn beim Bergamt.



Berghauptmann, -offizier, -meister

1715 Steiger, 1737 Bergoffizier, dann Bergmeister u. Ratsverw. Clausthal

Ein Berghauptmann war früher Leiter eines Bergamtes, später Leiter des Oberbergamtes (heute Präsident).



Bergherr, Bergvater

Beim Landesherrn, dem obersten weltlichen Bergherrn u. Bergvater, erwartete das Bergvolk verständnisvolle Hilfe.

Berghauptmann, meist adelig.



Bergmeister

Goslarer Ratsurteilsbuch 1590: Scharen, Fürstl. Braunschw. Wardein u. Bergmeister

Ein Bergmeister war ein Höherer Betriebsbeamter, der Aufsicht über mehrere Gruben führte.



Bergprediger

Bergprediger = ein Pfarrer,der besonders für die Betreuung des Bergleute in grösseren Bergbauorten eingesetzt war. Der bekannteste: Johannes Mathesius, + 1565 in Joachimsthal.



Bergprobierer

Bergprobierer = Chemiker

Bergbeamter, der die Erze auf ihren Metallgehalt untersucht, der Feingehalt der erschmolzenen Metalle feststellt usw.



Bergrevisor

Revisoren hatten etwa die Stellung der Sekretäre (Bergsekr.= Justiziar der Berghauptmannschaft; Bergschreiber = jurist. Beirat des Bergamtes). Prüfte die Rechnungen.



Bergrichter

Durch die vielen Gruben, z.B. im Marienberger Bergbau-Revier 1539 insgesamt 559 Gruben in Betrieb, ergaben sich oft Streitigkeiten, daher gab es Berggerichte. siehe >132 Kloster, hier war auch der Sitz des Berggerichtes (1540)



Bergsänger

..sind zunächst priv. Folkloregruppen des Bergvolkes; von 1790 an werden sie von der Bergbehörde besoldet ... 1930 wird das aus Berufsmusikern bestehende Bergmusikkorps aufgelöst.

Musiker. - 1892 im Oberharz 7 Bergkapellen



Bergschmied

Bergschmiede = eine Schmiede, in der alle Geräte (Zeuge), die im Bergbau gebraucht werden, hergestellt werden.

faber montanusiehe >

ein Schmied, welcher das zum Bergbau nötige Eisenwerk verfertigt.



Bergschreiber

Der Bergschreiber war juristischer Beirat für das Bergamt; der Bergsekretär war der Justiziar der Berghauptmannschaft.



Berg- u. Kalkschreiber

Bergschreiber= Schreiber im Bergamt

siehe > Kalkschreiber



Bergverwalter

Bergbau: hat die Oberaufsicht über eine Grube u. leitet die Geldgeschäfte.

Beamter eines Bergwerks, der die Finanzen verwaltet, Gewinne u. Zubussen an die Gewerker (Unternehmer, ...besitzer) verteilte.



Bergvogt

Der von der Landesherrschaft bestimmte Statthalter, Präfekt über ein oder mehrere Bergwerke.

Bergamt Goslar: Ein Bergvogt hatte etwa die gleichen Aufgaben wie ein Berggeschworener, war aber nur beim Erzbergwerk Rammelsberg eingesetzt u. führte die Oberaufsicht über die verschiedenen Gruben.



Berker

berker, das nur im nd. Stadtrecht von Wisby vorkommt, ist skandinavisches Lehnwort.

aschwed.:barkare = Gerber

Gerber



Bermenter, bergamener

permenter, bermutmecker = Pergamentmacher

siehe > Pergamentmacher



Bernsteindreher

Paternostermacher

Bernsteindrechsler oder -Schnitzer



Bernsteinmeister

Ordensbruder in Lochstedt, dem Sitz des Bernsteinamtsiehe > In der Nachordenszeit wohnte der B. in Germau, zuletzt war das Bernsteinamt in Palmnicken, der Vorsteher: Strandinspektor.



Beschaler

fertigte für Klingen, Messer die Hefte, Schalen

Hersteller von Messerheften.



Bescheider

Bescheider in der churf. Mühle allhier

in der Mühle der oberste Mühlenbursche.



Beschleger

Hufbeschlagschmied

Handwerker, der Metallbeschläge für Bücher, Gürtel usw. herstellt ( nach Lasch-Borchl.)

beslahn, slagen > beschlagen, versehen

mit Eisen versehen, Pferd beschlägt

Metallbeschlag eines Gerätes, Rades, Buches; metallen. Kleiderzierrat, Metallbeschl. ...



Beschliesserin

Nicht gerade zum Gesinde war die Beschliesserin oder Ausgeberin zu rechnen. Sie war etwas Besseres u. führte statt der Frau den ganzen Haushalt. hatte auf Gütern die Leute zu speisen, hatte das Federvieh, Milch, Butter, Käse u. die innere Wirtschaft unter sich

vergleiche > Ausgeber(in), Schliesser



Berspünner, Berspinner

Bierspünder, Bierfuhrmann;

der das Bier ins Fass schliesst.

Bierspünder = Bierprüfer.



Beschälknecht

der einen Beschäler füttert und wartet

Beschäler = Zuchthengst



Beseher

unterer Zollbeamter; Beseher der Maledey = beamteter Arzt

Besichtiger od. Beschauer, frz. visiteur, heisst jeder, der das Recht hat oder dazu bestellt ist, die Zeuge, die Waren oder die Schiffe, welche ein- u. auslaufen, in Augenschein zu nehmen, um zu sehen, ob bei allen diesen Dingen nicht irgend etwas den landesherrl. Gesetzen zuwiderlaufendes vorkommt.



Besemer, Besenmecker

Besenmacher

besenman = Besenhändler

besendregern = eine Frau, die Besen im Umherziehen verkauft

Bessenbinner = Besenbinder, Händler mit Reisbesen



Besemer - Verfertiger

Besemer:

1) Besenbinder

2) auch Desemer, eine Art Waage in den holst. Haushaltungen, die durch eine mit Blei ausgegossene Kolbe, auf einem Seil schwebend, die Last gegenüber bestimmt.

Frischbier: eine Handwaage, bestehend aus einem hölzernen Stab ...(wie b.Gr.) ... Messingstifte im Stab markieren das Gewicht, das balancierend an einem Handgriff gesucht wir

Handgriff: Stock mit Schnur



Besetzer

Pflasterer

Strassenpflasterer



Bessenbinner

Besenbinder (siehe > Besemer)



Beständer, Beständner

Pächter; Kleinbauer, der von seiner Scholle nicht leben kann.

conductor, Pächter

Bestand wird auch gebraucht für Pacht; als: Bestand- Contract, Bestand-Geld, Bestand-Jagen usw., welches soviel als Pachtcontract, Pachtgeld, Pachtjagen usw. ist. Daher nennt man einen Pächter auch Beständner.



Beständner

Pächter

Beständner, die meist in höherem Alter vom Lande hereingezogenen Tagelöhner.

der etwas im Bestand hat, ein Pächter.



Bestandmann

Bestanderlasser = Verpächter

Bestandwirt = Pächter einer Gastwirtsch.

Lexer: bestant = ...pacht, miete.



Bestandmüller

Pachtmüller

Pächter einer Mühle

Lexer: bestant = pacht, miete



Bestandschmied

Bestanderlasser, Verpächter

Lexer: bestant = ...pacht, miete

Pächter einer Schmiede



Bestetter, Besteder

Bestetter, Spediteur . verg.Güterbestetter u. Frachtbedinger

Besteder = Vorsteher einer Reedereigesellschaft; Schiffsbaumeister; Bestetter = Spediteur

Besteder heisst in den sogen. Mählbriefen oder Schiffbau-contracten insgemein ein Rheder oder Schiffer, welcher ein Schiff bauen lässt.

Brockhaus: Besteder = Schiffbauherr



Besucher

perquisitor = Aufsucher

bald darauf kamen die Besucher und durchsuchten das Schiff.

Kontrolleur

vergleiche > Mühlenbesucher



Bettelrichter

Bettelrichter = judex mendicantium = Richter der Bettelnden.



Bettelvogt

siehe > Prachervogt

Diese Sterzler, Sterz-, Sterzel- oder Bettelmeister oder -richter --- anderwärts heissen sie auch Bettelvögte, Prachervögte usw. --- spielen in der Folgezeit in der Geschichte des Bettelwesens eine grosse Rolle.

dem Patron der Haus- u. Gassenarmen unterstellt, er muss in der Kirche u. auf den Gassen auf die Bettler achtgeben.



Bettlitzenmacher

Petlitzen, eine Art von Hefteln, womit Kleider zugeknöpft werden

Frischb. Podlitzen = Borten, Troddeln am Kleide

Podlitzenmacher = Bortenwirker, Posamentier

Hersteller von Hefteln, Haken u. Ösen.



Bettmacherin

Bettmeister: an fürstlichen Höfen der Aufseher über Betten und Bettgerät.

Bettmacherin, eine Untergebene des Bettmeistersiehe >

Bettmutter: Bediente in einem Amtshause, Verwalterin des Weisszeuges und Wirtschafterin.



Bettmeister

An fürstlichen Höfen der Aufseher über Betten und Bettgerät.



Bettziechenweber

Bettziech, -ziehe, -züge Ziechner, Ziechen- od. Bettziechenweber webten nur Bettdecken oder Kissenbezüge auch Decklakener genannt

Lakenweber.



Beurtfahrer, Börtfahrer

Schiffer, die nach bestimmten Orten fahren

Beurt = die Tour zu fahren od. zu schiffen. Derjenige Verpflichtete, an dem die Reihe zu fahren, zu schiffen war.

Schmackenschiffer, die zwischen gewissen Orten in einer bestimmten u. privileg. Anzahl nach der Reihe fahren müssen. (Idiotik.)

Smacke = kleines Seeschiff

vergleiche > Rangschiffer



Beutler, Peutler, Beitler

Beutelmacher: Die Beutel waren meist aus Leder, daher auch Büdelsnider

In Lübeck trennten sich die Beutelmacher 1359 von den Riemenschneidern. Die wichtigsten Erzeugnisse waren: büdelwerk, hanschen (Handschuhe),sweydeler (Satteltasche, Mantelsack) u. hosen.

Die B. verfertigen Beutelwerk, Handschuhe, Satteltaschen, Lederhosen, wozu sie das notwendige Leder selbst herstellen.- Ihre Lederproduktion darf jedoch nicht über den eigenen Bedarf hinausgehen (Bartenstein).

Beutler, Peutler, Beitler



Beuteltuchmacher

Beuteltuch = pannus cribarius, mittelhochdeutsch: biuteltuch = Tuch zur Herstellung von Beuteln (Mehlbeutel); zum Sieben, Sichten des Mehlsiehe >



Beutner, Büthener, Beutener

Imker

beuten = Wildbienen einsetzen

Beutner = Wildbienenzüchter

Büthener = Imker

Der Beutner schlug im Walde in geeignete Bäume (Kiefern, Fichten) Löcher, um den Waldbienen eine Niststätte zu schaffen. Diese mit einem Brett verschlossenen Löcher hiessen Beuten. Im Herbst wurde dann der Honig geerntet.

bäuerl.Wirte, beschäftigten sich vornehmlich mit Bienenzucht u. betreuen auch die Beuten der Waldbienen.



Beysitzer

Bürgerbuch Stuttgart, mehrfach.

Stadtbewohner ohne Bürgerrecht; zahlte ein Beisitz-Geld.

Neben den Bürgern einer Gemeinde, die ihr Markgenossenschaftsrecht durch Geburt, Heirat oder Aufnah-me erworben haben, gab es noch andere Arten von Einwohnern ,solche Nichtbürger wurden als Beisitzer, Beisassen, Schirm- oder Schutzverwandte auch Pfahlbürger bezeichnet



Biegeler

biegeln = plätten

Adelg.: biegeln = bügeln, mit dem Bügeleisen glatt machen.

Bügler u. Krämer.



Biener

Jäger, Biener .. konnten Jäger und Biener eine besondere Stellung einnehmen Der ... Biener gehörte zwar nicht zu den Freien, aber Verschreibungen ... zeigen, dass ihr Beruf ihnen eine gehobene Stellung gab.

Biener = Beutner (> siehe dort.) Waldbienenimker, Bäuerl. Wirte, vom Orden in versch. masurischen Dörfern ausgesetzt

Zeidler, Imker, der Waldbienenzucht betreibt.

Frischbier: Biener -> Beutener



Bierböther

Travemünder Bierböther (Lübeck 1798)


Böter sind Schiffer, die mit ihren Booten Kaufmannsgüter auf der Trave nach Lübeck fahren

Ratzeburger u. Oldesloer Flussschiffer heissen Böter .


Bierböter sind demnach Flussschiffer, die hauptsächlich Bier beförderten.



Bierbrenner

Bürger- und Einwohnerbuch der Stadt Tondern kommt mehrfach vor die Berufs-bezeichnung:Brauer und Brenner. Wahrscheinlich ist Bierbrenner ein Brauer, der auch Schnaps brennt.



Bierbruwer, bierbruer, birbruher

Bierbrauer

Bierpreu = Brauer



Biereige

Biereyge (Thür., Erfurt oft) mittelhochdeutsch: bier-aug = Bürger, der eigenes Bier braut

bierouge = ein Bürger, der das Recht hat, Bier zu brauen und zu schenken.



Biereigner

Biereige, in einzelnen Städten, namentlich Erfurt, ein Bürger, dem der Bierbrau zusteht.-

Biereigenhof = Brauhaus

Berghaus: Beeregen = Braueigen, ein Brauerei-Besitzer, Brauherr.

bier-ouge = ein Bürger, der das Recht hat, Bier zu brauen u. zu schenken



Bier-Faktor

Faktor = Geschäftsführer, Handlungsbevollmächtigter.

Einzelne auswärtige Brauereien unterhielten in Berlin eigene Niederlagen.

Bier ... hatte der Faktor ... den Generaldebit(Kleinverkauf)



Bierfiedler

Bürgerbuch Köthen siehe > 72 (1697) (Tfb.1688-1722) Der Bierfiedler oder Musikante

Bierfiedler, der zum Bier geigt



Bierkocher

Gehilfe des Braumeisters, Brauknecht

siehe > Schopenbrauer



Bierlader

Nach der Ordnung von 1545 sollten zwei B. zu Brandmeistern gewählt werden

Brauknecht, der die Tonnen verladet. Bierspünder siehe > dort



Biermacher

Bürgerbuch Kaiserslautern 1623:

Biermacher von Herrieden bei St.Veit under dem Bischoff von Eystatt

Brauer



Biermeister

Schuhmachermeister;

Biermeister; - neuer Weinmeister.

Für die Ordnung im Brauhause sorgte ein Ratsherr, der >Biermeister<



Bierrevisor

Bierprüfer.

Im Mittelalter wurde die Güte des Bieres durch Bierprober geprüft. Diese Bierproben waren aber im 19. Jh. wohl nicht mehr üblich. Daher handelt es sich hier wohl um einen Zoll-, Steuerbeamten.



Bierrufer

der Bierrufer, der seinen Namen davon trug, dass er vor allem verkündete, wer von den über 100 Bierbrauern der Stadt, die dieses Gewerbe nur nebenher trieben, frisches Bier zu verschänken hätte

vergleiche > Ausscheller



Bierschröter

Bierkutscher

Bierschröter heissen gewisse von der Obrigkeit bestellte Auf- u. Ablader, die die in den Ratskeller eingelegten fremden Biere in die öffentl. Gasthöfe ... zu verschroten, zu tragen u. zu führen hatten (gekürzt).

B.=Schrötter (Schröder, Schröter): Angestellte des Kranmeisters, sie schroten die Fässer in die Keller u. aus denselben;

schroden oder schroten = wälzen, schieben, rollen.



Bierseller

berseller = Bierverkäufer

sellen = veräussern, verkaufen.



Bierspünder, Berspünner

Berspinner, der das Bier ins Fass schliesst, auch Bierfuhrmann - siehe > Beerspünder



Bierstecher

Lübeck 1798

vielleicht falsch ins Hochdeutsch übersetzt: Behrstecher =Barensteker = Kastrator von Schweinen



Biersticker, Bierstecher

Lübeck Schossbuch 1762-74: 71/86: Joh.Christ. Meyer, Biersticker

Adressbuch Lübeck 1811 > Bierstecher



Bierträger

siehe > Träger: Hafenarbeiter, Last- u. Gepäckträger...

In Orten, die sich durch ihr Gebräu einen besonderen Ruf erworben hatten, spielten die Bierträger eine besondere Rolle.



Bierversilberer

Sorgte für den Verkauf des Bieres der gräfl. Brauerei.

Lexikon: versilbern = zu Geld machen, verkaufen.



Bierzapferin

Bierzapfer: qui depromit cerevisiam e dolio, wer das Bier aus dem Fass holt.



Bierzoger

Bierzieher = Bierschröter, siehe > dort der das Bier abzieht u. zu dem Verbraucher bringt.



Bijoutier

Hersteller von Schmuck.

Brockhaus: Bijouterie, von frz. bijou = Kleinod

1) Juweliergewerbe

2) Schmuck aus unedlen Stoffen



Bilde(n)snider / Bildesnitker

Bildhauer, Bildschnitzer



Bildhauwer Bildhauer

Bildesnyder, Bildesnitzer Bildschnitzer

Maleramt: eyn bilden Snyder

Bildhauer: Holzschnitzer, der Kruzifixe u. sonstige kirchl. Bildwerke fertigt, wird auch als Bildschnitzer bezeichnet.



Bilderbrenner

Bildhauer, der Ton-, Terrakottawerke verfertigt.



Bilddrucker

Von grosser Bedeutung wurden ... seit dem 15.Jh. ... der Bilddruck von Holzschnitten u. der Kupferstichdruck

Handwerker, Drucker, der Holzschnitte u. Kupferstiche druckte.



Bildgiesser

Erzgiesser. Im Norden als Apengeter = Affengiesser genannt, weil viele Bildgiesser Tierfratzen als Motive verwerteten.



Bildweber

Bild- u. Leinenweber ... zu ... (Kreis Lauban)

Damastweber

Bildwirker = Textor = Weber, der Bildwerk webt.



Billeter, Billetier, Billetsherr

Ratsverwandter u. Billeter

frz. billetier = Zettelmeister, Zollschreiber.

Billetierer = Lotterie-Einnehmer

B.herr = Ratsherr, der dem Einquartierungswesen vorstand

vergleiche > Billetierschreiber Servis-Rendant

Billettierer : Beamter des städt. Billettieramtes in Königsberg nach 1724 Vorsitzender des städt. Billettieramts, das die Einquartierung der Soldaten, Erhebung der Servisgelder zum Unterhalt der Truppen u. alle anderen militär. Angelegenheiten zu erledigen hat. Seine Untergebenen sind die Billettierer, Billettschreiber.



Billettierschreiber

billetier-schreiber und wagenmeister alhier (städt. Beamter)

Billett nennt man beim Zollamt den Schein, welchen der Einnehmer den Kaufleuten ausliefert, damit sie sich ... wegen der geschehenen Bezahlung rechtfertigen können.



Binder

Binder im Lübecker Ratsweinkeller. Mit dem Schreiber u. zwei Zapfern gehörte er zum Personal, das dem Kellerhauptmann unterstellt war. Er führte die Aufsicht ü. d. Fässer u. den Wein, behandelte diesen u. legte best. Weine für den Rat zurück. Zum Ankauf ... wurde er an den Rhein gesaniederdeutsch Sein Gehalt betrug 20 Mark, seit 1564 das doppelte. Wahrscheinlich nicht Mitglied der Böttcherzunft.



Birbriwer

birbriwer Brauer

Bierbrauer



Birkvagt

Birk = ein aus dem Hardenverband abgesondertes Gebiet. In Schleswig gab es bis zur Einverleibung durch Preussen noch 2 Birke (Warnitz u. Lügumkloster) mit eigenem Birkgericht und einem Birkvogt an der Spitze.



Birmenter

Pergamentmacher

Bermenter

Birment = membrana, pergament



Birnsteindreyer

Bernsteindrechsler

siehe > Paternostermacher



Bisser

Zaumschmied

Zaumzeugschmied



Bixenmacher

Büchsenmacher



Blanckmacher

Blänken = glänzend machen

Handwerker, der Waffen, Geräte usw. glänzend machte, polierte



Blankschmied

Bürgerbuch Osterode 1720

Zeugschmiede nehmen unsere sämtl. Handelsware, die wir nicht selbst verfertigen, aus denen Fürstl. Fabriken am Harze u. von denen dortigen Blankschmieden (1783)
Blankenburger Waren werden genannt:Spaten, Schaufeln, Grepen, Barten, Äxte, Beile, Stridden, Dreifüsse, Futterklingen, u. kl. Ketten Franz Fuhse siehe > 43 (1792)

Kleeberg: Blankschmieden hatten als Antriebe Wasserräder; Nockenwelle, die den Hammer hob u. fallen liess; betrieb ferner Blasebalg u. Schleifstein: Sensen u. Spaten.



Bläseur

Backenmeister, > siehe dort

Blüser, Blüsener = Feuerwärter

Blüsenmeister

siehe > Blüser



Blasbelger, blassbalkmecker

Blasbalgmacher

siehe > Pustermacher



Blattbinder, Blattsetzer

Kammacher, Hersteller der Blätter für Webstühle.

Nach Krünitz sind Blattmacher die Hersteller von Blättern für die Weberei (auch Weberkamm genannt): Diese Blätter wurden früher hergestellt aus Rohr (Schilfrohr bzw. Reet, Ried u. bei feinen Geweben aus Spanisch-Rohr).

B. oder Kammacher; Rietmacher. Fertigt die Rietblätter und Rietkämme (Teile des Webstuhls, die die Kette in stets gleicher Breite erhalten. Kette= Längsfaden, Schuss = Querfaden).



Blattener

Bürgerbuch Kassel siehe > 21 u. 118:blattener

Ein Plattner ist soviel wie:

1) Drahtplätter in Gold- u.Siberfabriken

2) Harnischmacher.

vergleiche > Platenmeker

Blatner, Plattner, Plattharnischmacher.



Blättermacher

Weber u. Blättermacher

Weber u. Blattbinder, Blattsetzer stellte die Blätter, Kämme für Webstühle her.



Blattervater

Seuchenhausverwalter

blatere = blatter,



Blaudrucker

Färber, der Stoffe durch Bedrucken mit blauen Mustern versah. Man unterschied Klotzdruck u. Walzendruck (Bock).



Blaufarbemacher

Blaufarbenmacher „... anitzo aber uff der neuen Farbmul...

Aus dem Lasurstein (Lapis lazuli) wurde die geschätzte blaue Farbe hergestellt. Seit 1829 wird das Lasurblau künstlich als Ultramarin hergestellt.(Hofmann:AN.Chemie)-

Blaufarbe = Schmalte, Schmelz, in Blaufarbenwerken seit dem 16.Jh. in Anwendung (Gürich, Mineralreich)- Smalte = durch Kobalt blau gefärbtes Glas (gemahlen als Farbe verwendet.)



Blaufärber

Bürgerbuch Hannover 1667 Schönfärber,

vergleiche > Färber u. Blaudrucker

Blaufärber färbten in der Hauptsache blau mit dem einheimischen Waid, später mit Indigo.



Blaufeur

blavar = blaufarbig

Blaufärber,

auch Schönfärber genannt.

Z: Blaufeuer ist das Feuer, worinnen vor diesen der Eisenstein geschmelzet ward



Blaumüller

Blaumüller in Blaubeuren um 1600

Arbeiter in einem Blaufarbenwerk, wo aus Quarz u. Kobalt durch Brennen u. Mahlen blaue Mineralfarbe gewonnen wurde.

: Blaufarbenwerk

Gürich, das Mineralreich, Neudamm ≈ 1900: Kobalt ist in Blaufarbenwerken seit dem 16.Jh. in Anwendung (siehe > 609)

zu einem unreinen Oxydul ... geröstet u. dann mit Quarzsand u. Pottasche zu einem Glase verschmolzen. Dieses wird gemahlen u. giebt die bekannte Smalte.



Blechdrücker

Eimer, Kessel, Töpfe, Bottiche (Lawur) u. andere Blechgefässe aus rohem u. verzinktem Blech waren früher das Produkt der Blechdrücker.



Blechenschmied, Blechschmied

Klüver, Bürgerbuch Oldesloe 1739

Klempner (Brockhaus)

Blechler, Blechner, Blechschmied = Spengler.



Blechmeister

Meister in einem Blechhammerwerk

Blechler = Klempner

Blechmeister = oberster Arbeiter auf dem Blechhammer.



Blechschläger

Klempner

Bl. bractearius Blattner

Blattner: faber laminarius

Hersteller von Metallplatten, Blech

siehe > Plattner



Bleckenschläger

Auskunft der Klempner (1783) in Bsiehe > an das Klempner-Amt Rostock: Noch müssen wir anführen, wie in dero Schreiben durchgehends sich das Wort Bleckenschläger befindet ... massen unsere hiesige Gilde sich sowol Klempner als auch Bleckenschläger nennen.



Bleicher / Bleker

Augsburg baute 1310 eine eigene Mange u. Bleiche, für die besondere Bleicher angestellt wurden.

bleicher, Bleicher, Hilfsgewerbe der Leinen- u. Barchenweberei

Lübeck 1798.

Bleichmann



Bleidecker, Blidecker

Dachdecker: Gegensatz Steindecker, Schieferdecker

Blidecker = Bleidecker, Dachdecker



Bleifactor

Das von den Hütten erschmolzene Blei wurde an eine herzogl. Factorei geliefert, von wo es verkauft wurde. Leiter dieser Factorei war der Bleifactor.



Bleizeugmacher

Münzschlosser u. Bleizeugmacher

Bleizeichen = Bleisiegel

..... Bleistück an Tüchern.

Hersteller von Bleisiegel, die z.B. an Tüchern als Gütesiegel angebracht wurden.

Bleizeichen = signum plumbi



Bleizugmacher

Glaser u. Bleizugmacher

Bleizug = Fensterblei

Bleizugmacher heissen bei den Glasern die Altgesellen.



Bleyträger

Bleiträger

Bleihauer

Bleyträger oder Thranwraker früher Bliehawer, Bleyhauer genannt



Blickenschläger

Blickslager = Blechschmied

Blicksleger = Klempner

Blickensleger, selten Blicksleger, früher allg. jetzt abst.v. meist nur scherzhaft Klempner.



Blidenmacher / Blide(n)meister

blide = Belagerungsmaschine, Steinschleuder

a) Hersteller

b) Geschützführer

blydenmeister - Geschützmeister



Bliehauer, Bleyhouwer

Bleihauer; Taufbuch Jacobi 1656/59

Die Bleihauer gehörten zu den Trägern.

Vorher (≈1850) gab es noch 5 Bleihauer, deren Ordnung vom 15.Febr. 1634 datiert war, man nannte sie, da sie ausser dem Blei u. anderem Metall auch Felle und Leder als Kaufmannsgut bearbeiteten, namentlich aber Öl und Tran wraken durften, auch Tranwraker (v.Lütgendorff, Die Träger in Lübeck; Lübeck 1913) Bleyhawer (Taufbuch Jacob. 1656)



Blockdreyer / Blokmaker

Hamburg 1572/ Wismar 1589

Grobdrechsler. Grofdreyer

mittelniederdeutsch: block = Rolle (in einer Winde), besiehe > auf dem Schiff

Blockdreier = Block- u. Pumpenmacher

Blockdrechsler

Blockdreher


Blockmacher

Lübeck 1842 Schiffsblock-Drechsler

Block heisst an Bord der Kloben (Gehäuse) eines Flaschenzugesiehe >



Blockwärter

Beamter, der eine Blockstelle überwacht.

Brockhaus: Blockstelle = eine Befehlsstelle am Übergang von einer Eisenbahnblockstrecke zur nächsten, mit den Blocksignalen;

sichert die hinter dem Signal liegende Blockstrecke.-

In einer Blockstrecke darf zu gleicher Zeit nur ein Zug sein. Fährt ein Zug in eine Blockstrecke, so geht das Einfahrtsignal auf Halt u. ist in dieser Stellung blockiert bis der Zug die Blockstrecke verlassen hat.



Blüser, Blüsener

blüsen = flackern

Blüs = Nordlicht

Blüse hiess bei den Schiffern der Leuchtturm auf Helgoland u.Neuwerk.

Blüse = Flamme auf dem Feuerturm

Kluge: Blüser = Feuerwärter, der die Blüse zu unterhalten hat.



Blutschreier

der Blutschreier

Gr:Blutschreier, der mordio hinter dem thäter und vor dem blutgericht ruft

Blutschreier = Zeterschreier, heisst der Gerichtsdiener, der das Gerüfte oder Zeter-Geschrei vollführet.

1) ist die Tat..., dass jemand das Leben verwirkt hat, der Täter aber nicht gegenwärtig, so war er 3 mal, Abstand 14 Tage, durch Zetergeschrei vorgeladen, schliesslich vogelfrei erklärt.

2) Zeremonie beim hochnotpeinl. Gericht.



Böchtchenmacher, Böchthenmacher

Rektor Prillwitz, Ratzeburg, hält diese Bezeichnung im Bürgerbuch für Schreibfehler, nimmt an, dass richtiger wäre: Böthchenmacher in der Bedeutung: Büttenmacher, Böttcher.



Bockdriever, -zieher

Seemannssprache: Bock = Fahrzeug auf der Weser, Aller, Leine u. einigen Flüssen des nordwestl. Deutschland. Etwa 100 Fuss lang, 8-10 Fuss breit, in der Mitte 5-9 Fuss tief, hinten u. vorn platt u. mit plattem Boden; bloss zum Treiben u. Ziehen geschickt.

Schiffstreiber, -zieher. Treidler.



Bockforer, -fahrer

bokeforer = Buchhändler

1) Buchführer, Buchhändler

2) Schiffstreiber, -zieher

vergleiche > Bockdriver



Boddeker, Bodker, bodener

Böttcher

Bodenbender, buddenbender = Büttenbinder, Böttcher

bodener, budener, buttener = Büttner = bodenbender

Böddjer = Böttcher

bodeker, doleator, dolifex = B.

siehe >: Grobbinder

Böddeker u. Butkenbinder

Bürgerbuch Kölln: bodigker, bodiker, boticher.



Bode

Kraack, Flensburg Bote

vergleiche Bade



Bodel

Herta Borgs, Gretge Schof usw. in Lübeckische Blätter 1983 siehe > 157

bodel, boddel = Büttel, Gerichtsdiener, namentlich Henker.

Büttel, Gerichtsdiener.



Bodenarbeiter bei d. Eisenbahn

Arbeiter, der Frachtstücke vom Publikum antgegennimmt, auf dem Güterboden lagert u. schliesslich in den Güterwagen verlädt.



Bödener

Häusling / siehe > Bödner

Häusler: freier Dorfbewohner, der nur ein kleines Haus mit Gartenland u. Vieh besitzt u. in der Regel als Tagelöhner arbeitet.

Wossiehe >-Teuch.:

1) Bäuner = Besitzer einer Wohn- oder zu gewerbl.Zwecken bestimmten Bude;

2) Besitzer einer kleinen Landstelle, ursprüngl. Büdner = Bewohner einer Bude oder eines solchen Hauses,das kein Brauhaus ist.“(Harland, Gesch.v.Einbeck, Tl.2, 1158)

Käter, die kein Land besitzen, manchmal Land in Heuer (Pacht); hatten Handdienste, meist zur Ernte, zu leisten.

Mitte des 18.Jahrh. in Mecklenburg, um Siedler anzuziehen. Vergünstigungen: Haus-, Hof u. Gartenplatz von 100 Qu Adressbuchruten, freies Holz zum Anbau, Erlaubnis zum Holzsammeln, Torfstechen, Weiderecht für eine Kuh usw.

vergleiche >Brinksitzer



Bodenmeister

Aufsichtsführender bei der Lagerung, Belüftung usw. des Getreides auf einem Kornboden.

Landgraf, Bevölkerung u. Wirtschaft Kiels im 15.Jh. , Neumünster 1959: siehe > 112:Weitere Heuerquellen für den Rat waren die Kornböden. (Heuer = Miete, Pacht)

Bodenbender (niederdeutsch) = Buddenbinder, Böttcher



Bodenvogt

Vom Rat der Stadt bzw. vom Landesherrn Beauftragter für die Überwachung der Kornböden.



Bodmaker

wahrscheinlich Bootmacher, Bootbauer.



Bodniker

Budenbesitzer

vergleiche > Bödener

Boddeker = Böttcher



Bödner (in)

bis 1843 unterschied man Brauer = Vollbürger mit Berechtigung zum Brauen u. Bödener (d.h. Besitzer des kleinen Bürgerrechtes ohne Brauberechtigung).



Boelsmann, Bolsmann

Hufner, etwa 20-50 ha Land

Pflug = Bohl = Hufe = Vollbauernstelle.



Bogner, bogenmecker

fertigte Bogen (ältestes Schiessgerät) aus Eibenholz, das auch Bogenholz hiess

bogenmecker, bogener = Bogenmacher

Bogener (Armbrustierer):

1) Der B. verfertigte Bogen aus Holz, mit Vorliebe aus dem harten Eibenholz, später bei der Armbrust auch aus Horn oder Stahl.

2) Schützen, die mit dem Bogen (der Armbrust) schossen.



Bohlenschneider

Bürgerbuch Köthen siehe > 69 (1695)


Bohle = eine schwere Diele

Bohlenstamm = kernfester Baumstamm zu Bohlen tauglich

Brockhaus: Bohle = Schnittholz von mehr als 4 cm Stärke.

Bohlenschneider etwa = Brettsäger.



Bohmsidenmaker

Verfertiger von gewebtem Zeug aus Baumwolle mit wollenem Einschlag

Bombasinmacher oder Bomsienmacher:Weber baumwollener Stoffe.

Baumsiedenmacher: Weber, der die Stoffe mit baumwoll. oder garnenem Einschlag herstellt.



Bohrenschmidt, Bohrschmied

Lübsches Adressbuch 1842 Schmied, der Bohrer herstellt

Stettiner Bürgerbuch 1775 vergleiche > Bärschmied.

Bohrschmied = Bohrer, Bohrist.



Bohrmeister

Handwerksmeister für das Bohren

1) für Holzröhren für Brunnen, Leitungen

2) von Kanonen usw.

3) von Löchern für Sprengungen, z.B. Bergwerk.



Bohrtenmacher

vergleiche > Bordenwerker Bordeler

Bortenwirker oder -macher: fertigte Borten für Kleider u. Möbel

Gr: Bortenmacher, -wirker = Posamentier



Boickforer

Bürgerbuch Hannover Buchhändler

bôkvorer, bokvorköper = Buchhändler



Bokdrucker, Buichtdrucker

Buchdrucker Lübeck



Bokefohrer, Buickenhendeler

Buchändler



Boltendreyer / Büssendreyer

Lübeck 1316/55 / Lübeck 1316/55

Vlaschendreyer

Feindrechsler.

Bolzendreher, Büchsendreher, Flaschendreher

bolte = Pfeil, Bolzen f. Armbrust.

mittelniederdeutsch: büsse = die aus Buchsbaum gedrehte Arzneibüchse

mittelniederdeutsch: vlasche = Flasche wurde im Mittelalter aus verschiedenen Materialien hergestellt, meist aus Zinn, daneben aber auch aus Leder, Holz u. Glas

boltendreyer = Bolzendrechsler



Bolzdreher, bolzmecker

Als Pfeil u. Bogen durch Armbrust u. Bolzen ersetzt wurden, trat an die Stelle der Pfeilschäfter (schifter) der Bolzdreher

bolzmecher, bolzer = Bolzenmacher

boltendreier = Bolzendrechsler

Bürgerbuch Kölln: boltzendreger



Bombardier

Bedienungsmann einer Bombarde (Geschütz); in Preussen im 18. u. Anfang des 19. Jahrh. Dienstgrad der Artillerie zwischen Gemeinem u. Unteroffizier (Brockhaus)

frühere Bezeichnung derjenigen Artilleristen, die vorzugsweise Mörser und Haubitzen bedienten.



Bombasinenweber

Baumwollweber

Bombasinmacher oder Bomsienmacher = Weber baumwollener Stoffe.



Bomseinmacher

Bomsein ist bombasin (bombycinum) baumwollenes Zeug, das zu Satteldecken u. Unterfutter für die Sättel gebraucht wurde. Daher wurden auch die Satteldecken selbst Bomsen genannt

Bomseinmacher ist also so viel wie Satteldeckenmacher.

gewebtes Zeug mit baumwollenem Aufzug u. wollenem Einschlag.

Bombasinweber = Baumwollweber



Bomsiedmacher

Bomsidenmaker = Baumsiedenmacher = Weber, der die Stoffe mit baumwoll. oder garnenem Einschlag herstellt.



Bonde

Bauer aus Gotland

Bonde, Bondesen zu dän.,Schwed. Bonde = Bauer, niederdeutschBunde

Bonde, Bunde = Bauer, Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt; aus dem Dänischen



Bondenkäthner

Bonde, Bunde = Bauer, Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt. Bonden hiessen früher in Schleswig die freien Bauern, im Gegensatz zu den Festeleuten oder Lansten.

Bonde zu dän. schw. Bonde = Bauer



Bondihler

dielen = den Fussboden mit Dielen belegen

bôn, bön = Bühne, Boden.

Dielenleger



Bönhase, Böhnhase

Störer, Fretter, Stümper, Sudeler: Handwerker, der sein Handwerk ausserhalb der Zunft betrieb.

Bönhase - Bodenhase, Lebewesen, das sich auf dem Boden verbirgt, das Tageslicht scheut.



Börstenmacher

Bürstenmacher (Bürgerbuch Kölln)



Börtschiffer, Börtfahrer

Küstenschiffer, die bestimmte Touren fuhren; Schiffern, der einer Beurt angehörte. Beurt = Gilde von Schiffseignern

vergleiche > Beurtfahrer



Böter

Flussschiffer

Oldesloer u. Ratzeburger Böter

Ballastböter = Sandschiffer

siehe > auch: Bierböter

Bürgerbuch Ratzeburg: Böter, häufig, z.B. 1756: Fr.Langhans, eines hiesigen Bürgers u. Böters Sohn, der auch die Bootfahrt nach Lübeck treibet

In Klüver, Bürgerbuch Oldesloe werden Böter = Travefahrer genannt.

Nach Prillwitz, Ratzeburg, hatten die Böter das Recht, Briefe zu befördern, die sie für 1 Schilling nach Lübeck brachten. Nach 1750 wurde ihnen dieses Recht genommen.



Boniteur

bonitieren = etwas abschätzen

Bonitierung = Gütebewertung von Agrarland

Bonitierung = Feststellung der Güte u. damit des Wertes von Grund u. Boden.



Bonkoch

wahrscheinlich Koch für feine Küche



Bonnitmaker

Hutmacher

vergleiche > Bannissmaker



Boossknecht

Bootsknecht, Schiffer

Boosmann = Schiffer, Matrose



Bootführer

Fährmann



Bootsgesell

Seemann

Bootsknecht, Matrose, Bootsmann, Nauta, Schiffer, Seemann.



Bootsknecht

Matrose

Bootsmann = Schiffer



Bootsmann

Seemann

vergleiche > Bootsgesell



Boppenmacher, boppenmaler

Puppenmacher, Puppenmaler



Bordeler, Bordenmaker

Hersteller von Besatz, Posamentier Lübeck

Bortenmacher

Bordenmacher



Bordellwirt

Hurenwirt

Brockhaus: Bordell = Freudenhaus Seit Ende des 13.Jh. wurden die Hübschlerinnen in Frauen (Freuden)-häuser gezwungen.



Bordenwerker

Bortenwirker, Sticker

vergleiche > Bordeler, Bordenmaker

Borten heissen die aus Gold, Silber, Seide, Wolle usw. in die Breite gewirkten Schnüre als Tressen, Bänder usw.

Diejenigen, die dergl. Schnüre, Borten, Tressen usw. weben, werden Bortenwirker, Bortenmacher, Posamentier ... genannt.



Bordierer

Bordierer und Hutbandmacher

borde = Band, Saum

Hersteller von Borten, Bändern. Posamentier

Bordürenmacher (Posamentier)


Brockhaus: ich bordiere = säume kunstvoll



Bordings-Factor, -Spediteur

Bording m.kl. Lastschiff, Leichterfahrzeug (Frischbier)


Zur Beladung von Schiffen, die wegen ... Seichtheit der Flussläufe nicht bis an die Stadt gelangen konnten, sind kleinere, flacher gehende Fahrzeuge, ... Leichter, unentbehrlich. Unter verschiedenen Benennungen, vielleicht auch Konstruktion, tauchen sie in den Häfen auf. Das Bording in Stettin u. Riga, ... die Schute u. der Pram in Lübeck.

Bordingsfactor, -spediteur: Unternehmer, die das Leichtern bzw. Laden der flussabwärts oder auf der Reede ankernden Schiffe besorgten.



Bord- oder Knaufmacher

Knaufmacher = Knopfmacher

Bortenwirker fertigt Borten für Kleider u. Möbel.

Bordmaker = Bortenmacher, Bändermacher

Knaufmacher = Knopfmacher



Borenmacher

Bohr = Bohrer, pl. Bohren

Bohrer-Macher, Bohrer-Schmied



Borg-, Bauermeister

Bauermeister ~ Gemeindevorsteher

Bauermeister = Bürgermstr. auf Dörfer

borgermester, borgemester, burmester = Bürgermeister; Schulze, Vorsteher des Dorfesiehe >



Borkmüller

vergleiche > Lomöller

Borke = Baumrinde



Bormeister

Vielleicht Schreibfehler: Bornmeister? Aufseher über die Brunnen usw.

Vielleicht Bohrermeister, der Rohre bohrt für Brunnen u. Wasserleitungen?

Bornmeister in Halle bei den Salzwerken

Adl.: Bornmeister: Vorgesetzter, welcher Aufsicht über Bornknechte hat. Lüneburger Salzwerke: Steiger



Bornemaker

Aufseher der Süsswasserleitungen.

bornehere = Brunnenherr, Aufseher über die Brunnen.

In Lüneburg bezeichnete Born eine Quelle oder einen Brunnen mit Süsswasser, auch die Süsswasserleitungen.



Borngeleitsherr

Die Borngeleitsherren hatten die Aufsicht über das Brunnen- u. Wasserleitungswesen. ... aus 2 Ratsmitgliedern u. 3 Repräsentanten besteht, dass sie Ausbesserungen u. Neubauten, besiehe > die Reinigung der Wasserbecken veranlasst, ferner die beiden öffentl. Pumpen auf dem Markt besorgt,während die übrigen Pumpen der Stadt in Ordnung gehalten werden durch die Brunnenherren.

vergleiche > Bornmeister

Brunnenmeister



Borngreber, bornmecker, brunnenmeyger

Brunnengräber, Brunnenmacher.

bornfeger, burnfeger: Brunnenfeger, der die Ziehbrunnen reinigt.

bornmeister hiessen im 15.Jahrh. die Bürger, welche von den zur Unterhaltung eines Ziehbrunnens beitragspflichtigen Nachbarn zur Aufsicht über den Brunnen, zum. Einkassieren der Beiträge bei Reparaturen u. dergl. bestellt waren.



Bornmeister

Aufseher über die Brunnenanlagen



Bornzieher

Wasserträger; einer, der den Ziehbrunnen bedient
Bornknechte sind zu Halle diejenigen, welche sie Sole aus dem Brunnen ziehen u. daher auch Solzieher genannt werden.



Borstenbinder, Bössenbinner

Bürstenbinder

Bössenbinner = Bürstenbinder



Bortenwirker, Bortenmacher

Bortenwirker, Bandweber, Posamentier.

vergleiche >: Bohrtenmacher, Bordeler, Bordenwerker



Bortschnitter

Bord = Brett

Brettschneider, -säger.

Bord = Bort gehören zusammen, bildeten urspr. ein Wort. Älteste Bedeutung = Brett.



Bossementier

Possementierer = Posamentier.



Bossierer

bossieren: i.d.Bildhauerei das Abschlagen der gröbsten Massen beim Herausarbeiten eines Bildwerkesiehe >

i.d. Steinmetzsprache das Behauen der roh gebrochenen Felsen zu einem quadratischen Block (Keysers Fremdwörterbuch)

i.d. Töpfer(Hafner)-sprache: Herstellen von Reliefdarstellungen, nach denen Model verfertigt wurden (nach Franz, Der Kachelofen)

Stuckdekorationen lagen in den Händen der Stukkateure oder Bossierer, wie sie nach der berühmten Stukkateur-Familie Bossi hiessen.

Former, macht Modelle aus Wachs



Boessmann, Bossman

Büsmann = Heringsfänger. Büse, Heringsbüse = ein zum Heringsfang ausgerüstetes, weitbauchiges Fahrzeug.

Bossmann = Bootsmann

Boshalter = Schiffseigner, der von seinem Fahrzeug aus verkauft.



Bossengiesser, bossenmecker

Büchsenschmied

Büchsengiesser, -macher



Bossenhauer

Hilfskräfte bei der Altarbildfertigung waren für die Ornamentschnitzerei die Bossenhauer



Bossler

Hilfsarbeiter

Bosselei = Trödelei, Nebenarbeit



Bote

Bote der Hamburger Post



Bote, laufender

Baadlöper = Laufbote

vergleiche > Laufkätner



Bote, Lüneburger

Postangestellter der Lüneburger Post.



Botenläufer

nuntius, cursor = Bote, Eilbote



Botenmeister

Beamter, der den Gerichtsboten vorsteht.

an Fürstenhöfen Angestellter, dem die Boten und Läufer unterstellt waren.



Bothner, Böttner

Botner, Böttner = Böttcher

Büttner, mitteld. = Böttcher

böttner = Bötticher



Botmaker / Kanemaker

Bootbauer, Kahnbauer

Schiffszimmermann



Bott

Bote



Bottiger

Böttcher

Bottichergeselle

Bötticher

Bodicker

bötticher = Böttcher



Böttker, Bötjer, Bötger

Böttcher

Bötjer

Bötger

Botticher



Böttcher (siehe >:Boddeker)

Bottich = hohes, hölzernes, oben offenes Gefäsiehe >

Holzgefässe dienten nicht nur der Bierbrauerei u. Weinkelterei, sondern auch dem Versand mancherlei Artikel wie Heringe, Salz, Butter, Talg, Seife, Senf, Wachs, Getreide, Fleisch ...

Man verpackte darin sogar Metalle, Pelzwerk, Flachs, Eier, Reis, Bernstein, Geld, Kleider u. Bücher. Daher war in den nd. Hafenstädten das Böttcherhandwerk sehr verbreitet.- Manchmal trat eine Arbeitsteilung zwischen Gross- u. Kleinbindern ein. Grossböttcher fertigten grosse Bier- u. Weinfässer aus Hartholz an, Kleinböttcher kleinere Gefässe aus Weichholz .

botticher



Bötter

1) Böter = Flussschiffer

2) Böttker = Böttcher

(3) Pötter = Töpfer)



Bottner

Bothner siehe > dort Böttner, Böttcher

Böttner = Böttcher



Boymacher

Rasch = leicht gearbeiteter, vierschäftiger Köper, meist aus grobem Kammgarn.

grober, lockerer, tuchartiger Flanell.

Boy = grober Flanell

Boi = Baumwollstoff (frz.)

Boi = Baumwollgewebe



Braacker, Aschbraacker

behördlich bestellter Warenprüfer, Warenbeschauer (Brockhaus), vergleiche > Wracker

Heerings-, Theer- u. Holtz-Braacker

Häute u. Felle ... kamen aus Russland, ebenso Erzeugnisse der Waldwirtschaft wie Pech, Teer und Asche, die für die flandrische Tuchbereitung und -färberei unentbehrlich waren

Aschbraker = Sortierer der Pottasche



Bräuer

vergleiche > Brawer, Bruwer

Essigbrauer

Arbeiter der Mälzenbräuer, stehen an den Braupfannen.

Die Bezeichnung Brauer ist oftmals nicht Berufs-B. sondern kennzeichnet den Inhaber eines Brauhauses, eines Hauses mit Braugerechtigkeit. In der Kopfsteuerbeschreibung 1689 v. Northeim sind bei 1589 Einwohnern 161 Brauer aufgeführt. Dazu 92 mal weitere Berufs-Bezeichnungz.B. Brauer Henning Schumacher, Grobschmidt

Brauer Andreas Fischer, Tischler

Brauer Z.Pollen, Braumeister



Braker

B.= Sortierer.

vergleiche > Braacker



Brandewiner, Brandtweinbrenner

Branntweinbrenner. Lübeck



Branntweinbrauer

Der Erste Uhrmacher in Braunschweig bittet 1532 den Rat um Erlaubnis, Branntwein brennen zu dürfen, da sein Gewerbe ihn nicht ernähre.



Branntwein- u.Broihankrüger

Bürgerbuch Hannover 1689 Gastwirt

Brockhaus: der Broyhan, Broihan, Breihahn ..., ein süsslich-säuerliches Weissbier, das besiehe > in Hannover bereitet wird;



Branntweinschenkersche, -sellerin

Branntweinhändlerin bzw. schenkin.



Bratenmeister

in der fürstl. Küche, der die Bratenbereitung hat.

Bratenschneider - Garkoch.



Braucherin

Gesundbeterin, Besprecherin, weise Frau usw.

Böter



Braueigen

Brauherr, Besitzer einer Braustelle.



Brauer-Bote

Bote der Brauerzunft, des Braueramtesiehe >



Brauerhülfer

Gehilfe des Brauersiehe >



Brauerknecht, Brauknecht

vergleiche > Schopenbrauer



Braukrüger

Krüger, Gastwirt mit Braugerechtigkeit



Braumagd

brûwerknecht, Brauerknecht

brûwermaget = Braumagd

Hilfskräfte des Brauersiehe >



Brawerknecht, Brawer

vergleiche > Bruwer

Brawer

Brauwer



Bredtschneider

Brettschneider


vergleiche > Bretsnider u. Brettsäger

Brettschneider: Gelegenheitsarbeiter, die von Ort zu Ort ziehen und das Schneiden von Bau- und Nutzholz besorgen.



Brefmaler, Briefdrucker

Briefmaler, Verfertiger von Briefbogen mit Verzierungen (z.B. Patenbriefe). Lübeck

briefdrucker Die Register des Bartholom.-stifts verzeichnen 1414 -1424 regelmässig Männer u. Frauen, die Briefe in der Kirche feil hielten.

Briefer = Briefmaler



Breiser, Breisler

Schnürmacher.

gehörte neben Bortenmachern, Besatzmachern zum Strickerhandwerk

Breiser, Preiser (mittelhochdeutsch:briser)=Schnürsenkel-, Bortenwirker

Breisler = Bortenwirker



Breiser, Brieser

Schnurmacher, Posamentier

Breiser = Posamentier

Breisler = Bortenwirker

Lexikon: brisen = schnüren, einfassen



Breitmacher

Leinwandweber, der breites Tuch webt.

vergleiche Breittuchmacher

breit lowent; smal lowent, verschiedene Leinwandarten, gekennzeichnet durch verschiedene Breite. Danach unterscheidet sich auch das brede u. das smale Werk bei den Leinwandwebern (Leinweberamt).



Breittuchmacher

Tuchmacher, der breites, feines Tuch webt

webt breites, feines Tuch

breite Tuche (bis 2,5 m Breite) auf Zweimannstühlen gewebt...



Brelnmecker

Brillenmacher

Als Vorläufer der Optiker sind die im 11. u. 12. Jhd. nachweisbaren Brillenmacher, Zirkelschmiede usw. anzusehen, die ihren Namen dem verwendeten Kristallglas Beryll entlehnten (Handb. d. Berufe)



Bremelsmaker, Bremlissmaker

Pelzbesatzmacher

Brockhaus: Bräme (mittelhochdeutsch: brem, Einfassung)

1)Besatz am Kleidrand,

2) Rand,

3) Krempe.



Bremser

Bremser in Hildesheim

Eisenbahnbremser

Bevor die Druckluftbremse eingeführt war, mussten in jedem Zuge einige Wagen mit Bremsern besetzt sein. (Bremserhäuschen). Nach Pfeifsignal des Lok-führers wurden die Bremsen angezogen oder gelockert. Diesen Beruf gibt es heute wohl nur noch auf Gebirgsstrecken (Nebenbahnen).(Auskunft Bundesbahn)



Brennerknecht

Brennereigehilfe. Brenner.

auch heisst der Knecht, der dem Branntweinbrennen vorsteht, einfach der Brenner.



Bressenmaker

Höhler Spangenmacher

Lasch-Borchl. bresmaker, bressenmaker (=apengeter) verfertigt Spangen aus Messing.



Bretdiener

Bretdiener in Torgau

Fürstl. Dienerin

Brett = Tisch, z.B. Bretböst = Tischbürste.

Tischdiener, Tafeldiener.



Bretsnider / Brethouwer / Delsnider

Zimmermann

Brettschneider, Bretthauer, Dielenschneider

Brettsager (Lübeck 1798) = Brettsäger

vergleiche > Bredtschneider



Brettdiener

materiarum praefectus - Aufseher über Baustoffe, -holz.

Tafeldiener



Bretter

Brett = Kurzform f. Brettschneider

Brettschneider

Lexikon: bret-man = Brettschneider



Bretterhändler

Eigentlich Zimmermann, hat aber auf der Rossmühle zu Bornstedt den linken Arm zerrädert, kann die Profession nicht mehr ausüben.

Händler mit Brettern bzw. Schnittholz.



Brettmüller

Schneidemüller, Sägemüller

Bretmühle = Schneidemüller

Z.: Brettmühle = Schneidemühle, Schneidemüller



Brettsäger

Brettsaag : Brettersäge, grosse von 2 Personen senkrecht geführte Säge mit der aus Baumstämmen, die auf dem Saagstell ruhen, Bretter herausgesägt werden.(1799 Kreissäge, 1807 Bandsäge)



Bretzenbäcker

Brezelbäcker

Brezel, Bretzel = ein Backwerk in Form einer breiten 8 (Brockhaus)



Breuer

Brauer



Briefbesteller

Briefträger



Briesemeister, Briser

Als Familienname in Ostdeutschland.

briser = Bortenweber

Heintze: mittelhochdeutsch: briden = flechten, weben.

Lexer: brise = Einfassung, Einschnürung

brisen = schnüren, einfassen.



Brillenmacher

siehe > Brelnmacher

Um 1300 standen die Br. bereits in hohem Ansehen. Sie vertrieben ihre Erzeugnisse zunächst als Hausierer u. wurden erst Ende des 15. u. zu Beginn des 16. Jh. ein bodenständiges Gewerbe.



Brimelber

Bäcker-, Müller-

Breinmüller = Hirsemüller

Melber = Mehlhändler

Lexer: brimel = Mehl zu brei

Breimehl = Mehl für Brei also: Müller bzw. Händler von Breimehl.



Brinkköthner

Brinkköter = Brinksitzer.

brinksitters, brinkliggers sind im allgemeinen die kleinen Eigentümer, die kleinen Köter, die ausser ihrem Hause nur wenig Gartenland besitzen.



Brinksitzer, -ligger

Dem Amt zu Dienstleistungen mit der Hand verpflichteter Landmann, etwa mit 0-10 Stück Land.

Brinkligger = Häusler

Brinksitzer = Kleinbauer, am Rande des Dorfes wohnend.

Hier entwickelte sich die Schicht der Brinksitzer oder Bödner, die zwar Haus und Garten, aber kein Ackerland besassen u. auf eine gewerbliche Tätigkeit, mindestens aber auf Dienstleistungen angewiesen waren.



Brodsitzerin

Brodsitzerin zu Bergreichenstein i. Böhmen

Brotsitzer, der Brot von den Bäckern nimmt, um es mit Gewinn im einzelnen zu verkaufen. Gegensatz: Hausläufer, der es auf dem Lande feil trägt.

Brodt = Scharwerksbauer

Brothändlerin.



Brokatmacher

Brockhaus: Brokat = schwerer, reich gemusterter Seidenstoff mit eingewebten Gold- u. Silberfäden.

Weber von Brokatstoffen.



Brokeherr

broke = Brüche, Geldstrafe für den Bruch des Gesetzesiehe >

Ratsherr, der Geldstrafen verhängt bzw. einzieht.



Bronnenschläger

mittelhochdeutsch: brünne = Brustharnisch

Handwerker, der Panzer fertigt.............?)

Brunnenbauer, der auch in felsigem Boden arbeitet.

Brunnensteiger: bei tiefen in Felsen gehauenen Brunnen der Aufseher über dieselben, der sie nötigenfalls besteigt.



Brotwieger

ältester Schöffe, desw. Brotwieger, auch Stadtzöllner 1599

Brotbeschauer, Brotprüfer, Brotkieser.



Broyhanführer, Broyhahnf.

Bröhan, Broihan, Briihan. Name eines Weissbieres, welches aus Weizen mit einem Zusatz von Gerste gebraut wird. Dat erste hannöversche Broyhans is diit Jahr 1526 gebruwet.

Weissbierverkäufer, der mit einem Wagen oder Karren durch die Strassen fährt.



Bruchschneider, Bruchschnitter

1) Stein- u.Bruchschneider qui secando herniis medetur

2) Hosenschneider

was zur Geringschätzigkeit der Barbirer, Bader u. Bruchschnitter, d.h. zu deren Unehrlichkeit geführt hat.

gab es bereits im Altertum Chirurgen, die Brüche, Blasensteine operierten. Im Mittelalter gab es wandernde Bruch- u. Steinschneider. (Lehrbuch der Chirurgie von Hellner, Nissen u. Vosschulte.)



Bruchvoigt

Lübsches Adressbuch 1842 Gerichtsdiener

Brüche = Strafe (Brockhaus)

= Geldstrafe



Brudermeister

Vorsteher einer Bruderschaft. Sonst auch: bussenmeister, kerzenmeister, fron-fastenmeister, stobenmeister



Brückenaufzieher

Arbeiter bzw. Angestellter, der für durchfahrende Schiffe die Zug- oder Hubbrücke hochzieht.



Brückenführer, -fuhrmann

vergleiche > Brückenknecht

Die Brückenfuhrleute, später Torfahrer genannt, übernahmen die Waren vom Schiff (Grönh. siehe >46)

Die Abfuhr der entladenen u. für Kiel bestimmten Güter übernahmen die Brückenfuhrleute, die von der Mitte des 18. Jh. Torfahrer genannt wurden.



Brückengeld-Pächter

Lübeck 1842 (siehe >203) Brückengeld-Pächter und Wirth in Moisling

Brückentoll = das Brückengeld, die Abgabe der Reisenden zur Unterhaltung einer Brücke.



Brückenkieper

Küper (niederdeutsch): (Bremen) besonders ausgebildete Personen im Hafendienst;- nehmen von den importierten Waren Proben u. prüfen Beschaffenheit u. Güte.-

Warenprüfer an der Landungsbrücke.



Brückenkipper, brüggenkipper

siehe > Brückenkieper (III)

Warenprüfer auf Landungsbrücken?



Brückenknecht

Arbeiter auf der Schiffsbrücke.

Die Schiffsbrücke, an der den eingehenden nicht in Kiel beheimateten Schiffen sowohl eine Waren- wie auch Geldabgabe (Ruder-, Last- oder Hafengeld) abgefordert wurde, hat dem Brückenschreiber u. dem Brückenknecht ihre Berufsbezeichnung gegeben. Die Brückenfuhrleute, später Torfahrer genannt, übernahmen die Waren vom Schiff.



Brückenmeister I

Brüggemeester = Aufseher über Häfen u. Brücken in den Städten an der Elbe.

Brückenmeister:

1) verschied. Orten Zimmermeister, welcher den Schiff- u. Brückenbau versteht;

2) ein Aufseher über die Brücken eines gew. Bezirksiehe >



Brückenmeister II

Bruck(n)er = Pflasterer, Brückenbauer.



Brückenschreiber

Erheber des Brückenzolle

vergleiche > Brückenknecht

Die vom Schiffseigner oder dem Schiffsführer zu leistenden Abgaben hatte der Br. Einzufordern u. zu buchen ... Zur Aufrechterhaltung der äusseren Ordnung stand ihm ein Brückenknecht zur Seite.



Brückenzolleinnehmer

Brückenzoll = der Zoll, der für die Überfahrt über eine Brücke entrichtet wird.

Brückenzoll = Brückengeld

Landesherren, Städte usw. erhoben an den Brücken Zoll. Vielfach verpachteten sie das Recht an einen Unternehmer.



Brügger, Brüggenmaker

Steinbrügger = Pflasterer

Brücken-, Strassenpflasterer

bruggemaker = Pflasterer

brugger

pavimentator

Bürgerbuch Ratzeburg (1618) Brüggenmacher Zimmermann zum Brüggenmachen verordnet.



Brühanswirth

vergleiche > Broyhanführer Weissbierwirt.



Brüher, Brüger, Saubrüher

Nebengewerbe der Schweineschlachtung, befreiten die Tiere durch Brühen von den Borsten.



Bruggekiper

Strassenaufseher

Brüggenkiper = Brücken-, Hafenaufseher,

Zolleinnehmer.



Bruggenkieker, -kiper

das 1602 in Flensburg neu errichtete Kompagniegebäude, in dem die Waage der Stadt, die Messtonnen u. Standardgewichte aufbewahrt wurden u. wo der Waagemeister und der Bruggenkieker ihren Sitz hatten.

brüggenkiper, Brücken-, Hafenaufseher, Zolleinnehmer.

Brüggenkiper, der Fischmeister.



Brunnenknecht

Verschiedene Bedeutungen:


1)Hilfskraft des Brunnen-, Born- oder Sothmeisters

2) Arbeiter, der in der Saline die Sole hochzieht; Bornknecht

3) Hilfskraft des Baders, der das Wasser für die Badestube zieht u. trägt.



Brunnenpalier, -meister

Brunnenmeister

vergleiche > Borngreber

vergleiche > Balier, Borngreber, Bürgerbuch Konitz 1837: Brunnen- u. Röhrmeister

Brunnenpalier = Vorarbeiter beim Bau von Brunnen u. Wasserleitungen.



Brustschneider

fertigte die Schnürbrüste (Korsetten) an, mit denen die Damen des 18. Jh. ihre Wespentaille zu erzielen pflegten.

vergleiche > Schnürleibfabrikant



Bruwer, bruer (braxator)

Brauer, Bierbrauer

Man unterschied: Rotbrauer, siehe >Rotbrouwer

Weissbrauer, die Weissbier herstellten.



Buchbender, Bokbinner

Buchbinder, seit 1463


Bokbinner = Buchbinder



Buchdruckerei-Faktor

Duden: Faktor = Werkmeister einer Buchdruckerei.

Brockhaus: Faktor Leiter einer Abteilung ( Setzerei, Buchbinderei)



Buchsenpfennigmeister

In der Zunft, Gilde usw. der Kassen- (Buchsen-) verwalter

vergleiche >: Bussenschaffer

Pfennigmeister



Buchführer

umherziehender Buchhändler

Buchhändler, der die Bücher im Laden führt, sie im Lande umführt.

Vergleiche > Bokefohrer, Boickforer



Buchhalter

Führer der Rechnungsbücher



Buchmaler

Buchmaler illustrierten die von den Buchschreibern abgeschriebenen Bücher.

vergleiche > Miniator, Rubrikator



Buchsenlademacher

büssenlade = Lafette, Gestell

bussenlot = Büchsenkugel

Buchsenlademacher = Handwerker, der Lafetten, Gestelle für Geschütze baute. Vielleicht aber auch von büüsenlotmeker falsch übertragen.



Buchse(n)macher

Büchsenmacher (Bürgerbuch Kölln) siehe > Büchsenschmied

Büchsenmechaniker,

Büchsenbauer, Büchsenschmied

Bussemeister, Büchsensmyd, Feuerwerksmeister (Preusiehe > Armee)

Deutsche u. holl. Waffenschmiede ersannen um 1480 die Arkebuse oder Hakenbüchse. Seitdem bürgerte sich die Bezeichnung Bussen- oder Büchsenmacher ein.



Buchstabensetzer

Schriftsetzer

Buchstaber = Weber, der Sprüche einwebt.



Buchtrücker

Buchdrucker



Buddelmaker

Flaschenmacher

vergleiche >: Flaschendreyer, Flaschner.



Buddiger

Budde, buddeke (niederdeutsch) = Bütte, Bottich

Böttcher.

vergleiche > Boddiger



Budelsnyder, Budelmaker

Beutelschneider : kein Beruf sondern Bezeichnung für Schwindler

vergleiche > Beutler, Bahlows Deutung

Kraak, Flensburg Budelmaker = Beutelmacher. siehe > Büdeler

Wehrm.: Büdelmaker = Beutler, hiessen in älterer Zeit auch Taskenmaker, Taschenmacher, in späterer Zeit Beutler u. Weissgerber



Budenjunge

Budenleute = Leute, die in Buden wohnen oder Ware feil bieten.

Büdner, wohnt u. treibt Kleinhandel in Buden.



Budiquier

Carl Schulz siehe > 78. 1703

frz.:boutiquier = Krämer

Mark: Budike = Kneipe, kleiner Laden

Budike = kleinärmlicher Laden, Kneipe. Budiker = Besitzer einer Budike.



Büchsenherr

Büchsenmeister

in einer Zunft der Meister, welcher die Schlüssel zu der Amtslade, die sich in der Obhut der Olderlüde befand, in Verwahrung hatte.



Büchsenmeister

Büchsenmeister = bombardarius - Führer eines Geschützes

bussenmeister, Büchsenmeister, der das Geschütz bediente, welches er vielfach selbst gegossen hatte.

Die Büchsenmeister, auch Zeug- u. Büchsenmeister oder Constabel genannt, waren meist gleichzeitig Büchsenschützen, d.h. sie richteten die Geschütze, und Pulvermacher.



Büchsenschifter, Büchsenschäfter

Büchse = Feuerwaffe

schiften = (mittelhochdeutsch:) schaften = Schäfte machen u. befestigen (Mummenhoff)

siehe > Pfeilschäfter

Schäfter, Schaftmacher

B. gelernter Handwerker, welcher die notwendigen Arbeiten an den Holzteilen der Waffen auszuführen hatte.



Büchsenschmied, Büssensmitt

Hersteller von Feuerwaffen

Büssensmitt, Büssenmaker = Büchsenschmied

Mit Büchse wurde anfangs das Geschütz bezeichnet; dann jede Feuerwaffe, seit Einführung der gezogenen Läufe (erste Hälfte des 19. Jahrh.) Gewehr mit gezogenem Lauf für Jagd u. Sport. (Brockhaus)



Büchsenschütze

archibusiere = Arkebusier.

mit Hakenbüchse (m.langem Rohr, Luntenschloss u. Stützhaken) ausgerüstete Krieger im 15. u. 16. Jh.

Brockhaus: Büchse, ursprünglich jede Feuerwaffe, auch Geschütz.

B.alte Bezeichnung für die Mitglieder der Schützenbruderschaften.



Büchsenspanner

sclopetorum ad ictum parandorum peritus, dergleichen sich die Fürsten unter den Dienern halten einer, der erfahren ist, eine Büchse, Flinte zum Schiessen vorzubereiten.

sclopetarius = Büchsenschütze

sclopetus = tormentum bellicum manuale

Kriegswurfmaschinen für Handbetrieb.

B. ... wärter, -spanner: Jagdgehilfen, die bei den kurfürstlichen Jagden den hohen Herrschaften die Büchsen luden u. zureichten.



Büdeler, Büdelmaker

Beutler, Beutelmacher. Lübeck

siehe > Beutler

budeler, buteler, butteler, butler

Beutler (Bücker)

budilmecker Beutelmacher

budelmaker, porsler, taschenmaker, bursarius, bursifex, perator = Beutelmacher

Kraak, Flensburg Budelmaker - Beutelmacher.



Büdner, Bödner, Büdener

Häusling

Duden: Häusler, Einlieger, kleiner Grundbesitzer

Büdner = Kleinkrämer, der seine Ware in einer Bude feilbietet.

B.

1)Eigenkätner, Besitzer einer kleinen Stelle mit Wohnhaus, Garten u. zuweilen etwas Land.

2) wohnt u. treibt Kleinhandel in Buden (kl.Häuschen); in den kleinen Städten hatten die B. meist auch ein Stück Gartenland.



Buerknecht

beim Bauern dienender Knecht; von ihrem guten Verdienst zeugt, dass zu diesen Zeiten die B. zuweilen ein Ansehnliches gewinnen, etliche der B. mit ihren Herren zum halben wären u. öfters besser als die Herren prosperierten.



Büffetier

Brockhaus: Büffetier = Verwalter eines Schanktisches, in Frankr. u. Schweiz Inhaber eines Bahnhofsrestaurantsiehe >

Bierausgeber, Zapfer

Schankwart.



Buhnenmeister

Brockhaus: Buhne = quer vom Ufer in das Wasser vorgebauter Dammkörper, soll den Wasserlauf ändern.

Auch Höfte oder Kribbe genannt.

vergleiche > Kribbmeister, Slachther



Buhrenweber, bürenweber

Bühre = Bettbezug (Salewski)

Bühre = bettzieche, bettüberzug (nd.)

Bettzeugweber

hat es schon früh städtische Leineweber gegeben; Burenweber wurden sie 1309 genannt.



Bullenschiffer

Bulle:

1) auf der Weser kleines schutenartiges Fahrzeug,

2) auf d. Ems flaches, stark gebautes Segelfährboot ... welches im Verhältnis zur Länge breiter ist als ein gew”hnl. Segelschiff,

3) Schiff, so vorn u. hinten, wie auch oben u. unten platt ist

Bulle entspricht wohl Prahm. Der Bullenschiffer von 1654 erscheint 20 Jahre später als Prahmherr.



Bundmacher, Buntmaker

vergleiche > Buntfutter

Buntmacher = Pelzmacher, Kürschner.

Die Buntmaker, jetzt Buntfutterer genannt, verarbeiteten Felle aller Art, mit Ausnahme von Schaffellen, hauptsächlich die Felle von Eichhörnchen.



Bündnerfleischtrockner

Brockhaus: Bündner Fleisch, Engadiner Fleisch, ein in Hochtälern Graubündens gebräuchliches Dauerfleisch, dem Rauchfleisch ähnlich, aber luftgetrocknet.



Bungenmacher

Lübeck Schossbuch 1663 siehe > 11 Im Bungenmachergang

Lexikon: bunge = Trommel, Pauke

Trommel-, Paukenmacher

Bungenschlager = Trommler

Bungenmacher = Reusenmacher

Bung:

1) Trommel,

2) dreiseitiger Kasten zur Aufnahme eines Lichtes,

3) zylindrisches Fischnetz.

Bunge = Trommel

Bunge = ein auf hölzernen oder eisernen Bügel gezogenes Netz, übertr. on mittelniederdeutsch: bunge = Trommel



Bunnichenmacher

Barettmacher? Buntmacher = Kürschner?

Bonbonmacher? Böttcher?

Bunner, Buntje = Bonbon

Bunge = Trommel, Pauke

Bünne = ein Wassergefäsiehe >

auf Baltrum ein auf dem Feuer gerösteter Mehlkuchen, der auf d. Festland Halster genannt wird.

Katara : bonniteken = kleine Mütze

bonnittenmaker = Mützenmacher

bannit, bonnit = barettartige Kopfbedeckung

bonuteken, bonnetchen = Kopfputz



Buntfärber

Schönfärber ? (vergleiche > Färber)

oder Buntmacher, Buntfutter = Kürschner?



Buntfutter, -foder(er), - mützer

vergleiche > 1) Buntmaker, 2) Buntfütterer

Buntfütterer, Buntmacher, Pelzmacher, Kürschner

Buntfutterer, die die Kleidung der Männer durch Pelzwerk >bunt machten<. Sie verarbeiteten keine Schaf- u. Lammfelle, sondern zur Hauptsache die von Eichhörnchen.

Buntemützer = Kürschner; vergleiche > Ringmaker



Buntmaker, Buntmacher

Lübeck 1386

später Buntfutterer genannt, verarbeiteten neben den Fellen des Eichhörnchens solche aller Arten von Pelztieren mit Ausnahme der Schafe

mittelniederdeutsch: bunt = Pelzwerk, das mehrfarbig im Gegensatz zu mittelniederdeutsch: grâ, grâwerk, einfach, einfarbig war

buntsnider (Stralsund 1457); Buntwerker (Flensburg 1512)

Buntfutter verarbeiteten Wildfelle



Buntschaff

Buntmacher = Kürschner

Lexikon: bunt = gestreiftes Pelzwerk, Buntwerk

Buntschaffer, -macher, Kürschner



1)Buntwörterin 2) Buntwerker

1) Kürschnerin, Köln 1485

2) Flensburg 1512

In Köln hiessen sie buntwerklüde, später wurden sie hier buntwörter genannt

bontmecker = Buntmacher, Kürschner



Bürgerkapitän

Hauptmann der Bürgerwehr.



Bürgermeister

jetzt dirigierender Bürgermeister

Justizbürgermeister

Polizeibürgermeister



Bürgerschaffer

im Mittelalter der Verwalter öffentlicher, besiehe > kirchlicher Anstalten, Stiftungen u. Spitäler, der für das Hauswesen zu sorgen hatte

Brockhaus: Proviantmeister auf Schiffen

Duden: Besorger der Schiffsmahlzeit.



Bürger-Tambour

Lübecker Adressbuch 1818

Tambour = TrommelschlägeBürger - T. = Trommelschläger der Bürgergarde, -wehr.



Bürger-Vorsprach / Raths-Vorsprach

Oldenburg/Holst.: Brauer u. Schuster, Hospitalvorsteher, Bürger-Vorsprach u. Deputierter , be1738

Vorsprech = Anwalt, Rechtsbeistand vor Gericht.

Vorsprecher waren als Anwälte der Stadt beim Elbinger Rat tätig

Lübeck Chronik, Lübeck 1842: Nachdem die Abrichtung (Ablösung) der Hand des Erschlagenen geschehen war, ... trat der erste Raths-Vorsprech an die Leiche und rief:>Herr Vogt, lasset mich ein Urteil finden usw.

Wortführer, Anwalt



Bürgerwort

P.E.Schramm, Vorfahren ... Schramm, in Fam.u.Volk 1957 siehe > 319

1514 Feuerherr, 1519, 1521 u. 1525 Bürgerwort

Wortholder = Worthalter, Sprecher

Wortvordrager = Wortführer

Lexikon: wort = wüchte = Täter, Gehilfe, Diener

Altona:Die städt. Vertretung ... in den Händen von 16 deputirten Bürgern, an deren Spitze ein Bürgerworthalter steht.



Bütmacher

Büttenmacher, Böttcher

Bütt = Bottich (mecklenburgisch)

Lexikon: bütenaere = Büttner.



Büttel

Unehrliche Leute: Weibel, Fronbote. Seine Doppelaufgabe war Botendienst u. Urteilsvollstreckung

vergleiche > Stöckerknecht

B.= Gerichtsdiener, Häscher, Henker, Scharfrichter.



Büttner, Bütner

= Böttcher

bödenmeker (Loccum 1467

bütteke(n)maker (Lübeck 1550/51)

büttenbinder (Wismar 1594)

büttenmaker (Lübeck 1492)

Becher- oder Büttenmacher

Büttichen-Binder (Assm. 1623)



Büxenschüffter

versah die Büchsen mit Holzschäften

Buchsenschäfter: faber scaporum



Burgmann

Burgmannen waren Vasallen des Burgherrn.



Burgsasse

bure-saeze = Bewohner einer Burg; Kastellan.



Burgschluter, -schliesser

Burgschliesser.



Burmester

Ihm stand, kurz gesagt, die Polizeiaufsicht über das Ackerbürgertum zu. auch Bauerrichter genannt

Lexikon: bûre, bûr = bauer, nachbar

Burmeister = früher Dorfschulze, Bürgermeister

Burmester = Bauermeister, Gemeindevorsteher



Burnenzoger

B. Wasserzieher, Wasserträger



Burstenmecker, burstenbender

borstenbender : Bürstenmacher, Bürstenbinder



Buschwächter

Wald-, Forstwächter



Bussendreier

Büchsendrechsler



Bussengiesser, bossengiesser

Büchsen-, Geschützgiesser

bussenmeister, bossenmeister, buchsenmeister, Büchsenmeister, d.h. ein Geschützgiesser im Dienste der Stadt

bussenschutze, Büchsenschütze, der im Dienste der Stadt deren Geschütze bedient



Bussemaker, Bussenlademaker

Bussensmit: Büchsenmacher

Büssenmaker, Büssensmitt = Büchsenschmied



Bussenschaffer

Büchsenschaffer - kein Beruf - Bezeichnung für ein Amt in der Zunft (Amt).

Die Gesellen (des Glaseramtes) besassen keine Lade, sondern nur eine besondere Gesellenbüchse u. seit 1662 eigenes Trinkgerät. Die Verwaltung der Kasse war von der Amtslade getrennt u. zwei Gesellen als Bussenschaffers übertragen.

bei den Tischlern Ortsgeselle, Oehrtengeselle od. Schaffer, bei den Sattlern Irtengeselle, Schmieden: Schaffer, Klempnern: Ortgeselle.



Bussenschutte

Hannover Büchsenschütze

bussenschutte(r) = bussenmeister, Büchsenmeister, der das Geschütz bediente, welches er vielfach selbst gegossen hatte.

büssenschütte(r) = Büchsenmeister, der das Geschütz bedient.



Butgenmaker, Buttkenmaker

Böttcher, Verfertiger von Bütten, Bottichen (Waschbalgen)

siehe > auch Büttner

Büttenmacher, -binder =

Böddeker u. Butkenbinder



Butigler

hoher Königl. od. kaiserl. Beamter

mittelhochdeutsch: Mundschenk

Die Besitzer solcher (Zeidel) -güter standen unter einem Richter, welcher Zeidelmeister genannt wurde ... über sämtliche aber war ein Oberrichter verordnet, welcher Butigler (Butigularius) hiess u. jederzeit unter die Ministeriales des Kaisers gerechnet wurde.



Butterträger

Sie (die Weinschröter u.dergl.) hatten ihr Privileg gegen die Butterträger zu verteidigen, die sich an diesem Geschäft (Bestatten der Toten) beteiligen wollten.

besorgt den Transport der Butter unter Garantie, vermittelt wohl auch Geschäfte.



Butticher

1) Böttcher ? vergleiche > d.; Büttner, Butgenmaker, Boddeker.

2) Buttjer? Gelegenheitsarbeiter

Buttjer = arbeitsscheuer, heruntergekommener Mensch; in Schl.-Holst. Gelegenheitsarbeiter, Eckensteher.



Buwebecker, buebecker, bubecker

Lohnbäcker



Buwemeister, bumeister, bauhemayster = Baumeister,

der Ratsherr, welcher mit dem öffentl. Bauwesen betraut war.- In besiehe > Fällen konnten ihnen bezahlte underbumeister unterstellt werden. Ihr regelmässiger Gehilfe ist des buwes knecht.



Buwknecht, Buwman

ein Buwknecht oder Haussmann

1651: Buwman in Mecklenborgh

buwman = Baumann, Ackersmann

Buknecht = Ackerknecht, meist Grossknecht

Bumann = alte Bezeichng. für Hufner.



Caffamacher

Samtweber

siehe > Kaffamecker

Weddeprotokoll Hamburg 1765: Caffermacher.



Caffe-Entreposeur

Entrepôt = zollfreie Niederlage, Lagerplatz

frz. entreposeur = Niederlagenaufseher, Aufseher von Monopolwaren.



Caffee-Sieder

Kaffeesieder: bayr. Kaffeeschenk.



Calcant

Calcant oder Orgeltreter - Bälgentreter > siehe dort



Calculator

Prüfer für Rechnungen und Voranschläge

Cammer-Secretair, Calculator.



Calefactor

Calefactor lat. = Heizer

Kaiser: Kalfaktor = Schuldiener, Aufwärter

Heizer, Stubenheizer in der Schule.



Calwerpott

Bote aus oder nach Calw.



Camerae nuncius

Kammer-, Amtsbote.

Camerae nuntius -> Kammerboten

Kammerboten im alten fränkischen Reich Beamte, die die Krongüter beaufsichtigten und die Naturalabgaben einzogen.

Cam. nuncius = Kämmerer



Cameralverwalter

Verwalter der fürstl. Kammer



Cambsnidere

Verfertiger von Kämmen.



Camerarius

Kammerherr, Kämmerer, Kammerdiener



CammerJunker

siehe > Kammerjunker

junger Edelmann im Dienste bei der Person des Fürsten; unter dem Kammerherrn, über den Kammerpagen.



Cammermeister

Fürstl. siehe > Cammermeister

Rentmeister des Fürsten

der Vorgesetzte einer Finanz-Kammer

siehe > Kammermeister



Cammerschreiber, Cammersecretär

Beamte einer fürstl. Verwaltung.

camera scribe

Kammerschreiber: ein Schreiber bei einer fürstl. Finanzkammer ( ebenso -secretär)



Campanator

Glöckner, Küster.

campana = Glocke

campanarius, campanator = GLöckner, Küster, Messner.



Candidat Ministerii

Candidat, Anwärter auf ein kirchliches Amt.



Cangkenmaker

Kannenmacher



Cantenhändler

Spitzenhändler



Cantzleibote

Bote einer Kanzlei, einer Schreibstube

ein verpflichteter Bote in einer Kanzlei, welcher ... Schriften den Parteien überbringt.



Cantzeley-Verwandter

zur Kanzlei gehörig.



Canutibürger

Mitglied der Kanutigilde in Reval, zu der Meister der Handwerkerzünfte, Krämer und Schiffskapitäne gehörten. Handwerkergilde des heiligen Kanutusiehe

Canutus = Knut

Knut IV., der Heilige, * um 1040, + 1086 in Odense, ermordet,

1100 heiliggesprochen, als Schutzheiliger Dänemarks verehrt.



Canzellar

Cancellarius = Kanzler, Siegelbewahrer

Kanzler, später Gerichtsschreiber



Canzleyhizer

Kanzleiheizer.



Canzlist, Canzellist

Kanzlist, Kanzleibeamter (Brockhaus)



Capellan

Kaplan

Kaplan = Hilfsgeistlicher, Gehilfe u. Stellvertreter des kath. Pfarrersiehe >



Capitain d'armes

Brockhaus: ursprüngl. Edelmann in der Leibwache des Königs (Frankreich), später Angehöriger einer schweren Reitertruppe.

Hauptmann in einem schweren Reiterregiment



Capitular

Domherr

Mitglied eines Kapitels

Capitularii waren bei den Römischen Kaisern die, welche die Kopfsteuern einnahmen.



Carabierner

Nordd.Fam.kde 1952 siehe > 19:gräflicher C.

Carabinier: 1787 - 1808 Dienstgrad bei der Kavallerie (=Gefreiter); Leute, die gut reiten und schiessen konnten.

Carbiner = Musketier



Cargador

Schiffsmakler, Aufseher, Verkäufer d.Schiffsladung

Schiffsmäkler, d.i. eine Art Mäkler, welche sich damit beschäftigt, dass sie Fracht für die in Ladung liegenden Schiffe aufsuchen und Kaufleute benachrichtigen von Schiffen, die zum Absegeln bereit liegen.



Carottenfabrik

Schröder, Topograph. Holstein ... siehe > 171 mehrere Tabak- u. Cigarettenfabriken, eine Carottenfabrik, eine Stärkefabrik ...

in der Schnupftabakfabrikation heissen Karotten die Rollen der ausgerippten Tabakblätter, die der Gärung unterworfen werden.

Karotte> Wickelung der Tabaksblätter zum Gären.

Carottenfabrik wohl = Schnupftabakfabrik.



Carrigardör

Lübeck, Taufbuch Jacobi 1803: Raimundus Camol, Carrigadör

Kargadeur, Cargadeur = auf Kauffahrern Bevollmächtigter, welcher den Verkauf oder die Vertauschung geladener Waren an andern Orten besorgt.

vergleiche > Cargador

Kargador= Bevollmächtigter des Befrachters, der die Schiffsladung begleitet, um sie abzuliefern oder zu verkaufen.



Cartundrucker

Kattundrucker



Casier

Käsemacher (casearius)

Käsehersteller



Cassirer

Lübeck 1838: Copiist und Cassirer des Leuchtengeldes

Kassierer: Kassenwart, Geldeinnehmer (Brockhaus)

Lübeck 1842: Leuchtengeld-Cassirer

In Lübeck wurde 1732 öffentliche Strassenbeleuchtung eingeführt. Die Kosten für die Beleuchtung mussten die Hausbesitzer aufbringen. Das Leuchtengeld wurde durch einen Cassierer erhoben.



Castellan

Kastellan = Hausmeister in Schlössern, Universitäten (Brockhaus)

der im polnisch gewordenen Westpreussen dem Woiwoden unterstehende Befehlshaber einer Burg (Schlosshauptmann), der zugleich die umliegende Landschaft (Castellanei) verwaltet u. die Gerichtsbarkeit ausübt.



Casten Knecht

Kastenknecht = Klosterbeamter, der die Verteilung des Getreides zu beaufsichtigen hatte; Arbeiter in einem Kastenamt, Verwaltung eines landesherrlichen Speichersiehe >

Knecht bei einem Kastenamt.



Castenschreiber

Kastenschreiber = Schreiber bei einem Kornkasten, Kastenamt ... oder bei einem gemeinen Kasten, einer städtischen Kasse.

Rechnungsführer bei einer Kasse.



Cattundrucker

Kattundrucker.



Caviller

Unehrliche Leute: Abdecker, Schinder, Filler, Racker, Streifer, Hundschlager.



Cemmerer, camerarius

Cemner = Kämmerer



Censor

lat. censor = Schätzer, Zensor

Brockhaus: Census = Vermögenseinschätzung zum Zwecke der Besteuerung

censor = Richter am Ehegericht, Richter, Prüfer (Schultheiss)



Centgraf

Centgreve = Amtsschultheiss

Zantgraf = Markenrichter siehe > Markenrichter

zent, cent = Gerichtsbezirk (urspr. von hundert Ortschaften); zentgrave = centrichter.

Zentgraf = Vorsitzer des alten Zentgerichts ( Zent = Gerichtsbezirk von 100 Ortschaften.)



Centhauptmann, Centleutnant

Offizier der Hundertschaft.

Jeder deutsche Gau, der durchschnittlich 1000 Bewaffnete stellte, zerfiel in mehrere Centen oder Hundertschaften, ... die je 100 Bewaffnete stellten.



Centschöffe

Cent- u. Gerichtsschöffen

Brockhaus: Zentgericht, im Mittelalter Gerichte für die niedere, teilweise (Hessen, Ostfranken) auch für Blutgerichtsbarkeit (daher Zentgraf als Vorsitzender).

der ehrenamtliche Laienrichter eines Schöffengerichtes



Centurio

Hauptmann (Rittmeister)

Anführer einer Centurie, einer Hundertschaft.



Chaisenmacher

Wagner u. Chaisenmacher

Chaise = Wagen mit Halbverdeck.

Wagner, der auch Kutschwagen mit Halbverdeck herstellt.

Chaisenfuhrmann = Mietsfuhrmann



Chalcographus

Chalkographie = alte Bezeichnung für die Kupferstechkunst. Mackensen: Chalkographie = Kupferstich



Chanoinesse

frz. Stiftsdame.



Charmeienbläser

Schalmeienbläser.



Chausseeaufseher, -einnehmer

Chaussee, frz. Landstrasse, Kunststrasse mit beschotterter Fahrbahn .

1860 sind in Husum 1 Chausseeaufseher u. 1 Chausseewärter, in Osterhusen 1 Chausseegeldeinnehmer ... gezählt worden.

Die ungeteerten Schotterstrassen bedurften ständiger Aufsicht u. Ausbesserung. Daher Aufseher u. Wärter. Um die Kosten für die Kunststrassen amortisieren zu können, erhoben die Bauherren (Kreis, Provinz) eine Benutzungsgebühr, Chausseegeld.

Chaussee-Geld-Einnehmer

Chausseearbeiter



Chemigraph

Handwerker, der Metallhochätzungen (Klischees) für Buchdruck herstellt. (Brockhaus)

früher Zinkograph: Ätzen von Druckplatten mit Säuren, Behandeln mit galvanischen Bädern.



Chergant

Sergeant

Dienstgrad der älteren Unterorffiziere



Cheser

Lexikon: kaeser = Käsehändler

kaeser = der Knecht, der auf einer Alpe das Geschäft des Käsebereitens zu versehen hat, sonst Melker, Send, Stoz, Alber genannt.



Chocolatier

Schokolade-Hersteller, Schokoladenhändler



Chorherr

Brockhaus: Kanoniker

Kanoniker = Chorherr, Mitglied eines Domkapitels oder Kollegiatstiftesiehe >

Canonicus



Chorrektor

Chorregent = Chordirigent, auch Chordirektor, Chorleiter.



Chorschuler, Choralis

Coralist - Kirchenchorsänger



Chorushere, wispelhere

Eigentümer der Salzhäuser, Pfannen.



Christäffel, Christefel, Christoffel

Die Christäffel erscheinen auch in Konstanz als Vorstände der adeligen Zunft zur Katze

Vorstand der adligen Zunft zum Löwen.



Chymicus

Chemicus, Chemiker

Chymicus = Chymiater, Chemiker, Chymiker, Chymist (Alchymist)



Chyrurgus, Chirurgus

Wundarzt

Neben der Bezeichnung Feldscher taucht schon 1623 die als Chirurgus auf, welche dann seit 1790-1832 sämtliche Truppenärzte u. ihre unteren Gehilfen geführt haben. - Die Kompanie-Chirurgen erhielten erst 1852 die Bezeichnung Lazarettgehilfen, welche 1899 in Sanitäts-Unteroffz. geändert wurde.

Chirurg: Die Sozietät der Ch. ergänzte sich aus Gesellen, die bei einem Ch. das Handwerk erlernt hatten. Im Nebenamt betrieben sie das Barbiergeschäft.



Ciseleur

ziselieren, das Bearbeiten v. Metallen mit Meissel, Feile, Stichel, Punze u.a. Instrumenten, z.B. Befreiung der Bronzewerke v. den Gussunebenheiten (Nähten usw.). Auch d. Herausarbeiten v. Figuren u. Ornamenten aus Gold u. Silber.



Citharoedus

Zittersänger.

citharoedus = Zittersänger.



Citronenhändler

Zitronenhändler



Claffermaker

Klavierbauer.

klaffkordium = clavicordium, Saiteninstrument mit Tasten.



Clausurmaker, -macher

Einbinder von Büchern

Hersteller v. Buchschliessen und kleinen Verschlüssen

Clausuren sind Beschläge, SchLösser,... Ecken u. Buckel an den (Ein-)Bänden der Bücher, welche bald glatt, bald geblümt, bald geschlagen, gegossen ... versilbert, vergoldet verfertigt werden.

Clausurmacher sind eine Art Gürtler.



Clocghiter

Glockengiesser.



Cloacsäuberer

Kloake = unterird. Abzugsgraben, Abtrittgrube.

Aborträumer.



Cöllmer

Bauer nach Kulmer Recht.



Cölm.-Schulze

Kölmischer Schulze (Freischulze) - Besitzer eines Freigutes zu Kölm. Recht u. erblicher Inhaber ... des Schulzenamtes



Cofféschenk, Coffetier

Kaffe- u. Tee - Wirt.



Coffetier

Inhaber eines Kaffeehauses



Coldreger

Kohlenträger.

vergleiche > Kolstorter, Kalstörter

Köhlen- od. Kahldreger = Kohlenträger.



Collaborator

Hilfslehrer (an alten Lateinschulen)



Collector

collector = Sammler

Kollekteur = Lotterieeinnehmer, Beitragssammler für wohltätige Zwecke



Colon

Colon (colonus) = Landmann, Bauer, Neubauer

Eigentümer des alten u. grossen Colonats Boerwinkel in Grasdorf



Colorist

wer Zeichnungen, Drucke, Photos ausmalt.



Colporteur

Kolporteur = Hausierer mit Druckschriften.

Brockhaus: reisender Kleinhändler in Zeitschriften, Büchern u.dergl.



Combüsenmacher

Duden: Kombüse = Schiffsküche

Seemannssprache: Kombüse = Schiffsküche (für das Schiffsvolk, teils als beweglicher Herd für das Deck, teils fester Raum im Innern des Schiffes und immer unterschieden von der Kapitänsküche.)

auf den alten Segelschiffen meist auf Deck in der Roof untergebracht.

Kombüse > Verschlag auf dem Schiffsdeck zum Schlafen f.d.Mannschaft.- Kabüs = eigentl. Schiffsküche.



Commercierender Bürger

Kaufmann.

commerzierender Bürger.



Commis

Kaufdiener

Handlungsgehilfe, Angestellter in einem kaufm. Geschäft (Duden)

vergleiche > Kaufdiener



Commissbecker

bäckt das Brot für die Soldaten.

Kommiss, Soldatenstand, Militär,

aus lat. commissum = anvertrautes Gut entstanden.



Commissionär

beeidigter Waren-Makler, auch Commissionair in Grundstücken

Brockhaus: Kommissionsgeschäft = Ein- u. Verkauf.. .im eigenen Namen, jedoch für fremde Rechnung.

Agent oder Factor. = Commissarius

aus d.frz. ... dem eine gewisse Commission aufgetragen wurde



Communion-Faktor

Schichtmeister = Lohnbuchhalter an einer Harzer Erzgrube.



Conducteur, Kondukteur

Kondukteur = Führer, Schaffner eines öffentl. Verkehrsmittelsiehe >



Conduktor

Conductor = Pächter

Gutspächter.



Conetabel

Konnetabel (aus ml. comes stabuli - der Stallmeister) Oberfeldherr des frz. Königsiehe >

connitable = ursprünglich Oberstallmeister, später Kronfeldherr.

Brockhaus: Connetable = Constable =

1) in Gr.Britannien u. USA Konstabler, Polizeibeamter;

2) im Frankenreich Hofbeamter;

3) seit dem 14.Jh. in Frankreich u. England Oberbefehlshaber des Heeres



Confecturenbeckersche

Confect = Zuckergebackenes, Süssigkeiten.

Brockhaus: Konfekt =

1) Zuckerwerk, vom Konditor zubereitetes Backwerk,

2) Pralinen.

Frau, die Confekt, Zuckerwaren herstellt.



Confiturier

Hersteller von Süsswaren.



Conrektor, Subconrektor

Der Conrektor war im Lehrerkollegium dem Range nach der 2., der Subconrektor der 3. .....auch dem Gehalt nach.

vergleiche > Infimus



Constabler, Constofler, -stafler

Schutzmann, Polizeibeamter.

Patrizier

Constabel = ein Wort, dessen Bedeutung grossem Wandel unterliegt, hervorging aus comes stabuli; heute bedeutet das frz. connetable eine hohe Würde im Heer; engl. ist constable ein öffentl. Beamter, Häscher, Polizeidiener.

Zu Magdeburg u. Braunschweig hiessen im Mittelalter reiche, den Festtänzen vorstehende Bürgersöhne constavel.

Constabel = Geschützmeister auf Kriegsschiffen.



Consum(p)tionsschreiber

Steuerbeamter



Conterfeier, Contrafeyer

Porträtmaler

Conterfehter, Conterfetter, Conterfeiter = Porträtmaler

conterfeien = pingere, malen

Conterfeyer, kunterfeyder, Contrafeyter.



Controlleur Estimateur

Estimateur = Taxator, Beurteiler

Kontrolleur, wer kontroliert, überwacht, prüft.



Conventualin

Lübeck 1842 > Conventualin des St.Johannis-Stifts

Konventuale = Mitglied eines klösterlichen Konvents (Gesamtheit der Klosterinsassen) -

Das H. Joh.-Stift wurde 1177 als Benediktiner-Kloster gegründet, 1245 mit Zisterzienser-Nonnen besetzt, nach der Reformation in ein evangelisches Jungfrauenstift umgewandelt.



Conversa

Bekehrte, Laienschwester

conversus = bekehrt, Laienbruder.



Conzipist

jurist. Hilfsarbeiter

Duden: Konzipient = Verfasser eines Schriftstückes, jurist. Hilfsarbeiter



Copiat

Copist = Abschreiber.



Copiist

Lübeck 1838 Copiist u. Cassirer des Leuchtengeldesiehe >

Duden: (Copist) Kopist = Abschreiber.

Copist, abschreiber, nachmahler

Bei allen Behörden gab es Copiisten, die die von den leitenden Beamten entworfenen Schriftstücke - oft schwer leserlich - für die vorgesetzten u. nachgeordneten Behörden mit sehr deutlichen und schönen Buchstaben abschrieben.



Cordewaner, Corduaner

Schuhmacher

Corduanenmacher, Schuhmacher, der Corduanleder verarbeitet.

vergleiche > Kordewaner, Kurdewaner



Corporal, Korporal

vom frz. caporal, d.h. Rottmeister, Gruppenführer;

der unterste Dienstgrad der Unteroffiziere.



Corrector

Korrektur = Verbesserung



Corsenwerchte

Höhler, Pelzer, Kürschner

vergleiche >: Körsenwerchte

Korssner



Corsettweber

Korsett = Schnürleib, Stützmieder

Brockhaus: = Schnürbrust, Schnürleib, Schnürmieder, in der Frauentracht des 16. bis 19. Jahrh. eine unter dem Kleid getragene steife, enganliegende Bekleidung des Oberkörpers, meist mit Fischbeinstäben gesteift.



Cossat

Kossäte = Kotsasse



Coventbrauer

Dünnbier-, Klosterbierbrauer

vergleiche > Kofentbrauer

Lexikon: convent, covent, kafent:geist.Gesellschaft in einem Kloster, konvent: dünnes Bier, Nachbier, eigentlich. Klosterbier.



Craghenmeker

Kragenmacher



Cramer

Krämer = Kleinhändler, Höker



Curandus

lat. curare = pflegen, verwalten, heilen

Zedl. Curandin = Frauensperson, die eines Curators bedarf.

Pflegebedürftiger, Entmündigter.



Currendarius

Kurrende: kirchl. Knabenchor; früher: aus bedürftigen Schülern gebildeter Chor, der vor den Häusern Lieder meist geistlicher Art gegen Gaben und Geldspenden sang. (Brockhaus)



Custer, Kuster, Custos

Küster, Kirchendiener.

Lübeck 1842 > Custos der St.Katharinenschule

Kustos (lat. custos) Wächter, Verwalter u. Sachbearbeiter von Kunst- u. wissenschaftl. Sammlungen.



Custodie-Inspektor

Brockhaus: Kustodie = Vereinigung mehrerer Klöster

Verwaltungsbeamter in einer Kloster-, Stifts-, Museumsverwaltung



Cythermaker

cithara = Zither, Leier

Zither-, Leierbauer.



Dachdecker

Handwerker, der Hausdächer herstellt. Man unterscheidet

Schieferdecker, auch Leiendecker genannt

Strohdachdecker, Reetdachdecker

Steindecker

Bleidecker



Dachloner, Dageloner, tageloner

Tagelöhner

tageloner = Tagelöhner

tagewercker, wohl = Tagelöhner

Dagglöner = Tagelöhner



Daguerrotypist

Vorläuferin der Photographie. (Herstellung von Bildern auf versilberten Kupferplatten in der Camera obscura)



Daler, deler, = dageloner

Tagelöhner

siehe > Dachloner.



Damasculierer, Damascierer, Damaschierer, Masculierer

sind nicht, wie der Name anzudeuten scheint, Handwerker, die den Damaststahl herstellen, sondern freie Künstler, die Waffen u. Waffenteile auf verschiedene Art, besonders aber durch Tauschieren verzieren. ...auch das Vergolden, Versilbern u. Blauen von Waffen, das Einlegen in Holz, das Ätzen u. Eisentreiben ausübten.



Dammeister

der der Arbeit bei einem Damm vorgesetzt ist, Deichmeister.



Dammgeschworner

Mitglied des Deichvorstandesiehe > Vorsteher des Deichvorstandes ist der Deichhauptmann, Deichrichter, Deichgraf, der die örtl. Polizei zum Schutze der Deiche handhabt.(Brockhaus)



Dammasstweber, Dammastweber

Damastweber.

Damast = Zeug mit eingewebten Blumen u. Figuren (Duden)



Damm- u. Schleisen-Bereuter

Bereuter = Bereiter = berittener Ratsdiener

(bei Dammbau) zu besserer Aufsicht ist auch ein besonderer Buschwärter oder Dammbereiter bestellt.



Dammsetzer

Pflasterer

Dammsetzer = Steinsetzer, der an dem Steindamme arbeitet oder die Strasse pflastert.



Dampfführer

Wahrscheinlich Dampfbootführer



Dapifer

dapifer = Koch, Truchsess



Daschner

Dasch = Tasche

Duden: Taschner, Täschner, Taschenmacher

Taschner = Taschensattler, Täschner



Daubecker, dabecker, dobecker

eine unbek. Spezialität der Bäckerei, meist weiblich

Armenbäcker



Daugenmacher

Dauge = Seitenbrett eines Gefässes aus Holz, Fassdaube

Dauge am Fass -> Daufel = breites dünnes Holz, Daube.



Decateur

dekatieren = Dämpfen von appretierter Seide u. Wolle, verhütet Einlaufen u. Wasserflecke; Tuch krimpen



Dechant

Duden: Höherer kath. Geistlicher

Dekan, Vorsitzender einer Universitätsfakultät.

Dechant (Domdechant) = Mitglied des Domkapitels, ... hat die Verwaltung der inneren kirchlichen Angelegenheiten, vornehmlich in disziplin. Hinsicht.

Lexikon: techan. techant, dechan, dechant = Führer von 10 Mann; Vorstand der Jahrmarktsbesucher.



Deckducker, decklecher, decklacher

Bettuchmacher

Die Deckelecher gehören zu den Leinewebern

Decktuch -> Decklach, Decklaken; eine Bettdecke, die oben auf dem Linnentuch liegt.



Deckenmacher

Die D. arbeiteten zwar auch mit Wolle unter Zusatz von Leinen. Aber weitgehend begnügten sie sich mit der billigen sogen. Scherwolle, einem Abfallprodukt der Gerberei.

auch Schalaun-, Salaun-, Salunenmacher genannt nach der Stadt Chalons, von wo die Webtechnik gekommen sein dürfte.



Decker, dekker

Tekener = Hersteller von Decken, Matten.- Decke = Kurzform für Deckewert = Deckenmacher (Flechter, Wirker von Matten).

decker (tector) = Dachdecker

Deckerknecht = Dachdeckergeselle



Decklocher

Lexikon: decke - dec - lachen = Bettuch, Bettlaken

Deckelecher = Leineweber

Decklach, Decklaken = eine Bettdecke, die oben auf dem Linnentuch liegt.



Deckner, Tekener

Tekener = Hersteller von teken = Decken, Matten.



Deckweber

Teppichweber



Degener

Degener = Degenmacher, Degenschmied

Degener (niederdeutsch) um 1300 für Degenhard gebräuchlich. Also auch Name

Degen zu althochdeutsch degan = junger Krieger, Gefolgsmann.



Dehlenträger

Dielenträger

vergleiche > Dilendreger



Deichbaas

Diekbaas = Leiter und Aufseher der Deicharbeiten.



Deichgeschworener

Die Obliegenheiten der D. bestanden in regelmässiger Schauung der Feldmark, insbesiehe > der Deiche, der Instandhaltung der Deiche, Sielen und Brücken, Wege und Stege, der Bestrafung der Bruch..., der Bestellung der Bauerschaftslisten, der Beschaffung der Zuchtstiere, -eber u. -böcke u. der Prüfung der Masse u. Gewichte usw. (Deichordnung v. 1672)

vereidigter Aufseher über ein gewisses Stück eines Deichesiehe >



Deichgräber

vergleiche > Teichgräber

Deicharbeiter.



Deichgraf

Die Deichgrafen waren Bewohner des Landes siehe > Der Amtmann (u.Oberstaller) ist zugleich Oberdeichgraf der ihm untergebenen Distrikte gewesen.

vergleiche > Dieker, Diekgreve



Deichediger

Diekediger = Deichgeschworener; führt die Aufsicht über das Wasserlösungswesen im Kirchspiel.

Deicheidige = beeidigter Aufseher bei dem Deichwesen.



Deichkondukteur

wahrscheinlich: Deichaufseher, Hilfskraft des Deichgrafen.



Deichrichter, Deichrentmeister

Deichrichter = Unterbeamte des Deichgrafen, die innerhalb eines gewissen Bezirks die Deicharbeiten beaufsichtigen u. Schäden dem Deichgrafen zu melden haben.

Doornk.-Koolm.: Dikrichter = Vorstand einer Dikacht (Deichbezirk) sonst auch Deichgraf genannt.

Deichrentmeister = Deichpfennigmeister, der die Gelder für die Deichkasse einnimmt.

Deichrichter = am Deichgericht in Bremen der dem Deichgrafen Nächststehende.



Delenschneider

Dielenschneider



Demoiselle

Brockhaus: unverheiratete Töchter von guter Herkunft, die in grösseren Haushalten Stellung annahmen, jedoch gesellschaftlich zur Familie gehörten.



Dener

dener = Diener

dener = Diener hohen wie niederen Ranges, fürstl., städt. Beamter, Angestellter, Handlungsdiener, Knecht, Aufwärter.



Dengler

hämmerte das Eisenblatt zur Sense oder zur Sichel.Dengeln bezeichnet auch heute noch das Schärfen der Sense durch Hämmern .

Dengler: der Sensen dengelt (schärft) durch Hämmern od. Klopfen



Dentler, Dantler

Trödler

Dandler, mittelhochdeutsch: tendeler = Trödler, mit getragener Kleidung handelnd.



Deschenmecker, deschener, theschinmeckere, desener

Taschenmacher.

D. Gewerbe scheint öfter von Frauen ausgeübt worden zu sein

siehe > Taschner



Descher

Döscher = Drescher



Deschler

Taschenmacher

Desch(n)er - mundartl. für Teschner, Taschenmacher



Dessinateur

Musterzeichner



Destulierer, Distulerer, Destillatör

Destillateur

Distillirer (Lübeck 1798)

Branntweinbrenner.



Deuchelbohrer, Deuchler

Holzröhrenmacher

Deuchel = Röhre, Rinne

Deuchler, Deichler = Hersteller von hölzernen Röhren für die Wasserleitung .



Diätist

Diäter = Hilfsarbeiter bei Behörden

Diätist = Empfänger von Tagegeld

Brockhaus: Diäten = Tagegelder



Diamantschneider

Demantschneider, der dem rohen Diamant seine Form gibt, ihn zum Brillanten, Dickstein, Rautenstein, Rosenstein, Tafelstein schneidet.



Dichtmaker, dichtbinder

Böttcher

Biertonnenböttcher

Da im Mittelalter Tonnen zum Versenden vieler Waren, Salz, Pelze, sogar Bücher verwendet wurden, mussten Fässer, in denen Flüssigkeiten transportiert bzw. gelagert wurden, besonders dicht gebunden sein.



Dieker, Diekgreve, Diekhoder

Deicharbeiter; Deichgraf, Vorsteher des Deichwesens;

Teichwärter, Grabenaufseher

Dieker = Deicharbeiter, auch Deichbewohner;

Diekgraaf, früher Diekgreve = Deichgraf, Oberbeamter des Deichwesens, der die Aufsicht über alle Deiche des Verbandes führt.

Hoder = Hüter, Bewacher



Dieksticker

Doornkat-Koolmann: dik - Stikker = Deichsticker = wer den Deich mit Stroh bestickt.

dik-stikken = das Besticken des Aussendeiches mit Stroh, vermittels des Diknatels, um das Abspülen der Erde durch die See zu verhindern.

Der Deichfuss (die Berme) wird mit Stroh oder Reet bestickt.



Dielenkäufer, -händler

Dielen-, Bretterhändler

Dielenhändler



Diener

Lübeck 1798: reitender Diener (siehe >: Reitendiener)

Herrendiener, Stadtdiener

Diener = der in untergeordneten Verhältnissen gegen Lohn Dienste leistet, so: Kammerdiener, Gerichts-, Kirchen-, Amts-, Schul-, Silber-, Hof-, Stadt-, Ratsdiener.

Lohndiener

Kämmereidiener, Gerichtsdiener, Polizeidiener (oder Stadtwachtmeister) u. den sog. Angriffsdiener.



Dienstknecht, -mann

servus = Knecht

Brockhaus: Dienstmann =

1) im Mittelalter unfreier Ritter

2) Gewerbetreibender wie Gepäckträger, Stiefelputzer u.a.



Diligence-Besitzer

Diligence = Postwagen

Eilwagen

Brockhaus: Eilpost

Wagen in Form grosser Omnibusse, sogen. Diligence mit vier Pferden bespannt, kamen täglich einmal durch unsern Ort.



Dilendreger

Träger von Dielenholz

Dielenbretter wurden aus Preussen eingeführt.- Den Hafenbetrieb besorgten die Träger, die ihre mittelalterliche dunkle Leinentracht bis ins 20. Jahrh. beibehalten haben. (Klöcking)

siehe > Träger



Dinghörer

D. = Dingmann = Gerichtsperson, Beisitzer des Gerichtsiehe >



Dingmann

Dingmann , -wart = Schöffe

Gerichtsperson, Beisitzer bei Gericht.



Dingschreiber

Gerichtsschreiber.

Ding = Gericht, Gerichtsstätte

Dingsleute bei dem zu Ritzerau gehaltenen Landgericht sind dieselben ... stets zugegen.



Ding-Voigt

Ding Voigt im Ding und Recht.

siehe > auch Abfinder in Ding



Dinneker, Donneker

Anstreicher

Donneker = leemklicker

donneken, denneken = mit Kalk bekleiden, tünchen



Dintener, tyntener

Tintenmacher



Dirne

amye = bule freuchin, freulin

arme dirne heimliche frauwen

bubin = dirne hodenmuss

bule = dirne hodemusechen

bulerin, bulersin hore = hure

dirne, auch tyrne hübscherin

gude dochter kotze, koitze

liebe d.,gemein d. lichte frauwe

dorechte frauwe stockfrau

veile Frauwe Gleide = Dirne



Dirredeier

Tirtei = Hersteller (Tirtei = halbwollener Stoff)

dirdendei = ein halb leinenes, halb wollenes Zeug



Discher, Dischmaker

Tischler, Tischmacher

dischmecker, Tischmacher



Dispacheur, Dispachent

Brockhaus: gerichtlich bestellter Sachverständiger, der die Dispache (Berechnung der Schadensverteilung bei Verlusten im Seeverkehr) besorgt.

Brockhaus: 1925: Dispacheur oder Dispachant, die vom Gericht zur Aufmachung der Dispache bestimmte Person.



Disponent

mit Vollmachten ausgestatteter Leiter einer Geschäftsabteilung.

bevollmächtigter Mitarbeiter.



Distilator, Distelator, Distillator

Destillateur, Branntweinbrenner.

destillieren = flüchtige Teile eines Körpers durch Wärme in verschlossenen Gefässen als Flüssigkeit abziehen, abtropfen lassen, brennen. Branntwein destillieren.



Dockenmaker, -spieler

Puppenmacher

Docke = Puppe

Dockenspieler = Puppenspieler



Dockscherer

dok = Tuch

Dook = Tuch

Tuschscherer



Dodendreger, dodengreber

Totenträger

todengraber = Totengräber

Kulengreber = Totengräber



Dömer

Domfischer, Fischer der Untertrave, die am Dom wohnen



Döncker, Dönkter

Die Döncker und die getünchten Schornsteine“

siehe > Tüncher



Dönnicher

Tüncher, Anstreicher.

vergleiche > Dinneker



Döscher

Drescher



Dokbereder

Tuchbereiter

siehe > Tucher, Tuchscherer, Duchbereider



Dollenschriver

Zollschreiber

mittelniederdeutsch: tollenschriver

Schreiber auf einer Zollstelle

vergleiche > Zollschreiber



Domfrau

Domina (lat.Herrin), Ehefrau e.Standesperson, Klostervorsteh.



Donneker

Tüncher

döneker, dönneker, lemclicker = Tüncher, Lehmer

vergleiche > Dinneker



Doppelsöldner

doppelsöldner, die zwiefachen oder doppelsold haben.

ein doppelsöldner dem zwifache speis geben wird; mit schwerer rüstung = gleichbedeutend mit Dragoner.



Doppelspänner

Dopplhöfner = Doppelhöfner

Doppelhoff = Vullhoff = Vollhof (Gegensatz: Half-Hoff)

Vullhöufner = Vullmair = Vullspenner

Brockhaus: Halbbauer = Halbspänner, Halbhufner

Doppelhoff = Vullhoff

Vullspenner = gewöhnlich ein Vollhöfner, der mit seinem Gespann vollen Hofdienst leistete.



Doppengiesser, doppensmyder, doppengoltsmydt

Würfelmacher

Doppenschneider = Würfelschneider

Doppengiesser = Topfgiesser



Doppler, Doppeler

Würfelmacher, Würfelspieler

Doppeler = Würfelspieler



Dorfgeschworener

untere Dorfobrigkeit, zur Einhaltung besserer Ordnung bestimmt

Dörpswager = Dorfgeschworener

Mitglied des Gemeinderates



Dorfrichter

Schultheiss, Dorfvorsteher u. Verwalter der niederen Gerichtsbarkeit

Schultheiss, Bauernrichter



Dorhuter , dorman

Türhüter

dormann = portener = Pförtner an einem Stadttor



Dornknecht

wohl so viel wie Tornknecht, Turmknecht,Türmer.



Dorpswager

Dorfrichter, Schultheiss

Dörpswager = Dorfgeschworener



Dosenmacher

verfertigte gebrannte lederne Schnupftabaksdosen, in denen Wappen u. Namen in Perlmutter ausgelegt waren; eine solche hatte er auch dem Könige zum Geschenk gemacht.

Dose - man braucht das Wort gewöhnlich nur bei Schnupftabak, Rauchtabak u. Zucker ...- Dose –

ein rundes, hölzernes Gefäss ...



Drager

ein sodesknecht, im Dienste des Sülfmeisters

Die Dreger bilden in den Städten das Amt der Bajuli oder portatores, in Rostock Kumpaner.

dragen, dregen, drigen = tragen

dreger, drager = Träger

Dreger = Träger.



Drageht-, Tragetmaker

Lübeck, Dom Taufbuch 1669

Tragholzmacher.

Drach', -Trage, Schulterholz zum Tragen von Eimern

Tracht = Tragjoch

Drach, Dracht = Trage, Achseltragholz



Drahtbinder

hausierender Topfflicker,

Hersteller von Mausefallen.

die durch die halbe Welt ziehenden Drahtbinder.

Grosse Steinguttöpfe, Steingutschüsseln wurden durch ein herumgebundenes Drahtgeflecht vor dem Zerbrechen gesichert, besiehe > wenn schon ein leichter Sprung vorhanden war.



Drahtplätter

vergleiche > Goldplätter

Lahngoldmacher



Drahtreider

Drahtzieher



Drahtschläger

Drahtplätter

Lahngoldschläger



Drahtstiftarbeiter

Drahtstifte wurden aus rundem oder vierkantigem Eisen-, Messing- oder Kupferdraht hergestellt, früher durch Handarbeit, heute durch Maschinen.



Drahtzieher, drotzoger, -trecker

zog einfachen oder ineinander gedrehten Draht in einer Drahtmühle, mittels Drahtzug

drotzoger, dratzieher = Drahtzieher

Drahttrecker = Drahtzieher

Handbuch d.B., veraltete Bezeichnungen: Zöger, Bankzöger, Schockenzieher, Leirenzieher, Bankzieher, Handzieher, Drahtreider, Drahtmacher.

Leonische Drahtzieher fertigten die mit Gold- oder Silberlahn übersponnenen Fäden, die man für Posamenten u. Stickereien benötigte. Das Gewerbe stammte aus Lyon, daher leonisch

vergleiche > Lahngoldmacher



Draietmacher, Drygettmacher

wohl = Dragetmacher = Tragholzmacher



Drangfahrer, Drankfahrer

Brockhaus: Drank, der, niederd. Spülwasser; Schweinefutter aus Küchenabfällen.

Drank, flüssiger Küchenabfall für die Schweine, dünnes Schweinefutter.-

Da die Bäcker z.B. ihre Schweinemästereien ausserhalb der Stadt-mauern hatten, wie etwa in der Paulstr., früher Bäckergang, waren Drankfahrer Leute, die Küchenabfälle zu den Mästereien fuhren.



Drattsmed

Drahtschmied

vergleiche > Drahtzieher, Smede



Dr.d.G.G.

Doktor der Gottesgelehrtheit.



Drechsler ; dresseler, dressler

Im Mittelalter gab es die Trennung in Grob- u. Feindrechsler. Weitgehende Spezialisierung brachte bunte Namengebung mit: Boltendreyer, Vlaschendreyer, Kopdr., Schötteldr., Spinnrademaker .

dresseler, tresseler, dresler, trisler, trechseler, (tornator) Drechsler.

Holzdrechsler u. Horndrechsler.



Dreckfeger

Dreckfeger

Strassenkehrer, die ausserdem den vor die Tür gesetzten Abgang aus den Häusern auf Wagen, Dreckkarren laden u. aus der Stadt schaffen (Berghaus).



Drecktrecker

Strassenkehrer, die auch die Hausabfälle abfuhren.

siehe > Dreckfeger



Dreger, Dräger, Dreghere

Träger

Dreger = Dreier = Drechsler sein.

Dreger = Träger u. Packer, Mitglied der Trägerkorporation

Bürgerbuch Hannover Dreghere = Träger

vergleiche > Träger



Dreher

Eisendreher, Stahldreher.- Metalldreher = Dreher von Nichteisen-Metallen. Veraltete Bezeichnung: Bankarbeiter.

Der Beruf des D. , des Maschinenarbeiters an der Drehbank, ist in Deutschland etwa 170 Jahre alt. ... Um 1480 kannte man sog. >Fitzelbänke<, die von Schmieden u. Drechslern zum Drehen, Gewindeschneiden benutzt wurden.

Dreher, Dreier früher = Drechsler.



Dreimann

Dreimann 1515 u.16, Krämer (Dortmd.)

Dreimann ->Dreiherr = triumvir

dreiherr, bawherr, pfennigmeister, rentmeister

Dreyherr = Mitglied eines Collegiums von drey Personen. Das Triumvir der Römer haben einige Neuerer durch Dreyherr zu übersetzen gesucht.



Dreispänner

Bauer, der mit 2 anderen Bauern zusammen ein volles Gespann zur Dienstleistung stellen musiehe >



Dreiviertelspänner

Dreiviertelhöfner, eigentl. Besitzer einer 3/4 Hufe.

Brockhaus: Halbspänner = Halbbauer, Halbhufner



Drellmacher, Drellweber

Drell =Drill =Drilch =Drillich =Gewebe mit dreifachen Fäden(Duden) Drell ( zu drei: mit drei Fäden gewebt) ...sehr dicht u. fest gearbeitetes Leinwand=, Halbleinen= oder Baumwollgewebe(Brockhaus)



Drenckglasmacher

drenke = Tränke; drenken = tränken;

drenker =

1) Trinker;

2) der zu trinken gibt.-

Trinkglas-, Wassergläser-Macher



Dreschgärtner

Kleinbauer, der beim Dreschen auf dem Gutshof helfen musiehe >

eine eingesessene dienstbare Person, welche um einen gewissen Lohn alle zum Gute erforderlichen Dienste verrichten musiehe > (steht zwischen Kossat u. Häusler.)

Lohngärtner, dessen Haupteinnahme in einem bestimmten Anteil (10. oder 11. Scheffel) des Druschertrages besteht.



Dreschlehr, dressler, Dressler

Dressler, Dressler



Dreyer, dreher, dreger

Drechsler

> siehe auch Blocksdreyer, Boltendr., Kopdr.

Dreier = Drechsler

Dreyer, tornator = Drechsler

Dreihergeselle



Driakelstunnekenmaker

Lexikon: driakel, triakel, driaker, triack = Theriak

Driackel = Theriak, Arzneimittel gegen tierisches Gift.

Duden: Theriak = Heilmittel des Mittelalters

Theriak = Arzneimittel gegen Tierbiss, mittelalterliches Heilmittel, e. ursprüngl. aus 64, später aus 12 Bestandteilen bestehende Latwerge.

Tunn = Tonne, tunneke = kleine Tonne.

Hersteller von Tönnchen, Büchsen zur Aufbewahrung des Theriaksiehe >

Brockhaus: Mittelalter Allheilmittel aus vielerlei Bestandteilen: Theriakwurzel, Pimpinelle, Erzengelswurz.



Drietmacher

Hersteller von Schlitzeisen für Samtwebstühle.

eine eingenietete Messerklinge an den Sammetstühlen, womit die Fäden der Kette aufgeschlitzt werden.

Schlitzeisen, auch Hobel



Drögekäufer

Kleinhändler mit trockener Ware, wie Erbsen usw.(Schubert, Die Neubürgerlisten der Städte Rostock, Schwerin, Wismar. 1982)



Dröghaken

Höker

Drögenist = Materialienhändler

Drögköper hiess in Rostock der kleinste Händler; so genannt, weil er ursprünglich nur trockene Ware wie Erbsen, Bohnen usw. auf- u. verkaufte.



Dröscher, Drescher

Drescher, Dröscher = excutiens grana frugum



Droschkenaufseher

Vielleicht Angestellter der Stadt, der die zugelassenen Droschken auf Sauberkeit, Zuverlässigkeit usw. kontrolliert.



Droschkier

Droschker = Droschkenkutscher.



Drost, Droste

leitender Verwaltungsbeamter einer Vogtei od. eines Amtes (Drostei)

Landvogt, Amtshauptmann.



Drüchter, Drückter

Taufbuch St.Petri Lübeck 1660:ein drüchter (drückter) auss dem Tohre.

1) Drucker, Buch- od. Kattundr.

2) Ferkeldrücker, Kastrierer?



Drücker

Taufbuch Jacobi. Drucker, Buchdrucker

drucker = der etwas bedruckt, eine Form, Zeichnung abdruckt.

Bookdrücker = Buchdrucker

drücker = Drucker, Buchdrucker.



Duchbereider / duchgewender

Tuchbereiter / Tuchhändler

duchheffter = Tuchhefter = Tuchscherer

duchman = Tuchhändler

duchmecker = Tuchmacher, Wollweber

duchscherer = Tuchscherer



Duchknappe

Tuchknappe, Tuchmachergeselle

vergleiche > Duchbereider, -gewender



Duchscherer

Tuchscherer siehe dort



Ducker

Taucher.

In Danzig wurde 1609 ein geschworener Ducker angestellt, den Grund der Ströme rein zu halten und gesunkene Sachen zu heben.



Dübler

Zimmermann

Dübel = Holzpflock

Dübel = Pflock



Düllenbreiter

Handbuch d.B. Gabelarbeiter.

Bezeichnung daher, dass der D. die >Dülle< der Gabel breit macht Die Dülle nimmt später den Stiel auf (Heu- usw. gabeln)

den Teil der Schäferschippe, der den Holzstiel aufnimmt, >Tülle<.



Düncher

Tüncher



Düppenbecker

Töpfer, Hafner, Kannenbäcker



Durstenden Wächter

Torwächter.



Ebenist

Kunstschreiner

so benannt nach dem bei Intarsien verwendeten Ebenholz (Brockhaus)

Kistler, der Ebenholz verarbeitet.



Ebentürer, Ebenteurer

Juwelenhändler

Ebentheuer (obd.) meint den umherziehenden (abenteuernden) Kaufmann, besiehe > den Juwelenhändler

Ebenteurer = Abenteurer



Eberschmied

Korbsches Sippenarchiv, Bilder aus dem Berufsleben

Bohrerschmied

Eberschmied = Neberschmied

Lexikon: nabe-, nebe-ger = spitzes Eisengerät zum umdrehen, bohren (entstellt nage-, negeber, -bor, neper)

vergleiche > Neberschmied



Echtleute

keine Berufsbezeichnung. Echt ist das alte Wort für Ehe (nach Schütze noch um 1800 gebräuchlich)

Schütze (1800):Noch sagt man (Hamb.) up de Echt geven, tor Echte nemen

Echtgenote = Ehegatte

Echteschopp = Ehestand.



Eckernmacher

Eckern wurden die eichelförmigen, umstrickten Holzknoten genannt, die man vor diesem an der Kragenschnur, an den Ecken der Schnupf- u. Halstücher wie auch als Knöpfe an Surtouts u. Fracks trug u. mit Schnüren zusammenhielt.

eckern = Eicheln, übertragen: Quaste, eichelartiger Zierrat, Zierknöpfe, Knauf.

eckernbeschläge aus Gold u. Tressen.

egge = Schneide einer Waffe od. e. Werkzeugesiehe >



Edammer

Wahrscheinlich: Holländer, Landwirt nach Holländerart oder Molkereibesitzer.



Edelschmied

Verfertiger edlerer, wir würden sagen: kunstgewerblicher Arbeiten in Edelmetallen oder Messing. In Österreich nannte man sie Geschmeidler.



Edelsteinwürker

Edelsteinhawer = Edelsteinarbeiter



Eger

Bohlsmann

Bohlsmann = Hufner

Bondenbohl = erbeigener Grundbesitz. Festebohl = von einer Grundherrschaft als Lehen erhaltener Besitz.



Eggenschuhmacher

Pantoffel- und Eggenschuhmacher

Egge, Ecke, Eckstreifen von Tuchen, Tuchsaum. Es werden daraus Eggendecken und Eggenschuhe geflochten.



Ehehalt

Ehehalt, in Altbayern siehe > Dienstbote.



Ehevogt

Ehemann

maritus = Gemahl, in dessen mundium (Schutz) sich die Frau befindet.



Eichenbinder

Fassbinder, der Eichenholz verarbeitet.



Eicher

Eichmeister, Visierer.

Brockhaus: eichen = prüfen auf richtiges Mass und Gewicht.



Eyermenger

Eierhändler



Eigenkätner

Besitzer einer kleinen Stelle mit Wohnhaus (Kate) und mit etwas Land

Häusler; kl. Haus mit Gartenland u. Vieh, d.i.d.Regel als Tagelöhner arbeitet.



Eigenlöhner

Eigenlehner -> Lehner = Bauer, der nur ein Haus u. etwas Ackerland besitzt.

Eigenlöhner = der eine Zeche auf eigene Hand betreibt, Einspänner.



Eigenwohner

er wohnt in seinem Eigentum



Eimermacher

fertigte Eimer,

Böttcher, der kleine Geräte baute.

Handwerker, die besonders in grösseren Handelsstädten, z.B. in Danzig neben den Böttchern selbständig ihr Gewerbe betrieben.



Einbörner

wurde eine Feuerwehr geschaffen, indem die Einbörner, wie die Heizer in den Brau- u. Badstuben genannt wurden, und die Bader verpflichtet wurden, bei Bränden ... Hilfe zu leisten.

Pfannenträger oder Helfer genannt; Arbeiter der Mälzenbräuer, sie tragen das Malz zur Darre, schüren das Feuer, verladen Bier u. Gerste.

bernen, barnen, burnen = brennen



Einfahrer

Der Einfahrer (auch Fahrsteiger) war Controlbeamter für den Dienst der Geschworenen, hatte aber die Controle für das ganze Geschworenen-Revier.

Vergleiche > Steiger



Einhaus-Bäcker

Der Innebäcker verbuk in seinem Ofen das ihm von der Kundschaft gelieferte Mehl. Jedoch nur Roggenbrot

Inhausbäcker

vergleiche > Hausbäcker

Hausbäcker, der den von den Familien gekneteten Teig ausbuk

eenhüsig = nur in einem Hause lebend



Einleger

Holz einlegen (Intarsien), heizen, Metall (Tauschierarbeit), Buchbinder usw.



Einlieder

vielleicht verschrieben: statt Einlieger = Häusler, Beisasse, der kein eigenes Haus hat.



Einlieger

Mietsmann

wohnen in Dörfern bei Bauern oder Eigenkätnern, auch in Städten zur Miete, sind meist Gelegenheitsarbeiter. Man nennt sie auch Losleute, Losgänger, Freileute, Freiwohner.



Einnehmer

Steuerbote, Zollwart (Brockhaus)

Akziseeinnehmer, Chausseegeldeinnehmer usw.



Einrosser

Zweirosser = Lehnsmann, der zum Dienst mit zwei Rossen verpflichtet ist.

Lexikon: einrüsse = einspännig, dem nur ein Pferd zusteht.

einrusser = einspänner



Einspänniger, Einspänner

Stadtknecht, Ratsdiener

siehe > Einspenniger

Einspändiger = Magistratsbote



Einspenniger

Einspänner (Einspendiger, Einspenniger) = reitender Bote in einer Stadt.

Die Stellen lehren, dass ein einzelner Reiter od. Marställer zu verstehen sei, der zum Geleit mitgegeben wurde u. auch Bestellungen ausrichtete;

einspännig hiess er, weil ihm nur ein Pferd zustand. An sich sollte einspännig nur auf einen Fuhrmann gehen, scheint aber von jedem einzelnen Reiter zu gelten.



Einträger

gehört zu den Glashüttenleuten

Das vom Meister fertiggestellte Glas wird vom Einträger abgenommen u. in den Kühlofen verbracht.



Einwohner

Schutzverwandter, Einwohner einer Stadt, der nicht das Bürgerrecht erworben hat, aber gewissen Schutz (Wohnrecht) durch das Gemeinwesen geniesst.



Einzelspänner

Einspänner > siehe dort

Einspänner = Kleinbauer, der nur ein Pferd hat

Eenspänner = Wagen mit einem Pferd

Adelung: Im Bergbau ist ein Einspänner derjenige, welcher eine

Zeche allein baut

Einspänniger = Stadtknecht, Ratsdiener



Eisenbahnlademeister

Betriebsaufseher im Ladedienst, Betriebsmeister



Eisenbahnpackmeister

Eisenbahnpackmeister in Goslar

frühere Bezeichnung für einen Aufseher im Ladedienst



Eisenfaktor

Leiter einer Eisenfaktorei

Die Herzöge richteten zum Vertrieb des im Harz gewonnenen Eisens Faktoreien ein



Eisengiesser

Hüttenfacharbeiter, die den Guss betreuen.

Facharbeiter in einer Eisengiesserei.



Eisengräber, Eisenschneider

Stempelschneider, auch Grabner genannt (Graveur)

Stahlgraveur, ident. Bezeichn. Tiefgraveur, Reliefgraveur (=Releveur), Eisenschneider (veraltet) Stahlschneider.

Der Stahlgraveur fertigt Werkzeuge (Stempel, Stanzen), mit denen ... Kunstformen für Massenartikel hergestellt u. Gegenstände ... verziert werden.



Eisenhüter, isenhuder

Helmschmiede, Helmer, Haubenschmiede; fertigten Helme

isenhuder, der Eisenhüte (Helme) anfertigt



Eisenkramer

Künzig: Kleinhändler in Eisenwaren.



Eisenkuchenbecker

Eisenkuchen : placenta inter ferra calida cocta

Kuchen, zwischen heissen Eisen gebacken, also Waffeln.

E. = Waffelbäcker.



Eisenmenger

Eisenhändler.



Eisenmeister

Kerkermeister



Eisenschmelzer

Waldschmied, Zerrenner



Eisensteinbergmann, Eisensteinarbeiter

Bergmann bzw. Arbeiter in einem Eisenerzbergwerk bzw E.-Steinbruch



Eisentreiber, Isendriuer

bearbeitet Eisenblech in kaltem Zustande ... - mit Hämmern verschiedener Form u. Punzen bearbeitet, um plastische Gebilde, Ornamente, Pflanzen, Tiere, Menschen usw. zu erzeugen.



Eisernleuchtenmacher

sie (die Klempner) hiessen hier zunächst Eisenleuchtenmacher, nach den damals offenbar modern werdenden Laternen (16. Jh.), wie man sie in den Dälen aufhängte ... oder auf den Strassen mit sich trug.

vergleiche > Klempner, Isernleuchtenmacher.



Ekenschipper, Eichenschiffer

Die Ekenschiffer, deren Fahrzeuge aus Eichenholz hergestellt waren, hatten das älteste Schifferamt. Die Ekenschiffe waren Vollschiffe aus Eichenholz, ... die Ilmenauschiffe hatten immer nur einen Mast.



Elbzollgegenschreiber

Zollgegenschreiber = unterer Zollbeamter

Gegenschreiber = Kontrolleur



Elfenbeinschnitzer

Verarbeitete Elfenbein für diverse Schnitzereien



Emmermacher

Frischbier: Emmer = Eimer

Eimermacher = Böttcher, der ausschliesslich Eimer macht.



Engelsaiter

Engelseiter waren die Hersteller eines Wollstoffes von geringer Breite u. geringem Wert ... Vermutlich rührt der Name daher, dass diese Webart von England nach Deutschland gekommen ist.



Engl. Stuhlmacher

engl. geflochtene Rohrstühle.

Wahrscheinlich Möbeltischler.



Engrosfactor

kaufm. Angestellter im Grosshandel.



Enke

(niederdeutsch) Kleinknecht

der dem Grossknecht untergeordnete jüngere Kleinknecht.

junger Knecht, der nur als halber Knecht dient und den Grossknecht über sich hat.



Enrollierter

See enrollierter, für den Seedienst angeworben.

ein zum Rekruten bestimmter Wehrpflichtiger, der bei seinem Truppenteil in die Musterrolle eingetragen u. bis zur Einstellung mit einem Laufpass in die Heimat beurlaubt war.



Entenmeister

Entensteller = Jagdgehilfe f.d. Wasserjagd.



Entensteller

Bürgerbuch Kölln

Jagdgehilfe (für die Wasserjagd).



Entrinder

afborken = die Rinde eines Baumes abziehen.

Entrinden:

a) zum Schutz des Holzes

b) zur Gewinnung der Rinde

a) Nutzholz, besiehe > Nadelholz wird geschält, um den Borkenkäfer u.a. zu bekämpfen; von Hand, maschinell,

b) Rinde liefert Faser, Gerbstoff, Gewürz, Arzneimittel, Kork.



Ephor

ephorus: Hauslehrer; Superintendant; Informator



Erbbeständter

Erbpächter.

Beständer = Pächter.



Erbdresch-Gärtner

Dreschgärtner = Lohngärtner, dessen Haupteinnahme in einem bestimmten Anteil (10. oder 11. Scheffel) des Druschertrages besteht.

Kleinbauer, der beim Dreschen auf dem Gutshof helfen musste

Erbdrescher = der für den Besitz eines kleinen Hauses das Getreide der Herrschaft zu dreschen verbunden ist; hofdrescher, zwangsdrescher.



Erbrichter

Gemeindevorsteher.

judex hereditarius = erblicher Richter.



Erbsasse

freier Standesherr (Schlesien)

Erbsass = possessor hereditarius, Erbherr.



Erbschenk

Gutsbesitzer und Erbschenk

Erbschenk war ein Hofamt wie Truchsess, Marschall, Kämmerer, die erblich wurden, an bestimmte Geschlechter gebunden.(Brockhaus)

gehörte zu den Reichserbämtern, d.am Hofe sich später durch Beamte vertreten liessen.



Erbscholz

Erbschulze = Inhaber eines erbl. Dorfrichter- oder Vorsteheramtes, Gemeindevorsteher.



Erchmaker, Erchwerker

bereitete ein weisses Leder erch aus Bocks- u. Gemsfellen.

mittelniederdeutsch: erch; mittelhochdeutsch irch

viell. vom lat. hircus = Bock, da anzunehmen ist, dass die Germanen das Weissgerbeverfahren von den Römern übernommen haben. Die Verfertiger von irch-Leder wurden im mittelhochdeutsch: ircher, irher genannt.

cerdo albus; albus core

erchwerker = Weissgerber.



Erdrichsmesser

Feldmesser

Erdreichsmesser , geometra.



Erfex(en)

Markgenosse(n)

Die Erfexen waren verpflichtet, dem Grundherrn ein Weistum über seine Berechtigung an der Mark zu erteilen.

Erfexe, Erbexe; ursprünglich die allein vollberchtigten Genossen der Mark, die später über u. neben den aufkommenden Markgenossen eine bevorrechtigte Stellung aus dem Eigentum oder der Herrschaft über die Mark haben, Wald-, Holz-, Mastberechtigungen u.a. ... teilweise im Ritterstand aufgegangen.



Erkner, Erkener

Besitzer kleiner Häuser an der Stadtmauer.



Erste

erste = arste = Arzt.



Erweisser

Erweiss = erbeiss = erbse



Erzknappe

Bergmann im Erzbergwerk.



Erzmüller

Erzmühle: eine Vorrichtung, worauf Erze zwischen zwei Mühlsteinen zu grobem Sande zermalmt werden.



Erzpriester

Vorsitzender eines ev. Kirchenkreises; dieser Titel ist ... 1806 ... durch Superintendent ersetzt.

archipresbyter.



Eschesmann, Eschesleute

Raute Bürgerbuch Ratzeburg Keine Berufsbezeichnung

Wer die Bürgerschaft heischte (altsächsisch: eskon, mittelniederdeutsch: eschen, eischen), hatte sich zweier Eschesmänner zu bedienen, die gewissermassen die Bürgschaft für die Ehrenhaftigkeit und das Wohlverhalten des Neubürgers übernahmen.



Eselmüller

Mühle (Pferde) Rossmühle wird diejenige Art Mühlen genannt, welche von einem Pferd, Esel oder anderen Tieren umgetrieben werden.



Eseltreiber

Der Esel, ein bedürfnisloses, kleines Zug- bzw. Tragtier, war früher besonders bei Mühlen zu finden.

asinarius



Essefeger, Essekehrer

Helle-, Kemmet-, Kender-, Kaminfeger =kehrer.

Schornsteinfeger



Esser

Wagenbauer

Assenmacher, Essenmacher, Achsen-, Wagenbauer, Wagner, Stellmacher.

(niederdeutsch asse = Achse)



Essigbrouwer, Essigbrauer

Essigbrauer

coctor aceti = Essigkocher

Hersteller von Essig.

Fast alle Brauer waren zugleich Mälzer, verschiedene Brauer zugleich Branntweinbrenner, ausserdem stellten mehrere Brauer nicht nur Bier, sondern auch Essig her.



Estimateur

frz. Einschätzer, Taxator.

Beurteiler, Abschätzer, Taxator.



Estrichgiesser

Brockhaus: Estrich = Fussboden aus einer weich aufgetragenen Masse ... z.B. Lehm-, Kalkmörtel-, Zement-, Gips-Estrich.



Etaminmacher

Brockhaus: Etamin = gazeartiger Gardinen- u. Handarbeitsstoff, meist aus Baumwolle, in Leinwand-, Dreher- oder Scheindreherbindung.

Etamin,(f.) dünnes Gazegewebe aus Baumwolle, Kammgarn usw.



Etatsrat

Höherer Staatsbeamter in der Regierung.



Etoffemacher

Stoffwirker, Zeugweber

étoffe (frz.) Stoff, Zeug

étoffer ausstaffieren, gut ausstatten (Langensch.)



Eucharist

Katholischer Geistlicher.

Eucharistiner-Vereinigung kath. Priester, mit dem Zweck beständiger Anbetung des Altarsakraments



Euler, Eulner

Töpfer

Töpfer, Hafner.

von olle = Topf



Eventaiiliste

1777 Fächermacher aus Nantesiehe >

frz. eventail = Fächer.



Eventurmaker

vergleiche > Abentürer Ebentürer

eventur(e) = Abenteuer, Ereignis

Lexikon: aventiuraere = umherziehender Kaufmann, Juwelenhändler



Ewerführer

Der Ewer ein kleines, flaches Wasserfahrzeug, das Waren u. auch Menschen zu oder von den Städten fuhren. Z.B.Torfewer, Postewer

Brockhaus: oft mit Hilfsmotor versehenes Frachtsegelschiff an der Nordseeküste.

Führer eines Leichters, der die Ladung eines tiefgehenden Seeschiffes an Land bringt.



Executor

Magd. Adressbuch Exekutor, Vollstrecker

Gerichtsvollzieher (veralt.Ausdr.)(Brockhaus)



Exekutant

Möller, Schüler u. Lehrer ... Husum, siehe > 65: um 1800 Exekutant

wahrscheinlich: Vollstreckungsbeamter, Gerichtsvollzieher.

Exekutor = Vollstrecker, Gerichtsvollzieher

Mack,



Exequirer

Brockhaus 1901: exequiren = vollziehen, vollstrecken ... Schulden eintreiben, auspfänden.

Vollstreckungsbeamter.



Exerzier-Lehrer

Adressbuch Lübeck 1821 > Beauftragter des Senats, der die wehrfähigen, zur Bürgergarde gehörenden Männer ausbildete, wahrscheinlich abgedankte Soldaten.



Expedient

Lübecker Adressbuch 1818 > Beamter bzw. Angestellter, der die Post abfertigt.



Exulant

linnenweber und exulant aus Joachimsthal.

Exulant = Vertriebener, Ausgewiesener (Keysers Wörterbuch)

Exul(ant): Flüchtling, Verbannter (des Glaubens wegen)



Ezelsteker

Ezel = Esel

steken = stechen, ein Pferd spornen

Eseltreiber (?)



Fabrikrat

In napoleonischer Zeit kam für das äussere Kirchenwesen der Begriff Kirchenfabrik (fabrique früher Ausdruck für Vermögen). Die Kirchenfabrik wurde verwaltet von Kirchenfabrikräten, vereinfacht Fabrikrat. -Kirchenrat-



Fackelmacher

Fackel = ein Beleuchtungsmittel aus grobem Gewebe, getränkt mit Wachs, Teer, Harz u.a. (Brockhaus)



Factoreischreiber

Er war in der Faktorei angestellt, einer Behörde, welche die notwendigen Einkäufe für die Magazine der Bergverwaltung zu machen hatte.



Fahnenmaler

sowohl für die Stadt ... Vereinigungen der Bürger ... mussten Fahnen, Banner u. Wimpel bemalt werden

Prozessionsfahnen



Fahnenschmidt

Fahnenschmied, Hufschmied beim Militär

Brockhaus: bis zum Ende des 1. Weltkrieges ein Beschlagschmied im Range eines Unteroffiziersiehe >

F.Fahnenschmied war der oberste Wehrmachts-Hufbeschlagschmied >bei der Fahne<



Fahrendes Fräulein

Dirne, > siehe dort

Fahrende Weiber sind fremde Dirnen u. Buhlschaften.



Fährmann, Amtsfährmann

Schiffer, der Fussgänger u. Fahrzeuge über einen Fluss setzt.

Fährmann, der einem Amt zugehört.



Fährschreiber

Wo die Fähre von einer Behörde (Amt, Stadt od.dergl.) betrieben wurde, nicht an einen Fährmann verpachtet war, mussten die Einnahmen verbucht werden. Das tat der Fährschreiber



Fahrensmann

Seefahrer

vergleiche > Shefharenmann (Tl I)

Seemann, Matrose.



Faktor

Geschäftsführer, Handlungsbevollm.

In Druckerei: Leiter der einzelnen Zweige (Sal.)

In Heimindustrie: die Person, durch welche der Unternehmer Heimarbeit vergibt.

Selbst. Verwalter einer ausl. Handelsniederlassung.(Keysers Fremdwörterbuch).

Faktor = factor, negotiator (Kaufmann, Bankherr)

Factor der Schulbuchdruckerei.

Hausknecht, Ausläufer bei Kaufleuten.



Falconier

frz. fauconnier = Falkner

lat. falconarius = Falkner.

Falkner; gehörte zum Jagdpersonal der Fürstenhöfe bis ins 16. Jh. Sie fingen Falken und richteten sie für die Beizjagd ab.



Fallmeister

Abdecker

Abdecker, Schinder, Wasenmeister.



Famulus

Famulantes = Dienstleute

Famulus = Diener, Knecht, Zögling, Schüler, Läufer

dasselbe



Farbbrenner

Handwerker, der aus Metallen, Erzen, Mineralien Farben durch Rösten herstellt. z.B. Englisch Rot entsteht durch Abrösten von Eisenoxyd, Blau aus Lasurstein u. Cobalt usw.



Färbebauer

Krappbauer siehe dort

Krapp, Färberröte (Rubia tinctorum) wurde auch in Schlesien angebaut (Vielleicht auch Waid - Isatis tinctoria.)



Färber, *)Farffer, Farver, Varver

a) Schwarzfärber, färbten nur schwarz - oder wenigstens dunkel

b) Schönfärber, färbten rot, blau usw.

c) Waidner färbten dem einheimischen Waid

ferber, ferwer = Färber

Farber = Färber

Schönfarber = Wollfärber

Swartfarber = Leinen- u. Baumwollhändler (? wohl Druckfehler bei Schu?)



Farbholzhändler

Handelt mit Farbhölzern, meist aussereuropäische, aus denen Farbstoffe gewonnen werden. Jetzt fast ganz durch synth. Farben verdrängt.



Farcher

Schweinehändler

Lexikon: varch = schwein



Farvenmaker, Farbenreiber

Farbenmacher

Farbenreiber = Hilfsarbeiter des Malersiehe >

Farbbereiter

Farbenmecker, Farbenreiber



Fasanenmeister

Fasaner = der die Fasanen zieht und füttert.

Wörterbuch der Weidmannssprache: Fasanenmeister = Betreuer einer Fasanerie.-

Fasanerie:

1) erbaute Aufzuchtanlage für Fasane,

2) in freier Wildbahn gehaltenes Fasanengehege.



Fastbäcker

Magd. Adressbuch vastbecker, pistor panis solidoris et communis, auch witbecker genannt. (Sch-Lübben)

Fastbäcker, d.i. Roggenbrotbäcker im Gegensatz zum Los- oder Weissbecker.

Fassbäcker

Roggenbrotbäcker

der Bäcker, der Roggen- oder Schwarzbrot bäckt, im Gegensatz zum Los- oder Witbäcker.

Die Weissbäcker waren entweder Fastbäcker, die hauptsächlich Weissbrot herstellten oder Losbäcker, die Brötchen und Kuchen backten.

backt Brot aus Roggenmehl; die F. waren streng geschieden von den Kuchen- u. Losbäckern.



Fassbinder, vathouwer

Böttcher.

vassbinder (Marienburg 1403)

vasbender (Aachen 1385)

vathouwer = Fasshauer = Böttcher (Soest 1390)

in der Ordenszeit viel gebrauchte Bezeichnung für Böttcher, die grosse Gefässe anfertigten im Gegensatz zum Kleinbinder.



Fassführer

bei der Weinlese

Fattseller = Fass-, Schüssel-, Tellerhändler



Fassmaler

oft waren auch plast. Einzelfiguren ganz zu bemalen oder mit Farben u. Gold einzufassen

Lexikon: vazzen = vassen = mit gold, farbe u. dergl. überziehen.



Fässler

Fassbinder

Böttcher

Hersteller kleiner Holzgefässe



Fasszieher

Auflader, Markthelfer

scala doliaris, ein weinleiter, fasszieher oder weinschröter

Fasszieher meint den Auflader, Schröter.



Faulhäker

vul-hoke, vul-hoker, der vollberechtigte, zünftige Höker, dessen Betrieb nicht auf bestimmte Markttage der Woche noch auf einen oder wenige Handelsartikel beschränkt ist.

vulhoke, -höker, Krämer.

Höker mit voller Zunftberechtigung.



Fayencemaler

Fayence = nach der it. Stadt Faënza ben. Töpferwaren. (Majolika)



Fecher, vechere

Fachfischer, d.h. Fischer, der im Main Fächer besitzt. In der Regel werden 2-3 Leute in der Fischergasse so besonders bezeichnet.



Fechner

verarbeitete sehr teures u. vornehmes Pelzwerk, nämlich Hermelin.

Fech, mittelhochdeutsch: vêch = buntes Pelzwerk, besonders Hermelin



Fechter, Fechtmeister

der berufsmässig Zweikämpfe ausfocht, sei es gerichtlich oder auf Jahrmärkten.

Fechtmeister

Die altd. Fechter = Spielleute

Bürgerbuch Hannover 1689. Fechtmeister.

ein Meister des langen Schwertes, lanista.

Für die Studenten gab es ... für die körperl. Ertüchtigung einen Stallmeister, ... Fechtmeister, Tanzmeister, Zeichenmeister u. ... Voltigiermeister.



Federbeamter, Federbedienter

Bediente, Beamte von der Feder = Angestellte, Beamte der Bergwerksverwaltung; Gegensatz: Bediente vom Leder.



Federmacher , federwescher

Federmacher.

Federschmücker, Federputzmacher, Federputzer.

wäscht und färbt Federn, Flor und Band.

Federbereiter, wohl einer, der Bettfedern zubereitet oder reinigt.

Handwerker, der Vogelfedern für den Gebrauch als Kissenfüllung u. Hutschmuck herrichtet.

Federmacher = Uhrfedermacher, Spezialarbeiter.



Federposenfabrikant

Federposen- u. Siegellackfabrikant

Fedderpoos = zum Schreiben zugerichteter Gänsekiel.

Mit buntgefärbten Federposen wurden die Kalkpfeifen verziert. Buchse durch den Korken der Angelschnur.



Federschmücker, Federputzer (-in)

Magd. Adressbuch Federputzer, Federputzmacher, Federmacher, plumarius

plumarius (subst. Brokatwirker)

ornatus pl. = Federschmuck, Federkleid.



Federschneider

Kielfederschneider

schneidet den Gänsekiel zur Schreibfeder



Federschütze

unter Kleinkötner aufgeführt.

ein Lauf und Flug oder Federschütze heisset ein solcher Jäger, der sich im Schiessen so perfectioniert hat, dass alles, was ihm vor die Flinte kommt, nicht weit mehr hinweg kann.

ein solcher Schütze muss auf die Natur u. Eigenschaften des sämtl. Feder=Wilds genau Acht haben, u. alle vorkommenden Vorteile ... wohl u. vernünftig unterscheiden (folgen Ratschläge für das Erlegen der verschiedenen Vogelarten.)

Federwild - Jäger.



Federstutzer

Federschmücker



Federträger, Federhändler

Händler, die Gänsefedern aus Böhmen nach Ober- u. Niederösterreich trugen.



Fedriber, fehedriber, fechtryber, fichtriber

Viehtreiber, Viehhändler



Feherhirte, fehehirte, vehirte

Viehhirte



Fehmmeister

der herzogl. Fehmmeister - der Mastmeister - hatte die Anzahl der Schweine festzustellen, die ... zur Mast zugelassen u. mit in den Wald getrieben werden konnten. ... wurde jedem zugelassenen Schwein das Vehen-Mal aufgebrannt.

Vielleicht entstanden aus Veeh-meister = Viehmeister

oder aus Viehmäster.

Veeme oder Fehmgeld = Mastgeld



Fehnmeister

Duden: Fehn = Fenn = Sumpf-, Moorlandschaft.

Lexikon: venne = Sumpf

Fenne-maker = Fennenaufseher, das Mitglied einer Werft- (Warft-)genossenschaft,das für ein Jahr die Geschäfte führt.

Fehnmeister = Aufsichtführer bzw. Leiter einer Moorkultur ?



Feilbeck, Feilbäcker

Grobbäcker.

Bäcker, der Brot feil bäckt und hält.

Feilbäcker ... in einigen, besiehe > oberdeutschen Gegenden ein Bäcker, welcher Brod feil hat, welcher auf den Verkauf bäckt.



Feilehauer, felehauwer

Hersteller von Feilen (Brockhaus)

Feilenschmied, Feilenmacher.

kam schon um 1300 auf

felehauwer = Feilenhauer

Filenhauer = Feilenhauer



Feinbäcker

stellte das feinere Gebäck aus Weizenmehl her.



Feinfiltmacher

Hersteller von feinem Filz, z.B.Hutfilz.

vergleiche > Filtenmacher



Feintäschner

auch Portefeuiller genannt;

Verarbeiten von Feinleder, Kunststoff, Textilien ... Damentaschen, Brieftaschen, Geldbörsen, Mappen, Kästchen, Etuis usw.



Feirschlosmacher

Büchsenschmied

Fürslott = Feuerschloss, Bezeichnung für ein Gewehr alten Modellsiehe >



Felbaweber

Seidenweber

Brockhaus: Felbel (ital.L.w.), Felpel, ein Kettenplüsch mit langem Flor aus Seide, Reyon, für Zylinder.

Felbel, Fälbel, Felbe, fr.Velpe, ein unvollkommener Sammet, der jedoch von Plüsch unterschieden wird. hat längere

Haare als Samt, diese stehen aber nicht aufrecht, sondern sind niedergedrückt.



Felbereder

Gerber. -vergleiche > Fellbereiter



Feldgärtner, Freigärtner

Freigärtner = Kleinbauer, Pächter (vom Frondienst befreit) Freigärtner = wie oben

Feldgärtner = Landmann

Freigärtner = Dorfbewohner mit einer kleinen Ackerfläche u. gewissen Freiheiten von Diensten u. Abgaben.

Gr:Feldgarten = ein im Feld zum Gartenbau eingezäuntes Stück Land.



Feldgeschworener

ein vereidigter Mann auf dem Lande, der die verwischten u. strittigen Flurgrenzen wieder herstellte bzw. den Streit darüber schlichtete.

als Feldscheider, Feldmesser in Eid und Pflicht Genommener aus der Gemeinde. Ihm liegt das Setzen und Aufsuchen der Grenzsteine usw. ob.



Feldjäger

Feldjäger gehörte dem von Friedr.d.formierten Feldjägercorps an, das sich aus gelernten Forstbeamten zusammensetzte.

Der Begriff hatte zu verschiedenen Zeiten, verschiedenen Landschaften verschiedene Bedeutung. Z.B. Feldhüter, Flurschütz, Feldgendarm (Polizei im Kriegsgebiet), Landjäger.



Feldkeller

Verwalter der Felder des Spitals



Feldmaurer

Die Kü(h)-Mauren werden aus übereinander ohne Mörtel gelegten Steinen aufgeführt. Eine besondere Zunft, die man Feld- (Trocken-) maurer nennt, verfertigt diese Mauren.

im Weinberg muss man Mauren von Steinen oder Grasrasen machen



Feldmeister

Abdecker

Abdecker, Schinder

Gottschald: Henker

Im Reicharbeitsdienst Dienstrang, etwa dem Leutnant entsprechend.

in Ulm einer der Knechte des Bleichers, ihm lag das Benetzen und Bewachen der Leinwand ob. 2) Schinder. Kleemeister oder Feldmeister waren gewöhnlich auch Scharfrichter.



Feldpauker

Paukenschläger bei einer Feldtruppe.

siehe > Heerpauker



Feldpfänder

Feldhüter. vergleiche > Pander, Schütter



Feldpfeifer

Feldtrompeter = tubicon castrensis, Trompeter des Lagers, der Truppe; ähnlich Feldpfeifer = Pfeifer, Musiker der Truppe.

Lexikon: velt = Lager-, Kampfplatz.



Feldschärer, Felscher

Feldscher

Duden: Feldscher(er) = Feldwundarzt.

Brockhaus: F.(veralteter Ausdruck) = der Vorgänger der Militärärzte, aus den Bartscherern hervorgegangen.

Der Chirurg (im Heer) noch nach 1800 Feldscher.

Diensttitel des seit 1620 im brandenburgisch-preussischen Heer nachweisbaren ärztl. Personalsiehe > Die höheren Grade hatten eine gewisse wissenschaftl. Bildung als Wundärzte. Die niederen Grade waren nur handwerksmässig geschulte Heilgehilfen u. Barbiere.



Feldschätzer

Beauftragter der Stadt, der die Felder nach Grösse u. Ertrag abschätzt.



Feldschieder

Feldhüter (?)

Feldmesser, im Brandenburgischen ein Landmesser, im Oberd. ein Untergänger, Siebner, Feldschieder genannt.



Feldschütz, Feldaufseher

Feldschütz

Feldhüter, Flurhüter

Feldaufseher in Göttingen



Felduntergänger

Feldmesser, Landmesser

in Brandenburg ein Landmesser, im Oberd. ein Untergänger, Siebner, Feldschieder genannt.

Fi: Beamter für den (Feld-)Untergang.

Untergang = Beaufsichtigung der Marksteine auf dem Feld



Feldvogt

Feldvaagt = Feldhüter



Feldwärter

Feldwächter, Flurschütze

Feldhüter, der die Früchte im Felde vor Dieben bewahren muss; in Thüringen Flurschütz, in Bayern Flurer oder Echer, an a.O. Keiler od. Keula, Feldvogt, Pfänder, Feldschütz genannt.



Feldwaibel

Feldwaibel unter dem Fürstl. Anhalt-Zerbstschen Regiment

Feldwebel, Feldweibel = instructor cohortis = Ordner, Ausbilder der Kohorte.

vergleiche > Veltwaibel, Veltweywel (II)



Felgenhauer

mittelhochdeutsch: velgenhouwer ... der die hölzernen Radfelgen zuhaut, der Wagner oder Rademacher

In Frankfurt lässt sich dieser Spezialhandwerker (velgenhouwer) zwischen 1402 u. 1419 nachweisen.

Felgenhauwer, felgenheuwer. Felgenhauer, Hilfsgewerbe der Wagnerei .

fertigt Radfelgen; Wagenbauer.



Fellbereiter

Gerber.

Fellwerkbereiter (Kürschner)

Fell-Breder



Fellblösser, -plätter

bloten = blössen, entblössen. Hilfsarbeiter der Gerber.

vergleiche > Afstöter



Fell-Breder

Fellbereiter, Gerber.



Fellscherer

Fellscherer in Tempelfeld, ∞ 1593.

Feldscher

Feldscher, Fellscheer = frühere Bezeichnung für den Militärarzt.



Fellschlachter

Lexikon: vellmann = fallmeister, schinder



Feltrompeter

Feldtrompeter, Militärtrompeter.

tuba militans

tubicen castrensis



Feltweider, feltweidmann, feltmetzeler, feltmeister

Abdecker, der gefallenes Vieh verscharrt bzw. abhäutet u. verwertet



Fendrich

Fähnrich fendrich unter der schwed. armee

Offiziersanwärter (Brockhaus)

althochdeutsch faneri, Fahnenträger

Fähnrich in der alten Armee (vor 1808), Dienstgrad des jüngsten Offiziers jeder Kompanie. Seit 1808 wurde die auf Beförderung zum Offizier Dienenden ... zu Portepee-Fähnrichen befördert (Dienstgrad zwischen Feldwebel u. Sergeant).



Fensterflicker

Handwerker, der Fenster ausbessert.



Fenstermacher

fenestrarius, glaser

fertigten die Fenstermacher auch die Fensterrahmen. In der Glaserordnung von Speyer heisst es 1553, dass fenster und ramen machen zur Hantierung der Glaser gehöre.



Fensterrosenmacher

Brockhaus: Fensterrose in der spätromanischen u. besiehe > der gotischen Baukunst ein grosses, rundes Fenster mit Glasmalereien.



Ferber, ferwer

Färber > siehe dort



Ferge, verge, vercher

Fährmann



Fernhändler

in moderner Bezeichnung: Import-Export-Kaufmann

Im Mittelalter u. später fuhr der Händler mit seiner Ware ins Ausland u. kehrte mit Ware aus dem Ausland zurück. (Lübeck: Getreide, Salz, Tuch;- Russland: Felle, Honig;- Schweden: Stockfisch, Heringe)



Festbäcker

Grobbäcker

Festbäcker = Fastbäcker, von fest, niedersiehe > fast, eine grösstenteils in Niedersachsen übliche Benennung derjenigen Bäcker, welche Rockenbrod oder derbes u. festes Brod backen, zum Unterschied vom Los- oder Feinbäcker.

vergleiche > Fastbäcker.



Feste-Käthner

festen = amtl.Bezeichnung für das zwischen einem Grundherrn und einem Landnehmer abgeschlossene Lehnsverhältnis, das den Landnehmer zur Zahlung eines Antrittsgeldes bzw. einer Pachtsumme verpflichtete; der Landnehmer blieb zeitlebens im Besitz des Landes; der Sohn hatte das erste Anrecht auf die Stelle.

Kätner, der seine Stelle von einem Grundeigentümer gefestet (gepachtet) hat.



Festungsstellmacher, -Böttcher, -schlosser

Handwerker, die von der Festungsverwaltung ständig beschäftigt werden.



Feuerböter, Feuerbeuter

Feueranzünder, Einheizer

siehe > Fürböter.



Feuereimermacher

Eimer aus Leder oder Segeltuch.



Feueressenkehrer

Schornsteinfeger

vergleiche > Feuermauerkehrer

Feueresse = Schornstein

Feuermauerkehrer = Essenkehrer, Schornsteinfeger



Feuergreve, Feuergeschworener

vergleiche > Füergreve

Dorfeingesessener, der das gesamte Feuerwesen zu beaufsichtigen hatte. Die F. mussten, von Haus zu Haus gehend, nachsehen, ob die Bewohner mit Feuer, Asche etc. vorsichtig umgingen.

aus den Dorfeingesessenen vom Landgericht eidl. verpflichtet, Feuerstellen fleissig zu visitieren, mangelnde Vorsicht bei Hauswirten anzuzeigen, Feuerlöschgeräte in gutem Zustande zu erhalten u. bei Feuersbrunst bereit zu sein.

Feuerherr, Ratsmitglied, dem das Feuerlöschwesen anvertraut war.



Feuerherr

Seit dem Ende des 15.Jahrhundert Ratsmitglied, dem das Feuerlöschwesen anvertraut war.

der dem Feueramt vorsteht.



Feuerknecht

Feuerwehrmann.

Fürmann > Fürböter, Heizer, Feuerwehrmann.



Feuerläufer

Eilbote an einen fremden Ort zum Ansagen der ausgebrochenen Feuersbrunst, auch herzueilender Helfer.



Feuermann

Feuermann an der Dröge

Heizer an der Dröge, wo die Schiffstaue geteert wurden.



Feuermauerkehrer

Schlotfeger

Schornsteinfeger

Bürgerbuch Heiligenbeil.



Feuermeister

Feuergreve, Feuergeschworener, der in der Gemeinde die Feuerstellen kontrollieren musste.

Hilfsberufe (i.d. chem.Industrie) wie Heizer, Maschinist, Feuermeister, Lokführer usw. gehen z.T. aus den gelernten Metallfacharbeitern des Betriebs hervor. ...

Angestellter, der ein Leuchtfeuer zu bedienen, in Ordnung zu halten hat.

igniare structurae artifex.



Feuerschwamm-Fabrikant

Feuerschwamm, Zunderschwamm, Polyporus oder Fomes fomenterius, kragsteinförmiger braungrauer Pilz an Buchen, mit wergartigem Innern, das Wundschwamm und, salpetergetränkt, Zunder für das Feuersteinfeuerzeug lieferte. (Brockhaus)



Feuersteinhändler

Handelsmann mit allen Sorten französiehe > Feuer- u. Flintensteinen nebst franz. Stopfen.

Brockhaus:Zum Feuerschlagen wurde er (Feuerstein) bis ins 19. Jh. verwendet.



Feuerwerker

Bürgerbuch Hannover 1680

Brockhaus:

1) Pyrotechniker, Hersteller von Feurwerkskörpern.

2) bis 1945 Unteroffizier im Range eines Feldwebels, der nach Sonderausbildung im Waffen-, Gerät- u. Munitionsdienst tätig war.

Handbuch der Berufe: Pyrotechniker, ident. Bezeichn. Kunstfeuerwerker, Lustfeuerwerker, >Feuerwerker< (diese Bezeichnung ist jedoch, um Verwechslungen mit dem F. des Heeres zu vermeiden, nicht eindeutig genug.)

bildeten ehem. mit den Büchsenmeistern, Konstablern usw. die erste Klasse der Artilleristen, welche die Wurfgeschütze u. Mörser zu bedienen sowie Munition u. sonst. Kunstfeuer anzufertigen hatten. Später Uffz. (siehe >oben)



Feulenhauwer

Feilenhauer



Feyermeyerkehrer

Feuermauerkehrer, Schornsteinfeger, Schlotkehrer



Fideler, fydeler, fiddeler, fittler, fedeler

Fiedler, Geigenspieler



Fiebel u. Bücher Bret Schneider

Tischler, der Bücherborde fertigt.



Fiedelmacher

Fiedelmacher

Brockhaus: Fidel, das wichtigste Streichinstrument des Mittelalters u. d. Renaissance, eine Vorform der Geige.



Figural-Cantor

Brockhaus: Figural-Musik, der kunstvoll gearbeitete u. verzierte mehrstimmige Satz in der Musik des Mittelaltersiehe >

Meyers Lexikon: Figuralmusik siehe >v.w. Cantus figuratus , d.h. mehrstimmiger kontrapunkt. Satz, im Gegensatz zum einstimmigen Gregorian. Choral



Figur(en)schneider

Taufbuch Jacobi Lübeck 1664

Figurenschnitzer: scalptor figurarum lignarius (Schnitzer hölzerner Figuren)

Figuristen nenne sich die Bildhauer, welche eine besondere Fertigkeit in der Fertigung von Figuren, Statuen usw. erworben haben.

Lackierer: wie allenfalls ein gegenwärtiger Handwerker, Figuren- oder Laubschnitzer, Vergolder, Lackierer u. Marmorirer (Göthe)



Filigranarbeiter

Arbeiter, der Filigranschmuck herstellt. Filigran = aus Gold- oder Silberfäden hergestelltes kunstvolles Geflecht. Schon im Altertum bekannt. (Brockhaus)



Filler

Abdecker

Schinder, Henker

mittelhochdeutsch: viller = Abdecker, auch Peiniger



Filtmacher, Filzmacher

Filzer, Filter, Filzmacher, pillo, pileo (Hut, Filzmütze)

Filter = Filzmacher, von welchen sich die Hutmacher unterscheiden.



Filzer, Filter, Hutfilter, Hutwalker

bereiteten die Hutfilze

1321 in Lübeck eigene Zunft bzw. Amt

Filterer = Filzmacher



Finantzer

Oftmals gingen die Geldwechsler bis an die Grenze (finis) des Möglichen, so dass sie den Namen Finantzer erhielten.

Geldwechsler, Wucherer.

Lexikon: finanzie, finanze = unredliches Geldgeschäft, Wucherei, Betrug.



Finderleinschlager

Rechenpfennigschläger.

siehe > >Flinderleinschläger = Hersteller von Flitter,Flittermünzen usw.

Lexikon: flinderlin = flitter



Fingermaker

Ringmacher

mittelhochdeutsch: vinger - auch = Ring



Finkenfänger, Vinkenfänger

Vogelfänger

Claus Vinkenfänger, der wie schon sein Name andeutet, an der Spitze der reitenden Diener steht.

Vergleiche > Reitende Diener



Finnenkieker

Fleischbeschauer, Trichinenschauer.



Fiolist

Violen = Violinspieler, Geigenspieler.



Fiscal, Fiskal

Beamter des Fiskus; Anwalt der Staatseinkünfte, Steuerkassenanwalt; öffentl. Ankläger, etwa Staatsanwalt;

(an Universitäten) Eintreiber von Studiengeldern.

Advokat mit Beamtencharakter zur Wahrung der Interessen der Krone, insbesondere des Fiskus, woraus sich teilweise eine Tätigkeit als öffentl. Ankläger entwickelte.



Fischbeinreisser

Kaeber, Bürgerbuch Berlin

Brockhaus: Fischbein = Horn aus Barten der Bartenwale

Fischbeinreisser, der die Barten spaltet.

Die Barten des Grönlandwals wurden zu Fischbein verarbeitet, dieses biegsame und feste Material fand vielfache Verwendung. Die Mode des 18.Jh. - bis zum Empire - ist ohne Fischbein nicht zu denken.



Fischbein - Rockmacher

Brockhaus: Fischbein = Horn aus den Barten der Bartenwale

Fischbeinrock, ihr fischbeinrock hat seinen Ursprung dem nordpol zu danken.

Fischbeinrock =Reifrock. Die Reifen, aus Fischbein oder Rohr gefertigt, gaben dieser edlen Tracht den Namen.



Fischbeinweicher

Fischbeinsieder ... das rohe Fischbein in langen kupfernen Kesseln mit heissem Wasser zu erweichen und hernach mit eigenem eisernen Werkzeug in Stäbe und Stangen zu reissen u. zu spalten.

Fischbeen = Fischbein;- Fischbeenbessen, Fischbeenrieter.



Fischbeseher

Dienern des Rates einen Beseher für gedörrte und gesalzte Fische.

Es soll der Beseher jeden Samstag ... an denen man Fischwerk feil haben würde, auf Fremde u. Einheimische gut Aufsehens haben, u. wenn er mangelhaftige Fische gefunden, solches dem Bürgermeister anzeigen....



Fischer-Amtsbote

Bote des Fischeramtes, der Fischerzunft.



Fischerbauer

Besitzer eines kleinen Anwesens ..., der die Fischerei im Haff oder in der Ostsee ausübt.



Fischfuehrer

Fischhändler.

Fischführer: Gilde in Tilsit.

Die F. kauften am Haff die Fische und brachten die Fuhren nach den Städten und Dörfern zum Verkauf.



Fischmeister

Staatl. Aufsichtsbeamter in der Binnenfischerei (Brockhaus)

Fischermeister, Meister der Fischer, als Eigentümer des Garns (Netz) auch Garnmeister genannt.



Fischsellersche, fischhocke

Fischverkäuferin, Fischhökerin

fischhocke = Fischhändler.



Fischtrockner

besitz- u. anhanglose Menschen, die nicht mehr dem Fischfang nachgehen konnten,...trockneten Fische an der Sonne



Fischvogt

Fischmeister



Fischweeker, Fischweicher

weichten besonders die getrockneten Stockfische auf u. verkauften sie

Stockfischweeker = Weicher von Stockfischen

Fischweicher, -weker = D”rrfischverkäufer.



Fisker, visker, fischer

Fischer

fischer (piscator) Nebengewerbe nicht selten z.B. besemer, glockener, korber, krebser, Zimmermann



Flachsbinder

öffentlich bestellter Arbeiter

Untergebener des Flachsbrakers, er bindet und sortiert den Flachsiehe > Gefälle: Bindergeld, Packlohn, Emballagelohn.



Flachschmied

Lexikon: vlach-, flachsmit = kupferschmied

Kupferschmied



Flachsmann oder Flachsmacher

bearbeitete den rohen Flachs oder Hanf



Flachspacker

Flachsbinder = Untergebener des Flachsbrakersiehe >

Flachspacker = Flachsbinder.



Fladener, fladenbecker, fledener

Fladen-, Kuchenbäcker

Flader = Kuchenbäcker.



Fläminger

Tuchfärber

Durch Colonisten aus Flandern, die hauptsächlich in dem nach ihnen benannten Fläming angesiedelt wurden, kam das flämische Recht nach Deutschland. Güter, für welche dieses Recht gilt, werden flämische Güter u. ihre Besitzer Fläminger genannt.



Flanellmacher

Brockhaus: Flanell = meist köperbindiges, weiches, schmiegsames Gewebe aus Wolle, Baumwolle oder Halbwolle, ein- oder beidseitig gerauht.

Flanellweber.



Flasbinder, Flassbinner

Flachsbinder

Flassbinner = Flachshändler und Mattenflechter.



Flaschendreyger, -dreher

siehe > Flaschner

vlaschendreyere = Flaschner, Flaschendrechsler, Klempner.

Flaschendreher : Drechsler, der hölzerne Gefässe dreht.



Flaschenfuttermacher

Flaschenfutter: ein Behältnis, Getränk auf der Reise mit sich zu führen.

Tagelöhner u. Flaschenfutterer.

Flaschenfuttermacher



Flaschenschmied

Flaschenschmied: stellt Stahlkannen, Hohlmasse (Stofe), Trichter u. dergl. her und gehört der Schmiedezunft an.

Flaschenschmied, Flaschner

Flaschner = Hersteller v. Fl. aus Metall, Klempner.



Flaschner, fleschner

fertigte metallene Flaschen an, vom 15.Jahrh. ab geht die Bezeichnung in Klempner über.

fleschener, flescher, fleschenhauwer = Flaschner, Flaschenmacher



Flechtenmacher

Flechte = flacher Korb, in dem früher die Händler Kirschen verkauften.

Korbflechter, Mattenflechter(?), Stuhlflechter, Hutflechter (?)

Lexikon: vlähtener = Korbflechter.



Fleckendiener, -hirte, -müller

Flecken = offener Ort, im Gegensatz zur umwehrten Stadt.

Fleck'n = grösseres Dorf.

Brockhaus: Flecken = historisch ein grösseres Dorf mit einzelnen städt. Rechten; sie hiessen Marktflecken, wenn sie das Marktrecht besassen



Fleckenreinige

Fleckenputzer, qui purgat maculas (wer die Flecken wegschafft)

Fleckenwäscher = dasselbe.



Fleckenschütz

Zeugmacher und Fleckenschütz.

Duden: Flecken = grösseres Dorf;

Brockhaus: mit einigen Stadtrechten.

Wächter, Flur-, Waldschütze.

Feld- u. Waldwächter des Fleckens



Fleescher, 2) Fleischawer

Fleischer

2) Fleischhauer



Fleischhauer, fleischhauwer

...und Knochgenhauer = Schlachter, Fleischer, Metzger

fleischhauwer

fleschouwer = Schlächter

mactator = Fleischhacker



Fleischschätzer

„… welche den Verkaufspreis für das Fleisch festsetzten. Das Amt war ein dauerndes u. wurde nicht gern übernommen.



Fleischselchner

Räucherer.

Selcher, im bayr. Sprachraum u. Österreich Synonym für den auf Trocknen / Räuchern spezialisierten Fleischer.



Fleischtaxator

Ratsherr, der die Fleischpreise -Taxe- festsetzte.



Fleishaeckel, Fleismanger

Metzger



Fleschenschmit

Sonst gewöhnlich Flaschner, in der Bedeutung Klempner (oder auch Beckenschlager)

Flaschenschmied, Flaschner



Flesser, flosser, fluser, Flösser

flössen = das Flössen des Holzes oder der Bausteine auf Flüssen.

Flössbauern: sind Bauern des Amtes Nassawen an der Rominter Heide, die statt des Ackerscharwerkes zum Fällen und Flössen des Holzes herangezogen werden.



Flexograph

Drucker

Flexodruck = Hochdruckverfahren, bei dem die Druckform aus Gummi oder Kunststoff besteht, heute vorw. als Rotationsdruck.

Stempelmacher



Fleyschacker, Fleischslachter

Fleischhacker, Schlachter, Metzger.



Flicker

Flickschuster

sarcinator, Flickschneider, altflicker, korbflicker, kesselflicker, schuhflicker.



Flinderleinschlager

Duden: Flinder = Flitter, glitzerndes Metallplättchen

Hersteller von Flittermünzen, Rechenpfennigen etc. - bractator

brattea = Goldblättchen, bract = bratt



Flintenmacher

Flintenmacher, später Fettkrämer in Delmenhorst.

Brockhaus: Flinte: urspr. Steinschlossgewehr;

umgangssprachlich: Jagdgewehr.

Büchsenmacher.



Flitterer

Blattgoldschläger

-> Flinderleinschläger.



Flössmeister, -inspektor, -wart

Herr der Flossknechte

vergleiche > Flesser



Flötterknecht

Flösser

Flötzer = Flösser

Brockhaus: flöttern = rudern, flössen

Flötzer = Flösser

Flösser = Arbeiter an der Flösse

Flösse = Floss, Flossschiff, Fährschiff



Flohrmacher

Brockhaus: Flor (lat. Blume) ..dünnes Seidengewebe, Trauerband.



Flossholzanweiser

Flössanweiser: im Chursächsischen ein Flossbedienter, welcher das zu den Flössen bestimmte Holz anweist.

Beauftragter des Rates, der den Saaleflössern Anweisung gab, wo sie zur Wahrnehmung des Zoll- u. Stapelrechtes anzulegen hatten

Flossmeister = scriba rei lignariae ad flumen.



Flossholzhändler

Holzhändler, der Holz, das als Floss auf dem Fluss herangeführt wurde, verkauft. (Brenn- u. Bauholz)



Flossholzschreiber

Flossschreiber: ein Flossbedienter, welcher dem Flossmeister untergeordnet ist, die Rechnung über die bei der Flösse vorfallenden Ausgaben u. Einnahmen führt

Flossholz, nd. Flotholt, alles Holz, welches ... aus dem Walde ... an den nächsten Strom gebracht und denselben hinunter bis an den Ort ... wo es verkauft werden soll, geschwemmt wird.



Flossschutenführer

Kahn-, Prahmführer.



Flossverwalter

...ein Flossbedienter, der bei kleineren Flossen die Stelle eines Flossmeisters vertritt, an anderen Orten demselben beigesellt ist.

Flossbeamte , -bediente



Flosszollaufseher

Aufseher für den Zoll von Flossholz auf der Saale

vergleiche > Rathsflosszollaufseher



Flottenmeister

Flössermeister.



Flurer

Fluhr (Flurer): Feldhüter.

Flurschütz.



Flurschütz

Feld- u. Forstaufseher.

der Feldhüter heisst in Thüringen: Flurschütz,

in Bayern Flurer oder Escher

in Belgern Keiler oder Keuler

an a.O. Feldvogt, Pfändermann, Pfänder usw., Schwaben:Feldhirt



Flusssieder, Pottaschensieder

Blau. Die (vom Aschenbrenner) gewonnene Asche wurde in die Flusshütte geliefert, wo sie ausgelaugt, eingesotten u. dann durch scharfes Erhitzen von ihrem Wasser befreit oder kalziniert wurde.

Pottasche, von den Glasschmelzern Fluss genannt, wirkt in der Glasmasse als Flussmittel, setzt den Schmelzpunkt herab.



Fodersnider

siehe > > Futterschneider



Förderknecht

Bergbau: Arbeiter, der mit einer Karre das Erz vom Ort zum Schacht bringt (Karrenläufer) oder mit kleinen Wagen befördert (Hundstösser).



Foersnider

Wossidlo: Faudersnider = Futterschneider, Knecht, der das Futter für das Vieh schneidet.

vergleiche > Fodersnider Futterschneider



Förster (gehender, reitender F.)

Forstbeamter, beritten oder nicht.

Förster (Ergänzung)

gehende Förster Betriebsbeamte

reitende (Revier-Förster)

Oberförster

Forstmeister

Forstassessor Verwaltungsbeamte

Gewerkenförster

Forstmeister

Forstrat



Fohlenhirt

Hirte der jungen Pferde (Fohlen, Füllen).



Fohrmann, Fhormann, vureman, vorman

Fuhrmann

Wagenführer



Fontainenmeister

Fontainizer = Springbrunnenbauer.



Forellenfänger

Fischer bzw. Angler von Forellen.



Forirer

Furier, der für die Beschaffung von Unterkunft, Verpflegung, Beleuchtung, Heizung Verantwortliche einer militärischen Einheit.

Fourier = Wirtschaftsunteroffozier, Quartiermacher.



Formensnider

Schneider von Formen aus Holz für Kuchen usw.

vergleiche > Formstecher

formsnider = sculptor

Formschneider: sculptor typorum



Former

Brockhaus:

1)Gestalter

2) Facharbeiter in der Eisen- u. Metallindustrie, der nach Modell oder Schablone Gussformen in Sand oder Lehm herstellt.

formator, bilder.



Formschneider

Formschneider auf der Tapetenfabrik

vergleiche > Formensnider

Formsnider = Holzschnitzer.

Der Formschneider schnitzte Holzformen zum Druck von Tapeten.



Formstecher, -schneider

handwerklicher Lehrberuf, dessen Arbeitsgebiet die Herstellung von Formen und Walzen aus Holz (Metall) zum Bedrucken von Geweben, Wachstuch, Bodenbelägen, Tapeten, Buntpapier ist. (Brockhaus)

Kattundrucker und Formenschneider

Der Formenschneider B., der Namen und Ziffern in Holz schnitt, wo man die weisse Wäsche mit gezeichnet ... hatte sich aufs Zeugdrucken gelegt u. druckte mit recht schönen, durablen Farben allerhand schettierte Blumen ... usw.



Forstadjunkt

Hilfsförster.

Adjunkt = Hilfsbeamter



Forster, furster, Föster, Förster

forstmeister, die Mitglieder des Rats, denen die Forstverwaltung obliegt.

Föster = Förster



Forstknecht

Forstknecht = Forstdiener, Forstbedienter

Niederer Forstbeamter.

Forstknecht = Forstgehilfe, Unterförster.



Forstschreiber

Angestellter bzw. Beamter der Forstverwaltung



Forstwärter

Niederer Forstbeamter.

Forstwart

Forstlöper = Holzwärter.



Fourageverwalter

Fourage (frz.) Futter der Militärpferde, dann überhaupt Verpflegung.

Verwalter eines Verpflegungslager



Fournierschneider

Furnier-Hersteller.

Furniersäge, eine feine Laubsäge, die der Schreiner zum Schneiden der Furnierplatten gebraucht.

Furniermühle, eine Mühle der Schreiner zum Schneiden der Furnierplatten; im 16. Jh. von einem Augsburger Meister erfunden.



Fourniturenhändler

Fourniture = Lieferung, Bedarf, Zutat, insbesiehe > v. Gewürzkräutern.

Uhrenfourniturenhändler = Händler mit Uhr-Ersatzteilen.



Frachtbedinger, Wagenbedinger, Güterbedinger

Frachtfuhrleute nach bestimmten Orten

vergleiche > Güterbestetter



Frachtfahrer, Frachter

Fuhrmann.

vergleiche > Frachtbedinger, Güterbestetter

Frachtfuhrmann: mercium vector.

Sie vermittelten den regelmässigen Verkehr zwischen Kiel und den benachbarten Städten. Die beiden Frachtfahrer >auf Lübeck< ... übernachteten in Lübeck in demselben Gasthaus, im weissen Pferd bei Ackerhold in der Marlisgrube. Wer Frachtgut zu versenden hatte oder mitfahren wollte, wusste also, wo er die Fr. antreffen konnte.



Frachtfuhrmann

auf Frachtgüter spezialisierter Fuhrmann; Spediteur.

Fr. = mercium vector

Frachtfuhrmann = ein Fuhrmann, welcher Waren um Lohn verführet



Fräser

führt Fräsarbeiten mittels Maschinen ausiehe > Anschlussflächen von Motor- od. Getriebegehäusen, Fundamenten, Ständern, Schienen u.a.

Metallspanabnehmer.



Fräsmacher

Friesmacher = Friesweber, unterschieden vom Tuchweber.

Brockhaus: Fries = grobes, gerauhtes Woll- oder Halbwollgewebe, dem Flausch ähnlich.



Fragner

Krämer

merzler, höcker, hucker

siehe > > Pfragner.



Frankschuster

wahrscheinlich Freischuster, zunftfreier Handwerker.

Lexer: franc = frei

Fransenmacher

Brockhaus: Franse = an Tüchern, Decken usw. eine Verzierung aus frei herabhängenden Fäden.

Hersteller solcher Verzierungen.



Frater, (pl. Fratres)

Brockhaus:(lat. Bruder), die nichtpriesterlichen Mitglieder einer kath. Klostergenossenschaft, besiehe > die Laienbrüder.

1) Bruder, Klosterbruder;

2) frater congregationis = Bruderschaftsmitglied;

3) frater conventus = Klosterbruder;

4) frater sedium = Stuhlbruder.



Frauenmagd

serva vidua - Magd, die ausschliesslich der Frau des Gutshofes zur Verfügung stand.



Frauen-Schuster

sutor, qui mulieribus calceos conficit.

Schuster, welcher den Frauen Schuhe anfertigt.



Frauenzimmerschneider

Damenschneider.



Freibote

Gerichtsbote

Lexer: vribote (mittelhochdeutsch) = unverletzlicher Gerichtsbote.



Freier Knecht

angeworbener Soldat (Kriegsknecht)

Freiknecht = Abdecker.

Friknecht = Freiknecht, Arbeitsmann, der nicht dem Amt der Träger angehört sondern auf eigene Hand Arbeit sucht.

frimann, fri mensch, fri knecht - ein Unverheirateter.

Kr. Frey-Gast = Geselle eines Frey-Schusters, der sich zu den zünftigen Schustern wendet



Freigeselle

Freiarbeiter in der Landwirtschaft, übliche Bezeichnung für Landarbeiter, die ihre Entlohnung nur in Form von Bargeld erhalten u. die Möglichkeit haben, ihr Arbeitsverhältnis kurzfristig zu kündigen.

Berghaus: im Niederdeutschen frimann, fri mensch, fri knecht ein Unverheirateter

Freiknecht = Abdecker.



Freigraf

Als Vertreter des Königs stand der Erzbischof an der Spitze des Freigerichtsiehe > Später übertrug er dieses Recht auf den Grafen von der Mark. Da er nicht selbst zum Gericht erscheinen konnte, wurde er durch den Freigrafen vertreten.

ein auf Lebenszeit aus der Mitte der Freischöffen gewähltes Mitglied des Frei- oder Femgerichtsiehe >

Vorstand des Freigerichtes

Richter des westfäl. Freigerichtsiehe >



Freihäusler

Hausgenoss, Freihäusler u. Gerichtsgeschworener

Häusler, der befreit war von Handdiensten.



Freihandmaler

Freihandmaler = pictor

Kunstmaler (vergleiche > Freimaler)

aber Freihandzeichnen - das Zeichnen ohne Beihilfe des Lineals, Zirkels, Winkelmessers ...

frihännig = ohne Richtschnur.



Freiholländer

Freiholländer besiedelten im 16. u. 17. Jh. die Niederungen an Weichsel, Pregel u. Memel. Sie erwarben die Ländereien auf Erbzins u. trieben vorzugsweise Weidewirtschaft. Viele waren Mennoniten u. kamen aus Holland.



Freihüfner

Freibauer = ein vom Scharwerk befreiter Bauer.

Freihufe = ager a servitio liber = von Frondienst freier Acker.



Freimacher

Magd. Adressbuch keine eindeutige Klärung gef.

Krünitz nennt einen Bergmann Freimacher, der einen Bau, eine Zeche für frei oder verlassen erklärt.

Freimachung = manumissio = Freilassung.

Brockhaus bringt für Freimann verschiedene Deutungen, siehe > Freymann.

Vielleicht besteht ein Zusammenhang mit Freimeister, Freimaler, Freischlächter usw.



Freimaler

freier, unzünftiger Künstler, der in Lübeck im 16. Jh. nichts mit Farbe berühren durfte, was nicht zu einem Gemälde gehörte.



Freimann

Danckert, Unehrliche Leute: Freimann od. Schindinger = Henker

vergleiche > Freymann, Zuchtiger

siehe > Einlieger: wohnen bei Bauern ... zur Miete, sind meist Gelegenheitsarbeiter ... Man nennt sie auch Losleute, Losgänger, Freileute, Freiwohner.



Freimeister

Die Ämter (Zünfte) hatten das Zulassungsrecht für Meister. Daneben behielt sich aber der Rat der Stadt das Recht vor, in besonderen Fällen einem Handwerker die Erlaubnis zu erteilen, in der Stadt als Handwerksmeister zu arbeiten bzw. sich niederzulassen. Diese hiessen dann Freimeister.

Nach Lütgendorff, Maleramt, erhielt Bernt Notke um 1467 die Befugnis, seine Kunst ungehindert auszuüben, wahrscheinlich gegen den Einspruch des Maleramtesiehe > Er war also der erste nachweisbare Freimeister.



Freireiter

Umbitter,Köstebitter,Leichenbitter früher stets geritten

eques honorarius = Ehrenreiter, berittener Umbitter.



Freisass